De Rosslag wird zu Roermond City Marina

Ein neuer Hafen entsteht – Roermond City Marina

Nach einem Umbau ab Herbst 2016 firmiert der Hafen De Rosslag unter Roermond City Marina. Der Hafen vergrößert sich. Die Stege werden nach und nach erneuert und werden zu Einzelliegeplätzen mit zwei Seitenstegen.

Baulich hat sich hier einiges getan. Es wurde vor den Stegen Erde angefüllt, so dass der Hochwasserschutz besser geleistet wird. Auf der Anfüllung wurde eine Saat ausgebracht, so dass nach und nach alles begrünt wird. Momentan sieht es noch grau aus. Es mangelt derzeit an Regen und und vor allem an warmem Wetter für das Wachstum des „grünen Gürtels“. Durch eine Erweiterung des Hafenbeckens wanderte der Hafen etwas Richtung Roermond und verändert seine Form und Lage etwas. Nun ist man fast auf Tuchfühlung zum Nachbarn Krekelberg/ Schepenkring.

Optimale Lage des neuen Parkplatzes

Die Parkplätze sind jetzt direkt vor den Stegbrücken. Die Länge des Parkplatzes ist riesig. Wir haben schon gewitzelt, dass die Hafenbetreiber notfalls auch einen Privatflugplatz betreiben könnten; die Start- und Landebahn wäre ja schon dort 😉

Die Parkplatzkapazität beträgt über 500 Parkplätze und hat sich somit mehr als verdoppelt. Sogar zwei 400 Volt Ladesäulen für E-Autos gibt es.

Der alte Parkplatz existiert nicht mehr. Weggefallen sind auch die Bezahlparkplätze vor der damaligen Campingwiese und neben der ehemaligen Sliprampe.

Die Einfahrt zum Hafen liegt nun in der Straße „Rosslag“, etwa 350 Meter entfernt von der alten Einfahrt Schoolstraat.

WohnmobilstellplätzeStellplätze für Wohnmobile

Für Urlauber mit Wohnmobilen der Roermond City Marina gibt es separate Stellflächen. Der Campingplatz mit seinen Dauercampern und der Campingwiese ist weggefallen. Die beiden Communities Bootsfahrer und Camper haben sich zwar selten richtig vermischt, aber Flair brachte der Campingplatz.

Das Restaurant Lounge 44 zieht unter neuem Namen „Mr. Sammi 44“ um, das alte Gebäude wird für das geplante Neubauvorhaben weichen: Auf einem Teil des ehemaligen Campinggeländes, auf dem alten Parkplatz und Restaurantgelände entstehen nun Wohnhäuser der gehobenen Klasse.

Roermond City MarinaDas Sanitärgebäude mit den Duschen, Toiletten und Waschmaschinen/ Trocknern ist nach einer Renovierung umgezogen zur anderen Seite des Hafens und liegt direkt neben dem Büro des Hafenmeisters. In der nächsten Zeit ist ein Neubau geplant.

Die Mieter der hinteren Stege am Ende des Sees werden sich über die kürzeren Wege zum Sanitärgebäude freuen.
Die vorderen (A-,B-, C-, D-) Stegplatzhalter müssen es entsprechend sportlicher angehen.

Änderungen

Stegbrücke City Marina RoermondSchade für die Trailerbootbesitzer der Roermond City Marina: Die Sliprampe ist entfallen und so wie wir gehört haben, ist auch keine neue geplant. Von nun an muss in einem anderen Hafen eine Rampe benutzt werden. Auch die vielen, größeren Dinghies und Wassermotorräder auf eigenen Trailern und sonstige Wasser-Toys müssen ab sofort woanders zu Wasser gebracht werden. Besitzer kleinerer Trailerboote können im benachbarten Hafen bei Snellens ihr Boot ins Wasser schubsen. Eine Kranung ist möglich, aber leider nur für kleine, leichte Boote. Trailerboote mit einem Eigen-Leergewicht von 3 t müssen auf jeden Fall woanders hingefahren werden, bei Snellens klappt das nicht.

Fahrradverleih.
Der bis einschließlich 2016 kostenfrei geführte Fahrradverleih der Hafenbetreiber ist (noch?) nicht zurückgekehrt in die Roermond City Marina.
Auch nicht ein Abstellplatz für die eigenen Fahrräder zum Anketten. Vielleicht gibt es noch eine Möglichkeit, so dass man sie irgendwo sichern kann – hoffentlich nicht am Bauzaun oder an den neuen Stegbrücken 😉
Bis 2016 gab es zudem vor dem Waschhaus eine Stange zum Sichern der Fahrräder. Vielleicht taucht diese wieder auf.

Gepäcktransport.

StegabschlussDie Transportwagen, die man für die Gepäckbeförderung vom Auto zum Boot benutzte, sind seit der Saison 2017 nicht mehr vorhanden. Vermutlich funktioniert der Transport mit den schweren Wagen nicht auf den steilen Stegbrücken. Diese wären bei voller Beladung bei einem Gang der Brücke hinunter kaum zu halten. Die meisten Schiffeigner wissen sich zu helfen und setzen eigene Transportmittel ein.

Eine bauliche Änderung wird es – wie wir gehört haben – noch an den Brücken zu den Stegen geben. Hier ist der Übergang mit einem Blech von den Brücken zu den Stegen sehr steil geraten. Für ältere oder behinderte Personen nicht geeignet. Aber auch für alle anderen könnte es leicht zu einem Sturz führen, nicht nur bei Nässe oder Glätte. Im Mai wurde das Problem behoben. Eine deutliche Verbesserung wurde durch Anbringung größerer Übergangsstücke erzielt.

Stegerneuerungen

Die Stege der Roermond City Marina werden nach und nach erneuert. Einige neue Stege sind bereits gekommen. Zwischen jedem Nachbarboot befindet sich dann ein Quersteg. Man hat somit einen Einzelplatz.
Die Abstände der Stege untereinander hat sich etwas vergrößert. Die Stege waren bereits früher komfortabel weit auseinander. Das Anfahren auf die Liegeplätze ist recht übersichtlich und einfach.

Es ist geplant, ein kostenfreies WLan-Netz für den Hafen zur Verfügung zu stellen. Es müssen aber erst noch Sendemäste aufgebaut werden, damit eine Flächenabdeckung für den kompletten Hafen besteht.

Keine Änderungen:

Einige „alte“ Vorteile sind natürlich geblieben, die auf die Lage zurückzuführen sind. Im Hafen ist es sehr ruhig. Es stört keine vielbefahrene Straße, die Lage ist sehr schön. Bis nach Roermond ist es nicht weit und man ist schnell mit dem Fahrrad oder zu Fuß dort.
Mal eben aus dem Hafen und im charmanten Dorf Herten einkaufen ist kein Problem. Ein Supermarkt ist mitten im Dorfzentrum. Erwähnenswert ist auch ein genialer Eisenwarenladen/ Heimwerkermarkt in Herten, Schoolstrat,  der quasi gleich nebenan der Marina liegt. Ob Werkzeug und -zubehör oder E-Kleinteile, hier bekommt man fast alles für Arbeiten am Boot und für das Heimwerke (Marcels Karweishop, Schoolstraat 27, Herten).

Einzelnes GrünGrün wird es sicherlich werden, in der Roermond City Marina. Einzelne zarte Pflänzchen sind bereits zu sehen. Neben der neuen Promenade wird noch ein (waagerechter) Grünstreifen eintstehen. Auch Bäume sollen noch gepflanzt werden. Vermutlich wird sich die Botanik im Hafen bis Ende Juni weiterentwickelt haben. Vielleicht sieht momentan alles noch ein wenig grau aus, aber wenn alles soweit ist, wird der Hafen sicherlich nochmals gewinnen. Edit Mai 2017: Inzwischen ist es schon viel grüner geworden. Die Gräser konnten im warmen Mai gut wachsen.

