Friesland-Bootsurlaub Etappe 6: Princenhof-Sneek

Vom Princenhof nach Sneek

Das Kanal- und Seengebiet rund um das Naturschutzgebiet Princenhof im Nationalpark “De Alde Feanen” gehört für uns zu den schönsten Fleckchen Frieslands und ist immer eines der Highlights unserer Friesland-Bootsurlaube. Wunderschöne Natur, absolute Ruhe und wunderbare, gepflegte Marrekrite-Anleger lassen einen Aufenthalt dort zu einem besonderen Erlebnis werden.

Princenhof Marrekrite
Marrekrite-Liegeplatz am Doekesleat im Nationalpark “De Alde Feanen”

In dieser schönen Landschaft macht es uns überhaupt nichts aus, dass man nur sehr langsam fahren darf. Mit 6 – 9 km/h geht es ganz gemächlich durch die Wasserwege und Seen, vorbei an kleinen Inseln und hübschen Ferienhäuschen. Um uns herum ist die Natur  so schön, dass wir noch den einen oder anderen Kreis fahren, um unseren Aufenthalt hier noch ein Weilchen auszudehnen – und natürlich um Fotos zu machen.

Princenhof
Im Princenhof
Naturschutzgebiet Princenhof
Im Naturschutzgebiet Princenhof

Heute steht das Genießen der schönen Landschaft des Nationalparks im Vordergrund, und deswegen haben wir nur eine kurze Etappe eingeplant. Dabei wollen wir auch noch ein für uns neues Stückchen Strecke erkunden. Bisher waren wir immer über die Kromme Ie Richtung Pikmar bei Grou gefahren, eine sehr schöne Strecke. Dieses Mal interessierte uns eine andere Route, vorbei an Goengahuizen, die durch zwei kleine offenstehende Schleusen führt. Während der Anfahrt sehen die Schleusen extrem eng aus – aber es passt! Hinter der zweiten Schleuse gab es eine Kaffeepause mit Kuchen, an einem Anlegeplatz direkt an einer Mühle und mit ein paar Hausbooten als Nachbarschaft – sehr hübsch!

Kaffeepause
Kaffeepause
Schleuse im Janssleat
Schleuse im Janssleat
Freie Liegeplätze an der Peanster Ie
Freie Liegeplätze an der Peanster Ie

Vor dem Waterpoort in Sneek

Über den Prinses-Margriet-Kanal und das Sneeker Meer ging es zügig weiter Richtung Sneek. Unser Ziel ist heute ein Liegeplatz vor dem Sneeker Waterpoort, dem Wahrzeichen von Sneek. Die Stadt bietet viel: sehr gute Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten und viele Passantenliegeplätze mit Strom, sanitären Einrichtungen und der Möglichkeit, Frischwasser zu tanken. Vor der Stadtdurchfahrt dann die positive Überraschung: in Südwest-Friesland wurde das Brückengeld abgeschafft und wir hatten freie Fahrt! Ein schöner Liegeplatz war auch noch frei, und wir konnten den Tag  mit Blick auf das Waterpoort beschließen.

Passantenliegeplatz vor dem Sneeker Waterpoort
Passantenliegeplatz vor dem Sneeker Waterpoort

Die Übernachtung im Passantenhafen von Sneek schlug mit 10,75 € zu Buche. Unser Kartenmaterial für diesen Tag unsere Bootsurlaubes war die ANWB Waterkaart B “Friesland“*, und wie immer der Wateralmanak 2: Nederland – Belgie (Vaargegevens)*. Sehr hilfreich und informativ ist auch das Buch Friesland: Routen und Reviere zwischen Ems und IJsselmeer* von Manfred Fenzl mit schönen Routenvorschlägen, Bildern und nützlichen Informationen zu den schönsten Flecken in Friesland.

Nächster Bericht

 

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Friesland-Bootsurlaub Etappe 4: Giethoorn

Von Genemuiden nach Giethoorn

Kurs Giethoorn: Auf unserer Bootsreise von Roermond nach Friesland waren wir glücklich in der Provinz Overijssel angekommen und verbrachten die Nacht im Binnenhafen von Genemuiden. Genemuiden ist ein kleiner Ort in der Gemeinde Zwartewaterland im IJsseldelta, wo eine Polderlandschaft mit Warften, Prielen und Wassergräben daran erinnert, dass das Land seinerzeit der Zuiderzee abgetrotzt wurde. Der Ort liegt auf dem Polder Mastenbroek, einem der ältesten Polder der Niederlande, der bereits 1364 trockengelegt wurde.

Das Waschhaus im Hafen von Genemuiden (2014)

Hinter dem Bauwagen ist das kleine Waschhaus im Außenhafen

Den Vormittag, es war der Ostersonntag, verbrachten wir zunächst mit der Suche nach den sanitären Einrichtungen des Binnenhafens. Am Abend vorher hatte uns der Hafenmeister eine Münze gegeben, die wir für eine Duschmünze hielten. Also schauten wir uns nach einem Gebäude um, in dem wir diese Münze verwenden konnten. Nach längerer Suche, und nachdem wir einen Einheimischen nach dem Weg gefragt hatten, landeten wir in einem kleinen, wenig vertrauenerweckenden Gebäude am Buitenhafen, auf dem “Herren”- und “Damen”-Schilder angebracht waren. Die “Damen”-Seite war komplett abgeschlossen, so dass wir beide etwas skeptisch die “Herren”-Seite in Augenschein nahmen. Eine Duschmünze war hier nicht vorgesehen, statt dessen musste man 50 Cent-Stücke einwerfen. Dafür gab es an diesem Morgen einige Sekunden warmes Wasser – gerade genug, um die Haare nasszumachen und einzushampoonieren. Danach wurde das Wasser kalt – und zwar so kalt wie es an einem Sonntagmorgen im April nur sein kann. Danach waren wir wach! Die vermeintliche Duschmünze stellte sich später als Münze heraus, die man für den Abfalleimer benötigte. Man lernt dazu, immer wieder!

Genemuiden

Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns bei wunderschönem Wetter auf den Weg, den kleinen, charmanten Ort Genemuiden in Augenschein nehmen. Ostern ist in den Niederlanden ein sehr hoher Feiertag, und während des Frühstücks war uns schon aufgefallen, dass aus den Hausbooten um uns herum die Leute sehr festlich gekleidet die Boote verließen. Unterwegs, wir kamen gerade an einer Kirche vorbei, in der der Gottesdienst beendet war, sahen wir sehr viele Frauen mit wunderschönen und auffälligen Hüten – ein sehr schöner Anblick!

Abfahrt nach Giethoorn

Am Kanaal Beukers / Steenwijk bei Giethoorn

Am späten Mittag ging es dann los Richtung Giethoorn. Gerne wären wir die schöne Strecke über die Arembergergracht gefahren, aber mit einer Brückenhöhe von 3,40 m war uns diese Strecke zu riskant. Unsere normale Höhe ist knapp 3,4 m. Wenn der Wasserspiegel etwas höher steht, so hätten wir ein Problem. Nach ca. einer halben Stunde Fahrzeit, ein Stück zurück über das Zwarte Water und dann an Zwartsluis vorbei Richtung Giethoorn, wartete deswegen die Beukerssluis auf uns, die über Mittag geschlossen hatte. Wir hatten unsere Abfahrt in Genemuiden so abgepasst, dass wir kurz vor der Schleusenöffnung vor Ort sein wollten, hatten aber die Rechnung ohne den starken Feiertags-Bootsverkehr gemacht.  Die erste Schleusung verlief ohne uns, und wir mussten die Erfahrung machen, dass man nicht beliebig viele Boote in eine Schleuse packen kann …

Auftanken

Durch das Naturschutzgebiet “De Wieden” ging es dann weiter nach Giethoorn. Hier gibt es eine Bootstankstelle, an der wir Fiona erst mal wieder auftankten.

Giethoorn
Ausflugsboot in Giethoorn

Da wir nicht in Giethoorn übernachten wollten, machten wir Fiona an einem Passantenanleger fest und uns zu Fuß auf den Weg in Richtung “Dorpsgracht”, dem spektakulärsten Teil Giethoorns.

