Marina Eldorado in Mook – Erfahrungsbericht

Marina Eldorado

Marina Eldorado, Mooker Plas

Vier Tage lang saßen wir etwas unfreiwillig in der Marina Eldorado in Mook fest. Auf unserer Fahrt über die Maas nach Zeeland wurde ein Propeller beschädigt. Es machte nur eimal sehr sanft „klack“, kein Ruckeln, nichts weiter, aber: Ein Austausch des vorderen Duoprops wurde erforderlich. Da wir gerade in der Nähe von Mook waren, wählten wir das Eldorado und hofften auf „Hier wird Ihnen geholfen“.
Wir kannten den Hafen aus vergangenen Jahren. Ein Hafen der gehobenen Preisklasse mit viel Infrastruktur, der quasi in einer Seesackgasse im Mooker Plas liegt. Da man hier durch eine unbewegliche Brücke fahren muss, trifft man nur selten Segelyachten an.

Marina Eldorado
Marina Eldorado

Kontaktaufnahme mit dem Hafenmeister kurz vor Feierabend

Der erste Eindruck war gut. Ich führte um 16:50 Uhr ein Telefonat mit dem Hafenmeister. Der versprach, sich um alles zu kümmern.
Das war in dem Fall: Ein Bootsliegeplatz für mehrere Tage – in der Hauptsaison. Sowie die Terminierung der hauseigenen Werkstatt. Gerade im letzten Punkt hatten wir in den letzten Jahren schon Abenteuerliches erlebt.

Eldorado Marina
Steg C, Eldorado

Da wir auf unserer Anfahrt zum Eldorado noch eine Sperrung wegen des Wanderevents Vier Daagse passieren mussten und ohnehin nur mit etwa 500 Umdrehungen fuhren, waren wir erst gegen 21:30 Uhr in der Marina Eldorado. Der zunächst angedachte Platz war von Tendern der Liegeplatz-Nachbarn besetzt. War natürlich nicht die Schuld des Hafenmeisters. Obwohl die Gästeplätze alle besetzt waren, fanden wir einen Platz für eine Nacht, wenn auch ohne Strom. Aber das sollte kein Problem sein, unsere Bootsakkus waren randvoll.

Marina Eldorado Tankstelle
Marina Eldorado Tankstelle

Werkstattbereich und Service

Wie verabredet, meldeten wir uns am nächsten Tag um 9:00 im Hafenbüro. Wir bekamen einen Platz in einer Box zugewiesen. Wie sich später rausstellte, war es hier sehr schön. Wegen der Propellersache bat man uns, ein wenig zu warten und  schon mal vor den Kran zu fahren. Momentan hing noch eine 50-füßige Princess vom Vortag im Kran und wurde bearbeitet. Nach gut anderthalb Stunden war die Prinzessin vom Haken und wir durften in die Hebeeinrichtung einfahren. Super, wir waren zufrieden. Der Mechaniker krante unser Boot an Land und demontierte schnell den Duoprop. Er suchte auf dem defekten Prop nach einer Volvo Penta-Nummer, um den passenden bestellen zu können. Da es mittlerweile Freitag war, sollte es erst am Montag weitergehen – schließlich ist auch hier am Samstag die Werkstatt nicht in Betrieb. Wenig später war unser Boot wieder im Hafenwasser und wir fuhren zum Liegeplatz.

Liegeplatz G1 Eldorado
Eldorado, Steg G

Der Liegeplatz hatte was. Die Stimmung auf dem Steg bzw. der hier eintreffenden Wochenendurlauber war grandios. Kein Wunder, dass wir mit ganz vielen supernetten Nachbarn ins Gespräch gekommen sind. Wir trafen sogar „alte“ Bekannte aus Roermond, die als Gäste nur zwei Plätze weiter lagen.

Die Marina Eldorado bietet neben dem Hafen eine Werft mit zwei Kränen, eine Tankstelle für Benzin und Diesel, Winterstellplätze in der Halle und Plätze draußen, einen Bootsshop, Backwaren/ Tante Emma-Laden nebenan auf dem Campingplatz und ein Bistro, Pkw-Parkplätze, Waschhaus/Sanitäranlagen, Restaurant auf dem Platz und mehrere in der direkten Nachbarschaft sowie ein sehr gut besuchter Eissalon.

Hauptgebäude Marina Eldorado
Hauptgebäude Marina Eldorado

Es geht ruhig zu. Veranstaltungen gibt es zwar und dann kann es lauter werden. Aber um 24:00 Uhr ist wieder Ruhe und es wird ohne laute Musik weiter gefeiert. Ein gute Lösung.

Am Samstag, als wir da waren, war BBQ-Party. Ausverkauft und mit Live-Musik. Wir waren von der „sanften“ Lautstärke sehr positv überrascht. Denn das kennen wir auch anders …

Douchi, Mook
Douchi, gegenüber Eldorado am See

Die Umgebung der Marina Eldorado

ist sehr nett. Bootfahrer touren übers Wochenende zum Leukermeer, zu den Kraijenbergse Plassen, nach Gouden Ham oder ankern vor dem Hafen und besuchen das Douchi. Stylish und „In“, mit Strand vor dem Bistro wird es gerne von Hafenliegern des Eldorado genutzt, die mit dem Tender mal auf die Schnelle zum Strand fahren. Fahrradtouren mit sehr guter Infrastruktur sind hier möglich. Allerdings würden wir die Routen im Gebiet Berg en Dal zukünftig meiden. Das ist das Fahrrad-Holland, was wir nicht kennen und nicht so schätzen – wie der Name Berg en Dal preisgibt.

Douchi - Mook
Der Strand gegenüber Marina Eldorado

Bis Nimwegen ist es nicht weit, eine Fahrradtour sehr lohnend. Auch kein Problem, dort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hinzukommen. Kaum Minuten und man ist dort. Von den drei vollen Tagen, die wir in der Marina Eldorado zur Verfügung hatten, haben wir Radtouren von insgesamt ca. 60 km gemacht. Dann war es auch schon wieder Montag und wir waren gespannt, ob der Propeller angeliefert worden war wie versprochen und ob er auch umgehend montiert werden würde.

Um 10:00 Uhr wurde er, laut Paketetikett, direkt aus Schweden von Volvo Penta geliefert. Um 11:00 Uhr wurde er montiert, kurz danach war das Boot startklar. Großes Kompliment, sehr gute und schnelle Arbeit zu einem akzeptablen Preis. Wir waren sehr positiv überrascht.
Mal abgesehen vom leidigen Propeller war das Wochenendes sehr schön. Wir werden auch gerne erneut zur Marina kommen.

 

Vierdaagse – Ein Fest für alle

4daagse Sofa

Am 21. Juli wurde das 2017er Wanderevent Nimwegener Vierdaagse festlich beendet. An vier Tagen werden jeweils Strecken von 30, 40 und 50 km gewandert. Die Veranstaltung bringt es auf ca. 40.000 Teilnehmer je Tag.
Die Ausfallquote beträgt etwa 1.000 Teilnehmer pro Tag.
Aber: Rund 38.000 Wanderer haben an jedem der vier Tage an einer Wanderung teilgenommen UND durchgehalten. Chapeaux!

Vierdagse Cuijk
Gegenüber von Cuijk

Partyzone für alle

Außerdem dabei sind zehntausende Besucher und Zuschauer, die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollen. Überall entlang der Wanderrouten sind Straßenparties während der Vierdaagse, die die Anwohner und Vereine veranstalten. Manchmal stehen sogar -wenn auch ausrangierte- Ledersofas und Stühle für die Zuschauer bereit.

Man sieht viele Zelte, in denen mit DJ gefeiert wird. Für die tausende angereisten Autos werden extra Parkplätze inmitten von Feldern und Äckern geschaffen.

Vierdagse Schifffahrt
Wartende Sportboote

Ablauf der Vierdaagse

An jedem Tag gibt es eine andere Route für die Wanderer durch das Gelderland, Brabant oder Limburg. Am letzten Tag überqueren die Wanderer die Maas bei Cuijk auf einer Pontonbrücke, die das holländische Militär in Windeseile errichtet und auch wieder abbaut. Währenddessen kreuzen die Boote auf der Maas. Die Sperrung wird in den entsprechenden Kanälen publiziert.