Homepage des Betreibers: Klick
Facebookseite: Klick

Bootsurlaub Zuid-Holland

Bootsurlaub Zuid-Holland

Von Limburg über Brabant an den Oude Rijn: Bootsurlaub Zuid-Holland

Dieses Jahr planten wir unsere erste Fahrt sehr früh. In der vierten Märzwoche machten wir uns auf den Weg zu unserem „Bootsurlaub Zuid-Holland“. Der erste Zwischenstopp war in Venlo.

Stadthafen Venlo
Stadthafen Venlo

Hier in Venlo ist immer die Gelegenheit, das einzukaufen, was man vorher vergessen hat an Bord zu nehmen. Es war noch recht frisch, das Thermometer zeigte tagsüber 12 Grad und es war stürmisch mit Windstärken bis 7 Beaufort, aber es gab auch immer wieder sonnige Abschnitte. In der Nacht sanken die Temperaturen bis auf 6 Grad. Zum Glück haben wir unsere Boots-Dieselheizung. Dem Wetter entsprechend waren wenig Gäste zum Stadt-Passantenhafen nach Venlo gekommen. Wir sichteten drei weitere Boote, die wir im Verlaufe der Weiterfahrt noch einmal in Grave sehen sollten.

Der neue Passantenhafen von Venlo ist für Schiffe bis 15 m Länge erreichbar. Er liegt sehr zentral am schön gestalteten Maasboulevard, der mit Restaurants und Außenterrassen eine sehr entspannte Atmosphäre verbreitet. Die schöne Innenstadt von Venlo mit vielen Geschäften und einem sehr großen Wochenmarkt am Samstag schließt sich direkt an. Ein großer Supermarkt ist auch nur wenige Minuten zu Fuß entfernt. Leider gibt es an Infrastruktur lediglich Stromversorgung, für die man in einem der Restaurants Marken kaufen kann. Die Übernachtung kostet für unser Boot 10 €.

Yachthafen Grave
Yachthafen Grave

Am nächsten Morgen nahmen wir Kurs auf Grave. Auf der Weiterfahrt bekamen wir es mit heftige Orkanböen zu tun. Der Wind war noch stärker als am Vortag. Wir fuhren mit der Strömung. Da jedoch der Wind aus der Gegenrichtung kam, baute der Sturm ordentliche Wellentäler auf, die gegen Fionas Rumpf schlugen und das Boot wippen ließen.

Wassersportclub Grave
Grave

Der WSV „De Stuw“ Grave liegt ganz zentral in dem zauberhaften Örtchen Grave und bietet alle Versorgungsmöglichkeiten. Für die Übernachtung bezahlt man 1,20€ pro Meter. Als wir gerade in der Box vertäut sind, kommen die anderen drei Boote, die am Vortag in Venlo lagen. Der Hafenmeister wunderte und freute sich gleichermaßen, dass heute so viel los ist. Ob denn in Deutschland Ferien wären … 🙂 Wir machten einen kurzen Bummel durch Grave und bereiteten uns schon mal innerlich auf die Weiterfahrt bei einer steifen Brise vor.

´s-Hertogenbosch – Den Bosch

Am nächsten Tag nahmen wir Kurs auf Den Bosch, wie die Einwohner ihre Stadt selber nennen. Offiziell heißt die Stadt ´s-Hertogenbosch und ist die Hauptstadt der Provinz Brabant. Jetzt, vor dem 1.4., waren noch einige Brücken und Schleusen unbesetzt oder hatten reduzierte Bedienzeiten. So würden wir die Zuid-Willemsvaart, die zurück nach Roermond führt, jetzt noch nicht befahren können, da die „Sluis 0“ erst ab dem 1.4. betrieben wird.

Den Bosch
In ´s-Hertogenbusch, Passantenhaven

Den Bosch liegt in einer Sackgasse, in die man hineinschleust und  dieses meist mit großen Arbeitsschiffen gemeinsam macht. Bereits hier fällt uns ein Bauboom auf. Die Schiffe transportieren Baumaterialien. In den Bosch expandieren viele Firmen mit Neubauten.

In Den Bosch gibt es mehrere Möglichkeiten anzulegen. Die ersten Anlegestellen sahen wir schon in der Nähe eines Industriegebietes vor der Stadt. In der Stadt bietet der WSV de Waterpoort mehrere Passantenliegeplätze vor und hinter der Havenbrug und im Brede-Haven hinter der Boombrug. Alle haben Strom- und Wasserversorgung, und die sanitären Einrichtungen findet man im Brückenhäuschen an der Boombrug. Wir entschieden uns für den Brede-Haven, da er uns ruhiger erschien. Die Übernachtung kostete hier für uns 10 €.

´s-Hertogenbusch
´s-Hertogenbusch City

Wieder waren nur sehr wenige Leute mit ihren privaten Schiffen in der Stadt. Wir waren an dem Anleger die einzigen Gäste. Die Hafenmeisterin erklärte uns nicht ohne Stolz, dass erst einen Tag vor uns ein 6,20 Meter-Boot über Nacht blieb. Die ersten Gäste der Saison waren wir also doch nicht.

Die Stadt ist sehr schön, es gibt viele guterhaltene restaurierte Häuser. Eine Fußgängerzone mit großem Marktplatz und vielen Geschäften und Lokalen sind auch dabei.

Einkaufcenter Den Bosch
Arena: Einkaufcenter Den Bosch

Das Wetter wurde besser. Der Sturm verzog sich, die Temperaturen stiegen in der Spitze auf 15 Grad. Der Himmel klarte auf, es war bewölkt mit einzelnen Sonnenepisoden. Am nächsten Morgen ging es weiter nach Woudrichem.

Woudrichem

Yachthafen Wourichem
Yachthafen Woudrichem

Woudrichem ist die kleine Schwesterstadt von Gorinchem, das wir letztes Jahr besucht hatten. Es liegt gegenüber von Gorinchem an der Merwede, die weiter stromaufwärts Waal heißt. Da wir Woudrichem bislang nicht kannten, hatten uns für den Ort entschieden und als Liegeplatz den Yachtclub W.S.V. Woudrichem gewählt. Die Anlage liegt sehr idyllisch. Die Mitglieder des Yachthafens hatten soeben ihr neues, schickes Vereinsgebäude fertiggestellt.

Passantensteiger Wourichem
Passantensteiger Wourichem

Auf der anderen Seite von Woudrichem nahe der Merwede liegt im historischen Stadthafen der Gästesteg mit der schönen Brücke. Woudrichem bietet ein paar kleine Geschäfte und einige Lokale. In der Hochsaison wird zwar mehr los sein, aber so voll wie in Gorinchem wird es hier nicht werden. Die Sonne zeigte sich oft und wir genossen unsere Ortsbegehung 🙂

Woudrichem – Nieuwegein

Am nächsten Morgen starteten wir zu unserem nächsten Ziel: Über den Merwedekanal nach Nieuwegein. In Gorinchem werden Freizeit-Skipper durch die kanalisierte Linge geschickt, bis sie bei Arkel wieder mit dem Merwedekanal zusammenkommt. Der Merwedekanal ist landschaftlich sehr schön, es ging vorbei an reetgedeckten Häusern, und bei gutem Wetter genossen wir die Fahrt. Bis zum Lek wird der Merwedekanal von Berufsschiffen befahren und es werden alle Brücken ganzjährig bedient. Nördlich des Lek fahren die Berufsschiffe über den Lekkanal. Wir mussten die Bedienung der Koninginnensluis Richtung Nieuwegein einen Tag  vorher telefonisch anmelden. Wir waren etwas eher da als angekündigt, der Schleusenwärter auch, so dass wir schnell und unkompliziert geschleust wurden.

