Schleusen in Belgien

Bootsurlaub Belgien: Von Gent nach Mechelen via Schelde

Von Gent nach Mechelen – Bootsurlaub Belgien

Ein Bad am Morgen

Unser Bootsurlaub in Belgien sollte uns durch den Gezeitenstrom Boven-Zeeschelde nonstop nach Mechelen führen. Anhalten auf der Strecke wollten wir nicht. Ausgenommen ein Tankstopp, den wir eingeplant haben. Die Anleger auf unser Strecke mochten wir nicht. Sie erinnerten uns zu sehr an Schiffsverladestellen für die Berufsschifffahrt in den Niederlanden. Unruhig, ungemütlich, mitten am Fluss/ Kanal mit jeder Menge (Berufs-) Schiffsverkehr.
Das bedeutete aber auch, dass wir etwa 80-90 km an einem Tag fahren mussten. Was aber kein Problem sein sollte.

Am Abend vorher prüfte Hafenmeister Rocco den Gezeitenkalender und instruierte uns, am nächsten Morgen vor 6:00 Uhr mit dem fallenden Hochwasser zu starten. Gesagt, getan: In aller Frühe standen wir auf und fuhren in der Dunkelheit los. So mussten wir unseren Bootsurlaub Belgien gelegentlich von den Gezeiten abhängig machen und sehr früh aufstehen.

Schleusen in Belgien
Bootsurlaub Belgien

Zum Glück war die Marina teils beleuchtet, so dass wir nicht völlig im Dunkeln fahren mussten. Unser Navigationslicht leuchtet natürlich nicht für uns, sondern gewährleistet lediglich, dass man uns sieht. Die Schleuse war nur wenig von unserem Liegeplatz entfernt. In jeden Fall war sie nett beleuchtet, so dass wir uns gut orientieren konnten. Per Funk wurde uns die Wartestelle vor der entsprechenden Schleuse zugewiesen.

Schleusen brauchen immer Zeit und als wir fertiggeschleust hatten, sollte es allmählich Sonnenaufgang werden. Zunächst mussten wir auf Berufsschiffe warten, die natürlich vor uns einfahren sollten. Der Schleusenvorgang lief ohne Probleme und wir freuten uns schon auf die Fahrt.

Gegen 7:15 Uhr war die Schleusung für uns beendet und wir waren hinter der Schleuse.

 Plastikteil blockiert Propeller
Plastikteil blockiert Propeller

Aber was war das? Wir wollten gerade Marschfahrt aufnehmen, als wir bemerkten, dass das Boot sehr unruhig war. Es zitterte regelrecht. Als wir mit kleinster Fahrt fahren wollten, starb sogar der Motor ab. Shit happens! Was war los?

Wir wussten es noch nicht genau, aber wir legten am Ende der Schleusenmauer an und ich nahm ein morgendliches Bad in der Schelde. Nicht ganz freiwillig, aber schließlich wollte ich mich um unseren Duoprop kümmern, da ich den Verdacht hatte, dass sich zwischen den Propellern etwas verfangen haben könnte. Schließlich konnte ich ein Plastikteil zwischen den Propellern entfernen, das die Propeller in ihrer Arbeit behinderte. Danach konnten wir wieder normale Fahrt aufnehmen und ich war der Held des Tages 😉

Blockierter Propeller. Auch das ist „Bootsurlaub Belgien“. Das kann natürlich auch woanders passieren, allerdings war die Schelde manchmal sehr verschmutzt durch Plastik: Flaschen, Tüten und sonstiger Müll 🙁

Schelde, Belgien
Schelde, Belgien

Während des Niedrigwassers herrscht am Fluss eine seltsame Atmosphäre. Es scheint, als hätte der Fluss das Land ausgespuckt. Es erinnerte mich ans Wattenmeer. Allerdings fanden wir es für einen Fluss etwas befremdlich.

Da wir fast die ganze Zeit gegen die Sonne fuhren, konnte man das Ufer in Gleitfahrt nicht vom Fluss unterscheiden und wir mussten unsere Geschwindigkeit anpassen. Nicht umsonst raten die Revierführer, mittig zu fahren, da es sonst zu unliebsamen Grundberührungen kommen kann. Da darf man mal auf bestimmten Abschnitten schnell fahren und dann geht es nicht 🙁

Bei der Stadt Temse stoppen wir, um Diesel aufzufüllen. Wir hatten den Tank zuletzt in Nieuwpoort gefüllt und Buch geführt, wie weit, wie viele Stunden etc. wir gefahren sind. Große Überraschung: Der Stundendurchschnitt betrug für uns kaum glaubhafte drei Liter. Drei Mal hatten wir kürzere Strecken mit Gleitfahrt, ansonsten war es angepasste Fluss- bzw. Kanalfahrt. Wir freuten uns natürlich sehr über den niedrigen Verbrauch.

Yachtclub
Yachtclub

Nach dem Tanken in Temse besuchen wir das chice Marina- Gebäude des dortigen Yachtclubs. Sonst geht es eher ruhig und beschaulich im Hafengebiet zu. Hier gibt es überall Automaten, wo man gegen Bezahlung Brot bekommt.

Am Nachmittag erreichten wir die gezeitenabhängige Schleuse in Mechelen rechtzeitig und genossen ein sehr komfortables Schleusen am Schwimmsteg im Schleusenbecken.

Schleuse vor Mechelen
Schleuse vor Mechelen

Weiter geht es mit dem nächsten Bericht „Mechelen„, wo sich unser Bootsurlaub Belgien fortsetzt.

Schreibe einen Kommentar