Maastricht – ein Bootstörn von Roermond

3 Tage Maastricht: Marina Maastricht (früher: Marina Nautisches Centrum Pietersplas)

Obwohl die Wettervorhersage eher durchwachsen war, waren wir guter Dinge, dass sich die Wetterlage zum Besseren wenden würde. Wir hatten dann auch tatsächlich Glück mit dem Wetter. Nur einige Wolken schirmten die heiße Sonne manchmal etwas ab.

Am Donnerstag kauften wir Vorräte für das Wochenende. Außerdem dabei waren unsere Falträder, mit denen wir Maastricht und das Umland erkunden wollten. Da uns die Willemsroute noch gut bekannt war, fuhren wir dieses Mal ausschließlich über den Julianakanaal. Der Julianakanaal verläuft mehr oder weniger parallel zur Maas, die in diesem Bereich, genauer gesagt zwischen Ohe en Laak und Maastricht, nicht schiffbar ist.

Für die Fahrt nach Maastricht mussten wir drei Schleusen passieren. Die erste Schleuse ist direkt bei Roermond, die Schleuse Linne. Ohne Wartezeit durften wir direkt hinter einem Segler einfahren.

Schleuse Maasbracht
Schleuse Maasbracht

Nun trennten uns nur noch zwei Schleusen und etwa 45 km von unserem Ziel, dem Hafen Pietersplas, wie er umgangssprachlich in seiner Kurzform genannt wird.

In Maasbracht, unmittelbar vor der Schleuse, bunkerten wir Diesel an der Schiffstankstelle. Direkt hinter der Tankstelle befindet sich die nächste Schleuse für uns. Die Schleuse war gut gefüllt, es gab keine besonderen Vorfälle.

Bei Schleuse Nr. 3 wurden wir in die Steuerbordkammer verwiesen. Das ist die alte Kammer. Leider geht das Schleusen in dieser Kammer nicht so schnell und wir waren länger mit dem -langsamen- Schleusen beschäftigt als uns lieb war. So kam es uns wie eine Ewigkeit vor, bis wir die gut 11 m Höhenunterschied geschafft hatten. Zu unserer Überraschung sah das Schleusenwasser während des Schleusens so aus, als hätte jemand sein Badewannenwasser abgelassen. Wir waren es nicht 😉

Die Maas bei Maastricht

't bassin, Stadthafen Maastricht
‚t bassin, Stadthafen Maastricht

Hier wird es richtig interessant. Man fährt an Industriegebieten vorbei, bevor sich die Häuser Maastrichts zeigen. Bei der Anfahrt ist an unserer Steuerbordseite der Hafen „t´Bassin“. Hier fuhren wir letztes Jahr rein, mussten durch eine feste Brücke und schleusten ein kleines Stück, um in den alten Stadthafen zu gelangen.
Direkt hinter dem Bassin ist die Amüsiermeile von Maastricht gelegen, die übergeht in das Shopping-Viertel.

Mitten auf der Maas befindet sich ein Jachthafen. Die vorbeifahrenden Boote passieren an der Uferseite. Kurz dahinter ist das Regierungsviertel, welches wie eine moderne Wasserburg aussieht.

Gouvernement Maastricht
Gouvernement Maastricht

Schon bald beginnt eine Schnellfahrstrecke, die wir leider nicht auskosten durften, da unser Zielhafen erreicht war.

Maastricht Marina, Pietersplas

Maastricht Marina, ehemals Marina Pietersplas
Maastricht Marina, ehemals Pietersplas

Die Maastricht Marina Pietersplas ist ein sehr schöner und gepflegter, noch recht neuer Hafen auf der östlichen Maasseite. Der Hafen bietet großzügig bemessene Stege, ein modernes Waschgebäude mit Waschmaschine und Trockner, Duschkabinen und WCs.

Blick in das Sanitärgebäude
Blick in das Sanitärgebäude

Da es einen Besitzerwechsel gab, hatte sich hier einiges geändert. Was die meisten Skipper interessieren dürfte: Das alte Angebot, für zwei Tage Liegen nur einen Tag zu bezahlen gibt es nicht mehr, sondern erst ab fünf Tagen. Dann gibt es einen Tag gratis. Für einen Meter Bootslänge bezahlt man 1,50 € plus Nebenkosten für zwei Personen in Höhe eines Meters Bootslänge). Zusatz, ab 2015: Angeblich werden die 2 für einen Tag-Angebote wieder eingeführt.

Blick auf die Marina Maastricht
Blick auf die Marina Maastricht

Der Hafen ist recht ruhig gelegen. Musik-Events aus der Amüsiermeile haben wir im Hafen nicht wahrgenommen. In unmittelbarer Nähe befinden sich das wunderschöne Kasteel de Hoogenweerth und ein Restaurant.

Fahrradtouren in Maastricht

An zwei Tagen fuhren wir gut 50 km mit dem Rad durch und um Maastricht. Die einfache Entfernung vom Hafen zur City beträgt 4 km. Zwischenzeitlich stand noch ein Besuch beim VVV Maastricht auf dem Programm, um eine „Fietskaart“ für die Region zu kaufen. Gefunden haben wir eine praktische Karte, klein zu falten und aus sehr strapazierfähigem Material, die die Region der Maas von der belgischen Grenze bei Maastricht bis zum Leukermeer hin abdeckt: „De sterkste Fietskaart van de regio: Limburg“.

In Kanne, Belgien
In Kanne, Belgien

In und um Maastricht gibt es hervorragende ausgebaute Fahrradwege (vom Kopfsteinpflaster in der City einmal abgesehen) und sehr interessante Strecken, wo man außergewöhnliche Architektur und hübsche Landschaften bewundern kann. Nachdem wir am Freitag kreuz und quer durch Maastricht gefahren waren, fuhren wir am Samstag entlang der Maas in südöstlicher Richtung bis in die belgische Ortschaft Kanne.

Von hier aus ging es am Albertkanal entlang wieder nordwestlich. Bevor wir zum Hafen zurückfuhren, gab es auf der Außenterrasse der Pizzeria Da Giuseppe direkt am Marktplatz in Maastricht ein ordentliches Essen. Der gemischte Salat und die Pizzen konnten sich durchaus sehen lassen und haben uns sehr gut geschmeckt. Die freundliche Bedienung tat ein Übriges, so dass wir uns in dieser Pizzeria sehr wohl gefühlt haben.

Heimfahrt nach Roermond
Heimfahrt nach Roermond

Den späteren Nachmittag und Abend verbrachten wir dann im Hafen und am Sonntagmorgen traten wir bei schönstem Wetter die Heimreise nach Roermond an.

Da sich das Wetter sehr gut hielt, legten wir am Nachmittag einen Badestopp im Oolderplas ein und trafen uns mit Freunden. Wir konnten das tolle Wetter auskosten und blieben bis kurz vor Sonnenuntergang. Unser letztes Ziel für heute hieß „Heimathafen Rosslag„.

Friesland-Bootsurlaub Etappe 2: Leukermeer – Doesburg

Nach einem gemütlichen Frühstück mit wunderschönem Blick aufs Leukermeer ging es am nächsten Vormittag weiter Richtung Friesland. Unser Tagesziel heißt Doesburg.

