Bootsurlaub Zuid-Holland

Bootsurlaub Zuid-Holland

Von Limburg über Brabant an den Oude Rijn: Bootsurlaub Zuid-Holland

Dieses Jahr planten wir unsere erste Fahrt sehr früh. In der vierten Märzwoche machten wir uns auf den Weg zu unserem „Bootsurlaub Zuid-Holland“. Der erste Zwischenstopp war in Venlo.

Stadthafen Venlo
Stadthafen Venlo

Hier in Venlo ist immer die Gelegenheit, das einzukaufen, was man vorher vergessen hat an Bord zu nehmen. Es war noch recht frisch, das Thermometer zeigte tagsüber 12 Grad und es war stürmisch mit Windstärken bis 7 Beaufort, aber es gab auch immer wieder sonnige Abschnitte. In der Nacht sanken die Temperaturen bis auf 6 Grad. Zum Glück haben wir unsere Boots-Dieselheizung. Dem Wetter entsprechend waren wenig Gäste zum Stadt-Passantenhafen nach Venlo gekommen. Wir sichteten drei weitere Boote, die wir im Verlaufe der Weiterfahrt noch einmal in Grave sehen sollten.

Der neue Passantenhafen von Venlo ist für Schiffe bis 15 m Länge erreichbar. Er liegt sehr zentral am schön gestalteten Maasboulevard, der mit Restaurants und Außenterrassen eine sehr entspannte Atmosphäre verbreitet. Die schöne Innenstadt von Venlo mit vielen Geschäften und einem sehr großen Wochenmarkt am Samstag schließt sich direkt an. Ein großer Supermarkt ist auch nur wenige Minuten zu Fuß entfernt. Leider gibt es an Infrastruktur lediglich Stromversorgung, für die man in einem der Restaurants Marken kaufen kann. Die Übernachtung kostet für unser Boot 10 €.

Yachthafen Grave
Yachthafen Grave

Am nächsten Morgen nahmen wir Kurs auf Grave. Auf der Weiterfahrt bekamen wir es mit heftige Orkanböen zu tun. Der Wind war noch stärker als am Vortag. Wir fuhren mit der Strömung. Da jedoch der Wind aus der Gegenrichtung kam, baute der Sturm ordentliche Wellentäler auf, die gegen Fionas Rumpf schlugen und das Boot wippen ließen.

Wassersportclub Grave
Grave

Der WSV „De Stuw“ Grave liegt ganz zentral in dem zauberhaften Örtchen Grave und bietet alle Versorgungsmöglichkeiten. Für die Übernachtung bezahlt man 1,20€ pro Meter. Als wir gerade in der Box vertäut sind, kommen die anderen drei Boote, die am Vortag in Venlo lagen. Der Hafenmeister wunderte und freute sich gleichermaßen, dass heute so viel los ist. Ob denn in Deutschland Ferien wären … 🙂 Wir machten einen kurzen Bummel durch Grave und bereiteten uns schon mal innerlich auf die Weiterfahrt bei einer steifen Brise vor.

´s-Hertogenbosch – Den Bosch

Am nächsten Tag nahmen wir Kurs auf Den Bosch, wie die Einwohner ihre Stadt selber nennen. Offiziell heißt die Stadt ´s-Hertogenbosch und ist die Hauptstadt der Provinz Brabant. Jetzt, vor dem 1.4., waren noch einige Brücken und Schleusen unbesetzt oder hatten reduzierte Bedienzeiten. So würden wir die Zuid-Willemsvaart, die zurück nach Roermond führt, jetzt noch nicht befahren können, da die „Sluis 0“ erst ab dem 1.4. betrieben wird.

Den Bosch
In ´s-Hertogenbusch, Passantenhaven

Den Bosch liegt in einer Sackgasse, in die man hineinschleust und  dieses meist mit großen Arbeitsschiffen gemeinsam macht. Bereits hier fällt uns ein Bauboom auf. Die Schiffe transportieren Baumaterialien. In den Bosch expandieren viele Firmen mit Neubauten.

In Den Bosch gibt es mehrere Möglichkeiten anzulegen. Die ersten Anlegestellen sahen wir schon in der Nähe eines Industriegebietes vor der Stadt. In der Stadt bietet der WSV de Waterpoort mehrere Passantenliegeplätze vor und hinter der Havenbrug und im Brede-Haven hinter der Boombrug. Alle haben Strom- und Wasserversorgung, und die sanitären Einrichtungen findet man im Brückenhäuschen an der Boombrug. Wir entschieden uns für den Brede-Haven, da er uns ruhiger erschien. Die Übernachtung kostete hier für uns 10 €.

´s-Hertogenbusch
´s-Hertogenbusch City

Wieder waren nur sehr wenige Leute mit ihren privaten Schiffen in der Stadt. Wir waren an dem Anleger die einzigen Gäste. Die Hafenmeisterin erklärte uns nicht ohne Stolz, dass erst einen Tag vor uns ein 6,20 Meter-Boot über Nacht blieb. Die ersten Gäste der Saison waren wir also doch nicht.

Die Stadt ist sehr schön, es gibt viele guterhaltene restaurierte Häuser. Eine Fußgängerzone mit großem Marktplatz und vielen Geschäften und Lokalen sind auch dabei.

Einkaufcenter Den Bosch
Arena: Einkaufcenter Den Bosch

Das Wetter wurde besser. Der Sturm verzog sich, die Temperaturen stiegen in der Spitze auf 15 Grad. Der Himmel klarte auf, es war bewölkt mit einzelnen Sonnenepisoden. Am nächsten Morgen ging es weiter nach Woudrichem.

Woudrichem

Yachthafen Wourichem
Yachthafen Woudrichem

Woudrichem ist die kleine Schwesterstadt von Gorinchem, das wir letztes Jahr besucht hatten. Es liegt gegenüber von Gorinchem an der Merwede, die weiter stromaufwärts Waal heißt. Da wir Woudrichem bislang nicht kannten, hatten uns für den Ort entschieden und als Liegeplatz den Yachtclub W.S.V. Woudrichem gewählt. Die Anlage liegt sehr idyllisch. Die Mitglieder des Yachthafens hatten soeben ihr neues, schickes Vereinsgebäude fertiggestellt.

Passantensteiger Wourichem
Passantensteiger Wourichem

Auf der anderen Seite von Woudrichem nahe der Merwede liegt im historischen Stadthafen der Gästesteg mit der schönen Brücke. Woudrichem bietet ein paar kleine Geschäfte und einige Lokale. In der Hochsaison wird zwar mehr los sein, aber so voll wie in Gorinchem wird es hier nicht werden. Die Sonne zeigte sich oft und wir genossen unsere Ortsbegehung 🙂

Woudrichem – Nieuwegein

Am nächsten Morgen starteten wir zu unserem nächsten Ziel: Über den Merwedekanal nach Nieuwegein. In Gorinchem werden Freizeit-Skipper durch die kanalisierte Linge geschickt, bis sie bei Arkel wieder mit dem Merwedekanal zusammenkommt. Der Merwedekanal ist landschaftlich sehr schön, es ging vorbei an reetgedeckten Häusern, und bei gutem Wetter genossen wir die Fahrt. Bis zum Lek wird der Merwedekanal von Berufsschiffen befahren und es werden alle Brücken ganzjährig bedient. Nördlich des Lek fahren die Berufsschiffe über den Lekkanal. Wir mussten die Bedienung der Koninginnensluis Richtung Nieuwegein einen Tag  vorher telefonisch anmelden. Wir waren etwas eher da als angekündigt, der Schleusenwärter auch, so dass wir schnell und unkompliziert geschleust wurden.

Durch Zuid-Holland
Durch Zuid-Holland

Nieuwegein ist eine Stadt, an der die meisten Skipper leider vorbeifahren, da in der Nähe die überaus beliebten Ziele sind wie z.B. Gouda und Utrecht. 1971 erst entstand Nieuwegein durch Zusammenlegung der Gemeinden Jutphaas und Vreeswijk.

Stadthafen Nieuwegein
Stadthafen Nieuwegein

Im zentral gelegenen Stadthafen von Nieuwegein-Vreeswijk haben wir uns sehr wohl gefühlt. Fast skandinavisch mutete uns die Umgebung an.

Bootsurlaub Zuid-Holland
Stadthafen Nieuwegein

Zeit, die Stadt zu erkunden! In Nieuwegein-Vreeswijk gibt es eine Museumswerft und viele historische Schiffe, die direkt in der Stadt liegen und auch bewohnt werden. Ein Markt fand auch statt und wir konnten den ersten Kibbeling in der Bootssaison probieren!

Nieuwegein
Nieuwegein Altstadt

Die Altstadt ist geteilt durch den Kanal und besitzt ein ehemaliges Schleusenbecken, das aber jetzt zugemauert ist. Das ehemalige Schleusenwärterhäuschen wird dennoch weiter genutzt: Allerdings zum Haareschneiden, denn jetzt ist ein Herrenfriseur eingezogen, der sich einen Mini-Haarsalon eingerichtet hat. „Einmal Schleusenwärter-Frisur bitte“ 😉

Herrensalon
Friseursalon ehem. Schleusenwärterhaus

Das war das Ergebnis meines Besuchs im ehemaligen Schleusenwärterhauses. Nun konnte unser Bootsurlaub Zuid-Holland beginnen! Wir verbringen noch einen schönen Abend in der Stadt und machen uns am nächsten Morgen wieder auf den Weg.

Von Nieuwegein nach Gouda

Mögliche Gefahren eines „frühen“ Bootsurlaub Zuid-Holland: Wir hatten uns unser Fahrt-Timing so eingeplant, dass wir am 1.4. durch die Brücken der Hollandse IJssel fahren konnten, denn dann wurden sie laut Almanak bedient. Nach wenigen hundert gefahrenen Metern entdeckten wir an der Doorslagbrug etwas, womit wir nicht gerechnet hatten…

Doppelrot vor Brücke
Doppelrot vor Brücke trotz 1.4.

