Dalmatien Törn, nördlicher Bereich Teil 1

Teil 1: Biograd, Zadar, Molat Veli

Teil 2: Die Insel Iz

Teil 3: Dugi Otok, Zut

Teil 4: Marina Zaton, Skradin, Konoba Vidrovaca, Prvic Luka, Sibenik

Teil 5: Kaprije, Kakan, Vodice, Murter

 

Boots-Tour in Dalmatien – Nördlicher bis mittlerer Bereich

Dalmatien und dessen Meer ist für Motorbootfahrer eins der schönsten Reviere. Bei dieser Tour stand dieses Mal der eher nördliche Bereich von Dalmatien im Vordergrund.

Malerisch, erlebnisreich und chillig. So könnte man diese Reise beschreiben. Lohnenswerte Ziele sind alle sehr nah beieinander. Man muss somit keine langen Entfernungen überbrücken. Als Basis wählten wir erneut Biograd, die bereits erprobte Marina Kornati.

Die Etappen:

Tag 1: Ankunft gegen 19:00 in Biograd na Moru, Marina Kornati.
Tag 2: Vorbereitung, Bura um Biograd.
Tag 3: Biograd – Zadar, 30 km.
Tag 4: Zadar – Molat Veli, 43 km.
Tag 5-6: Molat Veli – Insel Iz, Marina, 33 km.
Tag 7: Veli Iz –Iz, Ort Knez, 3 km.
Tag 8: Knez auf der Insel Iz – Sali auf der Insel Dugi Otok – Zut, 30 km.
Tag 9: Zut – Stadthafen Vodice , 41 km.
Tag 10: Vodice – Marina Zaton, 19 km.
Tag 11: Marina Zaton – Skradin – Konoba Vidrovaca, 13 km.
Tag 12: Konoba Vidrovaca – Insel Prvic, Luka, 22 km.
Tag 13: Fährenausflug nach Sibenik von Privic Luka.
Tag 14: Prvic Luka – Kaprije, Boje der Konoba Matteo, 11 km.
Tag 15: Kaprije – Zirje – Kaprije City – Kakan Potkucina, 18 km.
Tag 16: Kaprije – Vodice, 14 km.
Tag 17: Vodice – Murter, ACI Jezera, 14 km.
Tag 18: Murter, ACI Jezera – Murter Konoba Zminjak, 12 km.
Tag 19-21: Murter, Konoba Zminjak- Pasman Uvala Landin – Biograd, 33 km.

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Törnliteratur

Tag 1: Ankunft gegen 19:00 in Biograd na Moru, Marina Kornati, Dalmatien.

Ankunft unseres 14,50 Meter langen Gespanns in Biograd: 19:00. Somit haben wir zwei Tage gebraucht, um das Boot von Holland/Limburg nach Dalmatien zu transportieren.

Gegen 19:20 Uhr ist unser Boot kranungsbereit. Bootskranung in letzter Minute, eigentlich ist der Kran nur bis 19:00 Uhr in Betrieb. Wir hatten uns vorher zum Kranen telefonisch angemeldet. Allerdings für 19:00 Uhr. Danke an die Kranleute.
Also schnell das Boot zum Kranen klar machen und dann ist die Kranabteilung dran. Wir räumen einige wichtige Sachen vom Auto ins Boot ein und bauen das Verdeck auf. Somit ist das Boot schon einmal bewohnbar für diese Nacht. Im Dunkeln geht es in Schleichfahrt vom Kranplatz zu unserem Liegeplatz.
Aus irgendeinem Grund funktioniert das Navilicht nicht. Später stellen wir fest, dass es lediglich eine Sicherung rausgehauen hat.

Die Marina Kornati bietet alles, was wir benötigen. Kranservice, Wasser, Strom, nahe Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt. In den letzten Jahren neu entstandene und modernisierte Einkaufszentren sind wenige Minuten mit dem Auto entfernt.
In Biograd gibt es zudem zahlreiche Besichtigungs- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Einige davon nutzen wir in den zwei Tagen, in denen wir aktuell hier sind. Last, but not least: Beim Hafenkapitän, nur wenige Hundert Meter entfernt, kann man die Aufenthaltserlaubnis erhalten.

Marina Kornati

Bilder oben und unten: Marina Kornati in Biograd.

Hafen Biograd, Dalmatien

Tag 2: Vorbereitung/Einkauf/Fun Park Biograd.