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Abschied vom Hafen im Leukermeer
Abschied vom Hafen im Leukermeer

Zunächst hatten wir noch 31 km Maas zu fahren bis zur Einmündung des Maas-Waalkanaals. Nach 10 km erreichten wir die Schleuse Sambeek, für uns die letzte Schleuse auf der Maas. Während die Schleuse Roermond – die wir am Vortag passiert hatten – hauptsächlich für die Sportschifffahrt betrieben wird, weil die Berufsschiffe den Bereich der Maasplassen über den Lateralkanaal umfahren, sind die restlichen Schleusen auch für die Berufsschiffe und verfügen deshalb häufig über mehrere Kammern. Daher sind die Wartezeiten vor den Schleusen oft kurz, und die Schleusen-Öffnungszeiten während der Woche sehr komfortabel: an Arbeitstagen wird rund um die Uhr geschleust. Dafür braucht es aber auch eine gewisse Abstimmung mit der Berufsschifffahrt, und so kam unser Funkgerät häufig zum Einsatz.

Zufahrt zur Waal bei Nijmegen
Zufahrt zur Waal bei Nijmegen

Kurz hinter Cuijk, das von der Maas aus ein sehr schönes Panorama bietet, kam die Abzweigung in den Maas-Waalkanaal. Nach gut einem km gab es dort eine offen stehende Schleuse, die Schleuse Heumen. Auch diese Schleuse hat zwei Kammern, und die Durchfahrt wird mit rotem und grünem Licht geregelt, so dass man keine Sorge haben muss, dass einem in der Schleuse plötzlich ein Berufsschiff entgegenkommt. Man benutzt aus beiden Richtungen jeweils die rechte Kammer.

In der Schleuse Weurt
In der Schleuse Weurt

Der Maas-Waalkanaal verbindet die Waal, den Haupt-Mündungsfluss des Rheins, mit der Maas und ist entsprechend von Berufsschiffen frequentiert. Er ist aber breit genug, und da er auch hübsch begrünt ist, war die Fahrt durch den Maas-Waalkanaal sehr angenehm.

Nach 10 km erreichten wir schon die Schleuse Weurt, die den Maas-Waalkanaal mit der Waal verbindet. Hier gab es über Funk ein wenig Diskussion und Absprache, mit welchem Berufsschiff und an welcher Position wir schleusen sollten, aber an Ende hat alles wunderbar geklappt.

Über die Waal

Auf der Waal
Auf der Waal

Nun begann das zunächst größte Abenteuer unseres Bootsurlaubes: die 20 km über die Waal, vorbei an Nijmegen bis zur Einmündung des Pannerdenskanaals. Hier hat die Waal sehr starke Strömung, und es fahren sehr viele, auch sehr große Berufsschiffe und Schubverbände. Die Wellen ließen unsere Fiona wie einen Spielball des Wassers wirken. Wir waren froh über unsere Motorleistung und ließen Fiona wann immer möglich in Gleitfahrt gehen.

Um Nijmegen herum wird die Schifffahrt über einen Verkehrsposten geregelt. Für uns das erste Mal, dass wir unser theoretisch im Funkkurs erworbenes Wissen dazu in der Realität erlebten. In der Praxis sah das so aus, dass wir um Nijmegen herum statt des üblichen Kanal 10 nun Kanal 4 hörten, wie es in diesem Bereich verpflichtend ist. Es gab einigen Funkverkehr, der uns allerdings nicht betraf.

An diesen kritischen Begegnungspunkten mit der Berufsschifffahrt lohnt sich ein Blick in die Broschüren „Varen doe je samen!“, die kostenlos oder als pdf unter www.varendoejesamen.nl erhältlich sind. Hier wird zum Beispiel auch für jeden Knotenpunkt in Zeichnungen beschreiben, wie man aus der jeweiligen Wasserstraße abbiegt oder einbiegt, so dass Strömungsverhältnisse und Sichtbedingungen berücksichtigt werden.

Der Großteil der Rhein-Berufsschifffahrt fährt über die Waal, so dass wir ab der Abzweigung in den Pannerdenskanaal wieder ruhigere Verhältnisse vorfanden. Der Pannerdenskanaal ist gut 10 km lang und teilt sich dann bei Arnheim in den Neder-Rijn und die Gelderse Ijssel, die uns dann weiter Richtung Friesland bringen sollte.

Passantenhaven Stichting Doesburg's Goed
Passantenhaven Stichting Doesburg’s Goed

Doesburg

Cafe in Doesburg
Cafe in Doesburg

Die Ijssel ist am Anfang noch recht schmal und schlängelt sich durch die Landschaft. Allerdings wird sie bis zur Einmündung des Twentekanaals stark durch Berufsschifffahrt befahren, so dass es sich empfiehlt, den VHF-Kanal 10 eingeschaltet zu haben. Nach gut 20 km ijsselabwärts, die dank recht starker Strömung sehr schnell gingen, erreichten wir am frühen Abend den Passantenhafen Stichting Doesburg’s Goed des hübschen Städtchen Doesburg. Der Hafen liegt in Laufdistanz zum Stadtzentrum und hat ca. 40 Liegeplätze mit Strom, Toiletten und Duschen. An diesem Tag waren außer uns nur noch ein paar  Hausboote dort. Das Hafengeld wurde einfach in bereitliegende Plastiksäckchen gepackt und in einen Briefkasten geworfen. Ansonsten bietet Doesburg in seiner kleinen, aber sehr charmanten Innenstadt Supermärkte, einen Markt und liebevoll ausstaffierte Lokale.

Der Tarif für eine Übernachtung in Stichting Doesburg’s Goed lag bei 1,05 € /m, dazu kamen 1,75 € für Strom sowie die „Toeristenbelasting“ von 1,05 € pro Person.

Für diese Tour vom Leukermeer bis Doesburg haben wir gleich drei verschiedene Wasserkarten gebraucht: Den Wateratlas M Limburgse Maas 1 : 25 000* für die Strecke vom Leukermeer bis zur Abzweigung des Maas-Waal-Kanals, dann die Waterkaart L Grote Rivieren Oost 1 : 50 000* für die Strecke über den Maas-Waal-kanal, die Waal und den Pannerdens Kanal, und zuletzt den Wasseratlas D Gelderse Ijssel 1 : 25 000*. Der Wateralmanak (Wasseralmanach) 2 2014: Nederland – Belgie (Vaargegevens)* hat uns an diesem Tag wichtige Informationen über das Fahren auf der Waal geliefert.

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Friesland-Törn, Etappe 1: Roermond – Leukermeer

Unser Friesland-Bootsurlaub startete in unserem Heimathafen, dem Jachthafen De Rosslag in Roermond / Herten. Am Nachmittag sollte es losgehen, nachdem wir unsere Urlaubsvorräte an Bord gebracht hatten sowie Wasser- und Dieseltank aufgefüllt hatten. Unser erstes Ziel heißt Leukermeer.

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Die Reise beginnt in Roermond
Die Reise beginnt in Roermond

Von Herten aus sind es nur ein paar Minuten Fahrzeit bis zur Schleuse Roermond, die offenbar kurz vor uns mit einer Schleusung angefangen hatte. So hatten wir direkt eine gute halbe Stunde Pause. Aber dann ging es unaufhaltsam Richtung Norden. Neer mit seinem sehr netten Passantenhafen wollten wir natürlich im wahrsten Sinne des Wortes links liegen lassen, waren wir doch gerade erst unterwegs.

Kessel: Ein sehr schöner Ort
Extravagante Häuser in Kessel

Weiter ging es an Kessel vorbei. Dieser Ort hat von der Maas aus ein beeindruckenden Panorama: schöne Häuser, eine Kirche und ein Kasteel direkt am Ufer der Maas.