Giethoorn - Dorpsgracht
Ostern: Massen an Touristen strömen durch Giethoorn

An dieser Gracht stehen wunderschöne, reetgedeckte Häuser, verbunden über geschwungene Holzbrücken. Wir hatten Giethoorn in der Vergangenheit schon öfter besucht, bei schönem Wetter und im Regen, und an ruhigen Tagen herrscht hier eine verwunschene Atmosphäre. Aber noch nie hatten wir das Dorf so voll erlebt wie an diesem Ostersonntag!

Giethoorn
Giethoorn, Ostern

So viele Leihboote, Flüsterboote, Beiboote, Kanus und größere Rundfahrtboote waren auf der Dorpsgracht unterwegs, dass wir den Eindruck von “Autoscooter auf dem Wasser” hatten. Auf den Brücken und Wegen bildeten sich Staus von Touristen. Es war interessant, das mal gesehen zu haben. Gleichzeitig waren wir aber auch froh, Giethoorns andere, ruhige Seite zu kennen.

Einkauftipps für Giethoorn

Zum Abschluss mussten wir natürlich noch eine Flasche “Gieterse Kruidenbitter” mitnehmen, den wir sehr gerne mögen. Auf dem Rückweg vom Dorfkern zum Passantenanleger kommt man an einem “Spar”-Supermarkt vorbei. In dem es nicht nur den “Gieterse” gibt, sondern wir uns auch noch für das Abendessen bevorraten konnten.

Unser letztes Teilziel für diese Etappe: Ossenzijl

Abim Werft
Unser Etappenziel Ossenzijl

Über den Kanaal Beukers / Steenwijk und  den Kanaal Steenwijk-Ossenzijl ging es am Spätnachmittag weiter. Am Nationalpark de Weeribben – Wieden entlang, bis zu unserem Tagesziel Ossenzijl. Auf dieser Strecke kamen wir in den Genuss der sich automatisch öffnenden Brücken, die in der Provinz Overijssel üblich sind: Man nähert sich mit dem Boot in langsamer Fahrt, wird von Detektoren erfasst, und kurz darauf öffnet sich die Brücke. Wartezeiten vor den Brücken werden dadurch auf ein Minimum reduziert.

Sun set
Sonnenuntergang

Entlang des Kanals Steenwijk-Ossenzijl gibt es schon viele freie Liegeplätze, von denen aus der Nationalpark gut erreichbar ist. Wir wollten aber noch etwas weiter und fuhren in Ossenzijl noch  durch die Hogewegsbrug. Dahinter liegen auf der Steuerbordseite weitere freie Liegeplätze.

An diesem Fahrtag haben wir 33 km zurückgelegt und hatten eine Schleuse sowie einige automatische Brücken dabei. Alle Brücken auf der Strecke waren beweglich, so dass wir uns keine Sorgen über die Durchfahrthöhe machen mussten. Brückengeld war nicht zu zahlen. Ebenso war der Liegeplatz in Ossenzijl gratis, bot aber keine weitere Versorgung wie Strom oder Wasser.

Karten und Bücher

An Kartenmaterial haben wir an diesem Tag nur die ANWB Waterkaart C Noord-West Overijssel gebraucht.  Dazu lag wie immer der Wateralmanak 2: Nederland – Belgie (Vaargegevens) am Steuerstand bereit, in dem wir uns über die örtlichen Gegebenheiten, Schleusenöffnungszeiten und Brücken informieren konnten.

 

Zum nächsten Teil

Maastricht – ein Bootstörn von Roermond

3 Tage Marina Maastricht (früher: Marina Nautisches Centrum Pietersplas)

Obwohl die Wettervorhersage für Maastricht eher durchwachsen war, waren wir guter Dinge, dass sich die Wetterlage zum Besseren wenden würde. Wir hatten dann auch tatsächlich Glück mit dem Wetter. Nur einige Wolken schirmten die heiße Sonne manchmal etwas ab.

Am Donnerstag kauften wir Vorräte für das Wochenende. Außerdem dabei waren unsere Falträder, mit denen wir Maastricht und das Umland erkunden wollten. Da uns die Willemsroute noch gut bekannt war, fuhren wir dieses Mal ausschließlich über den Julianakanaal. Der Julianakanaal verläuft mehr oder weniger parallel zur Maas, die in diesem Bereich, genauer gesagt zwischen Ohe en Laak und Maastricht, nicht schiffbar ist.

Für die Fahrt nach Maastricht mussten wir drei Schleusen passieren. Die erste Schleuse ist direkt bei Roermond, die Schleuse Linne. Ohne Wartezeit durften wir direkt hinter einem Segler einfahren.

Schleuse Maasbracht

Nun trennten uns nur noch zwei Schleusen und etwa 45 km von unserem Ziel, dem Hafen Pietersplas, wie er umgangssprachlich in seiner Kurzform genannt wird.

In Maasbracht, unmittelbar vor der Schleuse, bunkerten wir Diesel an der Schiffstankstelle. Direkt hinter der Tankstelle befindet sich die nächste Schleuse für uns. Die Schleuse war gut gefüllt, es gab keine besonderen Vorfälle.

Bei Schleuse Nr. 3 wurden wir in die Steuerbordkammer verwiesen. Das ist die alte Kammer. Leider geht das Schleusen in dieser Kammer nicht so schnell und wir waren länger mit dem -langsamen- Schleusen beschäftigt als uns lieb war. So kam es uns wie eine Ewigkeit vor, bis wir die gut 11 m Höhenunterschied geschafft hatten. Zu unserer Überraschung sah das Schleusenwasser so schaumig während des Schleusens so aus, als hätte jemand sein Badewannenwasser abgelassen. Wir waren es nicht 😉

Die Maas

Maastricht
‘t bassin, Stadthafen Maastricht

Hier wird es richtig interessant. Man fährt an Industriegebieten vorbei, bevor sich die Häuser Maastrichts zeigen. Bei der Anfahrt ist an unserer Steuerbordseite der Hafen „t´Bassin“. Hier fuhren wir letztes Jahr rein, mussten durch eine feste Brücke und schleusten ein kleines Stück, um in den alten Stadthafen zu gelangen.
Direkt hinter dem Bassin ist die Amüsiermeile von Maastricht gelegen, die übergeht in das Shopping-Viertel.

Mitten auf der Maas befindet sich ein Jachthafen. Die vorbeifahrenden Boote passieren an der Uferseite. Kurz dahinter ist das Regierungsviertel, welches wie eine moderne Wasserburg aussieht.

Maastricht Government
Gouvernement Maastricht

Schon bald beginnt eine Schnellfahrstrecke, die wir leider nicht auskosten durften, da unser Zielhafen erreicht war.

Maastricht Marina, Pietersplas

Maastricht Marina
Maastricht Marina, ehemals Marina Pietersplas

Die Maastricht Marina Pietersplas ist ein sehr schöner und gepflegter, noch recht neuer Hafen auf der östlichen Maasseite. Der Hafen bietet großzügig bemessene Stege, ein modernes Waschgebäude mit Waschmaschine und Trockner, Duschkabinen und WCs.

Maastricht  Marina Waschhaus
Blick in das Sanitärgebäude

Da es einen Besitzerwechsel gab, hatte sich hier einiges geändert. Was die meisten Skipper interessieren dürfte: Das alte Angebot, für zwei Tage Liegen nur einen Tag zu bezahlen gibt es nicht mehr, sondern erst ab fünf Tagen. Dann gibt es einen Tag gratis. Für einen Meter Bootslänge bezahlt man 1,50 € plus Nebenkosten für zwei Personen in Höhe eines Meters Bootslänge). Zusatz, ab 2015: Angeblich werden die 2 für einen Tag-Angebote wieder eingeführt.

Maastricht Marina View
Blick auf die Marina Maastricht

Der Hafen ist recht ruhig gelegen. Musik-Events aus der Amüsiermeile haben wir im Hafen nicht wahrgenommen. In unmittelbarer Nähe befinden sich das wunderschöne Kasteel de Hoogenweerth und ein Restaurant.