Durch Zuid-Holland
Durch Zuid-Holland

Nieuwegein ist eine Stadt, an der die meisten Skipper leider vorbeifahren, da in der Nähe die überaus beliebten Ziele sind wie z.B. Gouda und Utrecht. 1971 erst entstand Nieuwegein durch Zusammenlegung der Gemeinden Jutphaas und Vreeswijk.

Stadthafen Nieuwegein
Stadthafen Nieuwegein

Im zentral gelegenen Stadthafen von Nieuwegein-Vreeswijk haben wir uns sehr wohl gefühlt. Fast skandinavisch mutete uns die Umgebung an.

Bootsurlaub Zuid-Holland
Stadthafen Nieuwegein

Zeit, die Stadt zu erkunden! In Nieuwegein-Vreeswijk gibt es eine Museumswerft und viele historische Schiffe, die direkt in der Stadt liegen und auch bewohnt werden. Ein Markt fand auch statt und wir konnten den ersten Kibbeling in der Bootssaison probieren!

Nieuwegein
Nieuwegein Altstadt

Die Altstadt ist geteilt durch den Kanal und besitzt ein ehemaliges Schleusenbecken, das aber jetzt zugemauert ist. Das ehemalige Schleusenwärterhäuschen wird dennoch weiter genutzt: Allerdings zum Haareschneiden, denn jetzt ist ein Herrenfriseur eingezogen, der sich einen Mini-Haarsalon eingerichtet hat. „Einmal Schleusenwärter-Frisur bitte“ 😉

Herrensalon
Friseursalon ehem. Schleusenwärterhaus

Das war das Ergebnis meines Besuchs im ehemaligen Schleusenwärterhauses. Nun konnte unser Bootsurlaub Zuid-Holland beginnen! Wir verbringen noch einen schönen Abend in der Stadt und machen uns am nächsten Morgen wieder auf den Weg.

Von Nieuwegein nach Gouda

Mögliche Gefahren eines „frühen“ Bootsurlaub Zuid-Holland: Wir hatten uns unser Fahrt-Timing so eingeplant, dass wir am 1.4. durch die Brücken der Hollandse IJssel fahren konnten, denn dann wurden sie laut Almanak bedient. Nach wenigen hundert gefahrenen Metern entdeckten wir an der Doorslagbrug etwas, womit wir nicht gerechnet hatten…

Doppelrot vor Brücke
Doppelrot vor Brücke trotz 1.4.

Was ist das? Doppelrot sollte seit seit dem 1.4., also ab heute nicht mehr sein. Sollte unser Bootsurlaub Zuid-Holland hier zu Ende sein? Wenn diese Brücke nicht öffnen würde,  müsste man den großen Schlenker über Rotterdam fahren … ein Riesenumweg, und natürlich ist auch die Schleusung zurück in den Lek bei der Koninginnensluis nicht angekündigt.

Ein Telefonat verhalf schließlich zu einer Öffnung und wir konnten unseren Weg fortsetzen. Unsere Befürchtung, dass die anderen Brücken, die wir uns auf der Hollandse IJssel öffnen lassen müssen, sowie die Schleuse vor Gouda auch noch im „Winterschlaf“ wären, zerstreute sich, nachdem wir den ersten Gegenverkehr hatten 🙂

Stadthafen
Stadthafen

Dieser Stadthafen ist sehr schön, deshalb bekommt er gleich zwei Bilder (oben und unten).

Stadthafen Zuid-Holland
Stadthafen

Wir gewannen viele neue Eindrücke. Hier gibt es sehr schöne Orte und Städte und immer wieder hübsche Haltemöglichkeiten.

Zuid-Holland
Aufstoppen vor Brücke

Allerdings gibt es auch zahlreiche Brücken, die für uns geöffnete werden müssen. Die meisten sind unter 2 m, viele haben auch nur eine Durchfahrthöhe von unter einemMeter. Unsere Schiffshöhe beträgt 3,40 Meter mit oberem -abnehmbarem- Geräteträger. Wenn wir ihn abnehmen, dann beträgt die Höhe noch 3 Meter über der Wasserlinie.

Vor Gouda
Vor Gouda

Wettermäßig ging es auf die 20 Grad. Windstärken mit ein bis zwei Beaufort waren nicht der Rede wert.  So hatten wir uns den Bootsurlaub Zuid-Holland gewünscht: Langsam und entspannend durch die schönsten Gegenden in Zuid-Holland bei Sonnenschein!

Schleuse Zuid-Holland
Schleuse stromaufwärts vor Gouda

Vor Gouda hatten wir noch eine kleine, aber interessante Schleuse. Auch hier gab es eine zügige Bedienung. Der Schleusenwärter stand schon parat bei unserem Eintreffen und schien sich zu freuen, endlich mal wieder seine Schleuse in Gang setzen zu können nach der langen Winterpause. Nun war es nicht mehr weit nach Gouda. Wir hatten jetzt nur noch die große Schleuse vor Gouda vor uns. Auch diese Schleusung lief sehr zügig, fast ohne Wartezeit für uns.

Gouda, Hollandse Ijssel
Gouda, Hollandse Ijssel

Hier auf der Hollandse Ijssel vor Gouda gibt es ein paar Gästestege. Die eine Seite war ganz hübsch: Der Blick nach Gouda. Die andere Seite war nicht so prickelnd. Hier sah es eher industriell aus. Die Mallegatsluis sowie die Brücken von Gouda waren zu dieser frühen Jahreszeit noch geschlossen, so dass wir leider nicht durch Gouda fahren konnten, und auch die Passantenliegeplätze waren nicht zu erreichen. Hier fänge die Saison erst Mitte April an.

Unser Ziel für heute war deswegen der W.V. Gouda, der fast im Zentum liegt bzw. nur etwa 2 km von der Altstadt entfernt ist. Der Hafen bietet Strom, Wasser, Waschhäuser, WiFi und liegt gegenüber einem Einkaufszentrum  mit einem Baumarkt, Möbelgeschäft, Schuhladen, ein großer Discounter für Sonderposten (heißt Action) und das alles ist sogar am Wochenende geöffnet. Die Übernachtung im Yachtclub kostete hier 11 €.

Yachtclub Gouda
Yachtclub Gouda

Gouda gehört zu den „Must-See-Places“. Wir werden von der Stadt noch Bilder nachreichen im nächsten Teil dieser Reise. Bootsmäßig gesehen war es sehr leer in der Stadt. Die Passantenanleger in der Stadt waren alle unbesetzt.

Gouda Anleger
Gouda City: Trotz schönstem Aprilwetter Leere

Gouda ist wunderschön. Tagsüber erkundeten wir die Stadt mit dem Fahrrad, am Abend gab es ein Bier auf dem Marktplatz mit der eindrucksvollen Kulisse des Stadthuis. Am nächsten Tag unternahmen wir die anstrengendste Fahrt überhaupt in diesem Urlaub. Es ging zur Stadt Zoutermeer. Fahrtstrecke: 44 km. Jedoch mit dem Fahrrad. Für uns war es die erste Tour. Vielleicht ein bisschen weit für die erste Tour in 2016. Nach der Tour hatten wir erst einmal „Körper“ 😉

Das eigentliche Ziel unserer ersten Etappe unseres Bootsurlaub Zuid-Holland sollte Alphen aan den Rijn sein. Nach zwei Tagen in Gouda sollte es weiter gehen.

Alphen
Alphen

Die Archtitektur in Alphen fanden wir beeindruckend. Vieles war  modern, pfiffig und wirkte auf den ersten Blick sehr angenehm. Wir sichteten aber auch viele ältere Villen, die super restauriert waren. Alles sieht sehr ordentlich und sauber aus.

Alphen City
Alphen City

Das Wetter war immer noch sehr schön, ca. 20 Grad und die Leute saßen draußen auf den Terrassen.