Was ist das? Doppelrot sollte seit seit dem 1.4., also ab heute nicht mehr sein. Sollte unser Bootsurlaub Zuid-Holland hier zu Ende sein? Wenn diese Brücke nicht öffnen würde,  müsste man den großen Schlenker über Rotterdam fahren … ein Riesenumweg, und natürlich ist auch die Schleusung zurück in den Lek bei der Koninginnensluis nicht angekündigt.

Ein Telefonat verhalf schließlich zu einer Öffnung und wir konnten unseren Weg fortsetzen. Unsere Befürchtung, dass die anderen Brücken, die wir uns auf der Hollandse IJssel öffnen lassen müssen, sowie die Schleuse vor Gouda auch noch im „Winterschlaf“ wären, zerstreute sich, nachdem wir den ersten Gegenverkehr hatten 🙂

Stadthafen
Stadthafen

Dieser Stadthafen ist sehr schön, deshalb bekommt er gleich zwei Bilder (oben und unten).

Stadthafen Zuid-Holland
Stadthafen

Wir gewannen viele neue Eindrücke. Hier gibt es sehr schöne Orte und Städte und immer wieder hübsche Haltemöglichkeiten.

Zuid-Holland
Aufstoppen vor Brücke

Allerdings gibt es auch zahlreiche Brücken, die für uns geöffnete werden müssen. Die meisten sind unter 2 m, viele haben auch nur eine Durchfahrthöhe von unter einemMeter. Unsere Schiffshöhe beträgt 3,40 Meter mit oberem -abnehmbarem- Geräteträger. Wenn wir ihn abnehmen, dann beträgt die Höhe noch 3 Meter über der Wasserlinie.

Vor Gouda
Vor Gouda

Wettermäßig ging es auf die 20 Grad. Windstärken mit ein bis zwei Beaufort waren nicht der Rede wert.  So hatten wir uns den Bootsurlaub Zuid-Holland gewünscht: Langsam und entspannend durch die schönsten Gegenden in Zuid-Holland bei Sonnenschein!

Schleuse Zuid-Holland
Schleuse stromaufwärts vor Gouda

Vor Gouda hatten wir noch eine kleine, aber interessante Schleuse. Auch hier gab es eine zügige Bedienung. Der Schleusenwärter stand schon parat bei unserem Eintreffen und schien sich zu freuen, endlich mal wieder seine Schleuse in Gang setzen zu können nach der langen Winterpause. Nun war es nicht mehr weit nach Gouda. Wir hatten jetzt nur noch die große Schleuse vor Gouda vor uns. Auch diese Schleusung lief sehr zügig, fast ohne Wartezeit für uns.

Gouda, Hollandse Ijssel
Gouda, Hollandse Ijssel

Hier auf der Hollandse Ijssel vor Gouda gibt es ein paar Gästestege. Die eine Seite war ganz hübsch: Der Blick nach Gouda. Die andere Seite war nicht so prickelnd. Hier sah es eher industriell aus. Die Mallegatsluis sowie die Brücken von Gouda waren zu dieser frühen Jahreszeit noch geschlossen, so dass wir leider nicht durch Gouda fahren konnten, und auch die Passantenliegeplätze waren nicht zu erreichen. Hier fänge die Saison erst Mitte April an.

Unser Ziel für heute war deswegen der W.V. Gouda, der fast im Zentum liegt bzw. nur etwa 2 km von der Altstadt entfernt ist. Der Hafen bietet Strom, Wasser, Waschhäuser, WiFi und liegt gegenüber einem Einkaufszentrum  mit einem Baumarkt, Möbelgeschäft, Schuhladen, ein großer Discounter für Sonderposten (heißt Action) und das alles ist sogar am Wochenende geöffnet. Die Übernachtung im Yachtclub kostete hier 11 €.

Yachtclub Gouda
Yachtclub Gouda

Gouda gehört zu den „Must-See-Places“. Wir werden von der Stadt noch Bilder nachreichen im nächsten Teil dieser Reise. Bootsmäßig gesehen war es sehr leer in der Stadt. Die Passantenanleger in der Stadt waren alle unbesetzt.

Gouda Anleger
Gouda City: Trotz schönstem Aprilwetter Leere

Gouda ist wunderschön. Tagsüber erkundeten wir die Stadt mit dem Fahrrad, am Abend gab es ein Bier auf dem Marktplatz mit der eindrucksvollen Kulisse des Stadthuis. Am nächsten Tag unternahmen wir die anstrengendste Fahrt überhaupt in diesem Urlaub. Es ging zur Stadt Zoutermeer. Fahrtstrecke: 44 km. Jedoch mit dem Fahrrad. Für uns war es die erste Tour. Vielleicht ein bisschen weit für die erste Tour in 2016. Nach der Tour hatten wir erst einmal „Körper“ 😉

Das eigentliche Ziel unserer ersten Etappe unseres Bootsurlaub Zuid-Holland sollte Alphen aan den Rijn sein. Nach zwei Tagen in Gouda sollte es weiter gehen.

Alphen
Alphen

Die Archtitektur in Alphen fanden wir beeindruckend. Vieles war  modern, pfiffig und wirkte auf den ersten Blick sehr angenehm. Wir sichteten aber auch viele ältere Villen, die super restauriert waren. Alles sieht sehr ordentlich und sauber aus.

Alphen City
Alphen City

Das Wetter war immer noch sehr schön, ca. 20 Grad und die Leute saßen draußen auf den Terrassen.

Eiscafé in Alphen
Eiscafé in Alphen

Wenig später saßen auch wir im Außenbereich des Café De Zaak und hatten einen tollen Eiskaffee 🙂

Baulücke - umgestürzter Kran
Baulücke – umgestürzter Kran

Vor einiger Zeit war ja ein Kran an dieser Stelle in Alphen auf ein Haus gestürzt. Jetzt ist dort eine Baulücke. Hier in Alphen geht unserer Bericht vorerst zu Ende. Wir suchten uns ein schönes Platzchen für Fiona zum festmachen. Zum Glück sollte es noch weitergehen. Wäre ja auch zu schade gewesen, wenn unser Bootsurlaub Zuid-Holland schon beendet sein sollte.

Bootsurlaub Zuid-Holland
Villa in Alphen

Das waren unsere ersten neun Tage. Wir freuen uns schon auf die nächste Etappe unseres „Bootsurlaub Zuid-Holland“!

 

Karten* für dieses Fahrgebiet:

ANWB Wateratlas M Limburgse Maas

ANWB Waterkaart L Grote Rivieren Oost

ANWB Waterkaart K Grote Rivieren Midden

ANWB Waterkaart I Vechtplassen

Literatur*:

Hausbooturlaub Niederlande: Der Süden von Ingrid Bardenheuer und Hans Zaglitsch (unsere Rezension dazu)

Holland 1: Zeeland und die südlichen Provinzen von Jan Werner (unsere Rezension dazu)

 

* Affiliate-Links

Roermonds Grachten – die Rurmündung

Bootsfahrt Roemonds Grachten

Die Rur in Roermond – Roermonds Grachten

Im Sommer besuchen wir öfters die Stadt Roermond mit dem Boot und legen direkt in der Altstadt an. Von unserem Hafen in Roermond-Herten fahren wir ein paar Minuten die Maas zu Tal, biegen dann auf die Rur ein, die hier in den Niederlanden Roer heißt, und sind ganz schnell im Zentrum. Sowohl zur Stadt als auch an einigen Stellen zur Maasseite kann man das Boot an Roermonds Grachten festmachen. Wer als Bootfahrer schon mal dort war, weiß auch, dass die Roer manchmal stark strömt und dass das Anlegemanöver darauf ausgerichtet sein sollte, will man nicht gegen andere Boote versetzt werden.

Roemond Stadthafen

Während des Sommers ist es  besonders an den Wochenenden nicht einfach, einen Anlegeplatz zu bekommen, da viele andere Crews die gleiche Idee mit dem Landgang in der Innenstadt zu haben scheinen. Auf dem Bild unten links befindet sich die Anlegestelle des Rundfahrtschiffs „Voorstad“. Dieser Bereich ist für das Personenschiff freizuhalten.

Vorab zur Info: Unter „Gracht“ versteht der Niederländer einen Kanal, einen Graben oder einen  Wassergraben. In diesem Bereich von Roermond handelt es sich aber um die Rurmündung, also um einen kleinen Fluss. Jedoch scheint es für viele Leute so auszusehen wie eine Gracht, deshalb habe ich diesen charmanten Begriff hier einfach übernommen 🙂

Hat man einen Anlegeplatz gefunden, so steht einem die Stadt mit ihren Annehmlichkeiten offen. Hier verbindet man gleich das Nützliche mit dem Angenehmen und kann Lebensmittel bunkern, in der Stadt shoppen oder gleich zum nahegelegenen Outlet gehen. Auch die Wochenmärkte, ein großer jeden Samstag auf dem Markt vor dem Rathaus und ein kleiner jeden Mittwoch auf dem Munsterplein lohnen einen Besuch. Die vielen Cafés, Restaurants und Lokale laden zum Verweilen ein, oftmals auf der Terrasse unter freiem Himmel, teils mit sehr schönem Blick auf den Innenstadthafen, die Roer oder auf die Maas (z.B. vom Restaurant im Yachthaven Nautilus). Besonders dann, wenn Gäste an Bord sind, ist der Innenstadthafen ein schönes Ziel für einen Ausflug. Leider darf man im Stadthafen nicht übernachten und so fahren wir morgens los, machen das Boot fest und besorgen uns in der Stadt frische Brötchen und alles, was wir gerne zum Frühstück hätten. Ein größerer „Jumbo“-Supermarkt ist direkt in der Nähe, in der Einkaufspassage „Roercenter“.

Normalerweise ist spätestens vor der Steinbrücke „Maria Theresia Brug“, die vom Zentrum zur Voorstad St. Jacob führt, Schluss mit dem Bootfahren für Boote mit größerem Tiefgang bzw. mit größeren Abmessungen.