Fahrradtouren

An zwei Tagen fuhren wir gut 50 km mit dem Rad durch und um Maastricht. Die einfache Entfernung vom Hafen zur City beträgt 4 km. Zwischenzeitlich stand noch ein Besuch beim VVV Maastricht auf dem Programm, um eine “Fietskaart” für die Region zu kaufen. Gefunden haben wir eine praktische Karte, klein zu falten und aus sehr strapazierfähigem Material, die die Region der Maas von der belgischen Grenze bei Maastricht bis zum Leukermeer hin abdeckt: “De sterkste Fietskaart van de regio: Limburg”.

Maastricht Radparadies - Kanne
In Kanne, Belgien

In und um Maastricht gibt es hervorragende ausgebaute Fahrradwege (vom Kopfsteinpflaster in der City einmal abgesehen) und sehr interessante Strecken, wo man außergewöhnliche Architektur und hübsche Landschaften bewundern kann. Nachdem wir am Freitag kreuz und quer durch Maastricht gefahren waren, fuhren wir am Samstag entlang der Maas in südöstlicher Richtung bis in die belgische Ortschaft Kanne.

Von hier aus ging es am Albertkanal entlang wieder nordwestlich. Bevor wir zum Hafen zurückfuhren, gab es auf der Außenterrasse der Pizzeria Da Giuseppe direkt am Marktplatz in Maastricht ein ordentliches Essen. Der gemischte Salat und die Pizzen konnten sich durchaus sehen lassen und haben uns sehr gut geschmeckt. Die freundliche Bedienung tat ein Übriges, so dass wir uns in dieser Pizzeria sehr wohl gefühlt haben.

Heimfahrt nach Roermond

Den späteren Nachmittag und Abend verbrachten wir dann im Hafen und am Sonntagmorgen traten wir bei schönstem Wetter die Heimreise nach Roermond an.

Da sich das Wetter sehr gut hielt, legten wir am Nachmittag einen Badestopp im Oolderplas ein und trafen uns mit Freunden. Wir konnten das tolle Wetter auskosten und blieben bis kurz vor Sonnenuntergang.

Unser letztes Ziel für heute hieß “Heimathafen Rosslag“.

Friesland-Bootsurlaub Etappe 2: Leukermeer – Doesburg

Nach einem gemütlichen Frühstück mit wunderschönem Blick aufs Leukermeer ging es am nächsten Vormittag weiter Richtung Friesland. Unser Tagesziel heißt Doesburg.

Abschied Marina Leukermeer

Zunächst hatten wir noch 31 km Maas zu fahren bis zur Einmündung des Maas-Waalkanaals. Nach 10 km erreichten wir die Schleuse Sambeek, für uns die letzte Schleuse auf der Maas. Während die Schleuse Roermond – die wir am Vortag passiert hatten – hauptsächlich für die Sportschifffahrt betrieben wird, weil die Berufsschiffe den Bereich der Maasplassen über den Lateralkanaal umfahren, sind die restlichen Schleusen auch für die Berufsschiffe und verfügen deshalb häufig über mehrere Kammern. Daher sind die Wartezeiten vor den Schleusen oft kurz, und die Schleusen-Öffnungszeiten während der Woche sehr komfortabel: an Arbeitstagen wird rund um die Uhr geschleust. Dafür braucht es aber auch eine gewisse Abstimmung mit der Berufsschifffahrt, und so kam unser Funkgerät häufig zum Einsatz.

Zufahrt zur Waal bei Nijmegen

Kurz hinter Cuijk, das von der Maas aus ein sehr schönes Panorama bietet, kam die Abzweigung in den Maas-Waalkanaal. Nach gut einem km gab es dort eine offen stehende Schleuse, die Schleuse Heumen. Auch diese Schleuse hat zwei Kammern, und die Durchfahrt wird mit rotem und grünem Licht geregelt, so dass man keine Sorge haben muss, dass einem in der Schleuse plötzlich ein Berufsschiff entgegenkommt. Man benutzt aus beiden Richtungen jeweils die rechte Kammer.

In der Schleuse Weurt

Der Maas-Waalkanaal verbindet die Waal, den Haupt-Mündungsfluss des Rheins, mit der Maas und ist entsprechend von Berufsschiffen frequentiert. Er ist aber breit genug, und da er auch hübsch begrünt ist, war die Fahrt durch den Maas-Waalkanaal sehr angenehm.

Nach 10 km erreichten wir schon die Schleuse Weurt, die den Maas-Waalkanaal mit der Waal verbindet. Hier gab es über Funk ein wenig Diskussion und Absprache, mit welchem Berufsschiff und an welcher Position wir schleusen sollten, aber an Ende hat alles wunderbar geklappt.

Über die Waal

Auf der Waal

Nun begann das zunächst größte Abenteuer unseres Bootsurlaubes: die 20 km über die Waal, vorbei an Nijmegen bis zur Einmündung des Pannerdenskanaals. Hier hat die Waal sehr starke Strömung, und es fahren sehr viele, auch sehr große Berufsschiffe und Schubverbände. Die Wellen ließen unsere Fiona wie einen Spielball des Wassers wirken. Wir waren froh über unsere Motorleistung und ließen Fiona wann immer möglich in Gleitfahrt gehen.

Um Nijmegen herum wird die Schifffahrt über einen Verkehrsposten geregelt. Für uns das erste Mal, dass wir unser theoretisch im Funkkurs erworbenes Wissen dazu in der Realität erlebten. In der Praxis sah das so aus, dass wir um Nijmegen herum statt des üblichen Kanal 10 nun Kanal 4 hörten, wie es in diesem Bereich verpflichtend ist. Es gab einigen Funkverkehr, der uns allerdings nicht betraf.

An diesen kritischen Begegnungspunkten mit der Berufsschifffahrt lohnt sich ein Blick in die Broschüren „Varen doe je samen!“, die kostenlos oder als PDF unter www.varendoejesamen.nl erhältlich sind. Hier wird zum Beispiel auch für jeden Knotenpunkt in Zeichnungen beschreiben, wie man aus der jeweiligen Wasserstraße abbiegt oder einbiegt, so dass Strömungsverhältnisse und Sichtbedingungen berücksichtigt werden.

Der Großteil der Rhein-Berufsschifffahrt fährt über die Waal, so dass wir ab der Abzweigung in den Pannerdenskanaal wieder ruhigere Verhältnisse vorfanden. Der Pannerdenskanaal ist gut 10 km lang und teilt sich dann bei Arnheim in den Neder-Rijn und die Gelderse Ijssel, die uns dann weiter Richtung Friesland bringen sollte.

Passantenhaven Stichting Doesburg’s Goed
Cafe in Doesburg

Doesburg

Die Ijssel ist am Anfang noch recht schmal und schlängelt sich durch die Landschaft. Allerdings wird sie bis zur Einmündung des Twentekanaals stark durch Berufsschifffahrt befahren, so dass es sich empfiehlt, den VHF-Kanal 10 eingeschaltet zu haben. Nach gut 20 km ijsselabwärts, die dank recht starker Strömung sehr schnell gingen, erreichten wir am frühen Abend den Passantenhafen Stichting Doesburg’s Goed des hübschen Städtchen Doesburg. Der Hafen liegt in Laufdistanz zum Stadtzentrum und hat ca. 40 Liegeplätze mit Strom, Toiletten und Duschen. An diesem Tag waren außer uns nur noch ein paar  Hausboote dort. Das Hafengeld wurde einfach in bereitliegende Plastiksäckchen gepackt und in einen Briefkasten geworfen. Ansonsten bietet Doesburg in seiner kleinen, aber sehr charmanten Innenstadt Supermärkte, einen Markt und liebevoll ausstaffierte Lokale.

Der Tarif für eine Übernachtung in Stichting Doesburg’s Goed lag bei 1,05 € /m, dazu kamen 1,75 € für Strom sowie die “Toeristenbelasting” von 1,05 € pro Person.