Eiscafé in Alphen
Eiscafé in Alphen

Wenig später saßen auch wir im Außenbereich des Café De Zaak und hatten einen tollen Eiskaffee 🙂

Baulücke - umgestürzter Kran
Baulücke – umgestürzter Kran

Vor einiger Zeit war ja ein Kran an dieser Stelle in Alphen auf ein Haus gestürzt. Jetzt ist dort eine Baulücke. Hier in Alphen geht unserer Bericht vorerst zu Ende. Wir suchten uns ein schönes Platzchen für Fiona zum festmachen. Zum Glück sollte es noch weitergehen. Wäre ja auch zu schade gewesen, wenn unser Bootsurlaub Zuid-Holland schon beendet sein sollte.

Bootsurlaub Zuid-Holland
Villa in Alphen

Das waren unsere ersten neun Tage. Wir freuen uns schon auf die nächste Etappe unseres „Bootsurlaub Zuid-Holland“!

 

Karten* für dieses Fahrgebiet:

ANWB Wateratlas M Limburgse Maas

ANWB Waterkaart L Grote Rivieren Oost

ANWB Waterkaart K Grote Rivieren Midden

ANWB Waterkaart I Vechtplassen

Literatur*:

Hausbooturlaub Niederlande: Der Süden von Ingrid Bardenheuer und Hans Zaglitsch (unsere Rezension dazu)

Holland 1: Zeeland und die südlichen Provinzen von Jan Werner (unsere Rezension dazu)

 

* Affiliate-Links

Törn-Tipps: Hausbooturlaub Niederlande-Der Süden

Hausbooturlaub Niederlande

Hausbooturlaub in den Niederlanden

Hausbooturlaub in den NiederlandenWir möchten heute eine aktuelle Neuerscheinung unter den Reiseführern für einen Bootsurlaub in den Niederlanden vorstellen: „Hausbooturlaub Niederlande: Der Süden„* von Ingrid Bardenheuer und Hans Zaglitsch. Erschienen ist das Buch als Klappenbroschur im Delius Klasing Verlag, Edition Maritim, in der 1. Auflage 2016.

Nach einer kurz gehaltenen Einleitung geht es gleich los mit insgesamt vier Routenvorschlägen und knapp 1000 km Wasserwegen: „Die Randstadt-Runde – Kurs grünes Herz“ mit dem Bereich Amsterdam – Utrecht – Den Haag, „Das Veerse Meer – ins Delta“ mit der Region um Middelburg, „Maas und Zuid-Willemsvaart – flussaufwärts“ mit der Region zwischen Roermond, ’s-Hertogenbosch und dem Biesbosch, sowie „Die Willemsroute – über die Grenze!“ zwischen Roermond und Maastricht über Belgien. Für jede der vier Routen gibt es einen Vorschlag für eine Basisstrecke, für die ca. 6 Fahrtage veranschlagt sind, dazu eine mögliche Verlängerung für ca. 3 weitere Fahrtage und einen Kurztrip für einen Kurzurlaub oder ein verlängertes Wochenende mit 3 Fahrtagen.

Alle Routen sind mit einer Durchfahrthöhe von bis zu 3,50 m befahrbar. Zu jeder Route, Verlängerungsstrecke und zu jedem Kurztrip gibt es eine Zusammenstellung der Anzahl von Schleusen und beweglichen Brücken, Informationen über den Schwierigkeitsgrad und die tägliche Fahrzeit. Dazu kommen Kilometerangaben, Schleusen und bewegliche Brücken aufgeschlüsselt für die einzelnen Tagesetappen. Am Ende des Buches gibt es für jede Route noch weiterführende nützliche Informationen: Tankmöglichkeiten, Literatur und Karten für die Strecke sowie eine Auswahl von Charterunternehmen für das jeweilige Revier.

Über diese Basisinformationen hinaus sind die einzelnen Orte auf der Strecke im Stil eines Reiseführers beschrieben. Es gibt Informationen zur Geschichte der Orte, Sehenswürdigkeiten, zum Teil Kuriositäten wie der Engel mit Handy am Ohr in ’s-Hertogenbosch, den man anrufen kann, Ausflugstipps und Restaurantempfehlungen.

Quintessenz

Die Informationen in diesem Reiseführer sind sehr aktuell, und er beinhaltet alles, was man für die Planung eines Hausbooturlaubes wissen sollte. Auch die vielen schönen Fotos, mit denen das Buch bebildert ist, machen Lust auf einen Hausbooturlaub in den Niederlanden.

Dieser Reiseführer behandelt zum Teil die gleichen Strecken wie der Törnführer „Holland – Zeeland und die südliche Provinzen“ von Jan Werner, den wir bereits besprochen haben, aber Jan Werner legt ein stärkeres Gewicht auf die Wasserwege und die nautischen Gegebenheiten. Deswegen ergänzen sich die beiden Bücher sehr gut für die Vorbereitung eines Bootsurlaubes.

An dieser Stelle möchten wir uns auch ganz herzlich beim Delius Klasing Verlag bedanken, der uns das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

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Bootsurlaub Friesland: Stavoren – Roermond

historische Sägemühle „de Jager“

Über Woudsend zum Tjeukemeer * Bootsurlaub Friesland

Woudsend - Wohnen in der Kirche
Woudsend – Wohnen in der Kirche

Der Koningsdag in Stavoren leitete ein markantes Datum: Unser Bootsurlaub Friesland war leider so gut wie vorbei. In den vorherigen zwei Wochen waren wir von Roermond aus gestartet haben den Princenhof, Bolsward, Giethoorn, Sneek und viele andere schöne Plätze besucht.

Ab jetzt heißt es viel fahren, wenn wir rechtzeitig wieder zu Hause sein wollen. Das bedeutet: rechtzeitig „Leinen los“ in Stavoren, unserem aktuellen Aufenthaltsort, noch kurz Wasser getankt, und schon sind wir unterwegs auf dem Johan-Friso-Kanaal Richtung De Flüssen und Heeger Meer. Da diese Strecke auch von Berufsschiffen befahren werden kann, gibt es auch für uns keine Einschränkungen bei den Brücken. Allerdings ist diese Strecke bei ruhigem Wetter auch recht unspektakulär. Bei Wind können der Fluessen und das Heeger Meer schon mal recht ruppig daherkommen. Wir haben aber Glück, und nach gut zwei Stunden biegen wir am Ende des Heeger Meers südlich ab Richtung Woudsend.

Die Ortsdurchfahrt von Woudsend ist immer lohnend. Besonders schön finden wir eine ehemalige Kirche, die zu einem Wohnhaus umgebaut wurde, und die historische Sägemühle „de Jager“, eine der wenigen erhaltenen Windmühlen die als Sägewerk genutzt wurden. Diese Mühle steht direkt am Wasser, ist noch funktiontüchtig und kann immer Samstags besichtigt werden.

Bootsurlaub Friesland - Sägemühle „de Jager“
Historische Sägemühle „de Jager“

An Sloten vorbei fahren wir dann Richtung Tjeukemeer zur Marchjepolle, einem unserer liebsten Marrekrite-Anleger – eine Insel nur für Liegeplätze, aber auch groß genug für einen kleinen Spaziergang zum kleinen Strand. Hier bleiben wir für die Nacht und packen noch einmal unseren Bootsgrill „Son of Hibachi“ aus.

Bootsurlaub Friesland
Tjeukemeer, Leigeplätze an der Marchjepolle
Tjeukemeer, Marchjepolle
Tjeukemeer, Marchjepolle

Abendstimmung am Tjeukemeer. Von sonnig warm mit blauem Himmel bis stürmisch, regnerisch und kühl: Unser Bootsurlaub Friesland  bot auch dieses Jahr wieder viele Varianten.

