Maastricht – ein Bootstörn von Roermond

3 Tage Maastricht: Marina Maastricht (früher: Marina Nautisches Centrum Pietersplas)

Obwohl die Wettervorhersage eher durchwachsen war, waren wir guter Dinge, dass sich die Wetterlage zum Besseren wenden würde. Wir hatten dann auch tatsächlich Glück mit dem Wetter. Nur einige Wolken schirmten die heiße Sonne manchmal etwas ab.

Am Donnerstag kauften wir Vorräte für das Wochenende. Außerdem dabei waren unsere Falträder, mit denen wir Maastricht und das Umland erkunden wollten. Da uns die Willemsroute noch gut bekannt war, fuhren wir dieses Mal ausschließlich über den Julianakanaal. Der Julianakanaal verläuft mehr oder weniger parallel zur Maas, die in diesem Bereich, genauer gesagt zwischen Ohe en Laak und Maastricht, nicht schiffbar ist.

Für die Fahrt nach Maastricht mussten wir drei Schleusen passieren. Die erste Schleuse ist direkt bei Roermond, die Schleuse Linne. Ohne Wartezeit durften wir direkt hinter einem Segler einfahren.

Schleuse Maasbracht
Schleuse Maasbracht

Nun trennten uns nur noch zwei Schleusen und etwa 45 km von unserem Ziel, dem Hafen Pietersplas, wie er umgangssprachlich in seiner Kurzform genannt wird.

In Maasbracht, unmittelbar vor der Schleuse, bunkerten wir Diesel an der Schiffstankstelle. Direkt hinter der Tankstelle befindet sich die nächste Schleuse für uns. Die Schleuse war gut gefüllt, es gab keine besonderen Vorfälle.

Bei Schleuse Nr. 3 wurden wir in die Steuerbordkammer verwiesen. Das ist die alte Kammer. Leider geht das Schleusen in dieser Kammer nicht so schnell und wir waren länger mit dem -langsamen- Schleusen beschäftigt als uns lieb war. So kam es uns wie eine Ewigkeit vor, bis wir die gut 11 m Höhenunterschied geschafft hatten. Zu unserer Überraschung sah das Schleusenwasser während des Schleusens so aus, als hätte jemand sein Badewannenwasser abgelassen. Wir waren es nicht 😉

Die Maas bei Maastricht

't bassin, Stadthafen Maastricht
‚t bassin, Stadthafen Maastricht

Hier wird es richtig interessant. Man fährt an Industriegebieten vorbei, bevor sich die Häuser Maastrichts zeigen. Bei der Anfahrt ist an unserer Steuerbordseite der Hafen „t´Bassin“. Hier fuhren wir letztes Jahr rein, mussten durch eine feste Brücke und schleusten ein kleines Stück, um in den alten Stadthafen zu gelangen.
Direkt hinter dem Bassin ist die Amüsiermeile von Maastricht gelegen, die übergeht in das Shopping-Viertel.

Mitten auf der Maas befindet sich ein Jachthafen. Die vorbeifahrenden Boote passieren an der Uferseite. Kurz dahinter ist das Regierungsviertel, welches wie eine moderne Wasserburg aussieht.

Gouvernement Maastricht
Gouvernement Maastricht

Schon bald beginnt eine Schnellfahrstrecke, die wir leider nicht auskosten durften, da unser Zielhafen erreicht war.

Maastricht Marina, Pietersplas

Maastricht Marina, ehemals Marina Pietersplas
Maastricht Marina, ehemals Pietersplas

Die Maastricht Marina Pietersplas ist ein sehr schöner und gepflegter, noch recht neuer Hafen auf der östlichen Maasseite. Der Hafen bietet großzügig bemessene Stege, ein modernes Waschgebäude mit Waschmaschine und Trockner, Duschkabinen und WCs.