Bootsfahrt Roemonds Grachten
Die Rurmündung, Roermond

Im Sommer hatten wir die Idee, mit unserem kleinen Schlauchboot die „Grachten Roermonds“ im weiteren Verlauf zu erkunden. Von der Innenstadt fuhren wir zu Berg und merkten spätestens hinter der Steinbrücke als die Roer immer schmaler wurde, wie stark die Strömung hier ist. Unser kleiner Außenborder mit 2,3 PS musste sich anstrengen, um uns zu zweit im im Boot gegen die Strömung zu schieben.

Roer in Roemond
Roermond, Voorstad

Wenig später hatten wir Gegenverkehr von einem Boot, das uns recht schnell entgegenkam. Die hohe Geschwindigkeit des Boots war auch nötig, damit es in der starken Strömung steuerbar bleibt.

Rurmündung Roermond
Chill-Ecke, Rur in Roermond

Die Roer fließt hier durch den Roermonder Stadtteil Voorstad. Wir fuhren an schönen Gärten vorbei, die von Ihren Besitzern mit Lounge-Möbeln zu gemütlichen Sitzecken ausgestattet waren. Eigene Bootsanleger an den Gärten sind natürlich auch vorhanden.

Rur in Limburg

Irgendwann hat man die Wahl links oder rechts abzubiegen. Fährt man links, ist hinter dieser Brückendurchfahrt am Molenweg Schluss und man muss kehrt machen. Also fuhren wir zurück und nahmen den anderen Weg.

Richtung Steelhaven
Rur, Richtung Steelhaven vom Zentrum

Folgt man dagegen dem Flussverlauf der Roer zu Berg, kommt man Richtung Steelhaven (hinten rechts).

Wenn wir auf der Straße waren, haben wir den unscheinbaren Wassergraben, den wir kaum als die Roer wahrgenommen haben, kaum beachtet.

Roermonds Grachten
Vorstaad Richtung Roermond City

Viel weiter kann man auch in dieser Richtung auf Roermonds Grachten nicht fahren und so fuhren wir zurück. Vom Wasser aus gesehen ist es hier wirklich hübsch. Gelegentlich muss man aufpassen wegen des Tiefgangs und man sollte nicht zu weit außen fahren. Plötzlich müssen wir schneller als die Strömung fahren, um das Boot lenken zu können.

Roermonds Grachten
Roer, Nahe Roermond Zentrum

An eine Stadt erinnert hier nichts. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein.

Steinbrücke Roermond
Roermond Innenstadthafen

Der Hafen in der Roermonder Altstadt vor der Steinbrücke. Gleich sind wir wieder auf Fiona.

Steinbrug in Roermond
Maria Theresia Brug, Steinbrücke Roermond

Obwohl unsere erste Bootsfahrt in Roermond schon einige Jahre zurück liegt, sind wir noch nie weiter gefahren als bis zur Steinbrücke und haben somit erst jetzt Roermonds Grachten kennen gelernt. Uns hat die Tour sehr gut gefallen und auch wenn sie relativ kurz war, waren wir überrascht, wie schön es in diesem Teil Roermonds ist.

Mehr Infos:  Bootfahren in den Niederlanden
Infos über Limburg

 

Princess Yachts * A30 – Luxus auf 30 Meter

Princess Yachts – Entstehung

1965 verwirklichte David King in Plymouth, am Ufer des Ärmelkanals gemeinsam mit den beiden Brüdern Cliff und Mike Viney den Bau ihres Projekts: Ein Sportboot nach ihren Vorstellungen, das für private Eigner gebaut werden sollte. Das erste Boot war ca. 10 m lang. Es erhielt die Bezeichnung Project 31. Von diesem Typ wurden über 150 Boote weltweit verkauft.
Es wurde eine Werft gegründet, die zunächst „Marine Projects Ltd“ hieß. Erst später wurde die Firma von David King und seinen Partnern umgetauft zur „Prinzessin“, auf Englisch „Princess“ bzw. in der aktuellen Firmenform: Princess Yachts International Plc und gehört seit 2008 zu einer Investmentgruppe.

Project 31 Princess Yachts

Von 1966 bis 1969 wurden bereits über 130 Boote gebaut und verkauft. Man erkannte das Potential, das in diesem Markt steckte. Ab 1970 produzierte man bereits unter dem Namen Princess. Von der Princess 32 wurden in zehn Jahren insgesamt über 1200 Stück verkauft. Damit war sie eine der erfolgreichsten Boote der Werft. In den 70-ern folgten weitere Modelle, es wurden Yachten ab 25 Fuß aufwärts gebaut, darunter waren viele mit Flybridge.

2015 – Princess Yachts feiert 50-jährigen Geburtstag

Princess 30 M Luxusyacht
Princess 30M

Der Trend geht bei Princess Yachts  zu immer größeren Schiffen. Zudem konnte die Produktion erhöht werden. Heute gibt es laut der Werft insgesamt 2300 Mitarbeiter. Schiffe von 40 Meter Länge sind keine Seltenheit.

2016 wird Princess Yachts also bereits 51 Jahre alt. Auf der boot Düsseldorf 2016 hatte Princess einen der größten Messestände. Insgesamt wurden neun Yachten ausgestellt.

Eine der erstgebauten Project 31, Charlotte, wurde anlässlich des 50-jährigen Firmenjubiläums von Princess zurückgekauft und ihr Retrodesign wurde liebevoll wiederhergestellt. Um das möglichst originalgetreu zu schaffen, wurden dafür die Bootsbauer von Project 31 aus dem Ruhestand heraus engagiert. Mit Erfolg, denn Charlotte war Teil der Messeausstellung in Düsseldorf und sieht wie ein Neuboot aus.

Charlotte wurde sie erst nach dem Refit genannt, und zwar weil sie im Geburtsjahr der Prinzessin Charlotte, Tochter von Prinz William und Herzogin Kate restauriert wurde. Die letzte Eignerin soll auch den Namen Charlotte gehabt haben.

Die Werft stellt zusätzlich zu Charlotte weitere acht Yachten aus. Auf der 2016er boot ging es größenmäßig mit der Princess 43 los, die größte ausgestellte Yacht ist die 99 Fuß lange Princess 30M mit dem Namen Kohuba.

Die Princess 30M – Ein Portrait

Die Kohuba ist nun als Charteryacht auf den balearischen Gewässern im Einsatz und kann zu einem Wochenpreis ab Euro 75.000 (Hochsaison € 85.000/Woche) gechartert werden. Nebenkosten wie Treibstoff sind noch nicht enthalten. Perfekt wird der Charterurlaub auf der Kohuba, wenn eine bis zu fünfköpfige Crew angeheuert wird, die für den relaxten und sorglosen Urlaub auf dem Schiff sorgt.

Die Daten:
Länge: 30,45 m,
Breite: 7,05 m,
Tiefgang: 2,06 m,
Verdrängung: 98 t,
Dieseltanks: 12200 l,
Wassertanks: 1600 l,
Grauwassertank: 700 l,
Schwarztank: 550 l.

Motoroptionen: 2 x 1925 PS CAT, maximal 2 x 2637 PS MTU.
Je nach Motorisierung und Beladung: 22 – 27 Knoten (40 – 50 km/h).

Die Heckgarage ist groß genug für einen 4,5 m langen Tender.

Ausgelegt für bis zu 13 Personen, wobei 5 Crewmitglieder enthalten sind.

princess yachts Kohuba

Vor der offiziellen Eröffnung der boot 2016 hatten wir die Gelegenheit, das größte ausgestellte Schiff der boot Düsseldorf 2016, die Princess Yachts 30M zu besichtigen.

princess yachts AchterdeckDas Achterdeck mit gemütlicher Sitzecke. Am Heck sind an Back- und Steuerbord zwei Treppen, die zur Badeplattform führen.

princess yachts Salon

Speisen im Salon am großen Esstisch.

princess yachts WohnbereichAlles machte einen großzügigen Eindruck. Mobiliar, das einem nicht gefällt, kann man zum Glück entfernen.

princess yachts BalkonEin nettes Highlight ist der Drop-Down-Balcony. Obwohl man noch nicht auf der Flybridge ist, sind fast alle anderen Boote bereits unter einem.

princess yachts AnkergeschirrAchtung, nicht stolpern! Am Bug angekommen, sieht man das Kettengeschirr für die beiden Buganker und vier Klampen. Platz ist dennoch ausreichend vorhanden, um zur Bug-Sitzecke zu kommen (s.u.)

princess yachts Bug-Sitzecke

Der sonnen- und regengeschützte Bugsitz- und Liegebereich. Ein wenig erinnert die U-Sitzecke an einen Strandkorb. Auf Musik muss man dank Lautsprecher und Anlage nicht verzichten.

princess yachts Gangbord

Wenn die Backbord-Tür geöffnet ist und man hier vorbei will, muss man die Tür schließen. Da die Tür zur Küche recht breit ist und deshalb weder innen- noch gangbordseitig geöffnet werden kann, hat man diesen Schwenkmechanismus verbaut. Die Gangbord-Seitenwand ist hoch, erfreulich oft finden sich Festhaltestangen.

princess yachts TeeküchePraktisch. Die Tee- und Kaffeeküche mit den Kühl- und Eisschränken. Hier wird nicht gekocht.

princess yachts WeinlagerungDarf nicht fehlen: Die klimatisierte Weinlagerung auf der 30M. Gleich nebenan findet sich eine kleine Sitzecke und die richtige Küche.

princess yachts Küche

Teil 1 der Küche: Die Küche ist komplett mit allen elektrischen Geräten. Eine schöne Aussicht gibt es außerdem.

princess yachts Teil 2 der Küche.

princess yachts Eigner SuitEdel und groß. Die Eigner-Suit mit Kingsize-Bett und Schreibtisch.

princess yachts Bad + Dusche

Das Eigner-Badezimmer mit Dusche.

princess yachts Helm

Princess Yachts 30M, der Steuerstand. Auffällig ist der zentral positionierte „Anlehnstuhl“. Insgesamt wirkt dieser Bereich recht „kuschelig“ für ein Schiff dieser Größe. Aber es gibt ja noch den zweiten Steuerstand auf der Flybridge. Lassen wir uns überraschen, wie oben die Platzverhältnisse sind.

princess yachts Stiege

Blickfang: Diese bequem zu steigende Treppe führt zur Flybridge.