Kurz hinter Kessel kam auch schon die erste Schnellfahrstrecke. Das sind Abschnitte auf der Maas, auf denen auch Wasserski gelaufen werden darf, und es gibt keine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Kasteel Kleverberg
Kasteel Kleverberg

Ansonsten gilt auf der Maas eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h, mit Ausnahme des Bereichs der Maasplassen um Roermond, wo die Höchstgeschwindigkeit 9 km/h beträgt.

Durch die Schnellfahrstrecke kamen wir sehr schnell an der nächsten Schleuse, Schleuse Belfeld an.

KasteelHier wurden wir zügig geschleust und waren kurz darauf schon wieder unterwegs. Die Maas führt hinter Belfeld zunächst an Steyl vorbei, wo vom Fluss aus sehr schön das Mutterhaus der Steyler Missionare mit Kloster und Kirche zu sehen ist, und kurz drauf an Venlo. Hier überlegten wir kurz, ob wir den neuen Passantenhafen von Venlo testen sollten, von dem wir einiges Gute gehört hatten, entschieden uns aber weiterzufahren. Das Leukermeer lockte und sollte unser Ziel bleiben.

In Venlo begleitetePaddlern uns für eine kurze Zeit einige Paddler, die die Heckwelle von Fiona ausnutzten und offensichtlich sehr viel Spaß dabei hatten.

Hinter Venlo kommen weitere Schnellfahrstrecken, nur unterbrochen von kurzen Abschnitten, wo Fähren kreuzen. Auf der ganzen Strecke maasabwärts gibt es viele Fähren, die die nur wenig vorhandenen Brücken ergänzen. Daher sind diese Fähren auch regelmäßig und recht oft in Betrieb.

Fähre bei Kessel
Fähre bei Kessel

Meistens handelt es sich um sogenannte nicht frei fahrende Fähren, z.B. Gierfähren, und so ist immer Vorsicht und langsame Fahrt angebracht im Fährbereich. Und schließlich will man ja auch nicht die Fähr-Passagiere durchschütteln!

Arcen, mit interessantem Schloss, Schlossgarten und der „Hertog Jan“-Bierbrauerei hätte uns interessiert. Leider war der dortige Anleger äußerst unattraktiv, und Übernachten ohnehin nicht gestattet, so dass wir den Ort schweren Herzens passierten und weiterfuhren.

Am Leukermeer
Am Leukermeer

Noch eine weitere Schnellfahrstrecke, und wir waren an unserem Tagesziel, dem Leukermeer angekommen. Die auf der Karte eingezeichneten freien Liegeplätze konnten wir mangels vorhandener Poller nicht nutzen, und so landeten wir am Ende im  Jachthafen des Ferienparks Leukermeer, einer sehr schönen und großzügigen neuen Anlage mit Restaurant und Brasserie „Beachclub“ mit toller Aussicht aufs Leukermeer und den Hafen, kleinem Supermarkt und angegliedertem Campingplatz, dessen sehr gute sanitäre Einrichtungen auch für die Bootsfahrer zu nutzen waren.

Die Duschen hatten eine interessante Besonderheit: Warmes Wasser gab es für 5 Minuten, und die verbleibende Zeit konnte man auf einem Display ablesen. Die Zeit reichte locker fürs Duschen, und durch die Information über die verbleibende Zeit konnte man das Duschen recht entspannt angehen. Das sollten wir im weiteren Verlauf des Urlaubs noch zu schätzen lernen …

Steiger an einer Marina im Leukermeer
Steiger am Beachclub im Leukermeer

An diesem ersten halben Fahrtag haben wir 58 km zurückgelegt.

Die Übernachtung im Jachthafen Leukermeer schlug mit 15 € zu Buche, dazu kamen für Wasser und Strom noch jeweils 1 €. Dafür gab es sehr ordentliche Stege, breite Boxen und hervorragende Sanitäreinrichtungen.

An Kartenmaterial haben wir für diese Tour den Wateratlas M Limburgse Maas 1 : 25 000 benutzt.

Mit schönem Blick aufs Leukermeer gab es noch ein spätes Abendessen und den Abschluss des ersten Fahrtages.

Friesland-Bootsurlaub: Roermond-Friesland und zurück

Endlich war es soweit, unser heißersehnter erster Friesland-Bootsurlaub auf eigenem Kiel sollte beginnen! Bisher hatten wir über viele Jahre ein- oder zweimal pro Jahr ein Hausboot in Friesland gechartert, und einmal mit unserem Schlauchboot einen Camping-Urlaub dort verbracht. Dieses Mal wollten wir mit unserer Fiona unsere Lieblingsplätze endlich als Bootseigner eines Kabinenbootes besuchen.

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Die Urlaubstour

Marina Leukermeer
Marina Leukermeer

Unser erster diesjähriger Friesland-Bootsurlaub startete in unserem Heimathafen, dem Jachthafen De Rosslag in Roermond / Herten. Maasabwärts ging es am ersten Tag bis zum Leukermeer, und am nächsten Tag von dort über Maas, Maas-Waal-Kanal, die Waal, den Pannerdensch-Kanaal und einem Stück IJssel bis nach Doesburg.

IJsselabwärts ging es am Tag drauf sehr flott mit der Strömung bis Zwolle und dann weiter über das ruhige Zwarte Water, so dass wir abends schon in Genemuiden in der Provinz Nordwest-Overijssel festmachen konnten.

Marrekrite Anleger im Tjeukemeer
Marrekrite Anleger im Tjeukemeer

Hier fing unser bekanntes Urlaubsgebiet an – mit vielen Liegemöglichkeiten, einer hervorragen Infrastruktur für Bootsfahrer und kaum Berufsschiffahrt. Von Genemuiden ging es am Ostersonntag dann zuerst nach Giethoorn mit einem kurzen Besuch des an diesem Tag extrem gut besuchten, wunderschönen Örtchens, und dann am Nationalpark de Weeribben entlang bis nach Ossenzijl.

Da wir es kaum erwarten konnten, an einem unserer Lieblingsorte, dem Princenhof in der Nähe von Grouw anzukommen, stand am nächsten Tag wieder eine etwas längere Tour auf dem Programm, von Ossenzijl mit einem Abstecher nach Joure und dann weiter zum Princenhof. Während wir bis kurz hinter Ossenzijl noch in den Genuss der automatisch bedienten Brücken kamen, die in der Provinz Nordwest-Overijssel üblich sind, erwarteten uns ab Echtenerbrug die brückengeldpflichtigen, per Schleusenwärter bedienten Brücken von Friesland, aber auch die „Marrekrite“, die sehr viele freie Liegeplätze in der Natur bietet.

Frühstück in Sneek Sichtnähe Waterpoort
Frühstück in Sneek Sichtnähe Waterpoort

In aller Ruhe und langsamer Fahrt, mit einigen Foto- und Kaffeepausen, ging es am Tag darauf vom Princenhof bis nach Sneek. Hier wurden wir positiv überrascht: Südwest-Friesland hatte das Brückengeld abgeschafft! In den ersten Tagen eines Bootsurlaubs in Friesland fanden wir das Einsammeln des Brückengeldes, meistens zwischen ein und zwei Euro pro Brücke, mit einem an einer Angel heranschwebenden „Klompen“ immer ganz charmant, die Begeisterung verflog aber jedesmal recht schnell wieder. Am Ende hatten wir sogar einige Strecken mit sehr vielen Brücken deswegen gemieden. Um so größer unsere Freude über die Abschaffung des Brückengeldes zumindest in einem Teil von Friesland.

Abendstimmung am Ijsselmeer
Abendstimmung am Ijsselmeer

Ab Sneek ging es erst am frühen Abend weiter, nur eine kurze Strecke bis in die Nähe von Heeg. Dort kennen wir schöne freie Marrekrite-Anlegestellen, an denen man grillen kann – was wir dann auch machten.