Blick in das Sanitärgebäude
Blick in das Sanitärgebäude

Da es einen Besitzerwechsel gab, hatte sich hier einiges geändert. Was die meisten Skipper interessieren dürfte: Das alte Angebot, für zwei Tage Liegen nur einen Tag zu bezahlen gibt es nicht mehr, sondern erst ab fünf Tagen. Dann gibt es einen Tag gratis. Für einen Meter Bootslänge bezahlt man 1,50 € plus Nebenkosten für zwei Personen in Höhe eines Meters Bootslänge). Zusatz, ab 2015: Angeblich werden die 2 für einen Tag-Angebote wieder eingeführt.

Blick auf die Marina Maastricht
Blick auf die Marina Maastricht

Der Hafen ist recht ruhig gelegen. Musik-Events aus der Amüsiermeile haben wir im Hafen nicht wahrgenommen. In unmittelbarer Nähe befinden sich das wunderschöne Kasteel de Hoogenweerth und ein Restaurant.

Fahrradtouren in Maastricht

An zwei Tagen fuhren wir gut 50 km mit dem Rad durch und um Maastricht. Die einfache Entfernung vom Hafen zur City beträgt 4 km. Zwischenzeitlich stand noch ein Besuch beim VVV Maastricht auf dem Programm, um eine „Fietskaart“ für die Region zu kaufen. Gefunden haben wir eine praktische Karte, klein zu falten und aus sehr strapazierfähigem Material, die die Region der Maas von der belgischen Grenze bei Maastricht bis zum Leukermeer hin abdeckt: „De sterkste Fietskaart van de regio: Limburg“.

In Kanne, Belgien
In Kanne, Belgien

In und um Maastricht gibt es hervorragende ausgebaute Fahrradwege (vom Kopfsteinpflaster in der City einmal abgesehen) und sehr interessante Strecken, wo man außergewöhnliche Architektur und hübsche Landschaften bewundern kann. Nachdem wir am Freitag kreuz und quer durch Maastricht gefahren waren, fuhren wir am Samstag entlang der Maas in südöstlicher Richtung bis in die belgische Ortschaft Kanne.

Von hier aus ging es am Albertkanal entlang wieder nordwestlich. Bevor wir zum Hafen zurückfuhren, gab es auf der Außenterrasse der Pizzeria Da Giuseppe direkt am Marktplatz in Maastricht ein ordentliches Essen. Der gemischte Salat und die Pizzen konnten sich durchaus sehen lassen und haben uns sehr gut geschmeckt. Die freundliche Bedienung tat ein Übriges, so dass wir uns in dieser Pizzeria sehr wohl gefühlt haben.

Heimfahrt nach Roermond
Heimfahrt nach Roermond

Den späteren Nachmittag und Abend verbrachten wir dann im Hafen und am Sonntagmorgen traten wir bei schönstem Wetter die Heimreise nach Roermond an.

Da sich das Wetter sehr gut hielt, legten wir am Nachmittag einen Badestopp im Oolderplas ein und trafen uns mit Freunden. Wir konnten das tolle Wetter auskosten und blieben bis kurz vor Sonnenuntergang. Unser letztes Ziel für heute hieß „Heimathafen Rosslag„.

Friesland-Bootsurlaub Etappe 3: IJssel, Doesburg-Genemuiden

Über die IJssel bis Zwolle

Blick vom Hafen nach Doesburg
Blick vom Hafen nach Doesburg

Nachdem wir die Nacht gut im Hafen Stichting Doesburg’s Goed verbracht hatten, stand am Morgen ein kurzer Einkaufsbummel in Doesburg auf dem Plan, um unsere paar Vorräte wieder aufzustocken.

Das Duschen im Hafen war an diesem Morgen ausgefallen, denn das Wasser für die Duschen musste erst aufgeheizt werden, so dass die Duschen erst später am Vormittag betriebsbereit wären. Also musste Fionas Bad für die Morgenwäsche herhalten.