Vierdagse
Ein Brückensegment wird ans Ufer gebracht

Das Militär ist dabei

Wir waren von der Geschwindigkeit beeindruckt, wie schnell die Brücke in Segmenten auseinandergenommen, zusammengeklappt und auf LKWs verladen werden. Die Schifffahrt ist am 21.7. nur eingeschränkt möglich. Hier bilden sich lange Schlangen von wartenden Schiffen. Mehrere Polizei- und sonstige Behördenfahrzeuge regeln den Schiffsverkehr.

Cuijk Maas
Es geht weiter für die Schifffahrt. Cuijk.

Sobald die Pontonbrücke abgebaut ist, wird direkt danach nur eine Richtung freigegeben. Zunächst die Berufsfahrt, anschließend die Sportschifffahrt. Nach ca. 40 Minuten ist alles wieder in normalen Bahnen auf der Maas. Als Sportbootfahrer sollte man daher diese zusätzliche Zeit einplanen.

Insgesamt wurde die Pontonbrücke zwei Mal auf- und abgebaut. Bereits am Donnerstag wurden die beiden Ufer verbunden. Bis 19:45 hatte jeder die Gelegenheit, die Pontonbrücke zu nutzen. Und die Party in Cuijk zu besuchen 🙂Vierdaagse Militär

Auch historische Militärfahrzeuge waren mit von der Partie.

 

 

De Rosslag wird zu Roermond City Marina

Ein neuer Hafen entsteht – Roermond City Marina

Nach einem Umbau ab Herbst 2016 firmiert der Hafen De Rosslag unter Roermond City Marina. Der Hafen vergrößert sich. Die Stege werden nach und nach erneuert und werden zu Einzelliegeplätzen mit zwei Seitenstegen.

Baulich hat sich hier einiges getan. Es wurde vor den Stegen Erde angefüllt, so dass der Hochwasserschutz besser geleistet wird. Auf der Anfüllung wurde eine Saat ausgebracht, so dass nach und nach alles begrünt wird. Momentan sieht es noch grau aus. Es mangelt derzeit an Regen und und vor allem an warmem Wetter für das Wachstum des „grünen Gürtels“. Durch eine Erweiterung des Hafenbeckens wanderte der Hafen etwas Richtung Roermond und verändert seine Form und Lage etwas. Nun ist man fast auf Tuchfühlung zum Nachbarn Krekelberg/ Schepenkring.

Optimale Lage des neuen Parkplatzes

Die Parkplätze sind jetzt direkt vor den Stegbrücken. Die Länge des Parkplatzes ist riesig. Wir haben schon gewitzelt, dass die Hafenbetreiber notfalls auch einen Privatflugplatz betreiben könnten; die Start- und Landebahn wäre ja schon dort 😉

Die Parkplatzkapazität beträgt über 500 Parkplätze und hat sich somit mehr als verdoppelt. Sogar zwei 400 Volt Ladesäulen für E-Autos gibt es.

Der alte Parkplatz existiert nicht mehr. Weggefallen sind auch die Bezahlparkplätze vor der damaligen Campingwiese und neben der ehemaligen Sliprampe.

Die Einfahrt zum Hafen liegt nun in der Straße „Rosslag“, etwa 350 Meter entfernt von der alten Einfahrt Schoolstraat.

WohnmobilstellplätzeStellplätze für Wohnmobile

Für Urlauber mit Wohnmobilen der Roermond City Marina gibt es separate Stellflächen. Der Campingplatz mit seinen Dauercampern und der Campingwiese ist weggefallen. Die beiden Communities Bootsfahrer und Camper haben sich zwar selten richtig vermischt, aber Flair brachte der Campingplatz.

Das Restaurant Lounge 44 zieht unter neuem Namen „Mr. Sammi 44“ um, das alte Gebäude wird für das geplante Neubauvorhaben weichen: Auf einem Teil des ehemaligen Campinggeländes, auf dem alten Parkplatz und Restaurantgelände entstehen nun Wohnhäuser der gehobenen Klasse.

Roermond City MarinaDas Sanitärgebäude mit den Duschen, Toiletten und Waschmaschinen/ Trocknern ist nach einer Renovierung umgezogen zur anderen Seite des Hafens und liegt direkt neben dem Büro des Hafenmeisters. In der nächsten Zeit ist ein Neubau geplant.

Die Mieter der hinteren Stege am Ende des Sees werden sich über die kürzeren Wege zum Sanitärgebäude freuen.
Die vorderen (A-,B-, C-, D-) Stegplatzhalter müssen es entsprechend sportlicher angehen.

Änderungen

Stegbrücke City Marina RoermondSchade für die Trailerbootbesitzer der Roermond City Marina: Die Sliprampe ist entfallen und so wie wir gehört haben, ist auch keine neue geplant. Von nun an muss in einem anderen Hafen eine Rampe benutzt werden. Auch die vielen, größeren Dinghies und Wassermotorräder auf eigenen Trailern und sonstige Wasser-Toys müssen ab sofort woanders zu Wasser gebracht werden. Besitzer kleinerer Trailerboote können im benachbarten Hafen bei Snellens ihr Boot ins Wasser schubsen. Eine Kranung ist möglich, aber leider nur für kleine, leichte Boote. Trailerboote mit einem Eigen-Leergewicht von 3 t müssen auf jeden Fall woanders hingefahren werden, bei Snellens klappt das nicht.

Fahrradverleih.
Der bis einschließlich 2016 kostenfrei geführte Fahrradverleih der Hafenbetreiber ist (noch?) nicht zurückgekehrt in die Roermond City Marina.
Auch nicht ein Abstellplatz für die eigenen Fahrräder zum Anketten. Vielleicht gibt es noch eine Möglichkeit, so dass man sie irgendwo sichern kann – hoffentlich nicht am Bauzaun oder an den neuen Stegbrücken 😉
Bis 2016 gab es zudem vor dem Waschhaus eine Stange zum Sichern der Fahrräder. Vielleicht taucht diese wieder auf.

Gepäcktransport.

StegabschlussDie Transportwagen, die man für die Gepäckbeförderung vom Auto zum Boot benutzte, sind seit der Saison 2017 nicht mehr vorhanden. Vermutlich funktioniert der Transport mit den schweren Wagen nicht auf den steilen Stegbrücken. Diese wären bei voller Beladung bei einem Gang der Brücke hinunter kaum zu halten. Die meisten Schiffeigner wissen sich zu helfen und setzen eigene Transportmittel ein.

Eine bauliche Änderung wird es – wie wir gehört haben – noch an den Brücken zu den Stegen geben. Hier ist der Übergang mit einem Blech von den Brücken zu den Stegen sehr steil geraten. Für ältere oder behinderte Personen nicht geeignet. Aber auch für alle anderen könnte es leicht zu einem Sturz führen, nicht nur bei Nässe oder Glätte. Im Mai wurde das Problem behoben. Eine deutliche Verbesserung wurde durch Anbringung größerer Übergangsstücke erzielt.

Stegerneuerungen

Die Stege der Roermond City Marina werden nach und nach erneuert. Einige neue Stege sind bereits gekommen. Zwischen jedem Nachbarboot befindet sich dann ein Quersteg. Man hat somit einen Einzelplatz.
Die Abstände der Stege untereinander hat sich etwas vergrößert. Die Stege waren bereits früher komfortabel weit auseinander. Das Anfahren auf die Liegeplätze ist recht übersichtlich und einfach.

Es ist geplant, ein kostenfreies WLan-Netz für den Hafen zur Verfügung zu stellen. Es müssen aber erst noch Sendemäste aufgebaut werden, damit eine Flächenabdeckung für den kompletten Hafen besteht.

Keine Änderungen:

Einige „alte“ Vorteile sind natürlich geblieben, die auf die Lage zurückzuführen sind. Im Hafen ist es sehr ruhig. Es stört keine vielbefahrene Straße, die Lage ist sehr schön. Bis nach Roermond ist es nicht weit und man ist schnell mit dem Fahrrad oder zu Fuß dort.
Mal eben aus dem Hafen und im charmanten Dorf Herten einkaufen ist kein Problem. Ein Supermarkt ist mitten im Dorfzentrum. Erwähnenswert ist auch ein genialer Eisenwarenladen/ Heimwerkermarkt in Herten, Schoolstrat,  der quasi gleich nebenan der Marina liegt. Ob Werkzeug und -zubehör oder E-Kleinteile, hier bekommt man fast alles für Arbeiten am Boot und für das Heimwerke (Marcels Karweishop, Schoolstraat 27, Herten).