Von Heeg aus fuhren wir über die Bolswarderzijlfaart zum hübschen Städtchen Bolsward, das wir nach längerer Zeit wieder einmal besuchten und den Aufenthalt dort auch nutzten, um eine Maschine Wäsche zu waschen.

Am nächsten Tag ging es über die schöne Workumer Trekvaart nach Workum und von dort eine kurze Strecke ins Heegermeer. Dort gibt es herrliche Inselchen mit vielen Marrekrite-Anlegeplätzen, an denen man wunderbar grillen kann. Schließlich war unser „Son of Hibachi“-Grill bisher ein wenig zu kurz gekommen!

Auf dem Ijsselmeer nach Stavoren
Auf dem Ijsselmeer nach Stavoren

Durch Workum ging es dann rauf aufs IJsselmeer und an der Küste entlang, vorbei an Hindeloopen, durch die neue Johan-Friso-Schleuse nach Stavoren. Ein Regentag hielt uns eine zweite Nacht in Stavoren fest – aber da wir immer sehr gerne in Stavoren sind, machte uns das nicht viel aus.

Über das Heegermeer ging es am kommenden Tag Richtung Tjeukemeer, wo wieder eine dieser schönen Marrekrite-Inselchen auf uns wartete, die anscheinend nur für freie Anlegestellen gemacht wurden.

Die 2014 neu eröffnete Schleuse in Stavoren
Die 2014 neu eröffnete Schleuse in Stavoren

Am nächsten Tag mussten wir Friesland „Auf Wiedersehen“ sagen, und zurück ging es mit einer längeren Tour, diesmal durch die wunderschöne Kalenberger Gracht mitten durch den Nationalpark De Weeribben und über das Zwarte Water bis nach Zwolle.

Ab Zwolle hatten wir die Strömung der IJssel gegen uns, so dass wir es in recht langsamer Fahrt am nächsten Tag nur bis Zutphen schaffen wollten. Dieses Städtchen ist immer wieder einen Besuch wert, so dass wir gerne dort haltmachten.

Gegen starke Strömung ging es dann die IJssel weiter herauf bis zum Pannerdensch Kanaal, von dort in die Waal, diesmal mit der Strömung, und durch den Maas-Waal-Kanal. Das Tagesziel war der Jachthafen El Dorado im Mooker Plas. Von dort konnten wir es am nächsten Tag maasaufwärts bis zurück zu unserem Heimathafen in Roermond schaffen.

In Ossenzijl: Bootstour von Roermond nach Friesland und zurück
In Ossenzijl: Bootstour von Roermond nach Friesland und zurück

Es war ein wunderschöner Friesland-Bootsurlaub mit abenteuerlichen Erlebnissen und ruhigen Momenten, netten Begegnungen und interessanten Erfahrungen. Die einzelnen Etappen, die Besonderheiten der Regionen und Gewässer, Häfen, Städte und Liegeplätze werden wir in unseren nächsten Beiträgen detaillierter beschreiben.

Als Kartenmaterial und Unterlagen hatten wir natürlich zunächst den Wateralmanak 1* an Bord, denn das ist Pflicht in Holland. Der Wateralmanak 2* war auch dabei für Informationen über Brücken- und Schleusenöffnungszeiten, Besonderheiten und Regeln der Wasserstraßen wie z.B. Geschwindigkeitsbeschränkungen, sowie für Informationen über Häfen. Dazu kamen 6 Wasserkarten: Die Strecke von Roermond bis zur Abzweigung des Maas-Waal-Kanal wird durch den ANWB Wateratlas M* „Limburgse Maas“ abgedeckt, der Maas-Waal-Kanal, die Waal, der Pannerdensch Kanaal und ein Stück IJssel bis Doesburg durch die ANWB Waterkaart L* „Grote Rivieren Oost“. Weiter ging es mit dem ANWB Wateratlas D* „Gelderse IJssel“ für die Strecke bis Zwolle, der ANWB Waterkaart C* „Noord West Overijssel“, der ANWB Waterkaart B* „Friesland“ und der ANWB Waterkaart Y* „IJsselmeer“ für unseren Aufenthalt in Nordwest-Overijssel und Friesland. Als sehr nützlich haben sich auch die „Knooppuntenboekjes“ erwiesen, die wichtige Informationen über Begegnungspunkte mit der Berufsschifffahrt liefern. Sie sind kostenlos als pdf auf der Website von Varen doe je samen! erhältlich.

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Bootsservice + Auswintern in die Sommersaison 2014

Fiona, Christine und Joy
Fiona, Christine und Joy

Roermond – Hafen Het Steel: Für uns sollte die Sommersaison nach dem Bootsservice im Winter heute beginnen.

Unser Boot soll am 31. März gekrant werden und die Roermonder Bootshalle verlassen, in der es während des milden Winters 2013/14 stand. Wir hatten Fiona erst im August 2013 gekauft. Daher wurde in der Halle ein kompletter Bootsservice durchgeführt.  Außerdem wurden in der Halle einige weitere Arbeiten erledigt, um – noch einmal – sicher zu gehen, dass mit dem Boot alles ok ist.

Alles läuft wie geplant

Hafenmanöver mit dem Traktor
Hafenmanöver mit dem Traktor

Wir hatten unseren Termin zum Kranen vorher ausgemacht. Um 10:00 Uhr sollte es soweit sein. Als wir um 9:20 Uhr am Hafen ankamen, sahen wir unser Boot bereits in Krannähe geparkt.

In der vorigen Saison war das Unterwasserschiff noch blau, jetzt ist es hellgrau. Kleine Kratzer waren fachmännisch beseitigt worden. Auch der blaue Wasserpass wurde erneuert. Der ganze Rumpf sah sehr gut aus, nahezu wie neu. Nicht zuletzt auch wegen der händischen Politur. Nichtsdestotrotz wurde geplant, ein Politurschleifgerät von Festool* zu kaufen, da es mit einer guten Maschine wesentlich besser geht.

Die Propeller des Volvo Penta Duoprops waren noch neu.

Im Bootskran
Im Bootskran

Wir hatten noch Zeit, das Verdeck abfahrtbereit zu machen und schon kam der Traktor mit seinem hydraulischen Bootsanhänger, um Fiona abzuholen. Fiona wurde unter dem Kran abgesetzt. Wir stiegen schnell hoch aufs Deck und bereiteten die Fender vor. Währenddessen prüfte Maurice von „Mobile Marine Service“ aus Linne einige Sachen am Antrieb und am Schiffsdiesel. Maurice hatte während des Winterlagers Balgen am Antrieb gewechselt. Auch hier waren wir sehr zufrieden mit Maurice´ Arbeit. Gut geholfen haben uns auch seine technischen Tipps. Vielen Dank für den excellenten Bootsservice!

Im Bootskran
Im Bootskran

Inzwischen war es 10:00 Uhr und Fiona „ging in die Luft“. Hier schwebte sie majestätisch Richtung Hafenbecken und landete ganz sachte im Wasser.

Liften ;)
Liften 😉

Der Geschäftsführer des Hafens, Henk bediente den Kran zentimetergenau mit der Fernsteuerung.