Strand auf der Insel Marchjepolle
Strand auf der Insel Marchjepolle

Durch die Kalenberger Gracht

Wegweiser in Overijssel
Wegweiser in Overijssel

Am nächsten Morgen verlassen wir bei Echtenerbrug offiziell Friesland und fahren über die schnurgerade Jonkers-of Helomavaort Richtung Ossenzijl. Hier haben wir schon wieder die automatischen oder fernbedienten Brücken, die typisch für Noord West Overijssel sind. Nachdem wir die leicht zu bewältigende Linthorst Homansluis passiert haben, sind wir schon bald in Ossenzijl und auf dem Weg in die Kalenbergergracht, eine der schönsten Strecken in der Gegend. Rechts und links der Strecke wunderschöne Häuser und sehr hübsche Örtchen, und immer zwischendurch Zugänge zum Nationalpark De Weerribben, den wir mit Fiona allerdings nicht befahren können. Auf der Kalenbergergracht gilt eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 6 km/h, die aber angesichts der Schönheit der Strecke eher ein Vorteil ist.

Overijssel, Kalenberger Gracht
Overijssel, Kalenberger Gracht
Overijssel, Kalenberger Gracht
Overijssel, Kalenberger Gracht

An der Walengracht zwischen Giethoornse Meer und Beulaker Wijde finden wir ganz neue freie Anlegestellen, die hier in Overijssel allerdings nicht mehr von der friesländischen Marrekrite betrieben werden.

Durch die Beukerssluis geht es Richtung Zwartsluis und wieder Richtung Berufsschifffahrt. Ein großes Berufsschiff, das uns kurz vor einer Brücke zu einem spontanen Wendemanöver animiert, erinnert uns daran ab jetzt wieder erhöhte Aufmerksamkeit walten zu lassen und vor allem das Funkgerät wieder einzuschalten.

Zwolle

Zwolle - kreatives Festmachen vor beweglicher Brücke
Zwolle – kreatives Festmachen vor beweglicher Brücke

Unser Tagesziel ist Zwolle, das nur durch bewegliche Brücken zu erreichen ist. Diese Brücken sind durch den Stadtverkehr stark befahren und haben deswegen nur bestimmte Öffnungszeiten. Leider gibt es keine Liegeplätze vor der Brücke, was zu teilweise sehr kreativen Anlegevarianten führen kann. Für Zwolle bietet sich daher eine gute Planung der Ankunftszeit an. Dafür wird man mit schönen Liegeplätzen mit Stromanschluss mitten in der Stadt belohnt. Zu dieser frühen Jahreszeit sind sowohl Hafenmeisterbüro als auch sanitäre Einrichtungen noch geschlossen. Da auch kein Hafenmeister vorbei kam, liegen wir kostenlos mitten in Zwolle.

Mit einem leider nicht sehr guten griechischem Essen bestehend aus einer sehr kleinen Portion lauwarmem, sparsam gewürztem Gyros lassen wir den Tag ausklingen.

Zurück nach Roermond nehmen wir die gleiche Strecke wie bei der Hinfahrt, nur diesmal gegen die beachtliche Strömung der IJssel, die unsere Fahrzeit deutlich verlängert. Zum Glück schaffen wir es trotzdem rechtzeitig, Fiona im Heimathafen De Rosslag festzumachen. Damit war unser diesjähriger Bootsurlaub Friesland beendet.

Bootsurlaub Passantenhafen Zwolle
Passantenhafen Zwolle
Zwolle
Zwolle

Roermonds Grachten – die Rurmündung

Bootsfahrt Roemonds Grachten

Die Rur in Roermond – Roermonds Grachten

Im Sommer besuchen wir öfters die Stadt Roermond mit dem Boot und legen direkt in der Altstadt an. Von unserem Hafen in Roermond-Herten fahren wir ein paar Minuten die Maas zu Tal, biegen dann auf die Rur ein, die hier in den Niederlanden Roer heißt, und sind ganz schnell im Zentrum. Sowohl zur Stadt als auch an einigen Stellen zur Maasseite kann man das Boot an Roermonds Grachten festmachen. Wer als Bootfahrer schon mal dort war, weiß auch, dass die Roer manchmal stark strömt und dass das Anlegemanöver darauf ausgerichtet sein sollte, will man nicht gegen andere Boote versetzt werden.

Roemond Stadthafen

Während des Sommers ist es  besonders an den Wochenenden nicht einfach, einen Anlegeplatz zu bekommen, da viele andere Crews die gleiche Idee mit dem Landgang in der Innenstadt zu haben scheinen. Auf dem Bild unten links befindet sich die Anlegestelle des Rundfahrtschiffs „Voorstad“. Dieser Bereich ist für das Personenschiff freizuhalten.

Vorab zur Info: Unter „Gracht“ versteht der Niederländer einen Kanal, einen Graben oder einen  Wassergraben. In diesem Bereich von Roermond handelt es sich aber um die Rurmündung, also um einen kleinen Fluss. Jedoch scheint es für viele Leute so auszusehen wie eine Gracht, deshalb habe ich diesen charmanten Begriff hier einfach übernommen 🙂

Hat man einen Anlegeplatz gefunden, so steht einem die Stadt mit ihren Annehmlichkeiten offen. Hier verbindet man gleich das Nützliche mit dem Angenehmen und kann Lebensmittel bunkern, in der Stadt shoppen oder gleich zum nahegelegenen Outlet gehen. Auch die Wochenmärkte, ein großer jeden Samstag auf dem Markt vor dem Rathaus und ein kleiner jeden Mittwoch auf dem Munsterplein lohnen einen Besuch. Die vielen Cafés, Restaurants und Lokale laden zum Verweilen ein, oftmals auf der Terrasse unter freiem Himmel, teils mit sehr schönem Blick auf den Innenstadthafen, die Roer oder auf die Maas (z.B. vom Restaurant im Yachthaven Nautilus). Besonders dann, wenn Gäste an Bord sind, ist der Innenstadthafen ein schönes Ziel für einen Ausflug. Leider darf man im Stadthafen nicht übernachten und so fahren wir morgens los, machen das Boot fest und besorgen uns in der Stadt frische Brötchen und alles, was wir gerne zum Frühstück hätten. Ein größerer „Jumbo“-Supermarkt ist direkt in der Nähe, in der Einkaufspassage „Roercenter“.

Normalerweise ist spätestens vor der Steinbrücke „Maria Theresia Brug“, die vom Zentrum zur Voorstad St. Jacob führt, Schluss mit dem Bootfahren für Boote mit größerem Tiefgang bzw. mit größeren Abmessungen.

Bootsfahrt Roemonds Grachten
Die Rurmündung, Roermond

Im Sommer hatten wir die Idee, mit unserem kleinen Schlauchboot die „Grachten Roermonds“ im weiteren Verlauf zu erkunden. Von der Innenstadt fuhren wir zu Berg und merkten spätestens hinter der Steinbrücke als die Roer immer schmaler wurde, wie stark die Strömung hier ist. Unser kleiner Außenborder mit 2,3 PS musste sich anstrengen, um uns zu zweit im im Boot gegen die Strömung zu schieben.

Roer in Roemond
Roermond, Voorstad

Wenig später hatten wir Gegenverkehr von einem Boot, das uns recht schnell entgegenkam. Die hohe Geschwindigkeit des Boots war auch nötig, damit es in der starken Strömung steuerbar bleibt.

Rurmündung Roermond
Chill-Ecke, Rur in Roermond

Die Roer fließt hier durch den Roermonder Stadtteil Voorstad. Wir fuhren an schönen Gärten vorbei, die von Ihren Besitzern mit Lounge-Möbeln zu gemütlichen Sitzecken ausgestattet waren. Eigene Bootsanleger an den Gärten sind natürlich auch vorhanden.

Rur in Limburg

Irgendwann hat man die Wahl links oder rechts abzubiegen. Fährt man links, ist hinter dieser Brückendurchfahrt am Molenweg Schluss und man muss kehrt machen. Also fuhren wir zurück und nahmen den anderen Weg.