Einzelnes GrünGrün wird es sicherlich werden, in der Roermond City Marina. Einzelne zarte Pflänzchen sind bereits zu sehen. Neben der neuen Promenade wird noch ein (waagerechter) Grünstreifen eintstehen. Auch Bäume sollen noch gepflanzt werden. Vermutlich wird sich die Botanik im Hafen bis Ende Juni weiterentwickelt haben. Vielleicht sieht momentan alles noch ein wenig grau aus, aber wenn alles soweit ist, wird der Hafen sicherlich nochmals gewinnen.

UPDATE:
Mai 2017: Inzwischen ist es schon viel grüner geworden. Die Gräser konnten im warmen Mai gut wachsen.
Juni 2017: WLAN funktioniert. Das Einfahrtor funktioniert mit Karte.
Die Hafenfahrräder zum Verleihen wurden wieder gesichtet, es wurden einige Fahrradständer aufgestellt.
Juli 2017: Die Stege werden nach und nach mit abschließbaren Türen ausgestattet.

Homepage des Betreibers: Klick
Facebookseite: Klick

Die boot: Törnberatung, Service + Abenteuer

Spiel: Bootfahren auf dem Rhein

Törnberatung für Wasserwanderer

Die boot hat viel zu bieten. Von vielen Messebesuchern  nicht wahrgenommen: Die Törnberatung in Halle 13. Hier wird dem interessierten Skipper eine kostenlose und fundierte Beratung über ein bestimmtes Gebiet angeboten.

Törnberatung

Die Beratung richtet sich sowohl an Charterkapitäne als auch an Bootseigner, die in einem unbekanntem Gebiet mit dem Schiff reisen möchten.

Mehrere Experten beraten über internationale Traumreviere wie die Karibik, Südsee und viele weitere. So gibt es auch Kompetenz in Sachen Törns auf dem Mittelmeer, der Adria und Inselwelten in Italien und Kroatien.
Auch eine Beratung über Binnengewässer vieler Länder Europas und über die Ost- und Nordsee fehlt hier nicht.

Für uns eine willkommene Gelegenheit, uns beraten zu lassen für einen unserer nächsten geplanten Törns. Unser Berater war Bernard Schwab. Herr Schwab zeigte uns auf der Seekarte viele Vorschläge für unsere geplante Reise. Er beantwortete alle unsere Fragen, zeigte viele Möglichkeiten auf, kannte sich bestens in dem Revier aus und erstellte individuelle Routen für uns, die auf unser Boot und unsere Zeitplanung abgestimmt sind.

Kurz zusammengefasst: Wir wurde sehr gut beraten, ungewollter Nebeneffekt: Wir wären nach der Törnberatung am liebsten sofort auf die Reise gegangen.

Hochseilgarten boot 2017Abenteuer im Fluss und hoch in der Luft

Auch in Halle 13 wurde ein Fluss- oder besser; ein Kanal (-ring) inmitten einer Gebirgslandschaft angelegt, den man im Kanu umpaddeln kann. Hier ist eine sehr hübsche Landschaft entstanden.

Die  Kinder, die die größte Nutzergruppe bildeten, hatten einen Riesenspaß beim Wasserwandern mit „ihrem“ Kanu. Kein Wunder, dass manche gar nicht mehr weiter wollten …

Direkt nebenan gibt es ein Klettererlebnis: Man kann durch einen Hochseilgarten mit vielen Tauen und Steigpunkten klettern, für die man viel Geschicklichkeit, eine gute Körperbalance, die nötige Kraft und sicherlich etwas Mut für benötigt, denn alles ist sehr wackelig und muss vom Kletterer ausgeglichen werden.

Der Kletterer steht fast unter der Hallendecke und hat einen wunderbaren Blick aus der Vogelperspektive. Natürlich ist er entsprechend abgesichert gegen das Runterfallen.

Hochbetrieb auf „The Wave“

Sehr gut besucht ist auch die „The Wave“ in Halle 2. The Wave ist eine künstlich erzeugte Welle, die bis 1,50 m hoch werden kann und in einem Bassin erzeugt wird.

Hier wird auf der 9 m breiten Welle gesurft und zwar so lange bis man stürzt. Dann wird man zwangsweise von der Strömung weggespült und findet sich am Ende des Beckens wieder.

Die Stimmung am Surfbecken war grandios. Gespannt und gleichermaßen fasziniert schaute man den Wellensurfern zu, von denen viele zum ersten Mal auf der Welle surften. Mehr Infos zur Anlage hatten wir hier.

The Wave - Surfen

Infostand und Vorträge für Einsteiger – Start Boating

Für neue Wassersportbegeisterte und für diejenigen, die die Materie noch prüfen, haben sich einige Initiatoren etwas einfallen lassen. So gibt es auf dem Stand Start Boating in Halle 10 viele Informationen für Einsteiger. Start Boating präsentierte sich bereits auf der letzten boot in 2016 und wird von Unternehmen der Bootsbranche, Medien und Verbänden und unter anderem auch von der boot Düsseldorf getragen. Hier werden alle Fragen beantwortet, Vorträge gehalten und es wird einfach miteinander geredet.

Start Boating Vortrag

Eine gut angenommene Idee ist das Computerspiel „Bootfahren auf dem Rhein“. Der Bootfahrer sitzt in einem kleinen Sportboot, ist mit einer 3-D-Brille bestückt und unternimmt eine rasante Fahrt auf  dem Rhein. Der Bootfahrer steuert über das Bootslenkrad und steuert die Geschwindigkeit mit dem Gashebel des Sportboots. Er muss durch Fahrrinnen fahren, anderen Schiffen ausweichen und soll schnellstmöglich am Zielpunkt sein. Die Zeit wird gestoppt. Begeisterte Gesichter bei der überwiegend jungen Testfahrergemeinschaft waren das Resultat.

Aber nicht nur in der virtuellen Welt, sondern auch in der wirklichen ist Start Boating aktiv und bietet reale Testfahrten auf dem Boot an.

Spiel: Bootfahren auf dem Rhein

 

boot Düsseldorf 2017 – Impressionen

Surfen auf THE WAVE

boot Düsseldorf ***** boot-Saison in Düsseldorf

Boot Düsseldorf 21.-20.1.2017Wie jedes Jahr Ende Januar ist es wieder soweit: Die weltweit bedeutendste Wassersportmesse, die boot Düsseldorf, öffnet am 21.1.2017 ihre Pforten. Mitten im Winter gibt es dann insgesamt neun Tage „boot-Saison“.

Auch dieses Mal dreht sich wieder alles um Luxusyachten, Motorboote, Segeln, Tauchen, Angeln, Urlaub auf und am Wasser sowie die neuesten Trendsportarten. In diesem Jahr sind sogar einige Aussteller mehr als im letzten Jahr vor Ort und die Messe ist noch internationaler geworden: Insgesamt 1813 Aussteller aus 70 Ländern sind vertreten.

THE WAVE – die erste stehende Deep Water Welle

Wir konnten uns schon im Vorfeld ein wenig umsehen und das ein oder andere Highlight entdecken. Für alle Action- und Trendsport-Fans – und die es noch werden wollen – bietet die boot in diesem Jahr erstmalig eine neun Meter breite stehende Welle an, die zum Wellenreiten einlädt. Mit zehn Pumpen wird das Wasser hochgepumpt und rauscht dann mit beeindruckenden 20 Kubikmetern pro Sekunde in das Surfbecken. Dort bildet sich eine stehende Welle aus, die einer echten „perfekten“ Meereswelle in nichts nachsteht.

Surfen auf THE WAVE
Surfen auf THE WAVE

Für uns zeigten die erfolgreichsten Surfer und Stand-Up Paddler der Welt, was man in so einer Welle alles anstellen kann. Wassersport ist allerdings nasser Sport und so muss man als Zuschauer hier etwas aufpassen, dass man nicht versehentlich eine Dusche abbekommt.

Aber nicht nur die Profis sollen auf der boot Düsseldorf in den Genuss dieser Welle kommen. Für Einsteiger lässt sich die Welle auch kleiner einstellen, so dass sogar Kinder einmal in diese Sportarten hineinschnuppern können. Anmeldungen sind täglich von 10:00 bis 11:00 Uhr möglich. Die nötige Ausrüstung wird von der boot gestellt.