Der Hafen de Steel in Roermond bot uns ein schönes Winterlager. Henk und Peter, Geschäftsführer und Hafenmeister waren immer sehr freundlich und hilfsbereit. Wir hätten anfangs nicht gedacht, dass wir zur neuen Saison so schnell raus kämen, weil wir in der Bootshalle derart eingeschlossen waren von vielen Booten, die zuerst weichen mussten, damit wir freien Weg nach draußen hatten.
Nun sind wir natürlich froh, dass unser Boot den Roermonder Steelhaven verlässt, weil wir die ersten schönen Tage an Bord genießen können, nur wenige hundert Meter entfernt an der gleichen Maasseite.

Verband auf der Maas
Verband auf der Maas

Erster Ausflug auf der Maas

Weil es so schön war, machten wir einen Spontanausflug in den Ooler Plas. Nur vereinzelt gab es Begegnungen mit anderen Booten. Eine Begegnung war umso interessanter. Ein Schleppverband.

Im Heimathafen angekommen
Im Heimathafen angekommen

Am späten Nachmittag waren wir im neuen Hafen „de Rosslag“. Hier ist es noch ruhig. Allerdings hat die Saison auch noch gar nicht richtig begonnen. Hier werden noch viele Schiffe dazukommen.

Beim Anlegen half uns ein netter Segler, der uns erzählte, dass Rosslag ein ruhiger Hafen sei, so seine Erfahrungen aus der letzten Saison. Eigentlich sollte er Recht behalten, vergisst man solche Veranstaltungen wie Solar oder andere musikintensive Veranstaltungen 😉

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Bootfahren in Holland – Voraussetzungen & Vorschriften

Die Voraussetzungen für Bootfahren in Holland sind nahezu ideal. Es gibt eine fast einzigartige Infrastruktur: Sehr zahlreiche für Sport- und Hausboote nutzbare Wasserwege, Flüsse, Kanäle, Seen und auch das Meer. Zu erwähnen sind die vorbildlichen Binnenwasserwege, die sich kreuz und quer durchs Land ziehen, insbesondere in der Provinz Friesland. Generell gibt es zahlreiche Anlegemöglichkeiten und Häfen, die alle notwendigen Annehmlichkeiten bieten. Einen guten Überblick geben z.B. die Bücher „Mit dem Hausboot durch Holland: Die Friesische Seenplatte und der Großraum Amsterdam. Mit 22 Tourentipps für die Niederlande.„* und „Friesland: Zwischen Ems, IJsselmeer, Waddenzee und IJssel. Mit Twenterevier und Route durch das Veen„.

Bootfahren in Holland ohne Führerschein

Für einen ersten Überblick über die wichtigsten Regeln zum Bootfahren in Holland lohnt sich ein Blick in die „Revierinfo Niederlande“ vom ADAC.  Führerscheinfrei sind Boote, die kürzer als 15 Meter sind und die nicht schneller als 20 km/h fahren können. Trotzdem sollte man nicht ganz ohne Kenntnisse fahren, denn sonst könnte der verdiente Urlaub urplötzlich doch in Stress ausarten. So kann sich für Hausboot-Neulinge ein Blick in das Buch „Charterfibel: Hausbootwissen für Einsteiger. Mit der neuen Charterbescheinigung“ lohnen. Bootsurlauber in Friesland können auch für einen Tag einen Kurs bei Skippers Start Hilfe buchen, um mit der Handhabung eines Bootes und den wichtigsten Fahrregeln vertraut zu werden. Einen Bootsführerschein zu besitzen schadet natürlich auf keinen Fall für das Bootfahren in Holland.

Der deutsche Sportbootführerschein Binnen wird anerkannt, wenn er nach dem 1.4.89 ausgestellt wurde.

Er ist gültig für die Binnengewässer in den Niederlanden, aber nicht gültig für das Ijsselmeer, die Waddenzee, die Ems und den Dollard, die Oosterschelde und die Westerschelde. Für diese Gebiete wird der Sportbootführerschein See oder das Sportschifferpatent benötigt.

Der deutsche Sportbootführerschein See wird anerkannt, wenn der Führerschein nach dem 1.1.74 ausgestellt wurde.

Der Sportbootführerschein See ist gültig für alle holländischen Wasserstraßen. Das Sportschifferpatent wird ebenfalls für das Bootfahren in Holland anerkannt.

Generell werden andere bzw. ältere Führerscheine in den Niederlanden nicht anerkannt. Bestimmte Führerscheine können in Deutschland umgeschrieben werden. Es wird z.B. dringend empfohlen, den Befähigungsnachweis der ehemaligen DDR umschreiben zu lassen. Auskunft zur Führerscheinumschreibung erteilen die jeweiligen Fachstellen.

Auf die Sportbootführerscheine kann man sich im Übrigen sehr gut vorbereiten mit den Büchern

Sportbootführerschein Binnen Segel/Motor: Mit offiziellen Prüfungsfragen und
Sportbootführerschein See: Mit amtlichen Fragenkatalog.

In diesen Büchern findet man alle notwendigen Informationen gut aufbereitet und sie liefern das Hintergrundwissen für die Prüfung. Die Prüfungsfragen kann man auch sehr gut mit Hilfe einer App üben:

Bootfahren in Holland: Registrierungspflicht und Bootspapiere

Fährt man mit dem eigenen Boot in Holland, gibt es weitere Regelungen zu beachten. Boote unter 20 m Länge, die schneller als 20 km/h fahren können, müssen ein Kennzeichen haben. Dabei gilt: Das Kennzeichen muss gut erkennbar sein mit dunklen Buchstaben auf hellem Hintergrund oder umgekehrt. Die amtlichen und amtlich anerkannten deutschen Kennzeichen sind in den Niederlanden gültig.

Das Kennzeichen des Bootes muss in mindestens 20 cm hohen, 10 cm breiten und 2 cm starken lateinischen Buchstaben und arabischen Ziffern an beiden Bugseiten des Bootes angebracht sein. Falls das nicht geht, sind mindestens 10 cm hohe Buchstaben mit 6 cm Breite und 1,5 cm starken Buchstaben zu wählen. Der Name und die Adresse des Eigners ist gut sichtbar am Boot außen oder innen anzubringen.

Mindestalter

Ein Hausboot darf man ab 16 Jahren steuern. Kann das Boot allerdings schneller als 20 km/h fahren, muss der Schiffsführer mindestens 18 Jahre alt sein und den Sportbootführerschein besitzen. Für kleine offene Motorboote, die nicht länger als 7 m und langsamer als 13 km/h sind, muss der Schiffsführer mindestens 12 Jahre alt sein. Für Segelboote unter 7 m Länge, Ruder-, Paddelboote und Boote, die ausschließlich durch eigene Muskelkraft bewegt werden, gibt es kein Mindestalter.

Erforderliche Dokumente an Bord

Die Dokumente, die an Bord einer Motoryacht oder eines Hausbootes sein müssen, sind klar geregelt. Charterurlauber werden die meisten erforderlichen Dokumente allerdings bereits an Bord vorfinden.

– Falls erforderlich, müssen die nötigen Führerscheine oder Patente an Bord mitgeführt werden, ebenso gegebenenfalls das Funkzeugnis. Ausserdem muss ein gültiger Personalausweis oder Reisepass mit an Bord sein.

– Eigentumsnachweis für das Schiff. Der Internationale Bootsschein (IBS) und das Flaggenzertifikat vom BSH werden als Eigentumsnachweis anerkannt. Gegebenenfalls wird ein Schiffsbrief oder –attest benötigt (bei Schiffen mit mehr als 10 t Wasserverdrängung für binnen, ab 15 m Länge für See).

– EU-Konformitätserklärung (CE Zeichen). Alle Boote, die nach dem 15.6.1998 erstmals in Verkehr gebracht worden sind, benötigen eine CE-Konformitätserklärung. Ausnahme sind selbstgebaute Boote.