princess yachts Flybridge

Auf der Fly angekommen, hat man diesen Blick Richtung Bug. Man schaut direkt auf die große Sitzecke an Backbord, dahinter befindet sich eine Wetbar mit Kühschrank, Spüle und Theke. Gleich nebenan an Steuerbord ist der Steuerstand. Im Blickfeld rechts befindet sich außerdem ein Esstisch. Die Aussicht von oben vermittelt ein Gefühl der Größe des Schiffes. Die anderen Boote wirken spätestens von hier oben sehr klein, obwohl wir uns in Halle 6 mit den Superyachten befinden.

princess yachts Helm Fly

Der Steuerstand auf der Fly ist wesentlich bequemer und übersichtlicher. Das mag auch daran liegen, dass das Schiff meistens von der Fly gesteuert wird.

princess yachts Essecke FlyDining-Area hinter den Steuersitzen an Steuerbord. Rechts oben im Bild der Kran neben dem Spa Bad, siehe auch das folgende Foto.

princess yachts Fly WhirlpoolEin Whirlpool auf der Flybridge achterlich. Hinter dem Pool sieht man die Garage des Motorrads und an Steuerbord den Kran, der es an Land transportiert.

princess yachts Fly Treppe

Blick von der Fly abwärts mit hochgeklappten Dach.

princess-yachts crew

Der Crewbereich besteht aus 3 Kabinen im Bugbereich.

princess-yachts crew 2 princess-yachts captains cabinDie Einzelkabine für den Kapitän.

Bentley

Auch ein adäquates Fahrzeug für den Eigner oder Charterkunden wurde vorgestellt. Bentley war so freundlich, etwas zur Dekoration beizutragen 🙂

Fotos: Frank Beer Fotografie für bootssaison.de

boot Düsseldorf 2016 – Danach

boot Düsseldorf 2016 Daten

Nach neun interessanten Tagen für die Wassersportler ist die boot Düsseldorf 2016 nun vorbei.

An der größten Boots- und Wassersportmesse der Welt boot Düsseldorf 2016 beteiligten sich vom 23.-31.1.2016 fast 1800 Aussteller aus über 60 Ländern. Insgesamt wurde 1800 Boote ausgestellt.

boot-duesseldorf-2016

Bereits Mitte der Messewoche zeichnete sich schon ab, dass die Besucherzahlen auf einem hohen Niveau lagen. Während in der Woche viele Fachbesucher aus der Bootsindustrie, der Touristikbranche und dem Dienstleistungssektor kamen, sorgten am letzten Wochenende viele private Wassersportfans für volle Hallen. Zufrieden zogen die Veranstalter die Bilanz:
Es kamen 247000 Besucher, 2,8 % mehr als im Vorjahr.
Dabei waren über 50000 Besucher, die aus dem europäischen Ausland und aus Übersee zur boot Düsseldorf angereist waren.

Laut Pressestelle der boot Düsseldorf berichteten die Aussteller von einem äußerst interessierten und kauffreudigen Publikum. Jürgen Tracht, Geschäftsführer des Bundesverband Wassersport: „Wir sind hochzufrieden. Die boot hat unserer Branche weitere wichtige Impulse gegeben, die sich im Verlauf des Jahres positiv bemerkbar machen werden. Dies bestätigt unsere im Vorfeld genannten Prognosen eindeutig.

Auch für die Zukunft der Wassersportwirtschaft gehen wir von einem Aufwärtstrend aus. Fast 90% der Unternehmen rechnen in den kommenden zwei bis drei Jahren mit einer weiter steigenden Marktentwicklung. Die stabile maritime Konjunktur mit Zuwachsraten im einstelligen Bereich zieht sich durch fast alle Marktbereiche.“

boot duesseldorf 2016

Der Bootsmarkt

Anlässlich der boot gab die Wassersportwirtschaft einen Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr und blickt optimistisch in die Zukunft.
Der Bootsmarkt gewinnt. Der Trend zum Motorboot ist unverkennbar. Aktuell sind bereits von den gut 6 Millionen Booten in Europa etwa 80 % Motorboote. Es wundert daher nicht, wenn die Werften sich auf dieses wachstumsstarke Segment konzentrieren.

Die deutschen Bootsbauer können sich sehr gut behaupten. Stärken sind die Innovationen und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Die Exportquoten spiegeln auch hier den Trend zum Motorboot wieder. So stieg der Export wertmäßig um 11,5 % gegenüber dem Vorjahreshalbjahr, wohingegen der Export im Segelbootbereich um 13,9 % sank.

81 % der Segelboothändler beurteilen den bisherigen Saisonverlauf gleich gut oder besser als im Vorjahr. Besonders größere Segeljachten ab 13 m stoßen auf zunehmendes Interesse. Im Motorbootbereich berichten 79 % der Unternehmen von gleich guten oder besseren Geschäften im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch hier liegen größere und vor allem wertstabile Jachten im Trend.

Kleinere Motorboote/ Trailerboote entwickelten sich ebenfalls im Absatz positiv. Die Gründe hierfür sind unter anderem die Trailerbarkeit und Flexibilität. Das Boot kann einfach in einer Garage gelagert werden, ist preislich erschwinglich und günstig im Unterhalt.

Die 2012 eingeführte Führerscheinregel mit der Führerscheinfreigrenze von 15 PS trug zum Erfolg bei, insbesondere das Segment „Boote bis 4,5 m“ profitierte davon.

Auf der boot Düsseldorf 2016 gab es dementsprechend auch eine Vielzahl an Bootspremieren zu bestaunen: 21 Segelboote und –yachten sowie 58 Motorboote und –yachten, vom Schlauchboot bis zur Luxusyacht, wurden erstmalig – zum Teil feierlich im Rahmen einer Enthüllung – der Öffentlichkeit präsentiert.

Beliebt sind auch Kajütjachten um die 8 m Länge. Preislich liegen diese Boote – teils – unter 80000 Euro und sind manchmal noch trailerbar.

Gebrauchtboote

Die Nachfrage nach Gebrauchtbooten steigt. 80 % (Vorjahr 74 %) der Segelboot- und 92 % (Vorjahr: 84 %) der Motorboothändler berichten von gleich guten oder besseren Umsätzen im Vergleich zum Vorjahr. Inzwischen finden gebrauchte Yachten oft schnell einen neuen Eigner. Das gilt allerdings nur für jüngere Gebrauchtboote. Die Nachfrage nach jahrzehntealten Jachten wird sich weiter abschwächen. Überwiegend ist jung und qualitativ hochwertig gefragt, nicht billig.

boot düsseldorf 2016

Chartermarkt

Chartermarkt International ohne Niederlande

Laut Felix Wolf von YachtBooker, die das Reservierungssystem YachtSys betreiben, sind die klassischen Reviere bei Betrachtungen der Frühbuchungen im Aufwind. Zu Frühbuchungen zählen die Buchungen, die mindestens fünf Monate vor Abreise gebucht werden. Hierbei haben Spanien und insbesondere die Balearen und Italien kräftig zugelegt. Kroatien liegt leicht im Plus.

Griechenland und die Türkei dagegen hatten im gleichen Zeitraum Verluste.

Laut YachtSys stieg Kroatien mit 29 % (Im Vorjahr 28 %) auf Platz 1, gefolgt von Griechenland mit 25 % (Vorjahr: 34 %). Auf Platz 3 kommt Spanien mit 20 Prozent (Vorjahr: 16 %). Es folgen Italien mit 16 % (Vorjahr: 12 %) und die Türkei mit 5 % (Vorjahr: 8 %).

Chartermarkt Deutschland und die Niederlande

werden von YachtSys nicht erfasst, weil die Buchungen meistens direkt über die Vermieter laufen. Laut den Anbietern liegen aber die Binnen- und Küstenreviere auf stabilem Niveau. Gründe für die Beliebtheit seien die Anreisevorteile (diese Regionen sind leicht mit dem Auto erreichbar und damit für Familien preiswert), die akzeptablen Hafengebühren, die sehr gute Infrastruktur mit großer Hafendichte.

In den vergangenen Jahren waren die Frühbuchungen richtungsweisend. Ob sich dieses Jahr der gleiche Trend fortsetzt, wird man sehen. Für die größten Vercharterer The Moorings, Sunsail und Le Boat, die zusammen etwa über 2150 Boote verfügen, ist die Saison zufriedenstellend gestartet. Laut Katja Meinken-Wiedemann, PR-Managerin Northern Europe, „merkt man, dass die Kunden insgesamt zögerlicher sind.“

Der Reisemarkt der boot Düsseldorf 2016 bot in zwei Hallen die Gelegenheit, sich umfassend über die verschiedenen Reviere weltweit beraten zu lassen und zum Teil sogar – entweder dort oder in der Bootsausstellung – die diversen Bootstypen für einen Chartertörn in Augenschein zu nehmen.

boot düsseldorf

Der Servicebereich

Auch der Servicebereich profitiert von der positiven Entwicklung des Wassersports, da die Eigner ihr Boot länger nutzen oder ein gebrauchtes erwerben. Die Jachteigner investieren in den Werterhalt ihrer Boote. Die Nutzung der Jachten wird länger.
Nach Kauf eines Gebrauchtboots werden oftmals Investitionen durch die neuen Eigentümer gemacht.
Generell wird die professionelle Pflege häufiger als Dienstleistung eingekauft.

Ausrüstungs-, Zubehörmarkt

Durch die längere Nutzung der Jachten bzw. durch den Erwerb einer Gebrauchtjacht werden in diesem Segment Investitionen gemacht, überwiegend im Bereich Komfort.

So entsteht beispielsweise Nachfrage nach Multimedia, Entertainment, Heizungsanlagen und Küchenausstattungen. Die älter werdenden Jachteigner verbringen mehr Zeit an Bord und möchten es bequem und möglichst so ausgestattet wie zu Hause haben.

Ausblick

Überwiegend sieht es  für die Wassersportwirtschaft recht gut aus. Es ist davon auszugehen, dass sich der positive Trend der letzten zwei Jahre fortsetzen wird.