Tauchen als Familiensport

Tauchen auf der boot Düsseldorf
Tauchen auf der boot Düsseldorf
Tanzshow im Tauchanzug
Tanzshow im Tauchanzug

In diesem Jahr präsentiert sich der Tauchsport auf der boot Düsseldorf als Familiensport. In zwei Tauchtürmen kann auch in diesen Sport hineingeschnuppert werden. Nach einer theoretischen Einweisung gibt es unter Anleitung einen ca. 15-minütigen Tauchgang. Dieses Schnuppertauchen ist auf der boot für jeden offen, der älter ist als 10 Jahre – und uns wurde versichert, dass es nach oben hin keine Grenze gibt. Auch ein körperliches Handicap sollte kein Handicap für das Tauchen sein und so gibt es am Donnerstag und Freitag ein Handicapped-Schnuppertauchen. Die Ausrüstung für das Schnuppertauchen wird von der boot zur Verfügung gestellt. Noch sportlicher präsentiert sich eine Tanzgruppe, die Showtänze im Tauchanzug vorführen wird.

Forschen auf der boot: Meeres- und Gewässerschutz

Am Mitmachstand Wasserproben analysieren
Am Mitmachstand Wasserproben analysieren

In Halle 4 kann man selber einmal Wasserproben aus unterschiedlichen Meeresregionen auf mikroskopisch kleine Plastikteilchen untersuchen. Die Wasserproben werden zunächst gefiltert und die Rückstände getrocknet, bevor sie unter einem Mikroskop angesehen werden können. Die kleinsten Plastikteilchen, die man dann in der Probe finden kann, können dann auf ihre Zusammensetzung hin analysiert werden. Dieser Mitmachstand ist leicht zu erkennen: Eine 20 Meter lange Nachbildung eines Pottwals ist dort „gestrandet“. Es lohnt sich, am Kopf des Wales einmal in die Knie zu gehen, denn im Wal versteckt sich eine echter Wal-Schädelknochen.

Superyachten, Boote und Bootszubehör

Princess 43 Flybridge
Princess 43 Flybridge

In diesem Jahr ist die Halle der Superyachten komplett ausgebucht. Die größte und teuerste Yacht der boot Düsseldorf ist in diesem Jahr wieder die Princess 30M. Die hatten wir  aber bereits im vergangenen Jahr ausgiebig begutachtet. Deswegen haben wir uns dieses Mal auf ein kleineres Modell konzentriert, die Princess 43 Flybridge, über die wir in einem der nächsten Beiträge berichten werden.

Rive-Boote 50er Jahre
Rive-Boote 50er Jahre

Einen kleinen Ausflug in die Vergangenheit kann man im Classic Forum in Halle 14 machen. Eine Riva, in den 50er Jahren Symbol für Luxus und Lebensfreude und aus zahlreichen Filmen bekannt, kann dort ersteigert werden.

Den größten Teil der boot Düsseldorf machen aber wie in den letzten Jahren wieder die vielen Motor- und Segelboote sowie das unterschiedlichste Bootszubehör aus. Auch Urlaubsdestinationen kommen nicht zu kurz – sei es die Hotelanlage mit Wassersport-Angeboten oder die vielen interessanten Charterreviere.

Bavaria Selgeljacht

Eintrittspreise, Öffnungszeiten und Anfahrtbeschreibung zur boot Düsseldorf gibt es unter www.boot.de.

Bootstrailer 3,5 t Klasse: Auswahl und Kauf

Bootstrailer: Boote auf großer Fahrt

Wir haben für uns einen Vergleichstest über Bootstrailer gemacht, da wir einen kaufen wollten. Für uns steht die Qualität, das Konzept des Trailers und die einfache Handhabung im Vordergrund. Einige Jahre Erfahrungen besitzen wir durch das Trailern unseres ehemaligen Schlauchboots. Dafür hatten wir einen Bootstrailer, der unsere Anforderungen nahezu sehr gut abdecken konnte. Daher wussten wir auch jetzt, worauf es uns ankommt.

Einfach mal an einem Tag mit dem Boot von den Niederlanden zur Adria oder zur Müritz? Schön, wenn es – gerade noch – klappt mit den Bootsmaßen und -massen und das Boot auf einem Bootstrailer transportiert werden kann. Allerdings kann man davon ausgehen, dass die Boote mehr wiegen als die Herstellerwerft bei Auslieferung angibt. Die Herstellerangaben sind mit ganz leeren Tanks – das wird bei fast allen betriebsbereiten Booten wohl nie der Fall sein. Bei unserem Boot würden wir nie vorsätzlich unseren Dieseltank leerfahren: Danach hätten wir vermutlich ein größeres Problem, auch wenn wir wieder auftanken.

Erschwerend – im wahrsten Sinne des Wortes, kommt bei der Gewichtsproblematik hinzu, dass man das Boot im Laufe der Zeit etwas modernisiert, besser ausgestattet oder „hochgerüstet“ hat. Zum Beispiel kam bei uns eine 40 Meter Eisenkette für den Anker, ein Bugstrahlruder, größere und damit schwerere Batterien hinzu. Statt zwei leichten Batterien hat Fiona jetzt drei schwere, größere. Auch das, was an Bord ist, macht Extrapfunde. Die Töpfe, Teller, Behälter, Ölflaschen usw. in der Pantry. Leichtere Ausrüstungsgegenstände wie Fender, Seile, Haken summieren sich. Wir schätzen, dass andere Boote ähnlich sind: Wahrscheinlich hat nicht nur unser Boot in den letzten Jahren  zugenommen …

Bedingungen für das Trailern

Kommt es hin mit den oben aufgeführten Längen- und Gewichtsangaben, so steht einer künftigen neuen Mobilität dank eines Trailers nichts im Wege.
Die Rahmenbedingungen: Der Anhänger samt Boot darf bis 2,55 m breit und muss auf dem Trailer niedriger als 4 m sein. Die maximale Länge des Gespanns darf 18 m nicht überschreiten. Hinsichtlich der Länge hat man also anscheinend noch etwas Raum. Problematisch wird es eher beim Gewicht. Das maximale Gewicht des Trailerboots einschließlich des Bootstrailers darf 3,5 t sein. Generell wird die Stützlast nicht dem Anhänger zugerechnet, sondern dem Zugfahrzeug. Hat man nun auch noch das passende Zugfahrzeug, das 3500 kg ziehen darf, und ist gewillt das entsprechende Kleingeld für den Kauf in die Hand zu nehmen, kann es losgehen.

Die entsprechenden Hersteller und ihre Angebotsseiten wurden schon seit einer gewissen Zeit von uns beobachtet, ebenso die Gebrauchtbörsen. Allerdings ist im letzteren Bereich nicht allzu viel zu beobachten, weil nur sehr wenige gebrauchte Trailer angeboten werden. Und wenn, dann erscheinen uns die Preise derart hoch, dass sie den Neukaufpreisen abzüglich eines kleinen  Rabatts fast ebenbürtig sind.

Schon im Jahr vorher hatten wir uns einen Trailer gewünscht, als wir einen kleinen Schaden hatten, den wir nicht selber beheben konnten. Fionas Antrieb stellte sich permanent hoch in die Trailerposition wegen eines defekten Relais. Das Weiterfahren war unmöglich, wollte man einen ernsthaften Schaden vermeiden. Im Leukermeer mussten wir drei Tage auf einen Mechaniker warten. Täglich wurden wir vertröstet. Da ich beruflich dringend zurück musste, war keine Zeit mehr da. Wir hatten schon bedauert, dass wir keine Möglichkeit hatten, diesen Hafen mangels eigenem Bootstrailer verlassen zu können.

Vorteile – Nachteile Bootstrailer

Ein zusätzlicher Punkt dank gewonnener Mobilität ist die Wahl des Winterlagers. Stellt man das Boot in Gewässernähe ab oder in einer Halle, so bezahlt man viel Geld für fünf Monate Winterlager. Das kann so teuer wie sieben Monate Sommerhafen am Steg sein. Mit einem Trailer ist man nicht mehr auf die Plätze direkt an den Wasserwegen angewiesen. Die Abstellmöglichkeiten etwas entfernter vom eigenen Hafen sind durchaus attraktiv. Man kommt auch besser wieder raus als in der vollgestellten Bootshalle, wo manchmal erst 30 andere Boote rausgestellt werden  müssen, bevor der Weg für das eigene Boot frei ist. Bei diesen 30 Booten kann es sich auch desöfteren um große Schiffe mit gut 15 Meter Länge handeln.