Ein kurzer Spaziergang führte uns zunächst auf den kleinen Marktplatz von Doesburg, wo an diesem Morgen, einem Samstag, ein sehr kleiner Wochenmarkt bestehend aus einer Hand voll Marktständen stattfand. Nach einer kurzen Tour durch das sehr charmante Örtchen ging es dann zum Bunkern in einen der Supermärkte im Zentrum. Kurz darauf waren wir auch schon wieder unterwegs auf der IJssel Richtung Norden. Kurz hinter Doesburg gibt es einen langen IJssel-Arm mit weiteren Jachthäfen, die allerdings bei weitem nicht so zentral liegen wie der Hafen Stichting Doesburg’s Goed.

Vor Deventer
Vor Deventer

Die IJssel schlängelt sich hier durch eine schöne, weitgehend flache Landschaft. Schnell fahren ist zwar weitestgehend erlaubt, aber vom allem im südlichen Teil der IJssel vom Pannerdens Kanal bis zur Einmündung des Twente-Kanals nördlich von Zutphen gibt es recht viel Berufsschifffahrt. Dazu kommt, dass teilweise der Fluss so schmal ist und die Kurven so stark sind, dass es Begegnungsverbot für größere Schiffe gibt. Das betraf uns natürlich nicht, verhinderte aber die ein oder andere Gleitfahrt.

Die IJssel hat in ihrem südlichen Teil eine recht starke Strömung, die mit der Strömung des Rheins vergleichbar ist. Schleusen gibt es nicht auf ihrem Weg vom Pannerdens Kanal bis zum Ketelmeer. Richtung Norden geht es für uns deswegen sehr schnell, vorbei an Zutphen und Deventer, bis zur Abzweigung des Zwolle-IJsselkanaals, der dann zum Zwarte Water wird und uns in die Provinz Nordwest-Overijssel führt. Eine Schleuse trennt den Zwolle-Ijsselkanaak von der Ijssel – unsere erste und einzige Schleuse dieses Fahrtages.

Bootfahren auf der Ijjsel
Bootfahren auf der Ijjsel

Unseren ursprünglichen Plan, die Nacht in Zwolle zu verbringen, gaben wir nach einem Blick in den Wateralmanak 2 und auf unsere Uhr auf. Der Passantenhafen von Zwolle ist für uns nur durch bewegliche Brücken zu erreichen, und zu den Haupt-Verkehrszeiten (in unserem Fall zwischen 16 und 18 Uhr) werden die Brücken nicht geöffnet. Das hätte für uns knappe 2 Stunden Wartezeit bedeutet, die wir lieber mit Fahren verbringen wollten.

Über das Zwarte Water bis Genemuiden

Daher fuhren wir weiter in den Fluss Zwarte Water. auf dem wir jetzt eine schwache Strömung gegen uns hatten. Im Vergleich zur IJssel gibt es hier wenig Berufsschiffe. Kurz hinter Zwolle zweigt noch die Overijsselse Vecht ab, die ein Stück weit schiffbar ist und sich gut für eine Stippvisite eignet. Da wir diesen Fluss aber schon von einem früheren Urlaub her kannten, ließen wir ihn an Steuerbord liegen.

Weiter ging es, durch das „Zwartewaterland“ vorbei an Hasselt und Zwartsluis bis zu unserem Zielhafen, dem Passantenhafen von Genemuiden.