Abschied

nehmen heißt es für den boots-Messe-Chef Goetz-Ulf Jungmichel. Jungmichel leitet seit 2008 die boot Düsseldorf. Sein Nachfolger wird Petros Michelidakis, ein erfahrener Messemann, der seit Jahren erfolgreich für die Messe Düsseldorf im Auslandsvertreternetz für Griechenland zuständig ist.

Die nächste boot Düsseldorf findet vom 21.-29.01.2017 statt.

Quellen:
boot Düsseldorf
Bundesverband Wassersport
YachtBooker

Fotos: Frank Beer Fotografie für bootssaison.de

Die boot 2016 in Düsseldorf

Erster Tauchgang im Tauchturm

Die „kleine Bootssaison“ mitten im Winter fängt an: Morgen wird die boot 2016 in Düsseldorf eröffnet.

Die boot Düsseldorf ist die weltweit größte Boots- und Wassersportmesse. In diesem Jahr stellen fast 1800 Aussteller aus mehr als 60 Ländern viele Neuheiten,  interessante Weiterentwicklungen und auch Bewährtes aus. In 17 Messehallen geht es auf eine Reise durch die gesamte Welt des Wassersports.

Action und Trendsport auf der boot 2016

Splash Drone
Splash Drone

So kann man in der Beachworld in der Trendsport-Halle 1 eine Splash Drone, den weltweit ersten wasserdichten Quadrokopter, in Aktion erleben. Die Splash Drone kann aus dem Wasser starten und liefert fantastische Actionaufnahmen, kann aber auch Leben retten, da sie ein Rettungspaket abwerfen kann. Im Wasser bläst sich das Paket zu einer kleinen Rettungsinsel auf.

Stand up Paddling-Polo
Stand up Paddling-Polo

Auf den Maasplassen haben wir in den letzten Jahren schon häufig Stand Up-Paddler gesehen. Auf der boot, auch in der Beachworld in Halle 1, wird der neue Sport Stand Up Paddling (SUP)-Polo gezeigt. Zwei Teams mit je drei Spielern kämpfen auf speziellen Stand Up Paddling-Boards innerhalb eines Polofeldes auf dem Wasser darum, einen Ball möglichst oft mit Hilfe des Paddels ins gegnerische Tor zu befördern. Wir sind gespannt, wann wir das erste Stand Up Paddling-Polo auf den Maasplassen verfolgen können!

Erster Tauchgang im Tauchturm
Erster Tauchgang im Tauchturm

In Halle 3 gibt es die Möglichkeit, im Rahmen einer Schnuppertauchganges in speziellen Tauchbecken Tauchen auszuprobieren. Neben einem kleineren steht auch das größte transportable Tauchbecken für einen Tauchgang bereit.

Boote, Boote, Boote: Vom Tretboot bis zur Luxusyacht

boot 2016
Boot Düsseldorf Luxusyachten

Die boot Düsseldorf lässt auch im Motoren- und Motorbootsegment keine Wünsche offen. In insgesamt 7 Hallen sind Motorboote, angefangen beim 2,3 PS-Kleinmotor bis hin zur Luxusyacht zu finden.

boot Düsseldorf 2016 Vorbereitung
Vorbereitung für die boot Düsseldorf 2016 – letzte Hand anlegen

So wird als Neuheit in diesem Jahr die Explorer 24 der Drettmann-Werft mit einem neuen Antriebsverfahren vorgestellt, in dem die Dieselmotoren und Elektromotoren räumlich getrennt sind. Dadurch liegt der Verbrauch wesentlich unter dem Verbrauch vergleichbarer Yachten, und im Wohnbereich der Yacht steht mehr Raum zur Verfügung,  so dass sogar ein Beachclub mit Lounge und Sauna direkt an der Badeplattform Platz findet.

Drettmann Explorer 24 Luxusyacht
Drettmann Explorer 24 Luxusyacht

Der Star der boot 2016 ist eine Prinzessin: Mit 30 Metern ist die Princess 30M die größte Yacht auf der Messe und beeindruckt durch eine sehr luxuriöse und moderne Ausstattung. Die Werft feiert gerade ihren 50. Geburtstag, und so gab es neben der jüngsten Princess auch die älteste Princess „Charlotte“, wunderbar aufbereitet, zu sehen.

Princess 30 M Luxusyacht
Princess 30 M Luxusyacht
boot 2016: Princess 30 M Luxusyacht
Princess 30 M Luxusyacht

 

Älteste Princess-Yacht "Charlotte"
Älteste Princess-Yacht „Charlotte“

Die Messe geht vom 23. bis 31. Januar 2016 und ist täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Eintrittskarten können auf www.boot.de online geordert und zuhause ausgedruckt werden, denn sie dienen gleichzeitig zur kostenlosen An- und Abreise im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr bis zur Preisstufe D, Region Süd.

Fotos: Frank Beer Fotografie für bootssaison.de

Grave – Hafen und Stadt – Geheimtipp

WSV De Stuw Grave

Die Schleuse Grave kennen vermutlich fast alle Skipper, die auf der Maas aus dem Süden in Richtung Norden reisen. Allerdings fällt auf den ersten Blick nicht auf, dass die Stadt Grave ein lohnenswertes Ziel  für einen kürzeren oder auch längeren Aufenthalt ist.

Obwohl die Anfahrt zum Hafen in Grave den ersten Eindruck vermittelt, er könnte in einem Industriegebiet liegen, täuscht dieser. Auf dem Weg zum Hafen scheint es zunächst, als ob man auf die Hinterseite einer alten Fabrik fährt, da diese nahezu die ganze Breitseite während der Anfahrt einnimmt. Spätestens wenn man man vor dem Hafenbecken ist, nimmt man nichts mehr davon wahr. Vielleicht ist die Anfahrt der Grund, weshalb relativ wenige Boote die Marina ansteuern. Auf der Maas direkt neben Grave ist zwar noch ein Steg, allerdings ist dieser durch den teils großen Schwell vorbeifahrender Berufsschiffe nicht zu empfehlen.

Marina Grave Wassersportclub
Marina Grave Wassersportclub, Blick vom Zentrum

Grave liegt von uns, das heißt, von Roermond aus gesehen in Richtung Nimwegen und ist eine für uns inzwischen heiß begehrte Anlaufstation. Freunde von uns machten uns darauf aufmerksam, dass der Hafen und der Ort Grave prima in die „bootssaison.de“ passen würden. Neugierig geworden, fuhren wir für 3 Tage nach Grave und schauten uns alles genau an.

Grave
Hafen mit Sitzecken – Grave

Wir wurden sehr freundlich im Hafen empfangen, Hafenmeister, Mitglieder des Yachtclubs WSV De Stuw, alle waren sehr hilfsbereit und gastfreundschaftlich. Der Yachtclub betreibt einen Steg, der auf einer Seite ausschließlich für Gäste reserviert ist. Kommt mal ein zusätzliches Gästeboot oder ein größeres, so bietet der Hafen einen weiteren Stegabschnitt an, wo die Gäste festmachen können. Es ist alles vorhanden, was die Bootscrew braucht. Strom und Wasser gehören natürlich auch dazu.

Vereinsgebäude Marina Grave
Vereinsgebäude Marina Grave

Der Yachtclub hat ein schickes, architektonisch modernes und dank der großzügigen Verglasung lichtdurchflutetes Gebäude, in dessen Flügel rechts das Waschhaus untergebracht ist. Der linke Trakt (Gastronomie) ist zu bestimmten Zeiten geöffnet. Es dient als Cafe (sonntag nachmittags) oder auch als Kneipe/ Lokal/ Restaurant.

Ausblick vom Waschhaus
Ausblick vom Waschhaus

Die komplette Anlage ist sehr sauber und ansprechend. Im Hafen hat man Wert auf Details gelegt. So wurden hübsche Sitzecken angelegt, die gerne von Gästen und Mitgliedern genutzt werden. Wir mochten diesen Hafen auf Anhieb!

Zudem ist der Hafen sehr sicher – beim ersten Mal kamen wir kaum raus. Man muss genau wissen, was man tun muss, damit man Einlass in die jeweilige Richtung erhält 😉

Grave
An der Maas, Grave
Neben der Maas
Neben der Maas

Als wir es schließlich geschafft hatten, waren wir von dem Ort sehr angetan.

Die Kleinstadt Grave

liegt in Nordbrabant direkt an der Schleuse Grave bzw. südwestlich von Nimwegen. Grave hat gut 12000 Einwohner und bietet sogar eine kleine Fußgängerzone. Schöne Lokale und Restaurants fallen ebenfalls positiv auf.

Statue vor Geschäft in Grave

Es gibt unweit vom Hafen, im Zentrum einen Supermarkt, zudem viele andere Geschäften. Einige Lokale schöpfen aus der Artenvielfalt der verschiedenen Biersorten in dieser Gegend und bieten ihren Gästen „ein umfangreiches Sortiment“. Dabei gibt es aber auch immer Schmackhaftes für den Gaumen.

Die Stadt ist zwar übersichtlich, oftmals in Kopfsteinplaster neueren Datums passend ausgestattet, und hat viele Häuser aus dem Mittelalter, die bestens restauriert ins Stadtbild passen. Gleich am ersten Abend unternahmen wir einen Spaziergang durch Grave, bewunderten die Architektur und am Abend die Lichterspiele. Kurioses und Unterhaltsames entdeckten wir am nächsten Tag in einem Geschäft, das seine Bestimmung zwischen Kitsch, Trödel und Außergewöhnlichem gefunden zu haben schien.
Foto rechts: Eine Statue wirbt für ein Geschäft mit der Beschriftung „Kniefall vor Schönheit“ … Fanden wir ein Foto wert.

 

Bierprobe mit Snack
Bierprobe mit Snack

Eine Bierprobe mit Snacks erschien uns unumgänglich direkt am Ufer mit schöner Aussicht zur Maas.
Die Kraaijenbergse Plassen sind ca. 15 km entfernt. So unternahmen wir eine Fahrradtour dahin und fuhren durch sehr schöne Landschaften und immer auf – den Niederländern sei Dank – sehr gut ausgebauten Fahrradwegen.