Der Transport zur Halle und von der Halle zum Gewässer zurück wird normalerweise von Hafenangestellten gemacht. Dies geschieht unter größerem Aufwand mit einem Bagger oder Traktor und speziellen hydraulischen Liften und Abstelleinrichtungen/Böcken für die Boote. Steht man also nicht direkt am Tor der Halle, so muss man eventuell solange warten, bis das eigene Boot relativ freie Bahn aus der Halle hat und wieder ins Wasser kommt. Das kann dann auch schon mal Mitte April werden. Es mag natürlich Ausnahmen geben; ich habe durchaus schon von Bootshallen mit sehr kundenorientierten Angestellten gehört, die auch alle möglichen Boote auf Wunsch aus der Halle zu fast jeder Zeit holen. Aber in unserem Revier in den Maasplassen habe ich es bislang eher verhaltener und restriktiver kennen gelernt.

Hat man einen Trailer, so benötigt man natürlich einen Abstellplatz für das gesamte Jahr. Manche Leute stellen ihn im Hafen auf den vorgesehenen Stellplätzen ab oder bringen ihn anderweitig unter. In unserem Fall ist es „anderweitig“. Wir haben ganzjährig einen überdachten Platz gemietet.

Persönliche Anforderungen

Bootstrailer 3500Wir möchten nach Möglichkeit bei Süßwasser selber aktiv slippen und keinen Kran benutzen: Deshalb ist es uns wichtig, dass das Boot einfach und problemlos zu Wasser geslippt werden kann und dass es gut aus dem Wasser geholt werden kann, weil der Trailer entsprechend konstruiert ist.

Wir wollten deshalb stabile, funktionierende Rollen, denn so können wir auch dort slippen, wo die Rampe relativ flach ist und wo das Boot nicht aufschwimmen kann. Hätten wir keine Rollen, müssten wir das Zugfahrzeug dann auch noch mit ins Wasser fahren. Das wollten wir auf jeden Fall vermeiden.

Ferner sollte eine Zentriereinrichtung für das selbsttätige mittige Zentrieren des Bootes beim Rausziehen aus dem Wasser vorhanden sein.

Keine steckbare Lichtleiste

Und last, but not least: Wir hatten keine Lust mehr auf eine steckbare Lichtleiste am Trailer. Schon der wirklich gut funktionierende Schlauchboottrailer nervte in dieser Beziehung, denn sehr oft verklemmte sich die Leiste. Ok, es gibt Schnellverschlüsse dafür, aber man hat dann immer noch eine lange Leiste, die man irgendwohin legen oder anbringen muss.

Da man unsere damalige Lichtleiste nicht gesichert am Trailer anbringen konnte, musste man sie vor Diebstahl schützen. Regen machte das Ganze natürlich nicht besser. Also wurde die lange, oft verschmutzte Leiste von uns ins Auto gelegt. Das ging bei dieser Leiste mit der Länge so gerade noch. Allerdings war der Trailer auch wesentlich kleiner als der geplante neue. Daher wollten wir beim neuen Bootstrailer einzeln voneinander getrennte Heckleuchten haben ohne Querleiste. Diese sollen beim Slippen am Trailer bleiben können. Die Leuchten sind an ausziehbaren Stangen befestigt, die man für den Slipvorgang in den Trailerrahmen reinschieben kann. Sogar der 12 Volt Stecker kann gesteckt bleiben, die LED Lämpchen sind wasserdicht und die Leitungen sind geschützt. Soweit unsere Idee.

Ernüchterung nach Angebotsanfragen

Plötzlich wurde es sehr eng mit den für uns in Frage kommenden Anbietern, denn die von uns angefragten Anbieter mochten den letzten Punkt nicht einmal als aufpreispflichtiges Extra anbieten.

In unserer „Endauswahl“ standen letztlich zwei Hersteller. Wir hatten die Möglichkeit einen Alutrailer zu kaufen, ausgestattet mit üblicher Lichtleiste.

Oder einen Edelstahltrailer, der aber alle unsere Erwartungen erfüllte. Positiv erstaunt waren wir, dass der Edelstahltrailer nicht so schwer ist wie gedacht. Er kann gewichtsmäßig mit einem normalen Stahltrailer – mit gleicher Ausstattung – mithalten. Angegeben war er vor der Fertigstellung  mit 630 kg. Nach dem Bau wurde er etwas schwerer, weil die Bugstütze größer werden musste und die Kielrollen eine Nummer größer ausfallen mussten als geplant. Als kleines Extra hatten wir ein Stützrad mit eingebauter Waage verbauen lassen, das etwas schwerer als das angedachte ist. Die 660 kg unseres Trailer reichen so gerade, um unsere Sealine aufzunehmen. Voraussetzung ist, dass das Boot ziemlich aufgeräumt ist. Die Tanks sollten recht leer sein und die persönlichen Gegenstände gehören ins Auto.

Zur Messezeit statteten wir der niederländischen Firma Vanclaes einen Besuch auf der Boot Düsseldorf ab und bestellten unseren Bootstrailer. Wie abgesprochen, überführten wir unser Boot im März nach Zuid-Holland, genauer gesagt nach Alphen zum Firmenstandort. Dort wurde der Trailer an das Boot angepasst und wir verbanden den Standort von Fiona in Zuid-Holland Mitte April zu einer ausgedehnten Noord- und Zuid-Holland Tour, wo wir u.a. Rotterdam, Gouda, Leiden, Den Haag uvm bereisten.

Vanclaes in der Praxis

Das Slippen funktioniert mit dem Vanclaes Trailer so, wie wir es uns vorgestellt haben. Die Rollen verrichten ihre Arbeit. Manchmal wünscht man sich eine elektrische Winch, denn das händische Kurbeln ist auf Dauer etwas anstrengend. Leider hat eine elektrische Winch den Nachteil, dass eine schwere zusätzliche Batterie und der Motor auf den Trailer montiert werden müsste. Ein kleiner Trick beim Rausslippen ist, das Gespann nach einer gewissen Zeit (sobald das Boot etwas auf dem Trailer gezogen ist) ein Stück zurückzusetzen, so dass das Kurbeln leichter wird. Das Boot bleibt bei dieser Aktion weiterhin zentriert.

Bootstrailer 3,5 t
Gleich geht´s ins Wasser

Das Reisen mit dem Zugfahrzeug ist technisch gesehen kein Problem. Der Anhänger läuft ruhig und problemlos hinter dem Zugfahrzeug, einem Touareg her. Von den Abmessungen her fühlt sich das Gespann riesig an, man fühlt sich wie ein LKW und fährt entsprechend. Die Gespannlänge beträgt ca. 14,50 Meter. Das Gespanngewicht beträgt ca. 6,5 t – das Boot hat 3,5, das Zugfahrzeug ist natürlich auch gut beladen und hat ca. 3 t.

Manövrieren

Eine genaue Planung für alle Gespannmanöver auf engem Raum ist dringend zu empfehlen.  Ist der Tandemtrailer einmal abgekuppelt, kann man ihn keinesfalls im beladenen Zustand mit zwei Personen verrücken. Hier hilft auch kein Hochstellen des Bugrads, die Fuhre ist einfach zu schwer. Wir überlegen vorher immer genau, wie wir das entsprechende Manöver fahren können. Für das Ankuppeln hat sich die Rückfahrkamera des Zugfahrzeugs als hervorragend geeignet erwiesen, denn man sieht die Anhängerkupplung und fährt langsam auf das Gegenstück vom Trailer zu.

Sind die Fahrwege sehr eng oder muss länger rückwärts gefahren werden, ist es vorteilhaft, wenn einer mit dem Walky-Talky draußen ist und Informationen vom nicht einsehbaren Winkel an den Fahrer weitergibt. Mit diesem zusätzlichen „Rückspiegel“ klappt dann auch das Rückwärtsfahren in Kurven gut, vor allem schadenfrei. Wir haben den Trailer im ersten Jahr für die Rückfahrt von Alphen nach Roermond zum Heimathafen eingesetzt. In den Sommerferien ging es zur Müritz, wo wir unsere Rundreise durch Brandenburg und mitten durch Berlin gemacht haben. Abschließend haben wir den Trailer benutzt, um das Boot ins Winterlager zu bringen.

Törnliteratur: Von Berlin zur Müritz von Bodo Müller

Von Berlin zur Müritz von Bodo Müller

Die Mecklenburgische Seenplatte ist Europas größtes Binnenrevier mit über 1.000 Seen, die über kleine Flüsse und Kanäle miteinander verbunden sind. Viele davon sind mit einem Hausboot zu erreichen. Über die Havel ist die Mecklenburgische Seenplatte auch an die Gewässer Berlins angebunden. Reichlich gute Gründe also, dieses interessante Bootsrevier zu erkunden.