Innenhafen, Genemuiden/NL
Innenhafen/Stadthafen, Genemuiden/NL

Genemuiden ist ein kleiner gemütlicher Ort mit einem recht großen Passantenhafen mit 260 Liegeplätzen, der durch eine Brücke in den Binnen- und einen Buitenhaven zweigeteilt ist. Diese Brücke ist von Sonntags abens bis Montags morgens geschlossen, und netterweise wurden wir auf von einer im Buitenhaven liegenden Bootsbesatzung auch darauf aufmerksam gemacht. Mit 4 m Höhe ist diese Brücke aber hoch genug, um Fiona durchzulassen, und so steuerten wir den Binnenhaven an, der näher am Ortszentrum liegt. Dieser Stadthafen war relativ leer und wir fanden eine sehr schöne Liegestelle mit Strom und Wasseranschluss. Der Ort Genemuiden ist sehr gepflegt und hübsch, aber auch sehr übersichtlich. So genossen wir den weiteren Verlauf des Abends in der Cockpit-Sitzecke.

Stadthafen Genemuiden
Stadthafen Genemuiden

Dabei erstrahlte Fiona im neuen Glanz und bekam prompt ein Fotoshooting: Außer im Bad hatten wir während des Winterlagers alle Lampen auf LED umgestellt. In der Bug- und Mittelkabine gibt es ein angenehmes weiches Licht mit ca. 3000 Kelvin. Die LEDs im Cockpit haben ca. 5500 K, genau wie die zwei LED Lampen im Motorraum. An der Hecktür haben wir die vorher weiße Halogenlampe ausgetauscht mit einer blauen LED. Gründe für den Austausch sind: Der viel niedrigere Stromverbrauch – mindestens 60 % weniger. In der Bugkabine haben wir stärkere LEDs eingebaut (im Vergleich zu den alten Halos), so dass es jetzt heller als früher ist und man nun in jeder Ecke mühelos lesen kann.
Außerdem heizten die Halogenlampen die Bugkabine auf, was im Sommer natürlich gar nicht gut ist. Die Farben sind auf dem Foto zwar ein wenig „verschoben“, aber mit dem Ergebnis sind wir absolut zufrieden.

An diesem Fahrtag haben wir 93 km zurückgelegt. Diese Kilometerleistung verdanken wir nicht zuletzt der starken Strömung der IJssel.

Der Liegeplatz in Genemuiden schlug mit ca. 10 € zu Buche. An Kartenmaterial haben wir den ANWB Wasseratlas D Gelderse Ijssel 1 : 25 000 für die IJssel-Strecke von Doesburg bis Zwolle und die Waterkaart C Noord-West Overijssel 1 : 50 000 (ANWB waterkaart (C)) für die Strecke von Zwolle bis Genemuiden gebraucht. Auskunft über Brücken- und Schleusenöffnungszeiten gab uns wie immer der Wateralmanak (Wasseralmanach) 2 2014: Nederland – Belgie (Vaargegevens).

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Friesland-Bootsurlaub Etappe 2: Leukermeer – Doesburg

Nach einem gemütlichen Frühstück mit wunderschönem Blick aufs Leukermeer ging es am nächsten Vormittag weiter Richtung Friesland. Unser Tagesziel heißt Doesburg.

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Abschied vom Hafen im Leukermeer
Abschied vom Hafen im Leukermeer

Zunächst hatten wir noch 31 km Maas zu fahren bis zur Einmündung des Maas-Waalkanaals. Nach 10 km erreichten wir die Schleuse Sambeek, für uns die letzte Schleuse auf der Maas. Während die Schleuse Roermond – die wir am Vortag passiert hatten – hauptsächlich für die Sportschifffahrt betrieben wird, weil die Berufsschiffe den Bereich der Maasplassen über den Lateralkanaal umfahren, sind die restlichen Schleusen auch für die Berufsschiffe und verfügen deshalb häufig über mehrere Kammern. Daher sind die Wartezeiten vor den Schleusen oft kurz, und die Schleusen-Öffnungszeiten während der Woche sehr komfortabel: an Arbeitstagen wird rund um die Uhr geschleust. Dafür braucht es aber auch eine gewisse Abstimmung mit der Berufsschifffahrt, und so kam unser Funkgerät häufig zum Einsatz.