Richtung Steelhaven
Rur, Richtung Steelhaven vom Zentrum

Folgt man dagegen dem Flussverlauf der Roer zu Berg, kommt man Richtung Steelhaven (hinten rechts).

Wenn wir auf der Straße waren, haben wir den unscheinbaren Wassergraben, den wir kaum als die Roer wahrgenommen haben, kaum beachtet.

Roermonds Grachten
Vorstaad Richtung Roermond City

Viel weiter kann man auch in dieser Richtung auf Roermonds Grachten nicht fahren und so fuhren wir zurück. Vom Wasser aus gesehen ist es hier wirklich hübsch. Gelegentlich muss man aufpassen wegen des Tiefgangs und man sollte nicht zu weit außen fahren. Plötzlich müssen wir schneller als die Strömung fahren, um das Boot lenken zu können.

Roermonds Grachten
Roer, Nahe Roermond Zentrum

An eine Stadt erinnert hier nichts. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein.

Steinbrücke Roermond
Roermond Innenstadthafen

Der Hafen in der Roermonder Altstadt vor der Steinbrücke. Gleich sind wir wieder auf Fiona.

Steinbrug in Roermond
Maria Theresia Brug, Steinbrücke Roermond

Obwohl unsere erste Bootsfahrt in Roermond schon einige Jahre zurück liegt, sind wir noch nie weiter gefahren als bis zur Steinbrücke und haben somit erst jetzt Roermonds Grachten kennen gelernt. Uns hat die Tour sehr gut gefallen und auch wenn sie relativ kurz war, waren wir überrascht, wie schön es in diesem Teil Roermonds ist.

Mehr Infos:  Bootfahren in den Niederlanden
Infos über Limburg

 

Koningsdag in Stavoren – ein Land sieht Orange

Orange Flaggen

Die Anreise: Flüssen – Workum – Stavoren

Das Tagesziel an diesem Tag sollte Stavoren sein, und da das Wetter gut genug war für eine Tour über das IJsselmeer, ging es vom Marrekrite-Anleger im Flüssen zunächst wieder zurück nach Workum und durch den ganzen Ort bis zur Schleuse zum IJsselmeer. In der Nähe der Schleuse landeinwärts befinden sich einige Liegeplätze der „braunen Flotte“, große Segelschiffe, auf denen man mit einer Gruppe ein paar Tage mit einem Skipper auf dem IJsselmeer segeln kann. Prompt kam uns auf der engen Durchfahrt im Dorf Workum direkt vor der Schleuse solch ein Schiff entgegen, so dass wir spontan ein sofortiges Anlegemanöver an Backbord einleiten mussten, was aber sehr gut gelang. Die nächste Schleusung war dann für uns, und kurz drauf befanden wir uns bei bestem Wetter auf dem IJsselmeer. Da sich auf dem flachen IJsselmeer bei mittlerer Windstärke eine unangenehm Welle mit kurzen Wellentälern aufbauen kann, fahren wir diese Strecke möglichst nur bei entsprechender Wetterlage.

Neue Schleuse Stavoren
Johan Frisosluis – die neue Schleuse in Stavoren (eröffnet 2014)

 

Den schönen Ort Hindeloopen, eigentlich auch immer einen Besuch wert, ließen wir auf dem IJsselmeer zunächst an Backbord vorbeiziehen und waren kurze Zeit später an der neuen Johan Frisosluis in Stavoren, die offiziell erst in ein paar Tagen von König Willem-Alexander eröffnet werden sollte, aber zum Glück schon in Betrieb war. Diese Schleuse ist sehr gelungen, mit komfortablen Schwimmpollern, so dass wir nach einer sehr angenehmen Schleusung kurz darauf den binnen gelegenen Passantenhafen von Stavoren anlaufen konnten. Hier gibt es eine Tankstelle, die sowohl von Autos als auch von Booten genutzt werden kann, mit entsprechend günstigen Preisen. Das nutzen wir natürlich gerne, um unseren Vorrat an Diesel wieder aufzufüllen. Im Passantenhafen von Stavoren gibt es daneben Wasser, Strom und recht gute sanitäre Einrichtungen. Zum Abschluss des Tages gab es unseren Lieblings-Spaziergang in Stavoren, über den IJsselmeer-Deich von einer Schleuse zur anderen und durch das Dorf wieder zurück.

Orange Flaggen
Innenstadthafen Stavoren, Beflaggung für Koningsdag

Koningsdag – Ein besonderer Tag in den Niederlanden

Am nächsten Tag war ein ganz besonderer Tag für die Niederländer: Der erste „Koningsdag“ für Ihren König Willem Alexander, nachdem es bisher immer den „Koniginnendag“ gegeben hatte. Henk, bei dem wir in den Vorjahren stets „unsere“ Lady Ann gechartert hatten, hatte uns immer von diesem Tag vorgeschwärmt und uns erklärt, dass an diesen Tag das ganze Land „oranje“ sei. Dieses Mal waren wir am Koningsdag in Holland und hatten uns auch vorbereitet: Fiona wurde mit orangenen Fähnchen dekorativ für das hohe Ereignis aufgebrezelt und auch für uns selber hatten wir etwas Orangenes besorgt.

Koningsdag

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Ei fast gefangen, das Eigelb fliegt noch …

Nachdem alle mit ihren Festtagssachen ausgestattet waren, ging es zu einem Spaziergang durch das Dorf auf der Suche nach den Koningsdag-Feierlichkeiten. Hier lernten wir eines der typischen Koningsdag-Spiele kennen: Eierwerfen. Zwei Personen bilden ein Team, einer ist Werfer, einer Fänger, und es wird ein rohes(!) Ei geworfen und muss aufgefangen werden. Gelingt das, wird die Distanz um 2,5 m erhöht, Werfer und Fänger wechseln ihre Rollen und das nächste Ei wird geworfen. Was bei 5 m noch machbar wirkt, wird mit höherer Distanz natürlich immer spannender. Dabei kann es natürlich auch mal vorkommen, dass ein Ei vom Fänger zerquetscht wird oder auf einem der Zuschauer landet…

Nachdem wir dort noch ein Bier auf den König getrunken hatten, ging es zurück zu Fiona zu natürlich grell orange eingefärbten Tompoezen, dem leckeren niederländischen Nationalgebäck, die an diesem Tag auch zum Programm gehörten.

Literatur und Unterlagen:

ANWB Waterkaart B „Friesland“*

Wasseralmanach 1 Regelwerk für Binnenschifffahrt (BPR) (ANWB wateralmanak)*

Wasseralmanach 2 Daten für Inland Wasserwege (ANWB wateralmanak)*

Friesland: Zwischen Ems, IJsselmeer, Waddenzee und IJssel Mit Twenterevier und Route durch das Veen* von Manfred Fenzl.

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Friesland-Bootsurlaub Etappe 9: Workum

Die Workumer Trekvaart

Nachdem wir unseren Wasservorrat im Passantenhafen von Bolsward wieder aufgefüllt hatten, ging es über die schöne Workumer Trekvaart Richtung Workum. Ganz gemütlich, mit den erlaubten 9 km/h fahren wir durch Landschaft und kleine Dörfer, vorbei an Schafen und Bauernhöfen. Die Abzweigung nach Makkum – auch ein lohnenswerter Abstecher – lassen wir dieses Mal rechts von uns liegen und fahren an Tjerkwerd und Parrega vorbei, zwei kleine Ortschaften, in denen es vor den Brücken schon einmal etwas enger werden kann. Zwar gibt es auf dieser Strecke nur Hausboote und keine Berufsschiffe, aber vor den Brücken trifft man sich, und der Wasserweg ist nicht allzu breit.