Für diese Tour vom Leukermeer bis Doesburg haben wir gleich drei verschiedene Wasserkarten gebraucht: Den Wateratlas M Limburgse Maas 1 : 25 000* für die Strecke vom Leukermeer bis zur Abzweigung des Maas-Waal-Kanals, dann die Waterkaart L Grote Rivieren Oost 1 : 50 000 * für die Strecke über den Maas-Waal-kanal, die Waal und den Pannerdens Kanal, und zuletzt den Wasseratlas D Gelderse Ijssel 1 : 25 000*. Der Wateralmanak (Wasseralmanach) 2 2014: Nederland – Belgie (Vaargegevens)* hat uns an diesem Tag wichtige Informationen über das Fahren auf der Waal geliefert.

Alle anderen Infos gibt es in den Almanaks: Wateralmanak Teil 1 und Teil 2

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Friesland-Törn, Etappe 1: Roermond – Leukermeer

Unser Friesland-Bootsurlaub startete in unserem Heimathafen, dem Jachthafen De Rosslag in Roermond / Herten. Am Nachmittag sollte es losgehen, nachdem wir unsere Urlaubsvorräte an Bord gebracht hatten sowie Wasser- und Dieseltank aufgefüllt hatten. Unser erstes Ziel heißt Leukermeer.

 

Die Reise beginnt in Roermond

Von Roermond maasabwärts über Kessel

Von Herten aus sind es nur ein paar Minuten Fahrzeit bis zur Schleuse Roermond, die offenbar kurz vor uns mit einer Schleusung angefangen hatte. So hatten wir direkt eine gute halbe Stunde Pause. Aber dann ging es unaufhaltsam Richtung Norden. Neer mit seinem sehr netten Passantenhafen wollten wir natürlich im wahrsten Sinne des Wortes links liegen lassen, waren wir doch gerade erst unterwegs.

Schöne Häuser in Kessel

Weiter ging es an Kessel vorbei. Dieser Ort hat von der Maas aus ein beeindruckenden Panorama: schöne Häuser, eine Kirche und ein Kasteel direkt am Ufer der Maas.

Kurz hinter Kessel kam auch schon die erste Schnellfahrstrecke. Das sind Abschnitte auf der Maas, auf denen auch Wasserski gelaufen werden darf, und es gibt keine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Ansonsten gilt auf der Maas eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h, mit Ausnahme des Bereichs der Maasplassen um Roermond, wo die Höchstgeschwindigkeit 9 km/h beträgt.

Schleuse Belfeld, Steyl, Venlo

Durch die Schnellfahrstrecke kamen wir sehr schnell an der nächsten Schleuse, Schleuse Belfeld an.

Kasteel Kleverberg
Kasteel Kleverberg

Hier wurden wir zügig geschleust und waren kurz darauf schon wieder unterwegs. Die Maas führt hinter Belfeld zunächst an Steyl vorbei.  wo vom Fluss aus sehr schön das Mutterhaus der Steyler Missionare mit Kloster und Kirche zu sehen ist. Kurz drauf waren wir in Venlo. Hier überlegten wir kurz, ob wir für ein leckeres Eis in den Stadthafen Venlo einkehren  wollten. Jedoch entschieden wir uns weiterzufahren. Das Leukermeer lockte und sollte unser Ziel bleiben.

Paddelwelle hinter mobo
Paddeln hinter dem Motorboot

In Venlo begleiteten uns für eine kurze Zeit einige Paddler. Unsere Heckwelle war das Ziel ihrer Begierde und offensichtlich sehr viel Spaß dabei hatten.

Hinter Venlo kommen weitere Schnellfahrstrecken, nur unterbrochen von kurzen Abschnitten, wo Fähren kreuzen. Auf der ganzen Strecke maasabwärts gibt es viele Fähren, die die nur wenig vorhandenen Brücken ergänzen. Daher sind diese Fähren auch regelmäßig und recht oft in Betrieb.

Fähre bei Kessel
Fähre bei Kessel

Meistens handelt es sich um sogenannte nicht frei fahrende Fähren. Z.B. Gierfähren, und so ist immer Vorsicht und langsame Fahrt angebracht im Fährbereich. Und schließlich will man ja auch nicht die Fähr-Passagiere durchschütteln.

Arcen, mit interessantem Schloss, Schlossgarten und der “Hertog Jan”-Bierbrauerei hätte uns interessiert. Leider war der dortige Anleger äußerst unattraktiv. Übernachten ist ohnehin nicht gestattet, so dass wir weiterfuhren.

Leukermeer Beach
Am Leukermeer

Leukermeer, Zwischenstopp

Noch eine weitere Schnellfahrstrecke und wir waren an unserem Tagesziel, dem Leukermeer angekommen. Die auf der Karte eingezeichneten freien Liegeplätze konnten wir mangels vorhandener Poller nicht nutzen. So landeten wir am Ende im  Jachthafen des Ferienparks Leukermeer. Eine sehr schöne und großzügige recht neue Anlage mit Restaurant und Brasserie “Beachclub”. Hier hat man eine tolle Aussicht aufs Leukermeer und den Hafen. Ein kleiner Supermarkt steht auf dem angegliedertem Campingplatz, dessen sehr gute sanitäre Einrichtungen auch für die Bootsfahrer zu nutzen waren.

Die Duschen hatten eine interessante Besonderheit: Warmes Wasser gab es für 5 Minuten, und die verbleibende Zeit konnte man auf einem Display ablesen. Durch die Information über die verbleibende Zeit konnte man das Duschen recht entspannt angehen. Das sollten wir im weiteren Verlauf des Urlaubs noch zu schätzen lernen …

Steiger an einer Marina im Leukermeer

Der erste Fahrtag

An diesem ersten halben Fahrtag haben wir 58 km zurückgelegt.

Die Übernachtung im Jachthafen Leukermeer schlug mit 15 € zu Buche, dazu kamen für Wasser und Strom noch jeweils 1 €. Dafür gab es sehr ordentliche Stege, breite Boxen und hervorragende Sanitäreinrichtungen.

An Kartenmaterial haben wir für diese Tour den Wateratlas M Limburgse Maas 1 : 25 000 benutzt.

Mit schönem Blick aufs Leukermeer gab es noch ein spätes Abendessen und den Abschluss des ersten Fahrtages.

Friesland-Bootsurlaub und zurück nach Roermond

Endlich war es soweit: Unser heißersehnter erster Friesland-Bootsurlaub auf eigenem Kiel sollte beginnen! Bisher hatten wir über viele Jahre ein- oder zweimal pro Jahr ein Motorboot in Friesland gechartert. Einmal waren wir vor Jahren mit unserem damaligen Schlauchboot in einem Friesland-Bootsurlaub unterwegs. Dieses Mal wollten wir mit unserer Fiona unsere Lieblingsplätze endlich als Bootseigner eines Kabinenbootes besuchen.

Die Urlaubstour

Marina Leukermeer

Unser erster diesjähriger Friesland-Bootsurlaub startete in unserem Heimathafen, dem Jachthafen De Rosslag in Roermond / Herten.

Leukermeer – Doesburg

Maasabwärts ging es am ersten Tag bis zum Leukermeer. Am nächsten Tag von dort über Maas, Maas-Waal-Kanal, die Waal, den Pannerdensch-Kanaal und einem Stück IJssel bis nach Doesburg.

Zwolle – Genemuiden – Giethoorn – Ossenzijl

IJsselabwärts ging es am Tag drauf sehr flott mit der Strömung bis Zwolle. Anschließend über das ruhige Zwarte Water. Am Abend waren wir bereits  in Genemuiden in der Provinz Nordwest-Overijssel und haben dort festgemacht.

Friesland-Bootsurlaub
Marrekrite Anleger im Tjeukemeer

Hier fing unser bekanntes Urlaubsgebiet an: Mit vielen Liegemöglichkeiten,  einer hervorragen Infrastruktur für Bootsfahrer und kaum Berufsschifffahrt. Von Genemuiden ging es am Ostersonntag dann zuerst nach Giethoorn. Giethoorn war an diesem Tag extrem gut besucht. Gefühlt waren Tausende Asiaten auf Sightseeing. Wir fuhren weiter am Nationalpark de Weeribben entlang bis nach Ossenzijl.