–  Ein EU-Mehrwertsteuernachweis ist vorgeschrieben für alle Boote, die nach dem 1.1.1985 in Betrieb genommen wurden. Jedoch ist eine Erkärung des Verkäufers, dass er alle Mehrwertsteuern bezahlt hat, wertlos.

– Bei schnellfahrenden Booten muss eine Bescheinigung über die gültige Haftpflichtversicherung vorliegen (die Mindestdeckkungssumme beträgt 567225 Euro für einen Schadensfall). Empfohlen wird eine Haftpflichtversicherung für alle Boote. Außerdem sind bei schnellfahrenden Booten Bootspapiere über die erfolgte Registrierung, z.B. der IBS mitzuführen.

– Wenn eine UKW-Funkanlage vorhanden ist, muss das Funkzeugnis sowie die Zulassungsurkunde und das Handbuch Binnenschiffahrtsfunk mitgeführt werden.

– Das Binnenvaartpolitiereglement (BPR) oder der ANWB Wateralmanak Teil 1 mit den Gesetzestexten Holländische Binnengewässer und den Sprechfunk-Vorschriften (Tipp: gegen Saisonende kann man die Almanaks 1 und 2 auch schon mal bei ebay günstig gebraucht bekommen).

Vorschriften zur Ausrüstung – gilt für alle Boote (lediglich nicht für kleine offene Boote)

Für alle Boote gilt: Es muss ein Anker an Bord sein, je eine Rettungsweste pro Person, eine rote Flagge und rotes Licht als Notsignal, wenn möglich Navigationslichter und für Segler unter Motor als Signalkörper ein schwarzer Ankerball / Kegel. Schnelle Boote müssen zusätzlich mit einem Feuerlöscher und einer Quickstop-Vorrichtung ausgerüstet sein sowie eine solide Steueranlage und einen Auspuff mit Schalldämpfer haben.
Zur eigenen Sicherheit wird außerdem empfohlen, eine Erste-Hilfe-Ausrüstung bzw. einen Verbandskasten an Bord zu haben, sowie Paddel, Rettungsring und Taschenlampe.

Wichtige Regeln

Almanak 1 und 2
Almanak 1 und 2

Die Regelungen zum Bootfahren in Holland auf den einzelnen Wasserstraßen sind jeweils im ANWB Wateralmanak 2 detailliert beschreiben. Wer öfter in Holland unterwegs ist und größere Gebiete befährt, kann auch sehr gut die iPad-App Waterkaarten – ANWB benutzen, die alle Wasserkarten sowie die Informationen aus dem Wateralmanak 2 beinhaltet.

Unser Wateralmanak hat seinen festen Platz am Steuerstand, und wir werfen normalerweise mehrmals täglich einen Blick hinein, um uns über die jeweils geltenden Regelungen für den Wasserweg, den wir gerade fahren, zu informieren.

Generell gilt beim Bootfahren in Holland: Die Höchstgeschwindigkeit in Holland beträgt zumeist 20 km/h. Auf jeden Fall sollte man die eigene und die Sicherheit der anderen gewährleisten und gute Bootsmannschaft walten lassen: Beim Schnellfahren muss der Abstand zu Bade-, Anlegestellen und zum Ufer mindestens 50 m betragen. Auf dem Ijsselmeer muss beim Schnellfahren der Abstand mindestens 250 m zum Ufer betragen und ist nur außerhalb des betonnten Fahrwassers erlaubt.  Bei einem Abstand von unter 50 m zum Ufer oder bei verminderter Sicht beträgt die Höchstgeschwindigkeit  9 km/h, in Umweltschutzgebieten nur 6 km/h.

In der Nähe von Regatten ist Schnellfahren natürlich nicht erlaubt. Wird stehend schnellgefahren, gibt es für die eigene Sicherheit die Pflicht, eine Rettungsweste anzulegen.

Die Alkoholgrenze beim Bootfahren beträgt in Holland 0,5 Promille.

Beim Wasserskilaufen muss zusätzlich ein Beobachter an Bord sein. Hier gilt: 0 Promille Alkohol für alle!

Als Bootsurlauber ist man zwar meistens bestrebt, den Berufsschiffen aus dem Weg zu gehen, aber für den Fall des Falles sollte man die entsprechenden Regeln kennen:

Mit Inkrafttreten des neuen Binnenvaartpolitiereglement in 2005 gilt die „Steuerbordregel“, unabhängig von der Größe der Schiffe. Wenn ein Schiff die Steuerbordseite beim Begegnen, Kreuzen oder Überholen hält, hat es Vorfahrt.

Wenn ein Großfahrzeug in Bergfahrt die blaue Tafel zieht, müssen auch Sportfahrzeuge darauf reagieren und an der Steuerbordseite passieren.

Passagierschiffe unter 20 m Länge sind Großfahrzeuge. Dieses zeigen sie mit einem speziellen gelben Zeichen. Hierzu gehört auch die Braune Flotte. Schlepper zählen nur dann als Großfahrzeuge, wenn sie schleppen.

Generell sollen Sportboote so weit wie möglich auf der Steuerbordseite fahren. Abweichende Vorschriften gibt es für die Geldersche Ijssel, Boven-Merwede, Neder-Rijn und Pannerdensch.

Bootfahren in Holland
Segeln in NL

Für Segelboote gibt es je nach Gebiet weitere Vorschriften. Beispielsweise ist das Segeln streckenweise auf stark befahrenen Kanälen verboten. Das Segelschiff muss einen Motor besitzen, der eine Fahrt des Schiffs unter Motor von mindestens 6 km/h ermöglicht.

Wenn Funk an Bord ist: Manche Strecken dürfen nur mit eingeschaltetem Funkgerät gefahren werden. Die niederländische Wasserschutzpolizei überprüft das, indem sie ein Boot anruft! Kommt keine Antwort, droht eine Strafe. Bei verminderter Sicht (Sicht unter 500 m) sind sogar 2 Funkgeräte vorgeschrieben. Außerdem ein Radargerät, das für die Binnenschifffahrt zugelassen ist.

Das betrifft zwar weniger die Bootfahrer, aber erwähnenswert ist, dass Schwimmen in Häfen und auf deren Zufahrtswegen verboten ist. Verboten ist das Schwimmen auch in Fahrrinnen, in der Nähe oder unter Brücken sowie in der Nähe von Fährstrecken.

Literaturvorschläge

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Ein langes Wochenende in den Maasplassen

Blaue Lagune

Langes Feiertags-Wochenende in den niederländischen und belgischen Maasplassen! An einem sonnigen Tag fahren wir von der Marina Boschmolenplas zu der nur wenige Kilometer entfernten Marina Oolderhuuske und legen gegenüber am Anleger an. Diese Anleger sind kostenlos für die „Pleziervaart“, wie fast überall in den Niederlanden.

Der niederländische Teil der Maasplassen

Zuidplas
Anlegestelle gegenüber von Oolderhuuske

In Sichtweite dieses Anlegers ist eine Straße, die wir in den Jahren zuvor des öfteren benutzt haben mit unserem damaligen offenen Trailerboot. Von dieser Straße sieht der Anleger sehr hübsch aus, so dass wir in den Vorjahren beschlossen hatten, dort mit unserem zukünftigen Kabinenboot zu liegen.

Und Zukunft war jetzt 🙂

Zunächst hatten wir Feines zum Grillen eingekauft. Wir waren in Gesellschaft und so verging der Abend sehr schnell. Obwohl die Wellen immer ruppiger, der Wind immer kräftiger wurde und das Wasser gegen den Bootsrumpf knallte, schliefen wir gut.