Friesische Landschaft
Friesische Landschaft

Auch hier gilt es wieder die Bedienungszeiten der Brücken zu beachten. Zum Glück gibt es auf dieser Strecke vor den Brücken zumindest „Warteplätze“, an denen man sicher fest machen kann. Mit etwas Pech in direkter Nachbarschaft eines Misthaufens – da will die Kaffeepause gut überlegt sein.

Anleger in Workum
Anleger in Workum

Vor Workum, aber in Laufdistanz zum Ortskern gibt es einige Jachthäfen mit guter Versorgung. Da wir aber nur einen Stadtbummel eingeplant hatten und an einem Marrekrite-Anleger übernachten wollen, machten wir Fiona außerhalb der Häfen fest und machten uns auf den Weg Richtung Ortskern.

Wohnhaus oder Kirche?
Wohnhaus oder Kirche?

Workum

Workum City
Workum City

Workum liegt am IJsselmeer und gehört zu den schönsten friesischen Städten. Durch das alte historische Zentrum lässt sich  sehr schön spazierengehen. Man ist umgeben von wunderschönen Giebelhäusern, und immer wieder kommt man an schmucken Lädchen vorbei. Besonders ins Auge gefallen ist uns auch ein Wohnhaus, das einer Kirche nachempfunden ist, die an eben diesem Ort gestanden hatte.

Im Herzen des Städtchens befindet sich der Platz ‚De Merk‘ mit der St. Gertrudiskirche und vielen Terrassen mit Außengastronomie.
Für uns gehört auch immer ein Besuch der an diesem Platz gelegenen  Fischhandlung zum Pflichtprogramm. Gibt es hier doch, sehr lecker zubereitet, unseren geliebten Kibbeling. Kibbeling sind – typisch holländisch – in Backteig frittierte Fischwürfel, meistens mit einer leckeren Remouladen- oder Knoblauchsoße serviert.

802_7887frank-beer_deIm Supermarkt versorgen wir uns noch mit ein paar Kleinigkeiten für den Abend.
Auch an diesem charmanten Gemüsehändler (rechts) kamen wir nicht ohne weiteres vorbei.

Anschließend verlassen wir für heute Workum mit Ziel Heeger Meer / Fluessen. Diese beiden Seen hängen zusammen und bilden gemeinsam einen ca. 12 km langen, 2 km breiten See.

In den Seen sind ein paar Inseln mit Naturhäfen für Marrekrite-Anleger gebaut worden, an denen wir sehr gerne übernachten.
Für heute Abend ist weiterhin gutes Wetter angesagt und wir haben unseren Einkauf auf einen Grillabend ausgerichtet.

Marrekrite-Anleger auf der Insel Langehoekspolle
Marrekrite-Anleger auf der Insel Langehoekspolle

An einer dieser Inseln machen wir fest und packen noch einmal unseren heißgeliebten Grill „Son of Hibachi“ aus.

Grillen am Marrekrite-Anleger
Grillen am Marrekrite-Anleger

 

De Fluezen Impressionen (Heeger Meer)
De Fluezen Impressionen (Heeger Meer)

Als Unterlagen für diesen Tag hatten wir die ANWB Waterkaart B „Friesland“*, den Wasseralmanach 1 Regelwerk für Binnenschifffahrt (BPR) (ANWB wateralmanak)* sowie den Wasseralmanach 2 Daten für Inland Wasserwege (ANWB wateralmanak)*. Gute Dienste leistet auch das Buch Friesland: Zwischen Ems, IJsselmeer, Waddenzee und IJssel Mit Twenterevier und Route durch das Veen* von Manfred Fenzl.

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Friesland-Bootsurlaub Etappe 8: Bolsward

Bolsward sollte unser Tagesziel an diesem Tag unseres Friesland-Bootsurlaubs sein. Die Verbindung von Sneek nach Workum über die Bolswarder Zeijlvaart und Workumer Trekvaart ist eine landschaftlich sehr schöne, war in der Vergangenheit aber wegen der vielen Brücken eine auch kostspielige Route. Nachdem jetzt in Südwest-Friesland das Brückengeld abgeschafft wurde, mussten wir natürlich endlich einmal wieder diese Strecke nehmen und das schöne Bolsward besuchen.

Vom Marrekrite-Anleger im Johan-Frisokanaal ging es deswegen zunächst wieder Richtung Ijlst. Die ersten Kilometer sind recht unspektalukär, durch einen schnurgerade verlaufenden Kanal. Gelegentlich sieht man eine Fabrik am Ufer. Hinter Ijlst schlängelt sich dann die Bolswarder Zijlvaart ruhig durch die schöne friesische Landschaft: flaches Land mit weiter Sicht, Äckern, Bauernhöfen und gelegentlich ein paar Bäumen. Mit gemächlichen 9 km/h, der hier erlaubten Geschwindigkeit, lassen wir diese Landschaft an uns vorbeiziehen.

Die beschauliche Fahrt wird nur gelegentlich durch Brücken unterbrochen, die geöffnet werden müssen.  Gleich am Anfang gibt es eine Selbstbedienungsbrücke – vom Boot aus wird ein Schalter gedrückt, und kurz darauf dreht sich die Brücke zur Seite. Gelegentlich begegnen einem andere Hausboot-Urlauber, ansonsten ist man allein mit der Natur.

Friesische Landschaft
Friesische Landschaft

Zu beachten sind lediglich die Brückenöffnungszeiten: In Friesland machen die Brückenwärter in der Regel zwischen 12 und 13 Uhr und dann noch einmal zwischen 16:15 und 17:15 Uhr Pause.  Nicht immer ist direkt vor einer Brücke ein schöner Anleger, und so will die Strecke ein wenig geplant sein.

Stadtbummel in Bolsward

Nachdem wir auf dem Weg von Roermond nach Friesland in den ersten Tagen längere Strecken zurückgelegt hatten, steht jetzt, in Friesland angekommen, das Genießen der Landschaft und der hübschen Städtchen im Vordergrund. Deswegen vertäuen wir unser Boot, als wir Mittags in Bolsward ankommen, bereits gut und machen uns auf zu einem ersten Spaziergang.

Passantenhafen Bolsward
Passantenhafen Bolsward

Der Passantenhafen von Bolsward liegt in der Stadsgracht, in kurzer Laufdistanz zum Zentrum, und verfügt über Strom, Toiletten und Duschen, kostenlose Waschmaschine und Trockner sowie eine Möglichkeit, Wasser zu tanken. Die sanitären Einrichtungen sind nur mit einer Chipkarte zu betreten, so dass wir erst am frühen Abend nach dem Besuch des Hafenmeisters mit der „großen Wäsche“ anfangen können, die wir uns nach mittlerweile einer guten Woche Bootsurlaub für den Abend vorgenommen hatten. Aber auch die Umgebung des Passantenhafens ist sehr schön, so dass am Vorabend auch einem Drink auf Fionas Vordeck nichts im Wege stand.

Bolsward
Bolsward

Die Zeit bis dahin nutzen wir zu einem ausgedehnten Spaziergang. Das Renaissance-Rathaus von 1614 ist immer wieder einen längeren Blick wert.

Die Broerekerk in Bolsward
Die Broerekerk in Bolsward

Dieses Mal statteten wir aber auch der Broerekerk einen Besuch ab. Diese Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist seit 1980, nach einem Brand, eine Ruine. 2006 wurde diese Ruine mit Glas überdacht und so zu einem sehenswerten Monument.

Ein Besuch von Bolsward ist unvollständig, wenn man nicht den dort produzierten Kräuterlikör „Sonnema Berenburg“ probiert hat. Diesen recht herben Kräuterbitter genießt man am besten nach einem guten Essen, er soll sich allerdings auch ganz gut mixen lassen. Das werden wir beim nächsten Mal probieren!