Historische Häuser, Grave
Historische Häuser, Grave

 

Restaurants in GraveAuf dem Rückweg haben wir noch einmal die Stadt besucht und einige Fotos geschossen. Grave stellt sich als sehr gepflegter Ort dar. Da wir in der Nachsaison in Grave waren, war es recht leer. Die Häuser sind auch nachts nett anzusehen.

Blick auf die Marina
Blick vom Zentrum auf die Marina

Abschließend kann man sagen, dass wir Grave sicher bald wieder besuchen werden. Hier ist alles für ein Entspannungs oder Aktiv-Wochenende vorhanden.

Weitere Informationen: Offizielle Website von Grave

Grave findet man auf der Wasserkarte ANWB Waterkaart L Grote Rivieren Oost*, unweit der Grenze zum ANWB Wateratlas M Limburgse Maas*, den man für die Strecke von Roermond Richtung Norden benötigt.

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Trailerboot und Camping in Cuijk/ Kraaijenbergse Plassen

Dieses Mal ging es mit dem Trailerboot, unserem Bombard C4 zum Campingplatz in Cuijk-Linden T´Loo an den Kraaijenbergse Plassen.

Die Kraaijenbergse Plassen bei Cuijk sind ein Seengebiet an der Maas. Bei Mass-km 167 zweigt in südlicher Richtung die Zufahrt zu den Plassen ab. Durch eine offenstehende Schleuse geht es zunächst durch einen Industriehafen, dem aber direkt ein sehr schönes Wassersportgebiet folgt.

Der Name „Cuijk“ soll vom keltischen „keukja“ abstammen, was so viel wie „Kurve“ bedeutet. Und genau das macht die Maas hier: An der Grenze zwischen der „Limburgse Maas“ und den „Grote Rivieren“ macht die Maas, die bisher in Richtung Norden fließt, eine rechtwinklige Kurve und verläuft ab hier in Ost-West-Richtung.  Die Kraaijenbergse Plassen sind, genau wie die Maasplassen, durch Kies- und Sandabbau entstanden und haben zur Zeit eine Größe von ca. 400 ha. Kiesabbau findet nach wie vor statt, aber seit einiger Zeit gibt es in den Kraaijenbergse Plassen auch eine touristische Entwicklung in Form von Stränden, Anlegeplätzen und Jachthäfen. Auch die Gemeinde Ciujk erweitert sich in Richtung Kraaijenbergse Plassen und hat dort sehr schöne Wohngebiete unter dem Motto „Wohnen am Wasser“ gebaut.

Auf dem Campingplatz t´Loo
Auf dem Campingplatz t´Loo

Zusammen mit dem Mooker Plas und natürlich der Maas bieten die Kraaijenbergse Plassen ein interessantes Gebiet für einen kurzen Bootsurlaub. Mit unserem Trailerboot Dawn „am Haken“ nahmen wir uns fünf Tage Zeit, die Gewässer um Cuijk kennenzulernen. Ein 4×4 m Zelt diente uns als Unterkunft.

Als Ausgangsbasis hatten wir uns einen Campingplatz direkt am See ausgesucht. Der Campingplatz T´Loo besitzt einen eigenen kleinen Hafen. Wichtig für uns war, dass wir einen Liegeplatz für unser Trailerboot bekamen, denn wir wollten das Boot nicht täglich slippen.

T´Loo Nähe Cuijk
T´Loo Nähe Cuijk

Zudem waren wir mit den mitgebrachten Fahrrädern auch für kürzere Strecken mobil. Der Campingplatz in Cuijk ist relativ klein. Die Eigentümerfamilie betreibt ein Bootsgeschäft mit Reparatur und Service und sorgt für ein freundliches Klima. Der Platz besteht größtenteils aus Plätzen für Dauercamper. Grob haben wir auf 30 Gästeplätze geschätzt.

Slippen des Trailerboots am Campingplatz T´Loo

Slipprampe auf T´Loo
Slipprampe auf T´Loo

Unsere Dawn wurde schnellstmöglich ins Wasser geschubst. Mit dem Harbeck-Trailer war das Slippen sehr einfach. Einfach die Räder des Anhängers bis zum Wasseranfang fahren und das Boot mit der Winde zu Wasser lassen. Das Schlauchboot fährt sehr kontrolliert und genau über die roten Rollen ins Wasser. Genauso einfach war das Rausholen des Schlauchboots.

Häuser am neuen Hafen Cuijk
Häuser am neuen Hafen Cuijk

Am nächsten Morgen hatten wir uns an der Rezeption erkundigt, wo man einkaufen kann. Man verwies uns auf einen Jumbo, der an der „Lavendelkade“ von Cuijk entstanden ist und der mit dem Boot erreichbar ist. Die Lavendelkade ist ein sehr schöner Neubau-Komplex aus Büro- und Wohngebäuden sowie Geschäften. Vom Campingplatz bis zur Lavendelkade sind es mit dem Boot knapp 3 km.

Per Trailerboot auf dem Weg nach Cuijk – Wohnen im/am Wasser

Cuijk - Wohnen am Waseer
Cuijk – Wohnen am Waseer
Brücke bei Cuijk
Brücke bei Cuijk

Wir ließen es uns nicht nehmen, eine kleine Erkundungstour durch das neugebaute Wohngebiet zu machen.

Achtung, hinter der Brücke ist es sehr untief. Unsere kleine Dawn musste schnellstmöglich wieder zurück, das Boot voraus hatte anscheinend einen kleineren Tiefgang.

Ein Bootsausflug über die Maas nach Maasbommel

Trailerboot und Berufsschifffahrt
Trailerboot und Berufsschifffahrt

Aber wir wollten ja während unseres Urlaubs nicht nur die Kraaijenbergse Plassen erkunden. Eine etwas längere Tour führte uns maasabwärts nach Maasbommel in das Wassersportgebiet „De Gouden Ham“.

An dem Tag legten wir per Boot gut 70 km zurück. Zunächst warten wir vor der Schleuse Grawe in übermächtiger Gesellschaft – beim Anblick des Schiffs haben wir freiwillig die Rettungswesten angelegt …

In der Schleuse
In der Schleuse

Der Schleusenwärter schickte uns zur nächsten Schleusung hinter 3 Berufsschiffen rein. Man fühlte sich hier sehr klein und in der Schleuse auch gefangen …

 

Auf der Schnellfahrtstrecke
Auf der Schnellfahrtstrecke
Farbenprächtige Hausreihen am Wasser in Maasbommel
Farbenprächtige Hausreihen am Wasser in Maasbommel

Im Wassersportgebiet „De Gouden Ham“ angekommen, entschieden wir uns, erst einmal das Örtchen Maasbommel zu erkunden.

Vom Hafen aus mussten wir ca. 1,5 km laufen, um den Ortskern zu erreichen.

Zeltlager bei Maasbommel
Zeltlager bei Maasbommel

Dort gibt es eine Kirche, Wohnhäuser, ein Geschäft und einen Schnellimbiss, der aber geschlossen war, als wir Maasbommel besuchten. Ein sehr ruhiges Dorf und uns kam es so vor, als ob im Hafen mehr los sei als im „Ortszentrum“.

Bei einer Erkundungsfahrt des Seengebietes stießen wir auf eine interessante Ansammlung von Zelten – augenscheinlich Gruppenunterkünfte, die aber zu dem Zeitpunkt nicht belegt waren.

Mooker Plas

Trailerboote am Campingplatz
Trailerboote am Campingplatz

Ein weiterer  Ausflug führte uns von den Kraiijebergse Plassen zum Jachthaven El Dorado am Mooker Plas. Der Mooker Plas zweigt maasaufwärts von der Maas ab und ist durch einen sehr hübschen schmalen Wasserweg zu erreichen.

Am Mooker Plas gibt es mehrere Jachthäfen und einen Campingplatz sowie Strände. Einige Camper hatten sich interessante Slippeinrichtungen aus ehemaligen Anhängern gebaut und hatten so ihre Boote im Trockenen.

Jachthafen Eldorado, Mookerplas
Jachthafen Eldorado, Mookerplas
Cuijk Wetterkapriolen
Cuijk Wetterkapriolen

Wieder zurück an unserem Campingplatz: Leider war das Wetter nicht immer so, dass man Boot fahren wollte.

An einem Tag ging es mit dem Auto zum ca. 100 km entfernt gelegenen Campingkaufhaus Obelink in Winterswijk, manchmal auch als „Camping-Ikea“ bezeichnet. Hier wollten wir einige Sachen einkaufen.

Wir wunderten uns zunächst über die großen Obelink-Einkaufswagen. Am Schluss wussten wir, weshalb die so groß sind. Wir brauchten insgesamt drei …

Mit dem Wetter hatten wir leider nicht so viel Glück. Und auch am letzten Tag sah es vom Wetter her nicht gut aus. Und so verbrachten wir die regenfreie Zeit mit Spaziergängen und erkundeten per Fahrrad die Gegend.

Dennoch fühlten wir uns hier recht wohl. Für kleinere Boote ist das Gebiet gut geeignet. Unser Hafen liegt günstig für die Touren, die wir machen wollten. Die Wasserwege bieten viele Möglichkeiten. Oftmals waren Anlegestellen in den Seen auf der Karte zwar eingezeichnet, jedoch waren keine Stege zum Anlegen vorhanden oder es fehlten Poller bzw. etwas, um das Boot festzumachen. Wir waren gespannt, ob sich das demnächst ändern würde. Wir werden noch einmal zurückkehren und dann berichten.

Friesland-Bootsurlaub: Roermond-Friesland und zurück

Endlich war es soweit, unser heißersehnter erster Friesland-Bootsurlaub auf eigenem Kiel sollte beginnen! Bisher hatten wir über viele Jahre ein- oder zweimal pro Jahr ein Hausboot in Friesland gechartert, und einmal mit unserem Schlauchboot einen Camping-Urlaub dort verbracht. Dieses Mal wollten wir mit unserer Fiona unsere Lieblingsplätze endlich als Bootseigner eines Kabinenbootes besuchen.