An diesem Tag installierten wir auch unseren neuen Flaggenmast am Bug. Die aktuelle Gastland-Flagge ist die der Provinz Limburg. Roermond gehört zu dieser Provinz.

Der belgische Teil der Maasplassen

De Spaanjerd, Belgien
De Spaanjerd, Belgien

Am nächsten Tag fuhren wir die Maas aufwärts, durch die Schleuse Linne zur Marina De Spaanjerd in Belgien. Der Hafen liegt nicht weit entfernt von der holländischen Grenze. Abermals scheint die Sonne wie während unseres ganzes Kurzurlaubs, welch ein Glück!

Zeit zum Entspannen, genießen, erholen, lesen …

Der Hafen von Maaseik
Der Hafen von Maaseik

Ein Tagestrip führt uns auch nach Maaseik. Maaseik besitzt einen sehr schönen Hafen, der aber leider etwa 5 km außerhalb liegt, den Jachthafen Heerenlak mit ein paar Gastliegeplätzen. Wir hatten uns mit Freunden verabredet, die uns mit dem Auto vom Hafen abholten und mit uns einen Abstecher in die Stadt nach Maaseik machen wollten.

Maaseik Marktplatz
Maaseik Marktplatz

Maaseik ist ein gemütliches kleines Städtchen mit einen sehr schönen Marktplatz, der von Geschäften und Lokalen umsäumt wird. Pannekoeken sind hier sehr beliebt. Auf dem Marktplatz kann es sehr lebhaft werden, vor allem wenn Markt ist und/ oder schönes Wetter vorherrscht. Die restliche Stadt empfanden wir als ruhig.

Wir verbringen nach dem Besuch in Maaseik zwei weitere Tage in den Maasplassen. Anschließend beginnt unsere Bootstour nach Maastricht via Willemsroute. Die belgischen Fremdenverkehrsämter bewerben die Route stark und so waren wir gespannt, was uns erwarten würde.

Blaue Lagune
Maasplassen, bei Heel

Eine knappe Woche später sind wir wieder zurück in der Gegend von Roermond. Das Wetter ist wieder sehr gut. Da wir in diesem Jahr wenig gegrillt haben, organisieren wir kurzherhand unser nächstes Barbecue und bekommen einen sehr schönen Sonnenuntergang.

Die Schleuse Linne

Schleuse Linne
Schleuse Linne

Die Schleuse Linne befindet sich direkt vor Roermond. Einige Fotos unserer letzten Fahrt am folgenden Tag: Wir schleusen zu Tal in der Schleuse Linne mit vielen Ruderern. Das Schleusen war kein Problem für die Ruderer, obwohl sie sich nicht mit einem Seil an der Wand festhalten konnten.

Auch die Tiere, wie hier die Rinder und Pferde, nutzen das schöne Wetter …

Roermonder Rinder
Roermonder Rinder
Pferde am Ufer der Maasplassen
Pferde am Ufer der Maasplassen

Fiona in Roermond, an einem Steg direkt vor dem Zentrum Roermonds.

Marine Helena Werf (Driessen)
Marina Helena Werf (Driessen)

 

802_3727frank-beerDEFiona am selben Liegeplatz, jedoch von einem anderen Standpunkt aus fotografiert.

*** ENDE ***

Unsere Liegeplätze:

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Kartenmaterial für die Maasplassen:

Die Maasplassen sind im Wateratlas M Limburgse Maas 1 : 25 000* enthalten. Fahrregeln für die Maas, die Maasplassen und die Kanäle, Schleusen-Öffnungszeiten und Informationen zu Liegeplätzen findet man im Wateralmanak (Wasseralmanach) 2 2014: Nederland – Belgie (Vaargegevens)*.

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Jachthaven de Rosslag/ Roermond – Unser Hafen seit 2014

Wir kamen auf den „Jachthaven de Rosslag“, als wir Ende der letzten Saison in unserem Heimatrevier, den Maasplassen, auf der Suche waren. Unser Wunsch war es, recht nah an der Stadt Roermond zu liegen. Das hieß für uns, dass wir nicht länger als 30 Minuten zu Fuß gehen wollten, um einen Spaziergang oder eine Radtour in die City zu machen. Die Marina liegt zwischen Roermond und Linne, gleich neben dem Ooler Plas. Ein Supermarkt ist ca. 10 Minuten zu Fuß entfernt.

Jachthaven de Rosslag
Jachthaven de Rosslag

Da wir vorher schon Positives vom Jachthafen de Rosslag gehört hatten, wollten wir uns diesen natürlich ansehen.

Ausstattung Jachthafen de Rosslag

Der Stand im Februar
Der Stand im Februar

Wir kamen mit dem Boot und hatten als Gäste kein Problem, einen „Gast Steiger“ bei der Marina Rosslag zu finden und dort anzulegen. Unser erster Eindruck war sehr positiv. Alles machte einen gepflegten Eindruck. Die Schwimmstege sind relativ breit und aus Holz. Die Auslegerstege haben einen ordentlichen Schwimmkörper, so dass diese nicht so tief absacken, wenn man darauf geht. Das sorgt wiederum für ein gutes und sicheres Gefühl beim Begehen.

Plätze für Beiboote/Schlauchboote
Plätze für Beiboote/Schlauchboote

Für Beiboote wird am Ufer eine Fläche reserviert, die man mieten kann. Das Waschhaus ist auf dem neuesten Stand und sieht sehr modern aus.

Der Eindruck sollte sich auch später verfestigen, als der nette Hafenmeister uns zum Waschhaus Zugang gewährte. Vom Hafenmeister erfahren wir, dass man sich Fahrräder vom Hafen gratis ausleihen kann.
Hört sich doch gut an!

Restaurant Lounge 44

Lounge 44 in Roermond
Lounge 44 in Roermond

Eine Gastronomie mit gehobenem Anspruch scheint durch das Restaurant „Lounge 44“ gegeben. Wir werden es testen und berichten 🙂
Es gibt zwei Restaurant-Außenflächen, eine vor dem Gebäude und die zweite ist dahinter, zum Wasser hin gelegen. Ob es hier zwei Arten von Gastronomie gibt, z.B. hinter dem Gebäude Restaurantbetrieb und vorne Biergarten, werden wir noch sehen. Wir lassen uns – am liebsten positiv – überraschen.

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Die Maasplassen in Roermond

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Die Maasplassen in Roermond sind sozusagen unser „Heimatrevier“. Hier verbringen wir in der Bootssaison gerne das Wochenende oder sogar einen kurzen Bootsurlaub.

Hausboote im Jachthafen Wessem
Hausboote (bis Januar 2015) im Jachthafen Wessem

Die Maasplassen sind mit einer Größe von rund 3000 Hektar das größte Binnen-Wassersportgebiet der Niederlande mit ca. 10000 Liegeplätzen für Motorboote und Segler, vielen Häfen und Campingplätzen.

Schwimmende Häuser, Oolderhuuske
Schwimmende Häuser, Oolderhuuske

Sie liegen in der Region belgisch / niederländisch Limburg, nicht weit von Aachen zwischen den Städten Roermond in den Niederlanden und Maaseik in Belgien.

Entstanden sind die Maasplassen seit den 1950er Jahren durch Kiesabbau in großem Umfang, unter anderem für den Bau von Straßen oder Eisenbahnstrecken.

Entlang der Maasplassen

Heute reiht sich eine Vielzahl ehemaliger Baggerseen (Plassen), die alle mit der Maas verbunden sind, den Fluss entlang. Kiesabbau wird nur mehr in kleinem Umfang betrieben.