Ein kurzer Besuch im Supermarkt stand noch an – ein wenig außerhalb des Zentrums, aber vom Passantenhafen leicht zu erreichen: Einfach an der Stadsgracht entlanglaufen, bis es nicht mehr geht, und dann liegen auf der rechten Seite mehrere Supermärkte. Danach ging es wieder zurück zu Fiona, wo wir kurz darauf eine kleine neugierige Besucherin bekamen, die sich offenbar bei uns recht wohl fühlte. Mit dieser kleinen Katze an Bord hatten wir uns sehr schnell angefreundet.

Katze an Bord
Katze an Bord

Die Strecke vom Marrekrite-Anleger bei Heek bis Bolsward betrug knappe 15 km.Die Übernachtung im Passantenhafen von Bolsward schlug mit ca. 12 € zu Buche. Duschen und Waschmaschine sind im Preis enthalten.

Als Unterlagen für diesen Tag hatten wir die ANWB Waterkaart B „Friesland“* und  den Wateralmanak 2: Nederland – Belgie (Vaargegevens)*.

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Friesland-Bootsurlaub Etappe 6: Princenhof-Sneek

Vom Princenhof nach Sneek

Das Kanal- und Seengebiet rund um das Naturschutzgebiet Princenhof im Nationalpark „De Alde Feanen“ gehört für uns zu den schönsten Fleckchen Frieslands und ist immer eines der Highlights unserer Friesland-Bootsurlaube. Wunderschöne Natur, absolute Ruhe und wunderbare, gepflegte Marrekrite-Anleger lassen einen Aufenthalt dort zu einem besonderen Erlebnis werden.

Marrekrite-Liegeplatz am Doekesleat im Nationalpark "De Alde Feanen"
Marrekrite-Liegeplatz am Doekesleat im Nationalpark „De Alde Feanen“

In dieser schönen Landschaft macht es uns überhaupt nichts aus, dass man nur sehr langsam fahren darf. Mit 6 – 9 km/h geht es ganz gemächlich durch die Wasserwege und Seen, vorbei an kleinen Inseln und hübschen Ferienhäuschen. Um uns herum ist die Natur  so schön, dass wir noch den einen oder anderen Kreis fahren, um unseren Aufenthalt hier noch ein Weilchen auszudehnen – und natürlich um Fotos zu machen.

Im Princenhof
Im Princenhof
Im Naturschutzgebiet Princenhof
Im Naturschutzgebiet Princenhof

Heute steht das Genießen der schönen Landschaft des Nationalparks im Vordergrund, und deswegen haben wir nur eine kurze Etappe eingeplant. Dabei wollen wir auch noch ein für uns neues Stückchen Strecke erkunden. Bisher waren wir immer über die Kromme Ie Richtung Pikmar bei Grou gefahren, eine sehr schöne Strecke. Dieses Mal interessierte uns eine andere Route, vorbei an Goengahuizen, die durch zwei kleine offenstehende Schleusen führt. Während der Anfahrt sehen die Schleusen extrem eng aus – aber es passt! Hinter der zweiten Schleuse gab es eine Kaffeepause mit Kuchen, an einem Anlegeplatz direkt an einer Mühle und mit ein paar Hausbooten als Nachbarschaft – sehr hübsch!

Kaffeepause
Kaffeepause
Schleuse im Janssleat
Schleuse im Janssleat
Freie Liegeplätze an der Peanster Ie
Freie Liegeplätze an der Peanster Ie

Vor dem Waterpoort in Sneek

Über den Prinses-Margriet-Kanal und das Sneeker Meer ging es zügig weiter Richtung Sneek. Unser Ziel ist heute ein Liegeplatz vor dem Sneeker Waterpoort, dem Wahrzeichen von Sneek. Die Stadt bietet viel: sehr gute Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten und viele Passantenliegeplätze mit Strom, sanitären Einrichtungen und der Möglichkeit, Frischwasser zu tanken. Vor der Stadtdurchfahrt dann die positive Überraschung: in Südwest-Friesland wurde das Brückengeld abgeschafft und wir hatten freie Fahrt! Ein schöner Liegeplatz war auch noch frei, und wir konnten den Tag  mit Blick auf das Waterpoort beschließen.

Passantenliegeplatz vor dem Sneeker Waterpoort
Passantenliegeplatz vor dem Sneeker Waterpoort

Die Übernachtung im Passantenhafen von Sneek schlug mit 10,75 € zu Buche. Unser Kartenmaterial für diesen Tag unsere Bootsurlaubes war die ANWB Waterkaart B „Friesland“*, und wie immer der Wateralmanak 2: Nederland – Belgie (Vaargegevens)*. Sehr hilfreich und informativ ist auch das Buch Friesland: Routen und Reviere zwischen Ems und IJsselmeer* von Manfred Fenzl mit schönen Routenvorschlägen, Bildern und nützlichen Informationen zu den schönsten Flecken in Friesland.

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Deichschafe – Ein Kurzporträt

Deichschafe in Friesland -„Immer was zu tun“

Als Hüter der Deiche erfüllen sie eine wichtige Funktion: Tagaus und Tagein verdichten sie das Erdreich mit ihren Hufen und sorgen für einen stabilen Damm. So sind sie quasi die Angestellten des Hochwasserschutzes und bei Wind und Wetter auf ihren Deichen.

Auf dem Damm
Auf dem Damm

Die Deichschafe bewegen sich frei zwischen verschiedenen Abschnitten, die den Menschen mittels Schrägtüren Durchlass gewähren. Diese Türen sind absichtlich schräg angebracht, weil die Tür stets wieder zufällt und die Schafe nicht „ausbüchsen“ können.

Ein putzmunteres Junges
Ein putzmunteres Junges

Der Schäfer führt sie zu gegebener Zeit abschnittweise weiter. Schließlich können die Schafe sich nicht nur an einem Deichabschnitt aufhalten oder gar dort ausruhen 😉 … sondern müssen den kompletten Damm ablaufen und in Schuss halten!

Familien – Kindererziehung

Immer wenn wir Mitte/ Ende April, während eines unserer Bootsurlaube in Holland zu den Schafen gingen, gab es kleine Lämmchen und stolze Eltern.

Das habe ich dir schon so oft gesagt!
Das habe ich dir schon so oft gesagt!

Manchmal entdeckten wir Verhaltensweisen bei den Schafen, die wir als nahezu menschlich empfanden. So wurden die Lämmchen bei Fehlverhalten zurechtgewiesen und die erziehungsberechtigten Deichschafe wurden schon mal sehr laut mit ihrem Blöken.

Kinder sind anstrengend ;)
Kinder sind anstrengend 😉

Die Kleinen können richtig anstrengend werden und Mama Schaf kann beinahe die Contenance verlieren. Aber nur beinah. Und: Aneinander Kuscheln ist einfach cool und kann nicht oft genug gemacht werden!

Hab´ dich lieb :)
Hab´ dich lieb 🙂

Nachdem wir die wunderbaren Schafe-Krimis „Glennkill“ und „Garou“ gelesen hatten, erkannten wir einige der Charaktere auch bei unseren Deichschafen wieder: Moppel, das verfressene Schaf, das einfach alles anknabbert, oder Miss Maple, das intelligenteste Schaf, das immer als erste bei den Ermittlungen zu Resultaten kam …

Die Schafe begrüßten uns immer mit einem teils munteren, teils autoritärem Geblöke und auch optisch, größtenteils am Wegesrand, gab es keinen Zweifel, dass gewisse Vierbeiner ihren Dienst angetreten hatten.

Streicheleinheiten
Streicheleinheiten

Einige größere Schafe waren recht zutraulich und wagten es auf Streichelnähe an uns heranzukommen. Kopfkraulen schienen sie sichtlich zu genießen. Andere Schafskollegen hingegen waren durch nichts vom Fressen der saftigen Deichwiese abzubringen (siehe oben: „Moppel“).