Von Berlin zur Müritz von Bodo MüllerVorbereitung auf den Bootsurlaub

Zur Vorbereitung und Hilfestellung während des Urlaubs diente uns das Buch „Von Berlin zur Müritz – Mit Mecklenburger Kleinseenplatte“ von Bodo Müller, erschienen in der Edition Maritim im Delius Klasing Verlag. Wir rezensieren hier die 6. Auflage von 2016.

Das Titelmotiv, das den schönen Leuchtturm des Hafendorfs Rheinsberg zeigt, versetzt schon direkt in Urlaubsstimmung. Das Buch beginnt mit einer allgemeinen Einführung in das Revier, wie die Namen der wichtigsten Wasserstraßen, wichtige Informationen über maximalen Tiefgang, Durchfahrtshöhen und Schleusen, Tankmöglichkeiten sowie die wichtigsten Verkehrsvorschriften. Es wird auch darauf eingegangen, welche Gewässer mit einem Charterschein befahren werden dürfen und für welche Gewässer ein Sportbootführerschein notwendig ist. Und auch der Hinweis auf das Wasserkartenmaterial des Revieres fehlt nicht.

Nach der Einführung werden die Wasserstraßen und Gewässer des Reviers im einzelnen beschrieben: Die Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) mit Oranienburg, die Ruppiner Gewässer, der Rhin zwischen Neuruppin und Lindow, die Obere Havel-Wasserstraße (OHW), die Wentow-, Templiner und Lychener Gewässer, die Müritz-Havel-Wasserstraße, die Rheinsberger und Zechliner Gewässer, der Vilzsee und Schwarze See mit Moriw und letztendlich die Müritz, die mit einer Fläche von 117 km2 der größte See Deutschlands ist.

Jedes dieser Gewässer wird mit einem kurzen Text zur Geschichte vorgestellt. Fahrhinweise geben Auskunft darüber, wie man die Gewässer erreicht, und wichtige Details wie die Länge des Wasserweges, Schleusen, Durchfahrtshöhen, Tiefgang und Höchstgeschwindigkeiten. Dazu gibt es detaillierte Kartenausschnitte, die auch Informationen über Marinas und Liegestellen sowie Service- und Versorgungsmöglichkeiten enthalten. Abgerundet werden die Kapitel mit Ausflugstipps. Im ganzen Buch finden sich viele schöne Fotos, die schon einen sehr guten Eindruck des Revieres vermitteln.

Quintessenz

Unser Fazit: Dieses Buch ist sehr gut geeignet, einen Überblick über das Revier zwischen der Mecklenburgischen Seenplatte und Berlin zu bekommen und einen Bootsurlaub zu planen. Das notwendige Kartenmaterial für die Navigation soll und kann es natürlich nicht ersetzen. Alle wichtigen Regelungen sind in dem Buch zu finden.

Da es neben den knappen Informationen auf den Detailkarten keine weiteren detaillierten Informationen über die Häfen und Liegemöglichkeiten gab, hatten wir während des Urlaubs ergänzend das Buch „Hafenführer für Hausboote – Müritz | Havel | Seenplatte“ von Robert Tremmel & Christin Drühl an Bord. Dieses Buch ergänzt das Buch von Bodo Müller ganz hervorragend.

Das Wetter in Bildern-Wettervorhersage

Wettervorhersage

Das Wetter in Bildern – Wettervorhersage

WettervorhersageEs geht um das das broschierte Buch „Das Wetter in Bildern“ von Alan Watts in der 5. aktualisierten Auflage in 2016. Das Buch ermöglicht eine Wettervorhersage einfach und verlässlich.

Der Autor Alan Watts hat das Buch bereits 1967 geschrieben und es war schon im Erscheinungsjahr 1968 ein Verkaufsrenner.  Bis heute verkaufte sich das Buch mehr als eine Million Mal. Geeignet ist dieses Werk für Interessierte ohne Vorkenntnisse, aber auch für den meteorologisch vorgebildeten  Nutzer wird dieses Buch eine wichtige Hilfe sein. Unter Wassersportlern ist es schon seit Jahrzehnten bekannt und sehr beliebt.

Wettervorhersage anhand von Wolkenbildern

Anwendbar ist das Buch in den gemäßigten Breitengraden. Zum Beispiel ist es gut geeignet für die Küsten Europas, aber die Prognosen sind ungeeignet für Südafrikas Küsten.

Auf den ersten zehn Seiten beschreibt Alan Watts, wie man das Buch benutzen sollte mit einer anschließenden meteorologischen Grunderklärung. Hier erfährt der Leser etwas über Querwindregeln, die Fachwörter werden aufgezeigt sowie Nützliches und eine Erklärung über Wolken wird gegeben.

Nachdem so der Leser die meteorologischen Begrifflichkeiten versteht, bietet der Autor 24 Wettertafeln in Form von Fotos an. Der Leser sucht gemäß des aktuellen Wetters die passendste Wettertafel und erfährt von der nebenstehenden Buchseite, wie die Tendenz bzgl. Wind, Sicht, Niederschlag, Bewölkung, Temperatur und Luftdruck ist. Hier erfährt man auch, wie die normale Entwicklung innerhalb eines Zeitraumes sein wird. So erhält man wichtige Informationen, dass z.B. der aktuelle Wind von 2-4 Bft sich zu einer Stärke von 5-8 Bft entwickelt innerhalb eines Zeitraums von 6-12 Stunden. In weiteren Spalten werden Gefahren und mögliche Abweichungen angegeben.

Fazit: Absolute Empfehlung, für uns ein Must-Have. Das Buch wird bei uns immer an Bord sein. Eine tolle Sache und Hilfe für eine eigene Wettervorhersage. Die ersten Tests hat es bei uns bestanden. „Das Wetter aus den Wolken ablesen“.

Dieselmotoren – Den eigenen Bootsmotor verstehen

Bootsmotor

Bootsmotor

Hier geht es um das kartonierte Buch Dieselmotoren: Funktion – Betrieb – Wartung von Andrew Simpsen, erschienen in der zweiten Auflage 2016 im Delius Klasing Verlag. Der Autor erklärt die Funktionsweise vom Dieselmotor als Bootsmotor, geht auf eine Diagnose- und Fehlersuche ein sowie auf die Wartung. Auch dem Thema Notsituation ist ein Kapitel gewidmet. Mittels vieler Grafiken wird das Thema  dargestellt. Das gut einhundertseitige Buch ist vom Aufbau so strukturiert, dass der interessierte Leser auch direkt auf die einzelnen Kapitel zugreifen kann. Möchte man sich also z.B. über den Einsatz des passenden Propellers informieren, schlägt man gleich das entsprechende Kapitel auf.

Das Wichtigste über den Bootsmotor

Zu Beginn erklärt Andrew Simpson die Funktionsweise von Dieselmotoren. Dabei wird auch der Zweitakter nicht ausgelassen. In den Folgekapiteln geht der Author auf Brennstoff, Filtersysteme, Einspritzung und Common Rail ein. Beim Thema Brennstoff wird auch die Dieselpest behandelt. Es folgen die einzelnen  Bestandteile des Motors und der Leser erfährt Relevantes über das Luftsystem, die Motorkühlung und die Elektrik. Die Kapitel Schmierung, Vortrieb (Antrieb) und Motorschaltung vermitteln Wissenswertes über weitere  Elemente des Motors. Ab Kapitel 9 geht es um das Anlassen des Motors und eventueller Störungen dabei. Dem nächsten Kapitel wird die Fehlersuche am Bootsmotor gewidmet. Ab Kapitel 11 geht der Autor auf die Wartung des Dieselmotors ein und beschreibt im Kapitel 12 die Arbeiten im Einzelnen.
Abgeschlossen wird das Buch mit möglichen Notsituationen und praktikablen Lösungen dafür.

Quintessenz

Sehr brauchbares Praxishandbuch über den Bootsmotor. Interessant ist es gleichermaßen für Motorbootfahrer als auch für Segler.

Das Buch beinhaltet ein gut geschriebenes und verständliches Basiswissen und hat uns geholfen, unseren Bootsmotor besser zu verstehen. Dank des Buches hat man alle Zeit, die man sich nehmen möchte, um die Arbeits- und Wirkungsweise von Kompressor, Turbo und Co. zu begreifen. Das Buch eignet sich für Interessierte, die sich erstmalig mit dem Thema auseinandersetzen. Aber es dürfte auch interessant sein  für Bootseigner, die schon gewisse Wartungen selbst durchführen.