Joure – Princenhof

Da wir es kaum erwarten konnten, an einem unserer Lieblingsorte, dem Princenhof in der Nähe von Grouw anzukommen, stand am nächsten Tag wieder eine etwas längere Tour auf dem Programm: Von Ossenzijl mit einem Abstecher nach Joure und dann weiter zum Princenhof. Während wir bis kurz hinter Ossenzijl noch in den Genuss der automatisch bedienten Brücken kamen, die in der Provinz Nordwest-Overijssel üblich sind, erwarteten uns ab Echtenerbrug die brückengeldpflichtigen, per Schleusenwärter bedienten Brücken von Friesland, aber auch die „Marrekrite“, die sehr viele freie Liegeplätze in der Natur bietet.

Friesland-Bootsurlaub
Frühstück in Sneek Sichtnähe Waterpoort

Sneek

In aller Ruhe und langsamer Fahrt, mit einigen Foto- und Kaffeepausen, ging es am Tag darauf vom Princenhof bis nach Sneek. Hier wurden wir positiv überrascht: Südwest-Friesland hatte das Brückengeld abgeschafft! In den ersten Tagen eines Bootsurlaubs in Friesland fanden wir das Einsammeln des Brückengeldes, meistens zwischen ein und zwei Euro pro Brücke, mit einem an einer Angel heranschwebenden „Klompen“ immer ganz charmant, die Begeisterung verflog aber jedes Mal recht schnell wieder. Am Ende hatten wir sogar einige Strecken mit sehr vielen Brücken deswegen gemieden. Um so größer unsere Freude über die Abschaffung des Brückengeldes zumindest in einem Teil von Friesland.

Ijsselmeer
Abendstimmung am Ijsselmeer

Marrekrite Plätze bei Heeg – Bolsward

Ab Sneek ging es erst am frühen Abend weiter, nur eine kurze Strecke bis in die Nähe von Heeg. Dort kennen wir schöne freie Marrekrite-Anlegestellen, an denen man grillen kann – was wir dann auch machten.

Von Heeg aus fuhren wir über die Bolswarderzijlfaart zum hübschen Städtchen Bolsward, das wir nach längerer Zeit wieder einmal besuchten und den Aufenthalt dort auch nutzten, um eine Maschine Wäsche zu waschen.

Workum — Heegermeer Marrekrite Anleger

Am nächsten Tag ging es über die schöne Workumer Trekvaart nach Workum und von dort eine kurze Strecke ins Heegermeer. Dort gibt es herrliche Inselchen mit vielen Marrekrite-Anlegeplätzen, an denen man wunderbar grillen kann. Schließlich war unser „Son of Hibachi“-Grill in diesem Friesland-Bootsurlaub bisher ein wenig zu kurz gekommen!

Friesland-Bootsurlaub
Auf dem Ijsselmeer nach Stavoren

IJsselmeer – Hindeloopen – Stavoren

Durch Workum ging es dann rauf aufs IJsselmeer und an der Küste entlang. Vorbei an Hindeloopen, durch die neue Johan-Friso-Schleuse nach Stavoren. Ein Regentag hielt uns eine zweite Nacht in Stavoren fest – aber da wir immer sehr gerne in Stavoren sind, machte uns das nicht viel aus.

Heegermeer – Tjeukemeer Marrekrite Anleger

Über das Heegermeer ging es am kommenden Tag Richtung Tjeukemeer, wo wieder eine dieser schönen Marrekrite-Inselchen auf uns wartete, die anscheinend nur für freie Anlegestellen gemacht wurden.

Stavoren Friesland-Bootsurlaub
Die 2014 neu eröffnete Schleuse in Stavoren

Am nächsten Tag mussten wir Friesland „Auf Wiedersehen“ sagen.

Kalenberger Gracht – Nationalpark De Weeribben – Zwolle

Es ging zurück mit einer längeren Tour. Diesmal durch die wunderschöne Kalenberger Gracht mitten durch den Nationalpark De Weeribben und über das Zwarte Water bis nach Zwolle.

Zutphen – Mooker Plas

Ab Zwolle hatten wir die Strömung der IJssel gegen uns, so dass wir es in recht langsamer Fahrt am nächsten Tag nur bis Zutphen schaffen wollten. Dieses Städtchen ist immer wieder einen Besuch wert, so dass wir gerne dort haltmachten.

Gegen starke Strömung ging es dann die IJssel weiter herauf bis zum Pannerdensch Kanaal, von dort in die Waal, diesmal mit der Strömung, und durch den Maas-Waal-Kanal. Das Tagesziel war der Jachthafen El Dorado im Mooker Plas. Von dort konnten wir es am nächsten Tag maasaufwärts bis zurück zu unserem Heimathafen in Roermond schaffen.

Abim Werft
In Ossenzijl: Bootstour von Roermond nach Friesland und zurück

Es war ein wunderschöner Friesland-Bootsurlaub mit abenteuerlichen Erlebnissen und ruhigen Momenten. Wir hatten nette Begegnungen und machten interessante Erfahrungen. Die einzelnen Etappen, die Besonderheiten der Regionen und Gewässer, Häfen, Städte und Liegeplätze werden wir in unseren nächsten Beiträgen detaillierter beschreiben.

Karten für diese Reise

Als Kartenmaterial und Unterlagen hatten wir natürlich zunächst den Wateralmanak 1* an Bord, denn das ist Pflicht in Holland. Der Wateralmanak 2* war auch dabei für Informationen über Brücken- und Schleusenöffnungszeiten, Besonderheiten und Regeln der Wasserstraßen wie z.B. Geschwindigkeitsbeschränkungen, sowie für Informationen über Häfen. Dazu kamen 6 Wasserkarten: Die Strecke von Roermond bis zur Abzweigung des Maas-Waal-Kanal wird durch den ANWB Wateratlas M* „Limburgse Maas“ abgedeckt, der Maas-Waal-Kanal, die Waal, der Pannerdensch Kanaal und ein Stück IJssel bis Doesburg durch die ANWB Waterkaart L* „Grote Rivieren Oost“. Weiter ging es mit dem ANWB Wateratlas D* „Gelderse IJssel“ für die Strecke bis Zwolle, der ANWB Waterkaart C* “Noord West Overijssel“, der ANWB Waterkaart B* „Friesland“ und der ANWB Waterkaart Y* „IJsselmeer“ für unseren Aufenthalt in Nordwest-Overijssel und Friesland. Als sehr nützlich haben sich auch die “Knooppuntenboekjes” erwiesen, die wichtige Informationen über Begegnungspunkte mit der Berufsschifffahrt liefern. Sie sind kostenlos als pdf auf der Website von Varen doe je samen! erhältlich.

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Bootsservice + Auswintern in die Sommersaison 2014

Roermond – Hafen Het Steel: Für uns sollte die Sommersaison nach dem Bootsservice im Winter heute beginnen.

Fiona, Christine und Joy

Unser Boot soll am 31. März gekrant werden und die Roermonder Bootshalle verlassen, in der es während des milden Winters 2013/14 stand. Wir hatten Fiona erst im August 2013 gekauft. Daher wurde in der Halle ein kompletter Bootsservice durchgeführt.  Außerdem wurden in der Halle einige weitere Arbeiten erledigt, um – noch einmal – sicher zu gehen, dass mit dem Boot alles ok ist.

Alles läuft wie geplant

Hafenmanöver mit dem Traktor

Wir hatten unseren Termin zum Kranen vorher ausgemacht. Um 10:00 Uhr sollte es soweit sein. Als wir um 9:20 Uhr am Hafen ankamen, sahen wir unser Boot bereits in Krannähe geparkt.