Aufwachen in Dalmatien – der Urlaub kann beginnen! Frühstückseinkauf im Konzum direkt neben dem Hafen. Fast daneben ist ein maritimes Geschäft. Die Auswahl ist allerdings nicht sehr groß.
Nach dem Frühstück: Einkaufen mit dem Auto bei Lidl und in Biograd.
Zu Fuß in die Altstadt Biograd. Der Wochenmarkt hat gute Angebote. Im Angebot gibt es z.B. Fisch, Fleisch, Gemüse, Früchte und Honig.

Das Boot ist inzwischen seeklar.

Im Hafen und in der Stadt Biograd merkt man von der Bura fast nichts. Wir bringen das Gespann „privat“ auf einem unbefestigten Grundstück unter. Hier ist Platz für bis zu 10 Gespanne. Die Entfernung zur Marina Kornati beträgt etwa 4 km.

Die Altstadt ist natürlich touristisch, aber sehr sehenswert. Überall in Biograd und natürlich an der Meerpromenade gibt es schöne Lokale. Geht man am Meer Richtung Süden, kommt man zu dem Fun Park Biograd, einem „Strandvergnügungsviertel“ mit vielen Lokalen direkt am Meer und im Hang. Sehr interessant.

Hafengebühren für 2 Nächte: € 84, Einkranen ca € 80, Auskranen nach 3 Wochen ca. € 65.
Parkgebühren für das Gespann: € 6/Tag. Drei Wochen steht es dort im Freien mit mehreren anderen Gespannen aus Deutschland und Österreich. Dennoch will uns die Vermieterin  nach 3 Wochen bei der Abholung einen höheren Preis berechnen als mit ihrem Sohn vereinbart. Nach einem Telefonat mit dem Sohn zahlen wir den vereinbarten Preis.

Biograd Wochenmarkt

Foto oben: Der Wochenmarkt in Biograd.

Badestrand Biograd

Foto oben: Zum Badestrand, etwas weiter links ist der Fun Park Biograd.

Fun Park Biograd

Foto oben: Open Air Zumba im Fun Park Biograd.

Fun Park Biograd

Foto oben: Zumba zusehen ist auch anstrengend 😉

Tag 3: Biograd – Tanken in Biograd – Zadar, Gesamtstrecke: 30 km.

Zadar Altstadt

Wir müssen zum Hafenkapitän, um die erforderlichen Gebühren zu bezahlen. Da wir im Jahr davor alle Unterlagen erbracht haben, ist es dieses Mal einfacher. Generell müssen  Versicherungsunterlagen, die Schiffs-Anmeldung, Führerschein, Personalausweis vorgezeigt werden und man bezahlt die entsprechenden Gebühren.
Tipp: Man kann die Zeit-Blöcke auch mischen. Wenn man z.B. drei Wochen bleibt, kann man einmal ein Zweiwochen-Ticket und ein Einwochen-Ticket kaufen. Man muss dann nicht das Vierwochen-Ticket nehmen. Hier kann man immer vorher ausrechnen, was am günstigsten ist.

Auftanken bei der Bootstankstelle in Biograd. Ein Liter Diesel kostet  € 1,37. Zu der Zeit kostet ein Liter in Deutschland (Raum Düren/Köln) ca € 1,19.

Die Strecke von Biograd nach Zadar beträgt 30 km. Da die See aufgewühlt war, fahren wir in Verdrängerfahrt und brauchen 2 Stunden und 50 Minuten.

In Zadar liegen wir altstadtnah in der Tankerkomerc-Marina und sind in Laufdistanz zur Altstadt. Wir müssen lediglich über die Brücke gehen. Die Waschhäuser sind sehr gut. Kleinere Märkte sind in der Nähe.
Liegegebühren in Zadar: € 60/Nacht.

Zadar ist eine herrliche mittelalterliche Stadt. Äußerst touristisch. Dennoch: Absolut besuchenswert.

 

Foto unten: Zadar, weiter links ist die Meeresorgel.

Zadar Meerpromenade

Foto unten: Romantische Angleridylle vor der Altstadt Zadar.

Zadar Hafenpromenade Fischer

Unten: Liegeplätze in der Marina Tankerkomerc Zadar.

Zadar Marina Tankerkomerc

Foto unten: Die Einfahrt der Marina Tankerkomerc Zadar. Zentrumsnaher Hafen.