Die Urlaubstour

Marina Leukermeer
Marina Leukermeer

Unser erster diesjähriger Friesland-Bootsurlaub startete in unserem Heimathafen, dem Jachthafen De Rosslag in Roermond / Herten. Maasabwärts ging es am ersten Tag bis zum Leukermeer, und am nächsten Tag von dort über Maas, Maas-Waal-Kanal, die Waal, den Pannerdensch-Kanaal und einem Stück IJssel bis nach Doesburg.

IJsselabwärts ging es am Tag drauf sehr flott mit der Strömung bis Zwolle und dann weiter über das ruhige Zwarte Water, so dass wir abends schon in Genemuiden in der Provinz Nordwest-Overijssel festmachen konnten.

Marrekrite Anleger im Tjeukemeer
Marrekrite Anleger im Tjeukemeer

Hier fing unser bekanntes Urlaubsgebiet an – mit vielen Liegemöglichkeiten, einer hervorragen Infrastruktur für Bootsfahrer und kaum Berufsschiffahrt. Von Genemuiden ging es am Ostersonntag dann zuerst nach Giethoorn mit einem kurzen Besuch des an diesem Tag extrem gut besuchten, wunderschönen Örtchens, und dann am Nationalpark de Weeribben entlang bis nach Ossenzijl.

Da wir es kaum erwarten konnten, an einem unserer Lieblingsorte, dem Princenhof in der Nähe von Grouw anzukommen, stand am nächsten Tag wieder eine etwas längere Tour auf dem Programm, von Ossenzijl mit einem Abstecher nach Joure und dann weiter zum Princenhof. Während wir bis kurz hinter Ossenzijl noch in den Genuss der automatisch bedienten Brücken kamen, die in der Provinz Nordwest-Overijssel üblich sind, erwarteten uns ab Echtenerbrug die brückengeldpflichtigen, per Schleusenwärter bedienten Brücken von Friesland, aber auch die „Marrekrite“, die sehr viele freie Liegeplätze in der Natur bietet.

Frühstück in Sneek Sichtnähe Waterpoort
Frühstück in Sneek Sichtnähe Waterpoort

In aller Ruhe und langsamer Fahrt, mit einigen Foto- und Kaffeepausen, ging es am Tag darauf vom Princenhof bis nach Sneek. Hier wurden wir positiv überrascht: Südwest-Friesland hatte das Brückengeld abgeschafft! In den ersten Tagen eines Bootsurlaubs in Friesland fanden wir das Einsammeln des Brückengeldes, meistens zwischen ein und zwei Euro pro Brücke, mit einem an einer Angel heranschwebenden „Klompen“ immer ganz charmant, die Begeisterung verflog aber jedesmal recht schnell wieder. Am Ende hatten wir sogar einige Strecken mit sehr vielen Brücken deswegen gemieden. Um so größer unsere Freude über die Abschaffung des Brückengeldes zumindest in einem Teil von Friesland.

Abendstimmung am Ijsselmeer
Abendstimmung am Ijsselmeer

Ab Sneek ging es erst am frühen Abend weiter, nur eine kurze Strecke bis in die Nähe von Heeg. Dort kennen wir schöne freie Marrekrite-Anlegestellen, an denen man grillen kann – was wir dann auch machten.

Von Heeg aus fuhren wir über die Bolswarderzijlfaart zum hübschen Städtchen Bolsward, das wir nach längerer Zeit wieder einmal besuchten und den Aufenthalt dort auch nutzten, um eine Maschine Wäsche zu waschen.

Am nächsten Tag ging es über die schöne Workumer Trekvaart nach Workum und von dort eine kurze Strecke ins Heegermeer. Dort gibt es herrliche Inselchen mit vielen Marrekrite-Anlegeplätzen, an denen man wunderbar grillen kann. Schließlich war unser „Son of Hibachi“-Grill bisher ein wenig zu kurz gekommen!

Auf dem Ijsselmeer nach Stavoren
Auf dem Ijsselmeer nach Stavoren

Durch Workum ging es dann rauf aufs IJsselmeer und an der Küste entlang, vorbei an Hindeloopen, durch die neue Johan-Friso-Schleuse nach Stavoren. Ein Regentag hielt uns eine zweite Nacht in Stavoren fest – aber da wir immer sehr gerne in Stavoren sind, machte uns das nicht viel aus.

Über das Heegermeer ging es am kommenden Tag Richtung Tjeukemeer, wo wieder eine dieser schönen Marrekrite-Inselchen auf uns wartete, die anscheinend nur für freie Anlegestellen gemacht wurden.

Die 2014 neu eröffnete Schleuse in Stavoren
Die 2014 neu eröffnete Schleuse in Stavoren

Am nächsten Tag mussten wir Friesland „Auf Wiedersehen“ sagen, und zurück ging es mit einer längeren Tour, diesmal durch die wunderschöne Kalenberger Gracht mitten durch den Nationalpark De Weeribben und über das Zwarte Water bis nach Zwolle.

Ab Zwolle hatten wir die Strömung der IJssel gegen uns, so dass wir es in recht langsamer Fahrt am nächsten Tag nur bis Zutphen schaffen wollten. Dieses Städtchen ist immer wieder einen Besuch wert, so dass wir gerne dort haltmachten.

Gegen starke Strömung ging es dann die IJssel weiter herauf bis zum Pannerdensch Kanaal, von dort in die Waal, diesmal mit der Strömung, und durch den Maas-Waal-Kanal. Das Tagesziel war der Jachthafen El Dorado im Mooker Plas. Von dort konnten wir es am nächsten Tag maasaufwärts bis zurück zu unserem Heimathafen in Roermond schaffen.

In Ossenzijl: Bootstour von Roermond nach Friesland und zurück
In Ossenzijl: Bootstour von Roermond nach Friesland und zurück

Es war ein wunderschöner Friesland-Bootsurlaub mit abenteuerlichen Erlebnissen und ruhigen Momenten, netten Begegnungen und interessanten Erfahrungen. Die einzelnen Etappen, die Besonderheiten der Regionen und Gewässer, Häfen, Städte und Liegeplätze werden wir in unseren nächsten Beiträgen detaillierter beschreiben.

Als Kartenmaterial und Unterlagen hatten wir natürlich zunächst den Wateralmanak 1* an Bord, denn das ist Pflicht in Holland. Der Wateralmanak 2* war auch dabei für Informationen über Brücken- und Schleusenöffnungszeiten, Besonderheiten und Regeln der Wasserstraßen wie z.B. Geschwindigkeitsbeschränkungen, sowie für Informationen über Häfen. Dazu kamen 6 Wasserkarten: Die Strecke von Roermond bis zur Abzweigung des Maas-Waal-Kanal wird durch den ANWB Wateratlas M* „Limburgse Maas“ abgedeckt, der Maas-Waal-Kanal, die Waal, der Pannerdensch Kanaal und ein Stück IJssel bis Doesburg durch die ANWB Waterkaart L* „Grote Rivieren Oost“. Weiter ging es mit dem ANWB Wateratlas D* „Gelderse IJssel“ für die Strecke bis Zwolle, der ANWB Waterkaart C* „Noord West Overijssel“, der ANWB Waterkaart B* „Friesland“ und der ANWB Waterkaart Y* „IJsselmeer“ für unseren Aufenthalt in Nordwest-Overijssel und Friesland. Als sehr nützlich haben sich auch die „Knooppuntenboekjes“ erwiesen, die wichtige Informationen über Begegnungspunkte mit der Berufsschifffahrt liefern. Sie sind kostenlos als pdf auf der Website von Varen doe je samen! erhältlich.

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Bootfahren in Holland – Voraussetzungen & Vorschriften

Die Voraussetzungen für Bootfahren in Holland sind nahezu ideal. Es gibt eine fast einzigartige Infrastruktur: Sehr zahlreiche für Sport- und Hausboote nutzbare Wasserwege, Flüsse, Kanäle, Seen und auch das Meer. Zu erwähnen sind die vorbildlichen Binnenwasserwege, die sich kreuz und quer durchs Land ziehen, insbesondere in der Provinz Friesland. Generell gibt es zahlreiche Anlegemöglichkeiten und Häfen, die alle notwendigen Annehmlichkeiten bieten. Einen guten Überblick geben z.B. die Bücher „Mit dem Hausboot durch Holland: Die Friesische Seenplatte und der Großraum Amsterdam. Mit 22 Tourentipps für die Niederlande.„* und „Friesland: Zwischen Ems, IJsselmeer, Waddenzee und IJssel. Mit Twenterevier und Route durch das Veen„.

Bootfahren in Holland ohne Führerschein

Für einen ersten Überblick über die wichtigsten Regeln zum Bootfahren in Holland lohnt sich ein Blick in die „Revierinfo Niederlande“ vom ADAC.  Führerscheinfrei sind Boote, die kürzer als 15 Meter sind und die nicht schneller als 20 km/h fahren können. Trotzdem sollte man nicht ganz ohne Kenntnisse fahren, denn sonst könnte der verdiente Urlaub urplötzlich doch in Stress ausarten. So kann sich für Hausboot-Neulinge ein Blick in das Buch „Charterfibel: Hausbootwissen für Einsteiger. Mit der neuen Charterbescheinigung“ lohnen. Bootsurlauber in Friesland können auch für einen Tag einen Kurs bei Skippers Start Hilfe buchen, um mit der Handhabung eines Bootes und den wichtigsten Fahrregeln vertraut zu werden. Einen Bootsführerschein zu besitzen schadet natürlich auf keinen Fall für das Bootfahren in Holland.

Der deutsche Sportbootführerschein Binnen wird anerkannt, wenn er nach dem 1.4.89 ausgestellt wurde.

Er ist gültig für die Binnengewässer in den Niederlanden, aber nicht gültig für das Ijsselmeer, die Waddenzee, die Ems und den Dollard, die Oosterschelde und die Westerschelde. Für diese Gebiete wird der Sportbootführerschein See oder das Sportschifferpatent benötigt.

Der deutsche Sportbootführerschein See wird anerkannt, wenn der Führerschein nach dem 1.1.74 ausgestellt wurde.