In der vorigen Saison war das Unterwasserschiff noch blau, jetzt ist es hellgrau. Kleine Kratzer waren fachmännisch beseitigt worden. Auch der blaue Wasserpass wurde erneuert. Der ganze Rumpf sah sehr gut aus, nahezu wie neu. Nicht zuletzt auch wegen der händischen Politur. Nichtsdestotrotz wurde geplant, ein Politurschleifgerät von Festool* zu kaufen, da es mit einer guten Maschine wesentlich besser geht.

Die Propeller des Volvo Penta Duoprops waren noch neu.

Im Bootskran

Wir hatten noch Zeit, das Verdeck abfahrtbereit zu machen und schon kam der Traktor mit seinem hydraulischen Bootsanhänger, um Fiona abzuholen. Fiona wurde unter dem Kran abgesetzt. Wir stiegen schnell hoch aufs Deck und bereiteten die Fender vor. Währenddessen prüfte ein Mechaniker einige Sachen am Antrieb und am Schiffsdiesel. Es wurde während des Winterlagers die Balgen am Antrieb gewechselt.

Inzwischen war es 10:00 Uhr und Fiona „ging in die Luft“. Hier schwebte sie majestätisch Richtung Hafenbecken und landete ganz sachte im Wasser.

Liften 😉

Der Geschäftsführer des Hafens, Henk bediente den Kran zentimetergenau mit der Fernsteuerung.

Der Hafen de Steel in Roermond bot uns ein schönes Winterlager. Wir hätten anfangs nicht gedacht, dass wir zur neuen Saison so schnell raus kämen, weil wir in der Bootshalle derart eingeschlossen waren von vielen Booten, die zuerst weichen mussten, damit wir freien Weg nach draußen hatten.
Nun sind wir natürlich froh, dass unser Boot den Roermonder Steelhaven verlässt, weil wir die ersten schönen Tage an Bord genießen können, nur wenige hundert Meter entfernt an der gleichen Maasseite.

Verband auf der Maas

Erster Ausflug auf der Maas

Weil es so schön war, machten wir einen Spontanausflug in den Ooler Plas. Nur vereinzelt gab es Begegnungen mit anderen Booten. Eine Begegnung war umso interessanter. Ein Schleppverband.

Im damaligen Heimathafen de Rosslag angekommen

Am späten Nachmittag waren wir im neuen Hafen “de Rosslag”. Hier ist es noch ruhig. Allerdings hat die Saison auch noch gar nicht richtig begonnen. Hier werden noch viele Schiffe dazukommen.

Beim Anlegen half uns ein netter Segler, der uns erzählte, dass Rosslag ein ruhiger Hafen sei, so seine Erfahrungen aus der letzten Saison. Eigentlich sollte er Recht behalten, vergisst man solche Veranstaltungen wie Solar oder andere  lautstärkeintensive Veranstaltungen 😉

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Bootfahren in Holland – Voraussetzungen & Vorschriften

Die Voraussetzungen für Bootfahren in Holland sind nahezu ideal. Es gibt eine fast einzigartige Infrastruktur: Sehr zahlreiche für Sport- und Hausboote nutzbare Wasserwege, Flüsse, Kanäle, Seen und auch das Meer. Zu erwähnen sind die vorbildlichen Binnenwasserwege, die sich kreuz und quer durchs Land ziehen, insbesondere in der Provinz Friesland. Generell gibt es zahlreiche Anlegemöglichkeiten und Häfen, die alle notwendigen Annehmlichkeiten bieten. Einen guten Überblick geben z.B. die Bücher “Mit dem Hausboot durch Holland: Die Friesische Seenplatte und der Großraum Amsterdam. Mit 22 Tourentipps für die Niederlande.“* und “Friesland: Zwischen Ems, IJsselmeer, Waddenzee und IJssel. Mit Twenterevier und Route durch das Veen“.

Bootfahren in Holland ohne Führerschein

Führerscheinfrei sind Boote, die kürzer als 15 Meter sind und die nicht schneller als 20 km/h fahren können. Trotzdem sollte man nicht ganz ohne Kenntnisse fahren, denn sonst könnte der verdiente Urlaub urplötzlich doch in Stress ausarten. So kann sich für Hausboot-Neulinge ein Blick in das Buch “Charterfibel: Hausbootwissen für Einsteiger. Mit der neuen Charterbescheinigung” lohnen. Bootsurlauber in Friesland können auch für einen Tag einen Kurs bei Skippers Start Hilfe buchen, um mit der Handhabung eines Bootes und den wichtigsten Fahrregeln vertraut zu werden. Einen Bootsführerschein zu besitzen schadet natürlich auf keinen Fall für das Bootfahren in Holland.

Deutsche Sportbootführerscheine in den NL

Der deutsche Sportbootführerschein Binnen wird anerkannt, wenn er nach dem 01.04.89 ausgestellt wurde.

Er ist gültig für die Binnengewässer in den Niederlanden, aber nicht gültig für das Ijsselmeer, Markermeer, Ijmeer, die Waddenzee, die Ems und den Dollard, die Oosterschelde und die Westerschelde. Für diese Gebiete wird der Sportbootführerschein See oder das Sportschifferzeugnis E benötigt. Mit dem Sportschifferzeugnis E kann man in Deutschland Yachten bis 25 Meter Länge führen. Ausgenommen sind Binnenschifffahrtsstraßen, für die eine besondere Streckenkunde benötigt werden.

Der deutsche Sportbootführerschein See wird anerkannt, wenn der Führerschein nach dem 01.01.74 ausgestellt wurde.

Der Sportbootführerschein See ist gültig für alle holländischen Wasserstraßen. Das Sportschifferzeugnis wird ebenfalls für das Bootfahren in Holland anerkannt.

Generell werden andere bzw. ältere Führerscheine in den Niederlanden nicht anerkannt. Bestimmte Führerscheine können in Deutschland umgeschrieben werden. Es wird z.B. dringend empfohlen, den Befähigungsnachweis der ehemaligen DDR umschreiben zu lassen. Auskunft zur Führerscheinumschreibung erteilen die jeweiligen Fachstellen.

Auf die Sportbootführerscheine kann man sich im Übrigen sehr gut vorbereiten mit den Büchern

Sportbootführerschein Binnen Segel/Motor: Mit offiziellen Prüfungsfragen und
Sportbootführerschein See: Mit amtlichen Fragenkatalog.

In diesen Büchern findet man alle notwendigen Informationen gut aufbereitet und sie liefern das Hintergrundwissen für die Prüfung. Die Prüfungsfragen kann man auch sehr gut mit Hilfe einer App üben:

Bootfahren in Holland: Registrierungspflicht und Bootspapiere

Fährt man mit dem eigenen Boot in Holland, gibt es weitere Regelungen zu beachten. Boote unter 20 m Länge, die schneller als 20 km/h fahren können, müssen ein Kennzeichen haben. Dabei gilt: Das Kennzeichen muss gut erkennbar sein mit dunklen Buchstaben auf hellem Hintergrund oder umgekehrt. Die amtlichen und amtlich anerkannten deutschen Kennzeichen sind in den Niederlanden gültig.

Das Kennzeichen des Bootes muss in mindestens 20 cm hohen, 10 cm breiten und 2 cm starken lateinischen Buchstaben und arabischen Ziffern an beiden Bugseiten des Bootes angebracht sein. Falls das nicht geht, sind mindestens 10 cm hohe Buchstaben mit 6 cm Breite und 1,5 cm starken Buchstaben zu wählen. Der Name und die Adresse des Eigners ist gut sichtbar am Boot außen oder innen anzubringen.

Mindestalter

Ein Hausboot darf man ab 16 Jahren steuern. Kann das Boot allerdings schneller als 20 km/h fahren, muss der Schiffsführer mindestens 18 Jahre alt sein und den Sportbootführerschein besitzen. Für kleine offene Motorboote, die nicht länger als 7 m und langsamer als 13 km/h sind, muss der Schiffsführer mindestens 12 Jahre alt sein. Für Segelboote unter 7 m Länge, Ruder-, Paddelboote und Boote, die ausschließlich durch eigene Muskelkraft bewegt werden, gibt es kein Mindestalter.