Zufahrt zur Waal bei Nijmegen
Zufahrt zur Waal bei Nijmegen

Kurz hinter Cuijk, das von der Maas aus ein sehr schönes Panorama bietet, kam die Abzweigung in den Maas-Waalkanaal. Nach gut einem km gab es dort eine offen stehende Schleuse, die Schleuse Heumen. Auch diese Schleuse hat zwei Kammern, und die Durchfahrt wird mit rotem und grünem Licht geregelt, so dass man keine Sorge haben muss, dass einem in der Schleuse plötzlich ein Berufsschiff entgegenkommt. Man benutzt aus beiden Richtungen jeweils die rechte Kammer.

In der Schleuse Weurt
In der Schleuse Weurt

Der Maas-Waalkanaal verbindet die Waal, den Haupt-Mündungsfluss des Rheins, mit der Maas und ist entsprechend von Berufsschiffen frequentiert. Er ist aber breit genug, und da er auch hübsch begrünt ist, war die Fahrt durch den Maas-Waalkanaal sehr angenehm.

Nach 10 km erreichten wir schon die Schleuse Weurt, die den Maas-Waalkanaal mit der Waal verbindet. Hier gab es über Funk ein wenig Diskussion und Absprache, mit welchem Berufsschiff und an welcher Position wir schleusen sollten, aber an Ende hat alles wunderbar geklappt.

Über die Waal

Auf der Waal
Auf der Waal

Nun begann das zunächst größte Abenteuer unseres Bootsurlaubes: die 20 km über die Waal, vorbei an Nijmegen bis zur Einmündung des Pannerdenskanaals. Hier hat die Waal sehr starke Strömung, und es fahren sehr viele, auch sehr große Berufsschiffe und Schubverbände. Die Wellen ließen unsere Fiona wie einen Spielball des Wassers wirken. Wir waren froh über unsere Motorleistung und ließen Fiona wann immer möglich in Gleitfahrt gehen.

Um Nijmegen herum wird die Schifffahrt über einen Verkehrsposten geregelt. Für uns das erste Mal, dass wir unser theoretisch im Funkkurs erworbenes Wissen dazu in der Realität erlebten. In der Praxis sah das so aus, dass wir um Nijmegen herum statt des üblichen Kanal 10 nun Kanal 4 hörten, wie es in diesem Bereich verpflichtend ist. Es gab einigen Funkverkehr, der uns allerdings nicht betraf.

An diesen kritischen Begegnungspunkten mit der Berufsschifffahrt lohnt sich ein Blick in die Broschüren „Varen doe je samen!“, die kostenlos oder als pdf unter www.varendoejesamen.nl erhältlich sind. Hier wird zum Beispiel auch für jeden Knotenpunkt in Zeichnungen beschreiben, wie man aus der jeweiligen Wasserstraße abbiegt oder einbiegt, so dass Strömungsverhältnisse und Sichtbedingungen berücksichtigt werden.

Der Großteil der Rhein-Berufsschifffahrt fährt über die Waal, so dass wir ab der Abzweigung in den Pannerdenskanaal wieder ruhigere Verhältnisse vorfanden. Der Pannerdenskanaal ist gut 10 km lang und teilt sich dann bei Arnheim in den Neder-Rijn und die Gelderse Ijssel, die uns dann weiter Richtung Friesland bringen sollte.

Passantenhaven Stichting Doesburg's Goed
Passantenhaven Stichting Doesburg’s Goed