Das Buch wurde uns vom Verlag Delius Klasing zur Verfügung gestellt.

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Bootsurlaub Zuid-Holland

Bootsurlaub Zuid-Holland

Von Limburg über Brabant an den Oude Rijn: Bootsurlaub Zuid-Holland

Dieses Jahr planten wir unsere erste Fahrt sehr früh. In der vierten Märzwoche machten wir uns auf den Weg zu unserem „Bootsurlaub Zuid-Holland“. Der erste Zwischenstopp war in Venlo.

Stadthafen Venlo
Stadthafen Venlo

Hier in Venlo ist immer die Gelegenheit, das einzukaufen, was man vorher vergessen hat an Bord zu nehmen. Es war noch recht frisch, das Thermometer zeigte tagsüber 12 Grad und es war stürmisch mit Windstärken bis 7 Beaufort, aber es gab auch immer wieder sonnige Abschnitte. In der Nacht sanken die Temperaturen bis auf 6 Grad. Zum Glück haben wir unsere Boots-Dieselheizung. Dem Wetter entsprechend waren wenig Gäste zum Stadt-Passantenhafen nach Venlo gekommen. Wir sichteten drei weitere Boote, die wir im Verlaufe der Weiterfahrt noch einmal in Grave sehen sollten.

Der neue Passantenhafen von Venlo ist für Schiffe bis 15 m Länge erreichbar. Er liegt sehr zentral am schön gestalteten Maasboulevard, der mit Restaurants und Außenterrassen eine sehr entspannte Atmosphäre verbreitet. Die schöne Innenstadt von Venlo mit vielen Geschäften und einem sehr großen Wochenmarkt am Samstag schließt sich direkt an. Ein großer Supermarkt ist auch nur wenige Minuten zu Fuß entfernt. Leider gibt es an Infrastruktur lediglich Stromversorgung, für die man in einem der Restaurants Marken kaufen kann. Die Übernachtung kostet für unser Boot 10 €.

Yachthafen Grave
Yachthafen Grave

Am nächsten Morgen nahmen wir Kurs auf Grave. Auf der Weiterfahrt bekamen wir es mit heftige Orkanböen zu tun. Der Wind war noch stärker als am Vortag. Wir fuhren mit der Strömung. Da jedoch der Wind aus der Gegenrichtung kam, baute der Sturm ordentliche Wellentäler auf, die gegen Fionas Rumpf schlugen und das Boot wippen ließen.

Wassersportclub Grave
Grave

Der WSV „De Stuw“ Grave liegt ganz zentral in dem zauberhaften Örtchen Grave und bietet alle Versorgungsmöglichkeiten. Für die Übernachtung bezahlt man 1,20€ pro Meter. Als wir gerade in der Box vertäut sind, kommen die anderen drei Boote, die am Vortag in Venlo lagen. Der Hafenmeister wunderte und freute sich gleichermaßen, dass heute so viel los ist. Ob denn in Deutschland Ferien wären … 🙂 Wir machten einen kurzen Bummel durch Grave und bereiteten uns schon mal innerlich auf die Weiterfahrt bei einer steifen Brise vor.

´s-Hertogenbosch – Den Bosch

Am nächsten Tag nahmen wir Kurs auf Den Bosch, wie die Einwohner ihre Stadt selber nennen. Offiziell heißt die Stadt ´s-Hertogenbosch und ist die Hauptstadt der Provinz Brabant. Jetzt, vor dem 1.4., waren noch einige Brücken und Schleusen unbesetzt oder hatten reduzierte Bedienzeiten. So würden wir die Zuid-Willemsvaart, die zurück nach Roermond führt, jetzt noch nicht befahren können, da die „Sluis 0“ erst ab dem 1.4. betrieben wird.

Den Bosch
In ´s-Hertogenbusch, Passantenhaven

Den Bosch liegt in einer Sackgasse, in die man hineinschleust und  dieses meist mit großen Arbeitsschiffen gemeinsam macht. Bereits hier fällt uns ein Bauboom auf. Die Schiffe transportieren Baumaterialien. In den Bosch expandieren viele Firmen mit Neubauten.

In Den Bosch gibt es mehrere Möglichkeiten anzulegen. Die ersten Anlegestellen sahen wir schon in der Nähe eines Industriegebietes vor der Stadt. In der Stadt bietet der WSV de Waterpoort mehrere Passantenliegeplätze vor und hinter der Havenbrug und im Brede-Haven hinter der Boombrug. Alle haben Strom- und Wasserversorgung, und die sanitären Einrichtungen findet man im Brückenhäuschen an der Boombrug. Wir entschieden uns für den Brede-Haven, da er uns ruhiger erschien. Die Übernachtung kostete hier für uns 10 €.

´s-Hertogenbusch
´s-Hertogenbusch City

Wieder waren nur sehr wenige Leute mit ihren privaten Schiffen in der Stadt. Wir waren an dem Anleger die einzigen Gäste. Die Hafenmeisterin erklärte uns nicht ohne Stolz, dass erst einen Tag vor uns ein 6,20 Meter-Boot über Nacht blieb. Die ersten Gäste der Saison waren wir also doch nicht.

Die Stadt ist sehr schön, es gibt viele guterhaltene restaurierte Häuser. Eine Fußgängerzone mit großem Marktplatz und vielen Geschäften und Lokalen sind auch dabei.

Einkaufcenter Den Bosch
Arena: Einkaufcenter Den Bosch

Das Wetter wurde besser. Der Sturm verzog sich, die Temperaturen stiegen in der Spitze auf 15 Grad. Der Himmel klarte auf, es war bewölkt mit einzelnen Sonnenepisoden. Am nächsten Morgen ging es weiter nach Woudrichem.

Woudrichem

Yachthafen Wourichem
Yachthafen Woudrichem

Woudrichem ist die kleine Schwesterstadt von Gorinchem, das wir letztes Jahr besucht hatten. Es liegt gegenüber von Gorinchem an der Merwede, die weiter stromaufwärts Waal heißt. Da wir Woudrichem bislang nicht kannten, hatten uns für den Ort entschieden und als Liegeplatz den Yachtclub W.S.V. Woudrichem gewählt. Die Anlage liegt sehr idyllisch. Die Mitglieder des Yachthafens hatten soeben ihr neues, schickes Vereinsgebäude fertiggestellt.

Passantensteiger Wourichem
Passantensteiger Wourichem

Auf der anderen Seite von Woudrichem nahe der Merwede liegt im historischen Stadthafen der Gästesteg mit der schönen Brücke. Woudrichem bietet ein paar kleine Geschäfte und einige Lokale. In der Hochsaison wird zwar mehr los sein, aber so voll wie in Gorinchem wird es hier nicht werden. Die Sonne zeigte sich oft und wir genossen unsere Ortsbegehung 🙂

Woudrichem – Nieuwegein

Am nächsten Morgen starteten wir zu unserem nächsten Ziel: Über den Merwedekanal nach Nieuwegein. In Gorinchem werden Freizeit-Skipper durch die kanalisierte Linge geschickt, bis sie bei Arkel wieder mit dem Merwedekanal zusammenkommt. Der Merwedekanal ist landschaftlich sehr schön, es ging vorbei an reetgedeckten Häusern, und bei gutem Wetter genossen wir die Fahrt. Bis zum Lek wird der Merwedekanal von Berufsschiffen befahren und es werden alle Brücken ganzjährig bedient. Nördlich des Lek fahren die Berufsschiffe über den Lekkanal. Wir mussten die Bedienung der Koninginnensluis Richtung Nieuwegein einen Tag  vorher telefonisch anmelden. Wir waren etwas eher da als angekündigt, der Schleusenwärter auch, so dass wir schnell und unkompliziert geschleust wurden.

Durch Zuid-Holland
Durch Zuid-Holland

Nieuwegein ist eine Stadt, an der die meisten Skipper leider vorbeifahren, da in der Nähe die überaus beliebten Ziele sind wie z.B. Gouda und Utrecht. 1971 erst entstand Nieuwegein durch Zusammenlegung der Gemeinden Jutphaas und Vreeswijk.

Stadthafen Nieuwegein
Stadthafen Nieuwegein

Im zentral gelegenen Stadthafen von Nieuwegein-Vreeswijk haben wir uns sehr wohl gefühlt. Fast skandinavisch mutete uns die Umgebung an.