Erforderliche Dokumente an Bord

Die Dokumente, die an Bord einer Motoryacht oder eines Hausbootes sein müssen, sind klar geregelt. Charterurlauber werden die meisten erforderlichen Dokumente allerdings bereits an Bord vorfinden.

– Falls erforderlich, müssen die nötigen Führerscheine oder Patente an Bord mitgeführt werden, ebenso gegebenenfalls das Funkzeugnis. Ausserdem muss ein gültiger Personalausweis oder Reisepass mit an Bord sein.

– Eigentumsnachweis für das Schiff. Der Internationale Bootsschein (IBS) und das Flaggenzertifikat vom BSH werden als Eigentumsnachweis anerkannt. Gegebenenfalls wird ein Schiffsbrief oder –attest benötigt (bei Schiffen mit mehr als 10 t Wasserverdrängung für Binnen, ab 15 m Länge für See).

– EU-Konformitätserklärung (CE Zeichen). Alle Boote, die nach dem 15.06.1998 erstmals in Verkehr gebracht worden sind, benötigen eine CE-Konformitätserklärung. Ausnahme sind selbstgebaute Boote.

–  Ein EU-Mehrwertsteuernachweis ist vorgeschrieben für alle Boote, die nach dem 01.01.1985 in Betrieb genommen wurden. Die Erkärung des Verkäufers, dass er Mehrwertsteuern bezahlt hat, ist wertlos. ‘
Update 1.1.2020: Laut der Zeitschrift Boote-Magazin muss (eigentlich) der Zoll nachweisen, dass das Boot nicht versteuert wurde. So ganz klar scheint die Sache nicht zu sein.

– Bei schnellfahrenden Booten muss eine Bescheinigung über die gültige Haftpflichtversicherung vorliegen (die Mindestdeckkungssumme beträgt 567225 Euro für einen Schadensfall). Empfohlen wird eine Haftpflichtversicherung für alle Boote. Außerdem sind bei schnellfahrenden Booten Bootspapiere über die erfolgte Registrierung, z.B. der IBS mitzuführen.

– Wenn eine UKW-Funkanlage vorhanden ist, muss das Funkzeugnis sowie die Zulassungsurkunde und das Handbuch Binnenschiffahrtsfunk mitgeführt werden.

– Das Binnenvaartpolitiereglement (BPR) oder der ANWB Wateralmanak Teil 1 mit den Gesetzestexten Holländische Binnengewässer und den Sprechfunk-Vorschriften.

Vorschriften zur Ausrüstung – gilt für alle Boote (lediglich nicht für kleine offene Boote)

Für alle Boote gilt: Es muss ein Anker an Bord sein, je eine Rettungsweste pro Person, eine rote Flagge und rotes Licht als Notsignal, wenn möglich Navigationslichter und für Segler unter Motor als Signalkörper ein schwarzer Ankerball / Kegel. Schnelle Boote müssen zusätzlich mit einem Feuerlöscher und einer Quickstop-Vorrichtung ausgerüstet sein sowie eine solide Steueranlage und einen Auspuff mit Schalldämpfer haben.
Zur eigenen Sicherheit wird außerdem empfohlen, eine Erste-Hilfe-Ausrüstung bzw. einen Verbandskasten an Bord zu haben, sowie Paddel, Rettungsring und Taschenlampe.

Wichtige Regeln

Almanak 1 und 2
Almanak 1 und 2

Die Regelungen zum Bootfahren in Holland auf den einzelnen Wasserstraßen sind jeweils im ANWB Wateralmanak 2 detailliert beschreiben. Wer öfter in Holland unterwegs ist und größere Gebiete befährt, kann auch sehr gut die iPad-App Biggerworks Wasserkarten (hieß früher ANWB-Wasserkarte) benutzen, die alle Wasserkarten sowie die Informationen aus dem Wateralmanak 2 beinhaltet.

Unser Wateralmanak hat seinen festen Platz am Steuerstand, und wir werfen normalerweise mehrmals täglich einen Blick hinein, um uns über die jeweils geltenden Regelungen für den Wasserweg, den wir gerade fahren, zu informieren.

Generell gilt beim Bootfahren in den Niederlanden: Die Höchstgeschwindigkeit beträgt meist 20 km/h. Auf jeden Fall sollte man die eigene und die Sicherheit der anderen gewährleisten und gute Bootsmannschaft walten lassen: Beim Schnellfahren muss der Abstand zu Bade-, Anlegestellen und zum Ufer mindestens 50 m betragen. Auf dem Ijsselmeer muss beim Schnellfahren der Abstand mindestens 250 m zum Ufer betragen und ist nur außerhalb des betonnten Fahrwassers erlaubt.  Bei einem Abstand von unter 50 m zum Ufer oder bei verminderter Sicht beträgt die Höchstgeschwindigkeit  9 km/h, in Umweltschutzgebieten nur 6 km/h.

In der Nähe von Regatten ist Schnellfahren nicht erlaubt. Wird stehend schnellgefahren, gibt es für die eigene Sicherheit die Pflicht, eine Rettungsweste anzulegen.

Die Alkoholgrenze beim Bootfahren beträgt in den Niederlanden 0,5 Promille.

Beim Wasserskilaufen muss zusätzlich ein Beobachter an Bord sein. Hier gilt: 0 Promille Alkohol für alle!

Als Bootsurlauber ist man zwar meistens bestrebt, den Berufsschiffen aus dem Weg zu gehen, aber für den Fall des Falles sollte man die entsprechenden Regeln kennen:

Mit Inkrafttreten des neuen Binnenvaartpolitiereglement in 2005 gilt die „Steuerbordregel“, unabhängig von der Größe der Schiffe. Wenn ein Schiff die Steuerbordseite beim Begegnen, Kreuzen oder Überholen hält, hat es Vorfahrt.

Die blaue Tafel

Wenn ein Großfahrzeug in Bergfahrt die blaue Tafel zieht, müssen auch Sportfahrzeuge darauf reagieren und an der Steuerbordseite passieren.
Zusammengefasst lässt sich für den Binnenbereich der NL folgendes sagen: In den Gebieten, in denen die niederländische Binnenschifffahrtspolizeiordnung (BPR) gilt, hat das kleine Schiff die geführte blaue Tafel zu beachten und sich entsprechend zu verhalten. In den Gebieten, in denen die niederländische Rheinschifffahrtspolizeiordnung (RPR) gilt, ist dahingegen festgelegt, dass kleine Schiffe großen Schiffen immer ausweichen müssen.

Passagierschiffe unter 20 m Länge sind Großfahrzeuge. Dieses zeigen sie mit einem speziellen gelben Zeichen. Hierzu gehört auch die Braune Flotte. Schlepper zählen nur dann als Großfahrzeuge, wenn sie schleppen.

Generell sollen Sportboote so weit wie möglich auf der Steuerbordseite fahren. Abweichende Vorschriften gibt es für die Geldersche Ijssel, Boven-Merwede, Neder-Rijn und Pannerdensch.

Bootfahren in Holland
Segeln in den NL

Segelschiffe

Für Segelboote gibt es je nach Gebiet weitere Vorschriften. Beispielsweise ist das Segeln streckenweise auf stark befahrenen Kanälen verboten. Das Segelschiff muss einen Motor besitzen, der eine Fahrt des Schiffs unter Motor von mindestens 6 km/h ermöglicht.

Wenn Funk an Bord ist

Manche Strecken dürfen nur mit eingeschaltetem Funkgerät gefahren werden. Die niederländische Wasserschutzpolizei überprüft das, indem sie ein Boot anruft! Kommt keine Antwort, droht eine Strafe. Bei verminderter Sicht (Sicht unter 500 m) sind sogar 2 Funkgeräte vorgeschrieben. Außerdem ein Radargerät, das für die Binnenschifffahrt zugelassen ist.

Das betrifft zwar weniger die Bootfahrer, aber erwähnenswert ist, dass Schwimmen in Häfen und auf deren Zufahrtswegen verboten ist. Verboten ist das Schwimmen auch in Fahrrinnen, in der Nähe oder unter Brücken sowie in der Nähe von Fährstrecken.