Marina Becken Zadar

Tag 4: Zadar – Molat Veli, Bojenfeld bei Brgulje. Gesamtstrecke 43 km.

Ankunft beim nächsten Ziel: Molat Veli. Ursprünglich wollten wir ankern. Jedoch sind fast überall Bojen. Die Bojen scheinen recht neu zu sein. Dort, wo keine sind, hält der weiche Boden den Anker nicht. Also geht es an die Boje. Insgesamt liegen heute Nacht 13 Jachten im Bojenfeld, davon  lediglich eine Motorjacht. Die Kosten für das Festmachen an der Boje betragen 20 Kuna je Meter Länge der Jacht. Man kann mit dem Dinghy ans Festland fahren, um dort einzukaufen oder essen zu gehen. Es gibt im Dorf zwei Restaurants: Papa und Janko.

Wir haben reichlich Proviant für einen schönen Abend an Bord und genießen den Sonnenuntergang auf dem Vordeck.
Wunderschöner Ort. Man liegt zwischen einer Insel und dem Festland. Herrlicher Platz zum Schwimmen.

Gebühren für die Boje: € 20. Der Kassierer auf dem ca. 4 m langen offenen Motorboot druckt eine Quittung mittels eines Mini-Thermopapierdruckers aus. Der Müll wird mitgenommen und entsorgt.

Auf der Adria in Dalmatien, von Zadar nach Molat Veli

Foto oben: Auf der Adria in Dalmatien, unterwegs von Zadar nach Molat Veli.

Bojenfeld Molat Veli

Oben: An der Boje, Molat Veli. Hinter den Schiffen dürfte man ankern. Nur hielt unser Anker im zu weichem Grund nicht.

Törnliteratur: Kroatien und Slowenien – Koper bis Split

Die Ostküste der Adria

Der Törnführer Kroatien und Slowenien: Koper bis Split von Dieter Berner beschreibt auf knapp 300 Seiten die beliebtesten Bootsreviere Kroatiens und Sloweniens, von Koper über Istrien, den Kvarner, die Region um Murter und die Kornaten bis Split im Süden. Der Autor Dieter Berner liefert detailliertere Hafenbeschreibungen und geht auch auf die Umgebung ein.
Das Buch startet und endet mit je einer ausklappbaren Seite. Auf diesen gibt es eine Übersichtskarte mit Seitenangaben hinter ausgewählten Städten und Inseln an der Kroatischen Küste. Die ersten ca. 20 Seiten liefern Bestimmungen zur Einreise, dem Aufenthalt sowie Verkehrsvorschriften und Wetterberichten und weiteren Informationen.
Im Buch sind  57 farbige Ausschnitte von Küstenkarten enthalten. Diese eignen sich nicht für die Navigation, sondern dienen dazu, schnell zu erkennen, wo der beschriebene Hafen sich befindet. Das Interessante sind die Detailkarten der Häfen.
Hier sind folgende Angaben: Uferverlauf, Wassertiefe, Brücken, Leuchtfeuer, Seezeichen und GPS-Koordinaten für Wegpunkte, Hafenausstattung, Versorgungsmöglichkeiten und auch Ansteuerungshinweise werden gegeben.

Dieter Berner liefert in seinem Buch 9 Törnvorschläge. Die einzelnen Stationen werden wie oben beschrieben dargestellt. Die Törnvorschläge mögen aufgrund des Wetters nicht unbedingt wie vorgeschlagen durchführbar sein. Bura, Maestral und Yugo nach dem Studium des Wetterberichts wird oftmals die freie Planung entsprechend einschränken.
Die angegebenen Telefonnummern der Marinas können durchaus nützlich sein. Zwar nehmen die Marinas oftmals keine Reservierung an, aber man erfährt dann frühzeitig, wenn der Hafen z.B. wegen einer Veranstaltung ausgebucht ist.
Im Anhang findet man weitere wichtige Informationen wie Lage von Bootstankstellen mit Wassertiefe und Öffnungszeiten sowie weitere wichtige Telefonnummern und Internetadressen, die man während eines Bootstörns benötigen könnte. Abgerundet wird das Buch durch Fotos, die zu einem ersten Eindruck beim Lesen verhelfen.