Bootsurlaub Zuid-Holland
Stadthafen Nieuwegein

Zeit, die Stadt zu erkunden! In Nieuwegein-Vreeswijk gibt es eine Museumswerft und viele historische Schiffe, die direkt in der Stadt liegen und auch bewohnt werden. Ein Markt fand auch statt und wir konnten den ersten Kibbeling in der Bootssaison probieren!

Nieuwegein
Nieuwegein Altstadt

Die Altstadt ist geteilt durch den Kanal und besitzt ein ehemaliges Schleusenbecken, das aber jetzt zugemauert ist. Das ehemalige Schleusenwärterhäuschen wird dennoch weiter genutzt: Allerdings zum Haareschneiden, denn jetzt ist ein Herrenfriseur eingezogen, der sich einen Mini-Haarsalon eingerichtet hat. „Einmal Schleusenwärter-Frisur bitte“ 😉

Herrensalon
Friseursalon ehem. Schleusenwärterhaus

Das war das Ergebnis meines Besuchs im ehemaligen Schleusenwärterhauses. Nun konnte unser Bootsurlaub Zuid-Holland beginnen! Wir verbringen noch einen schönen Abend in der Stadt und machen uns am nächsten Morgen wieder auf den Weg.

Von Nieuwegein nach Gouda

Mögliche Gefahren eines „frühen“ Bootsurlaub Zuid-Holland: Wir hatten uns unser Fahrt-Timing so eingeplant, dass wir am 1.4. durch die Brücken der Hollandse IJssel fahren konnten, denn dann wurden sie laut Almanak bedient. Nach wenigen hundert gefahrenen Metern entdeckten wir an der Doorslagbrug etwas, womit wir nicht gerechnet hatten…

Doppelrot vor Brücke
Doppelrot vor Brücke trotz 1.4.

Was ist das? Doppelrot sollte seit seit dem 1.4., also ab heute nicht mehr sein. Sollte unser Bootsurlaub Zuid-Holland hier zu Ende sein? Wenn diese Brücke nicht öffnen würde,  müsste man den großen Schlenker über Rotterdam fahren … ein Riesenumweg, und natürlich ist auch die Schleusung zurück in den Lek bei der Koninginnensluis nicht angekündigt.

Ein Telefonat verhalf schließlich zu einer Öffnung und wir konnten unseren Weg fortsetzen. Unsere Befürchtung, dass die anderen Brücken, die wir uns auf der Hollandse IJssel öffnen lassen müssen, sowie die Schleuse vor Gouda auch noch im „Winterschlaf“ wären, zerstreute sich, nachdem wir den ersten Gegenverkehr hatten 🙂

Stadthafen
Stadthafen

Dieser Stadthafen ist sehr schön, deshalb bekommt er gleich zwei Bilder (oben und unten).

Stadthafen Zuid-Holland
Stadthafen

Wir gewannen viele neue Eindrücke. Hier gibt es sehr schöne Orte und Städte und immer wieder hübsche Haltemöglichkeiten.

Zuid-Holland
Aufstoppen vor Brücke

Allerdings gibt es auch zahlreiche Brücken, die für uns geöffnete werden müssen. Die meisten sind unter 2 m, viele haben auch nur eine Durchfahrthöhe von unter einemMeter. Unsere Schiffshöhe beträgt 3,40 Meter mit oberem -abnehmbarem- Geräteträger. Wenn wir ihn abnehmen, dann beträgt die Höhe noch 3 Meter über der Wasserlinie.

Vor Gouda
Vor Gouda

Wettermäßig ging es auf die 20 Grad. Windstärken mit ein bis zwei Beaufort waren nicht der Rede wert.  So hatten wir uns den Bootsurlaub Zuid-Holland gewünscht: Langsam und entspannend durch die schönsten Gegenden in Zuid-Holland bei Sonnenschein!

Schleuse Zuid-Holland
Schleuse stromaufwärts vor Gouda

Vor Gouda hatten wir noch eine kleine, aber interessante Schleuse. Auch hier gab es eine zügige Bedienung. Der Schleusenwärter stand schon parat bei unserem Eintreffen und schien sich zu freuen, endlich mal wieder seine Schleuse in Gang setzen zu können nach der langen Winterpause. Nun war es nicht mehr weit nach Gouda. Wir hatten jetzt nur noch die große Schleuse vor Gouda vor uns. Auch diese Schleusung lief sehr zügig, fast ohne Wartezeit für uns.

Gouda, Hollandse Ijssel
Gouda, Hollandse Ijssel

Hier auf der Hollandse Ijssel vor Gouda gibt es ein paar Gästestege. Die eine Seite war ganz hübsch: Der Blick nach Gouda. Die andere Seite war nicht so prickelnd. Hier sah es eher industriell aus. Die Mallegatsluis sowie die Brücken von Gouda waren zu dieser frühen Jahreszeit noch geschlossen, so dass wir leider nicht durch Gouda fahren konnten, und auch die Passantenliegeplätze waren nicht zu erreichen. Hier fänge die Saison erst Mitte April an.

Unser Ziel für heute war deswegen der W.V. Gouda, der fast im Zentum liegt bzw. nur etwa 2 km von der Altstadt entfernt ist. Der Hafen bietet Strom, Wasser, Waschhäuser, WiFi und liegt gegenüber einem Einkaufszentrum  mit einem Baumarkt, Möbelgeschäft, Schuhladen, ein großer Discounter für Sonderposten (heißt Action) und das alles ist sogar am Wochenende geöffnet. Die Übernachtung im Yachtclub kostete hier 11 €.

Yachtclub Gouda
Yachtclub Gouda

Gouda gehört zu den „Must-See-Places“. Wir werden von der Stadt noch Bilder nachreichen im nächsten Teil dieser Reise. Bootsmäßig gesehen war es sehr leer in der Stadt. Die Passantenanleger in der Stadt waren alle unbesetzt.

Gouda Anleger
Gouda City: Trotz schönstem Aprilwetter Leere

Gouda ist wunderschön. Tagsüber erkundeten wir die Stadt mit dem Fahrrad, am Abend gab es ein Bier auf dem Marktplatz mit der eindrucksvollen Kulisse des Stadthuis. Am nächsten Tag unternahmen wir die anstrengendste Fahrt überhaupt in diesem Urlaub. Es ging zur Stadt Zoutermeer. Fahrtstrecke: 44 km. Jedoch mit dem Fahrrad. Für uns war es die erste Tour. Vielleicht ein bisschen weit für die erste Tour in 2016. Nach der Tour hatten wir erst einmal „Körper“ 😉

Das eigentliche Ziel unserer ersten Etappe unseres Bootsurlaub Zuid-Holland sollte Alphen aan den Rijn sein. Nach zwei Tagen in Gouda sollte es weiter gehen.

Alphen
Alphen

Die Archtitektur in Alphen fanden wir beeindruckend. Vieles war  modern, pfiffig und wirkte auf den ersten Blick sehr angenehm. Wir sichteten aber auch viele ältere Villen, die super restauriert waren. Alles sieht sehr ordentlich und sauber aus.

Alphen City
Alphen City

Das Wetter war immer noch sehr schön, ca. 20 Grad und die Leute saßen draußen auf den Terrassen.

Eiscafé in Alphen
Eiscafé in Alphen

Wenig später saßen auch wir im Außenbereich des Café De Zaak und hatten einen tollen Eiskaffee 🙂

Baulücke - umgestürzter Kran
Baulücke – umgestürzter Kran

Vor einiger Zeit war ja ein Kran an dieser Stelle in Alphen auf ein Haus gestürzt. Jetzt ist dort eine Baulücke. Hier in Alphen geht unserer Bericht vorerst zu Ende. Wir suchten uns ein schönes Platzchen für Fiona zum festmachen. Zum Glück sollte es noch weitergehen. Wäre ja auch zu schade gewesen, wenn unser Bootsurlaub Zuid-Holland schon beendet sein sollte.

Bootsurlaub Zuid-Holland
Villa in Alphen

Das waren unsere ersten neun Tage. Wir freuen uns schon auf die nächste Etappe unseres „Bootsurlaub Zuid-Holland“!

 

Karten* für dieses Fahrgebiet:

ANWB Wateratlas M Limburgse Maas

ANWB Waterkaart L Grote Rivieren Oost

ANWB Waterkaart K Grote Rivieren Midden

ANWB Waterkaart I Vechtplassen

Literatur*:

Hausbooturlaub Niederlande: Der Süden von Ingrid Bardenheuer und Hans Zaglitsch (unsere Rezension dazu)

Holland 1: Zeeland und die südlichen Provinzen von Jan Werner (unsere Rezension dazu)

 

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