Ein neues Zugfahrzeug – Autokauf mit Hindernissen

Ein Autokauf steht an, und da Fiona trailerbar ist, soll es ein geeignetes Zugfahrzeug sein, mit dem das auch geht. Das schränkt natürlich die Auswahl ein, und deswegen recherchierten wir eine Weile, bis wir im Internet ein interessantes Angebot fanden.

Ein Autohändler mit Gedächtnislücken – oder vom Vergnügen, Zweiter zu sein

So machten wir uns eines Morgens auf den Weg nach Hessen in den Taunus, nachdem wir ein paar Tage vorher telefonisch einen Besichtigungs- und Probefahrttermin vereinbart hatten. Um ganz sicher zu gehen, riefen wir am Besichtigungstag morgens noch beim Händler an, versichterten uns, daß das Fahrzeug noch zur Verfügung steht, und kündigten uns für den Mittag an – genau wie vorher auch abgesprochen.

Wirklich?
Wirklich?

Nach knapp 3 Stunden Fahrt im Taunus angekommen, sprang uns beim Autohaus gleich eine große Werbung ins Auge: „Da ist man gerne Zweiter“ besagte sie. „Zweiter Besitzer eines Autos“ bedeutet das, meinten wir. Oder?
Kurz darauf wurden wir eines Besseren belehrt: Der Verkäufer guckte uns mit großen Augen an, konnte sich an kein Telefonat erinnern und teilte uns mit, daß „unser“ Wagen gerade auf einer Probefahrt sei und die Interessenten ihn aller Voraussicht nach kaufen würden! So war das mit dem „Zweiten“ also gemeint?

Nachdem wir seinem Gedächtnis mit ein paar Details zu den Telefonaten ein wenig auf die Sprünge geholfen hatten, kam ihm die Erkenntnis, daß die zwei Anrufe zur Terminvereinbarung und die zwei Anrufe am Morgen, um sich anzukündigen, tatsächlich nicht von ein und der selben Person stammten. Das kann man als Autoverkäufer ja auch nicht ahnen, daß es für ein und den selben Wagen mal zwei Interessenten geben kann, oder?

Unter vielen Beteuerungen, dass es doch menschlich sei, sich zu irren,  gab es dann für jeden einen Cappuccino, während mit den „Ersten“ die Verkaufsverhandlungen geführt wurden. Wir wurden gebeten abzuwarten, wie diese Verhandlungen verlaufen würden, was wir zähneknirschend taten – immerhin hatten wir nicht für einen Cappuccino einen Urlaubstag opfern und eine Tankfüllung leer fahren wollen.

Wie auch immer die Verkaufsverhandlungen verliefen, kurz darauf kam der Verkäufer wieder auf uns zu und bot uns an, doch eine Probefahrt zu machen. Er erinnerte sich tatsächlich auch wieder daran, daß wir den Besichtigungstermin als Erste vereinbart hatten und dementsprechend die anderen Interessenten hinten anstehen müssten.

Also, nichts wie los auf Probefahrt. Fahren, testen, checken und am Ende alles für gut befinden dauerte nicht allzu lange. Doch die Zeit reichte dem Verkäufer anscheinend, wieder zu vergessen, daß er uns das „Vorkaufsrecht“ zugestanden hatte. Als wir wiederkamen, teilte er uns mit, daß der Wagen nicht mehr zur Verfügung stehe. Offenbar hatten sich die „Ersten“ während unserer Probefahrt zu einer Entscheidung durchgerungen … Honi soit qui mal y pense.

Ein anderer Autohändler und ein anderes Zugfahrzeug waren an diesem Tag für uns der „Zweite“, aber: das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.

 

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