Fazit

Dieses Buch hat uns schon während der Planung unseres Törns gute Dienste geleistet bei der Suche nach einem Ausgangshafen mit der Möglichkeit, Fiona ins Wasser kranen zu lassen. Während des Urlaubs haben wir regelmäßig in das Buch geschaut und uns über unsere nächsten Ziele informiert. Ergänzend zum Törnführer hatten wir das Küstenhandbuch Kroatien und Slowenien Koper- Split mit den genauen Wasserkarten sowie das Buch Schlemmertörns in Kroatien mit Beschreibungen von Restaurants mit Anlegemöglichkeit an Bord. Diese drei Bücher haben sich wunderbar ergänzt.

 

Törnliteratur: Küstenhandbuch Kroatien und Slowenien Koper- Split

Küstenhandbuch Kroation und Slowenien
Küstenhandbuch Kroation und Slowenien

Die Ostküste der Adria mit Slowenien und Kroatien gehört zu den beliebtesten Zielen für Wassersportler. Segler und Motorbootfahrer kommen hier in den Genuss eines wunderschönen Revieres mit hervorragender Infrastruktur. Und natürlich darf die entsprechende Törnliteratur und gutes Kartenmaterial nicht fehlen.

Das Küstenhandbuch

Für unseren Dalmatien-Törn hatten wir als Seekarte das Küstenhandbuch Kroatien und Slowenien: Koper – Split*, erschienen in der Edition Maritim des Delius Klasing Verlags in der 5. Auflage von 2017 (Der Link geht auf die aktuelle Version).  Die Autoren Bodo Müller und Jürgen Strassburger liefern in ihrem Werk nautische Informationen für Motorbootfahrer und Segler. Das Buch ist in Ringbuchbindung produziert, so dass man eine gewählte Seite dauerhaft und ohne Knicke aufschlagen kann. Der Küstenabschnitt von Koper in Slowenien bis nach Split in Dalmatien wird im Detail behandelt und ist auf richtigen Seekarten abgedruckt.

Die ersten 20 Seiten befassen sich mit allen relevanten Informationen wie z.B. Einreise, Anmeldung, Hafenämter, Vorschriften, Gebühren, Wetterberichte und alles Wissenswerte in kompakter Form. Bereits beim Aufschlagen der Titelseite entdeckt man rückseitig die Kartenlegende und die aufklappbare Doppelseite. Hier ist die komplette Küste in Rechtecke eingeteilt und mit Nummern versehen. Will man beispielsweise zur Seekarte der Insel Rab gehen, so findet man schnell in der Übersichtskarte die entsprechenden Nummer. Die Nummer  gibt die entsprechende Seite im Buch an. Man hat eine richtige Seekarte zur Verfügung in der aktuellsten Fassung.

Die Karten sind aus den offiziellen Daten des Kroatischen Hydrographischen Instituts im Maßstab 1:80000 erstellt worden. Aktuelle nautische Korrekturen können kostenlos von der Website des Verlages heruntergeladen werden. Auf der Seekarte werden wichtige Orte wie Häfen, Ankerbuchten und Bojenfelder in einer Ausschnittvergrößerung dargestellt. Diesem Ausschnitt kann man zusätzliche Informationen entnehmen, z.B. Untiefenlinien, Wassertiefe, Tankstellen, ob eine Bootsrampe vorhanden ist, Restaurants, Versorgungsmöglichkeiten etc. Auch Informationen über die Liegeplatzsicherheit bei Bora werden gegeben, über die Beschaffenheit des Ankergrundes und auch wie hoch entsprechende Liege-/Ankergebühren sind.

Durch das übersichtliche A4 Format, das in die Breite wächst, ist Ordnung auf dem Kartentisch. Es eignet sich besonders für Boote, die nicht den Platz für große Karten haben. Ein schnelles Wegfliegen des Küstenhandbuchs in offenen Booten ist aufgrund des Buchgewichts nicht so leicht möglich. Die Seiten bestehen aus hochwertigem Papier, das ein wenig Spritzwasser aushalten kann. Insgesamt ist das Buch sehr übersichtlich aufgebaut. Will man die benötigte Seekarte später wieder aufschlagen, kann man die Titel-Doppelseite als Seitenmerker benutzen.

Fazit

Dank der vollständigen Küstenkarten ist das Küstenhandbuch für die Navigation geeignet. Es wird durch informative Fotografien aufgewertet. Für uns war dieses Werk sehr nützlich und lag während unserer gut dreieinhalbwöchigen Adriareise auf unserem Kartentisch als sinnvolle Ergänzung zum Kartenplotter mit aktueller Kartensoftware.