Literaturvorschläge/ Unsere Rezensionen ausgewählter Reiseführer

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Ein langes Wochenende in den Maasplassen

Langes Feiertags-Wochenende in den niederländischen und belgischen Maasplassen! An einem sonnigen Tag fahren wir von der Marina Boschmolenplas zu der nur wenige Kilometer entfernten Marina Oolderhuuske und legen gegenüber am Anleger an. Diese Anleger sind kostenlos für die “Pleziervaart”, wie fast überall in den Niederlanden.

Der niederländische Teil der Maasplassen

Zuidplas
Anlegestelle gegenüber von Oolderhuuske

In Sichtweite dieses Anlegers ist eine Straße, die wir in den Jahren zuvor des öfteren benutzt haben mit unserem damaligen offenen Trailerboot. Von dieser Straße sieht der Anleger sehr hübsch aus, so dass wir in den Vorjahren beschlossen hatten, dort mit unserem zukünftigen Kabinenboot zu liegen.

Und Zukunft war jetzt 🙂

Zunächst hatten wir Feines zum Grillen eingekauft. Wir waren in Gesellschaft und so verging der Abend sehr schnell. Obwohl die Wellen immer ruppiger, der Wind immer kräftiger wurde und das Wasser gegen den Bootsrumpf knallte, schliefen wir gut.

An diesem Tag installierten wir auch unseren neuen Flaggenmast am Bug. Die aktuelle Gastland-Flagge ist die der Provinz Limburg. Roermond gehört zu dieser Provinz.

Der belgische Teil der Maasplassen

De Spaanjerd, Belgien

Am nächsten Tag fuhren wir die Maas aufwärts, durch die Schleuse Linne zur Marina De Spaanjerd in Belgien. Der Hafen liegt nicht weit entfernt von der holländischen Grenze. Abermals scheint die Sonne wie während unseres ganzes Kurzurlaubs, welch ein Glück!

Zeit zum Entspannen, genießen, erholen, lesen …

Der Hafen von Maaseik
Eetcafe, Maaseik Marktplatz

Ein Tagestrip führt uns auch nach Maaseik. Maaseik besitzt einen sehr schönen Hafen, der aber leider etwa 5 km außerhalb liegt, den Jachthafen Heerenlak mit ein paar Gastliegeplätzen. Wir hatten uns mit Freunden verabredet, die uns mit dem Auto vom Hafen abholten und mit uns einen Abstecher in die Stadt nach Maaseik machen wollten.

Maaseik ist ein gemütliches kleines Städtchen mit einen sehr schönen Marktplatz, der von Geschäften und Lokalen umsäumt wird. Pannekoeken sind hier sehr beliebt. Auf dem Marktplatz kann es sehr lebhaft werden, vor allem wenn Markt ist und/ oder schönes Wetter vorherrscht. Die restliche Stadt empfanden wir als ruhig.

Wir verbringen nach dem Besuch in Maaseik zwei weitere Tage in den Maasplassen. Anschließend beginnt unsere Bootstour nach Maastricht via Willemsroute. Die belgischen Fremdenverkehrsämter bewerben die Route stark und so waren wir gespannt, was uns erwarten würde.

Blaue Lagune
Maasplassen, bei Heel
Schleuse Linne

Eine knappe Woche später sind wir wieder zurück in der Gegend von Roermond. Das Wetter ist wieder sehr gut. Da wir in diesem Jahr wenig gegrillt haben, organisieren wir kurzherhand unser nächstes Barbecue und bekommen einen sehr schönen Sonnenuntergang.

Die Schleuse Linne

Die Schleuse Linne befindet sich direkt vor Roermond. Einige Fotos unserer letzten Fahrt am folgenden Tag: Wir schleusen zu Tal in der Schleuse Linne mit vielen Ruderern. Das Schleusen war kein Problem für die Ruderer, obwohl sie sich nicht mit einem Seil an der Wand festhalten konnten.

Auch die Tiere, wie hier die Rinder und Pferde, nutzen das schöne Wetter …

Rinder in der Maas bei Roermond
Pferde am Ufer der Maasplassen

Fiona in Roermond, an einem Steg direkt vor dem Zentrum Roermonds.

Marine Helena Werf (Driessen)

Dresen/Roermond

Fiona am selben Liegeplatz, jedoch von einem anderen Standpunkt aus fotografiert.

*** ENDE ***

Unsere Liegeplätze:

Kartenmaterial für die Maasplassen:

Die Maasplassen sind im Wateratlas M Limburgse Maas 1 : 25 000* enthalten. Fahrregeln für die Maas, die Maasplassen und die Kanäle, Schleusen-Öffnungszeiten und Informationen zu Liegeplätzen findet man im Wateralmanak (Wasseralmanach) 2 2014: Nederland – Belgie (Vaargegevens)*. Den Wateralmanak Teil 1 gibt es hier.

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Jachthaven de Rosslag/ Roermond – Unser Hafen 2014-2018 (Aktueller Name: Roermond City Marina)

Bevor die City Marina entstand: Jachthaven De Rosslag

Wir kamen auf den “Jachthaven de Rosslag”, als wir Ende der Vorsaison in unserem Heimatrevier, den Maasplassen, auf der Suche waren. Unser Wunsch war es, recht nah an der Stadt Roermond zu liegen. Das hieß für uns, dass wir nicht länger als 30 Minuten zu Fuß gehen wollten, um einen Spaziergang oder eine Radtour in die City zu machen. Die Marina liegt zwischen Roermond und Linne, gleich neben dem Ooler Plas. Ein Supermarkt ist ca. 10 Minuten zu Fuß entfernt.

Jachthaven de Rosslag

Da wir vorher schon Positives vom Jachthafen de Rosslag gehört hatten, wollten wir uns diesen natürlich ansehen.

Ausstattung Jachthafen de Rosslag

Der Stand im Februar
Plätze für Beiboote/Schlauchboote

Wir kamen mit dem Boot und hatten als Gäste kein Problem, einen “Gast Steiger” bei der Marina Rosslag zu finden und dort anzulegen. Unser erster Eindruck war sehr positiv. Alles machte einen gepflegten Eindruck. Die Schwimmstege sind relativ breit und aus Holz. Die Auslegerstege haben einen ordentlichen Schwimmkörper, so dass diese nicht so tief absacken, wenn man darauf geht. Das sorgt wiederum für ein gutes und sicheres Gefühl beim Begehen.

Für Beiboote wird am Ufer eine Fläche reserviert, die man mieten kann. Das Waschhaus ist auf dem neuesten Stand und sieht sehr modern aus.

Der Eindruck sollte sich auch später verfestigen, als der nette Hafenmeister uns zum Waschhaus Zugang gewährte. Vom Hafenmeister erfahren wir, dass man sich Fahrräder vom Hafen gratis ausleihen kann.
Hört sich doch gut an!

Restaurant Lounge 44

Ehemals Lounge 44
Lounge 44 in Roermond

Eine Gastronomie mit gehobenem Anspruch scheint durch das Restaurant “Lounge 44” gegeben. Leider wurde es nie so wirklich zu unserem Restaurant. Das lag aber eher an den Muscheln, die wir nicht so wie erwartet vertrugen 😉
Es gibt zwei Restaurant-Außenflächen, eine vor dem Gebäude und die zweite ist dahinter, zum Wasser hin gelegen. Oben auf der Terrasse konnte man schön sitzen mit einer Aussicht über den Hafen und über die Maas. Im Folge der Hafenumstrukturierung musste die Gastronomie weichen. Heute stehen dort neuerrichtete Hoch-/Mehrfamilienhäuser. Auch der Campingplatz, der durch den Hafenbesitzer betrieben wurde, wurde ersatzlos gestrichen. Auch hier befinden sich Hochhäuser, dahinter weitere kleinere.

Über den umgestalteten Hafen haben wir hier berichtet: De Rosslag wird zu Roermond City Marina – BOOTSSAISON.DE