Der Sportbootführerschein See ist gültig für alle holländischen Wasserstraßen. Das Sportschifferpatent wird ebenfalls für das Bootfahren in Holland anerkannt.

Generell werden andere bzw. ältere Führerscheine in den Niederlanden nicht anerkannt. Bestimmte Führerscheine können in Deutschland umgeschrieben werden. Es wird z.B. dringend empfohlen, den Befähigungsnachweis der ehemaligen DDR umschreiben zu lassen. Auskunft zur Führerscheinumschreibung erteilen die jeweiligen Fachstellen.

Auf die Sportbootführerscheine kann man sich im Übrigen sehr gut vorbereiten mit den Büchern „Sportbootführerschein Binnen Segel/Motor: Mit offiziellen Prüfungsfragen“ und „Sportbootführerschein See: Mit amtlichen Fragenkatalog„. In diesen Büchern findet man alle notwendigen Informationen gut aufbereitet und sie liefern das Hintergrundwissen für die Prüfung. Die Prüfungsfragen kann man auch sehr gut mit Hilfe einer App üben:

Bootfahren in Holland: Registrierungspflicht und Bootspapiere

Fährt man mit dem eigenen Boot in Holland, gibt es weitere Regelungen zu beachten. Boote unter 20 m Länge, die schneller als 20 km/h fahren können, müssen ein Kennzeichen haben. Dabei gilt: Das Kennzeichen muss gut erkennbar sein mit dunklen Buchstaben auf hellem Hintergrund oder umgekehrt. Die amtlichen und amtlich anerkannten deutschen Kennzeichen sind in den Niederlanden gültig.

Das Kennzeichen des Bootes muss in mindestens 20 cm hohen, 10 cm breiten und 2 cm starken lateinischen Buchstaben und arabischen Ziffern an beiden Bugseiten des Bootes angebracht sein. Falls das nicht geht, sind mindestens 10 cm hohe Buchstaben mit 6 cm Breite und 1,5 cm starken Buchstaben zu wählen. Der Name und die Adresse des Eigners ist gut sichtbar am Boot außen oder innen anzubringen.

Mindestalter

Ein Hausboot darf man ab 16 Jahren steuern. Kann das Boot allerdings schneller als 20 km/h fahren, muss der Schiffsführer mindestens 18 Jahre alt sein und den Sportbootführerschein besitzen. Für kleine offene Motorboote, die nicht länger als 7 m und langsamer als 13 km/h sind, muss der Schiffsführer mindestens 12 Jahre alt sein. Für Segelboote unter 7 m Länge, Ruder-, Paddelboote und Boote, die ausschließlich durch eigene Muskelkraft bewegt werden, gibt es kein Mindestalter.

Erforderliche Dokumente an Bord

Die Dokumente, die an Bord einer Motoryacht oder eines Hausbootes sein müssen, sind klar geregelt. Charterurlauber werden die meisten erforderlichen Dokumente allerdings bereits an Bord vorfinden.

– Falls erforderlich, müssen die nötigen Führerscheine oder Patente an Bord mitgeführt werden, ebenso gegebenenfalls das Funkzeugnis. Ausserdem muss ein gültiger Personalausweis oder Reisepass mit an Bord sein.

– Eigentumsnachweis für das Schiff. Der Internationale Bootsschein (IBS) und das Flaggenzertifikat vom BSH werden als Eigentumsnachweis anerkannt. Gegebenenfalls wird ein Schiffsbrief oder –attest benötigt (bei Schiffen mit mehr als 10 t Wasserverdrängung für binnen, ab 15 m Länge für See).

– EU-Konformitätserklärung (CE Zeichen). Alle Boote, die nach dem 15.6.1998 erstmals in Verkehr gebracht worden sind, benötigen eine CE-Konformitätserklärung. Ausnahme sind selbstgebaute Boote.

–  Ein EU-Mehrwertsteuernachweis ist vorgeschrieben für alle Boote, die nach dem 1.1.1985 in Betrieb genommen wurden. Jedoch ist eine Erkärung des Verkäufers, dass er alle Mehrwertsteuern bezahlt hat, wertlos.

– Bei schnellfahrenden Booten muss eine Bescheinigung über die gültige Haftpflichtversicherung vorliegen (die Mindestdeckkungssumme beträgt 567225 Euro für einen Schadensfall). Empfohlen wird eine Haftpflichtversicherung für alle Boote. Außerdem sind bei schnellfahrenden Booten Bootspapiere über die erfolgte Registrierung, z.B. der IBS mitzuführen.

– Wenn eine UKW-Funkanlage vorhanden ist, muss das Funkzeugnis sowie die Zulassungsurkunde und das Handbuch Binnenschiffahrtsfunk mitgeführt werden.

– Das Binnenvaartpolitiereglement (BPR) oder der ANWB Wateralmanak Teil 1 mit den Gesetzestexten Holländische Binnengewässer und den Sprechfunk-Vorschriften (Tipp: gegen Saisonende kann man die Almanaks 1 und 2 auch schon mal bei ebay günstig gebraucht bekommen).

Vorschriften zur Ausrüstung – gilt für alle Boote (lediglich nicht für kleine offene Boote)

Für alle Boote gilt: Es muss ein Anker an Bord sein, je eine Rettungsweste pro Person, eine rote Flagge und rotes Licht als Notsignal, wenn möglich Navigationslichter und für Segler unter Motor als Signalkörper ein schwarzer Ankerball / Kegel. Schnelle Boote müssen zusätzlich mit einem Feuerlöscher und einer Quickstop-Vorrichtung ausgerüstet sein sowie eine solide Steueranlage und einen Auspuff mit Schalldämpfer haben.
Zur eigenen Sicherheit wird außerdem empfohlen, eine Erste-Hilfe-Ausrüstung bzw. einen Verbandskasten an Bord zu haben, sowie Paddel, Rettungsring und Taschenlampe.

Wichtige Regeln

Almanak 1 und 2
Almanak 1 und 2

Die Regelungen zum Bootfahren in Holland auf den einzelnen Wasserstraßen sind jeweils im ANWB Wateralmanak 2 detailliert beschreiben. Wer öfter in Holland unterwegs ist und größere Gebiete befährt, kann auch sehr gut die iPad-App Waterkaarten – ANWB benutzen, die alle Wasserkarten sowie die Informationen aus dem Wateralmanak 2 beinhaltet.

Unser Wateralmanak hat seinen festen Platz am Steuerstand, und wir werfen normalerweise mehrmals täglich einen Blick hinein, um uns über die jeweils geltenden Regelungen für den Wasserweg, den wir gerade fahren, zu informieren.

Generell gilt beim Bootfahren in Holland: Die Höchstgeschwindigkeit in Holland beträgt zumeist 20 km/h. Auf jeden Fall sollte man die eigene und die Sicherheit der anderen gewährleisten und gute Bootsmannschaft walten lassen: Beim Schnellfahren muss der Abstand zu Bade-, Anlegestellen und zum Ufer mindestens 50 m betragen. Auf dem Ijsselmeer muss beim Schnellfahren der Abstand mindestens 250 m zum Ufer betragen und ist nur außerhalb des betonnten Fahrwassers erlaubt.  Bei einem Abstand von unter 50 m zum Ufer oder bei verminderter Sicht beträgt die Höchstgeschwindigkeit  9 km/h, in Umweltschutzgebieten nur 6 km/h.

In der Nähe von Regatten ist Schnellfahren natürlich nicht erlaubt. Wird stehend schnellgefahren, gibt es für die eigene Sicherheit die Pflicht, eine Rettungsweste anzulegen.

Die Alkoholgrenze beim Bootfahren beträgt in Holland 0,5 Promille.

Beim Wasserskilaufen muss zusätzlich ein Beobachter an Bord sein. Hier gilt: 0 Promille Alkohol für alle!

Als Bootsurlauber ist man zwar meistens bestrebt, den Berufsschiffen aus dem Weg zu gehen, aber für den Fall des Falles sollte man die entsprechenden Regeln kennen:

Mit Inkrafttreten des neuen Binnenvaartpolitiereglement in 2005 gilt die „Steuerbordregel“, unabhängig von der Größe der Schiffe. Wenn ein Schiff die Steuerbordseite beim Begegnen, Kreuzen oder Überholen hält, hat es Vorfahrt.

Wenn ein Großfahrzeug in Bergfahrt die blaue Tafel zieht, müssen auch Sportfahrzeuge darauf reagieren und an der Steuerbordseite passieren.

Passagierschiffe unter 20 m Länge sind Großfahrzeuge. Dieses zeigen sie mit einem speziellen gelben Zeichen. Hierzu gehört auch die Braune Flotte. Schlepper zählen nur dann als Großfahrzeuge, wenn sie schleppen.

Generell sollen Sportboote so weit wie möglich auf der Steuerbordseite fahren. Abweichende Vorschriften gibt es für die Geldersche Ijssel, Boven-Merwede, Neder-Rijn und Pannerdensch.

Bootfahren in Holland
Segeln in NL

Für Segelboote gibt es je nach Gebiet weitere Vorschriften. Beispielsweise ist das Segeln streckenweise auf stark befahrenen Kanälen verboten. Das Segelschiff muss einen Motor besitzen, der eine Fahrt des Schiffs unter Motor von mindestens 6 km/h ermöglicht.

Wenn Funk an Bord ist: Manche Strecken dürfen nur mit eingeschaltetem Funkgerät gefahren werden. Die niederländische Wasserschutzpolizei überprüft das, indem sie ein Boot anruft! Kommt keine Antwort, droht eine Strafe. Bei verminderter Sicht (Sicht unter 500 m) sind sogar 2 Funkgeräte vorgeschrieben. Außerdem ein Radargerät, das für die Binnenschifffahrt zugelassen ist.

Das betrifft zwar weniger die Bootfahrer, aber erwähnenswert ist, dass Schwimmen in Häfen und auf deren Zufahrtswegen verboten ist. Verboten ist das Schwimmen auch in Fahrrinnen, in der Nähe oder unter Brücken sowie in der Nähe von Fährstrecken.

Literaturvorschläge

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