Maasplassen Wassersport
Maasplassen Wassersport

Die Seen sind zum größten Teil mit Booten befahrbar und bieten hübsche Liegeplätze und Ankermöglichkeiten. An schönen Wochenenden im Sommer tummelt sich ein Großteil der Boote auf der Maas und in den Seen, aber durch die Größe des Gebietes findet man trotzdem immer noch einen Platz für das eigene Boot.

Ein Wahrzeichen von Roermond
Ein Wahrzeichen von Roermond

Umgeben sind die Maasplassen von gleich mehreren Naturgebieten mit Wander- und Fahrradrouten, u.a. dem Nationaal Park De Meinweg als Teil des deutsch-niederländischen Grenzparks Maas-Schwalm-Nette mit besonderer Fauna und Flora.

Am Ufer der Mass und an den Maasplassen liegen liebevoll gestaltete Dörfer und Städte wie die Stadt Roermond im Osten der Maasplassen mit ihrem wunderschönem Stadtbild, einem lebhaften Markt und guten Ausflugsmöglichkeiten.

Als Ausflugsmöglichkeiten bieten sich Fahrten in die „weisse Stadt“ Thorn an oder auch in das schmucke Örtchen Stevensweert. Stevensweert besitzt übrigens auch einen Hafen. Schiffsbesitzer aus dem Dreiländereck Holland – Belgien  – Deutschland haben dort ihre Schiffe.

Einfahrt nach Roermond
Einfahrt nach Roermond

Bootfahren auf den Maasplassen und der Maas

Neben der Maas und den Maasplassen gibt es noch zwei Kanäle für die Berufsschiffahrt als Umgehungsstrecken für die Maas, den Lateralkanal bei Roermond und den Julianakanal zwischen Maasbracht und Maastricht, sowie den Kanal Wessem-Nederweert. Bei Maasbracht treffen die  Maas und die drei Kanäle zu einem großen Wasserstrassenkreuz zusammen. Daher gibt es, abgesehen von diesem Wasserstrassenkreuz und von einigen Schiffen, die abgebauten Kies transportieren, im Bereich der Maasplassen nur wenig Berufsschiffahrt.

Bis auf drei ausgewiesene Schnellfahrstrecken im Plas Heerenlak, bei Stevensweert und bei Linne gilt auf der Maas im Bereich der Maasplassen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 9 km/h, in den Plassen zum Teil auch nur 6 km/h. Es gibt zwei Maasschleusen, die Schleuse Linne südlich von Roermond und die Schleuse Roermond nördlich von Roermond. Zwischen diesen beiden Schleusen ist der betriebsamste Teil der Maasplassen.

Hafen Oolderhuuske
Hafen Oolderhuuske

Dazu gibt es bei Maasbracht noch drei Kanalschleusen, die im wesentlichen von der Berufsschiffahrt benutzt werden: die Schleuse Heel zum Lateralkanal, die Schleuse Maasbracht zum Julianakanal und die Schleuse Panheel zum Kanal Wessem-Nederweert. Alle Schleusen können kostenlos benutzt werden. Anmelden kann man sich über Funk oder Gegensprechanlagen, die für die Freizeitskipper in der Nähe der Schleuse zur Verfügung stehen.

Der Bereich der Maasplassen wird durch den Wateratlas M Limburgse Maas 1 : 25 000* abgedeckt. Fahrregeln für die Maas, die Maasplassen und die Kanäle, Schleusen-Öffnungszeiten und Informationen zu Liegeplätzen findet man im ANWB Wateralmanak 2*. Dazu muss natürlich, wie immer in Holland, noch der ANWB Wateralmanak 1 an Bord sein.
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Hausboot mieten – Auswahl des Bootsreviers Holland

Charterboot

Ein Hausboot mieten – wo und was für ein Boot?

DMeer Steegas war für uns die zentrale Frage als wir unseren ersten Bootscharter geplant hatten.

Vor unserem ersten Bootstörn waren wir noch sehr unentschlossen, ob das Reisen mit einem Boot überhaupt etwas für uns wäre. Per Zufall hatten wir die Gelegenheit, einige  Monate vor unserer ersten „eigenen“ Charterreise mit Freunden zwei Touren auf einem Motorboot mitzufahren. Schnell stellte sich heraus, dass uns das Reisen in einem Motorboot sehr gut gefiel und dass wir schon bald darauf erneut fahren wollten.

Natürlich könnte man in Ostdeutschland ein Hausboot mieten, z.b. in der Mecklenburgischen Seenplatte und durch ein großes Revier zu fahren. Dieses Revier erschien uns sehr reizvoll. Wir zogen auch Belgien, Frankreich und Irland in Betracht. Jedoch sollten diese Gebiete erst zu einem späteren Zeitpunkt besucht werden.

Kurzanalyse: Fahrgebiet Friesland / Holland

Für uns war schnell klar, dass wir in Holland ein Hausboot mieten wollten. Da wir das Fahrgebiet unserer Reise mit unseren Freunden sehr interessant und schön fanden und wir mehr von diesem Gebiet sehen wollten, waren wir uns schnell einig, wo wir unser Hausboot mieten wollten: Es sollte in die Provinz Friesland gehen. Friesland ist das Bootsrevier in Holland, das vermutlich am besten ausgebaut ist für private Bootsfahrer. Die Infrastruktur ist sehr gut: Es gibt ein sehr großes Angebot an freien Anlegestellen. Man hat aber auch die Möglichkeit, in hübsche Städte mit dem Boot reinzufahren, wo die Fußgängerzone oder die Altstadt vis-a-vis am Hafen liegt. Die Wasserstraßen sind perfekt für Motorboote ausgelegt. Das heißt, sie sind befahrbar, bieten ausreichend Wassertiefe, die Brücken werden ganztägig geöffnet, es sind viele Anlegestellen vorhanden und es sind generell gute Versorgungsmöglichkeiten für das Leben an Bord gegeben, z.B. Geschäfte in Fußreichweite. Die Provinz Friesland hat nur recht wenige Schleusen. Wer möchte, erstellt sich eine Route ohne durch Schleusen fahren zu müssen. Wenn man nicht gerade in der Hochsaison fährt, ist das Bootsrevier sehr gut für Anfänger geeignet.

Das Motorboot

Die letzte Frage war für uns, bei welchem der vielen Vercharterer in Friesland wir das Hausboot mieten wollten. So ein richtiges Hausboot wolllten wir eigentlich nicht.

Wir hatten ein anderes Design im Kopf: Uns schwebte ein Motorboot vor, das mehr wie eine kleinere, private Motoryacht aussehen sollte.

Charterboot
Charterboot

Wir wurden bei Kuiper Watersport fündig. Kuiper Watersport wird von Henk Kuiper geführt, der ca. 6 Motorboote und einige Dutzend Segeljollen vermietet. Wir entschieden uns für eine Marex 280 Holiday.  Das war gleich ein Glückstreffer, denn das Boot passte perfekt zu uns. Es ist etwa 9 Meter lang, gut ausgestattet und bietet alles, was man zum Leben auf einem Boot braucht. Ausgerüstet mit einem Volvo Penta Diesel, sorgt diese kleine Yacht für einen sparsamen Vortrieb. Wir buchten unsere Charteryacht einige Monate im Voraus, da wir wussten, dass kurz vor der Saison fast alles ausgebucht ist. Zumindest aber die Zeiten, in denen man selber fahren möchte.

Unserer ersten Charterwoche in Holland stand nichts mehr im Wege.