Doesburg

Cafe in Doesburg
Cafe in Doesburg

Die Ijssel ist am Anfang noch recht schmal und schlängelt sich durch die Landschaft. Allerdings wird sie bis zur Einmündung des Twentekanaals stark durch Berufsschifffahrt befahren, so dass es sich empfiehlt, den VHF-Kanal 10 eingeschaltet zu haben. Nach gut 20 km ijsselabwärts, die dank recht starker Strömung sehr schnell gingen, erreichten wir am frühen Abend den Passantenhafen Stichting Doesburg’s Goed des hübschen Städtchen Doesburg. Der Hafen liegt in Laufdistanz zum Stadtzentrum und hat ca. 40 Liegeplätze mit Strom, Toiletten und Duschen. An diesem Tag waren außer uns nur noch ein paar  Hausboote dort. Das Hafengeld wurde einfach in bereitliegende Plastiksäckchen gepackt und in einen Briefkasten geworfen. Ansonsten bietet Doesburg in seiner kleinen, aber sehr charmanten Innenstadt Supermärkte, einen Markt und liebevoll ausstaffierte Lokale.

Der Tarif für eine Übernachtung in Stichting Doesburg’s Goed lag bei 1,05 € /m, dazu kamen 1,75 € für Strom sowie die „Toeristenbelasting“ von 1,05 € pro Person.

Für diese Tour vom Leukermeer bis Doesburg haben wir gleich drei verschiedene Wasserkarten gebraucht: Den Wateratlas M Limburgse Maas 1 : 25 000* für die Strecke vom Leukermeer bis zur Abzweigung des Maas-Waal-Kanals, dann die Waterkaart L Grote Rivieren Oost 1 : 50 000* für die Strecke über den Maas-Waal-kanal, die Waal und den Pannerdens Kanal, und zuletzt den Wasseratlas D Gelderse Ijssel 1 : 25 000*. Der Wateralmanak (Wasseralmanach) 2 2014: Nederland – Belgie (Vaargegevens)* hat uns an diesem Tag wichtige Informationen über das Fahren auf der Waal geliefert.

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Friesland-Törn, Etappe 1: Roermond – Leukermeer

Unser Friesland-Bootsurlaub startete in unserem Heimathafen, dem Jachthafen De Rosslag in Roermond / Herten. Am Nachmittag sollte es losgehen, nachdem wir unsere Urlaubsvorräte an Bord gebracht hatten sowie Wasser- und Dieseltank aufgefüllt hatten. Unser erstes Ziel heißt Leukermeer.

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Die Reise beginnt in Roermond
Die Reise beginnt in Roermond

Von Herten aus sind es nur ein paar Minuten Fahrzeit bis zur Schleuse Roermond, die offenbar kurz vor uns mit einer Schleusung angefangen hatte. So hatten wir direkt eine gute halbe Stunde Pause. Aber dann ging es unaufhaltsam Richtung Norden. Neer mit seinem sehr netten Passantenhafen wollten wir natürlich im wahrsten Sinne des Wortes links liegen lassen, waren wir doch gerade erst unterwegs.

Kessel: Ein sehr schöner Ort
Extravagante Häuser in Kessel

Weiter ging es an Kessel vorbei. Dieser Ort hat von der Maas aus ein beeindruckenden Panorama: schöne Häuser, eine Kirche und ein Kasteel direkt am Ufer der Maas.

Kurz hinter Kessel kam auch schon die erste Schnellfahrstrecke. Das sind Abschnitte auf der Maas, auf denen auch Wasserski gelaufen werden darf, und es gibt keine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Kasteel Kleverberg
Kasteel Kleverberg

Ansonsten gilt auf der Maas eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h, mit Ausnahme des Bereichs der Maasplassen um Roermond, wo die Höchstgeschwindigkeit 9 km/h beträgt.

Durch die Schnellfahrstrecke kamen wir sehr schnell an der nächsten Schleuse, Schleuse Belfeld an.

KasteelHier wurden wir zügig geschleust und waren kurz darauf schon wieder unterwegs. Die Maas führt hinter Belfeld zunächst an Steyl vorbei, wo vom Fluss aus sehr schön das Mutterhaus der Steyler Missionare mit Kloster und Kirche zu sehen ist, und kurz drauf an Venlo. Hier überlegten wir kurz, ob wir den neuen Passantenhafen von Venlo testen sollten, von dem wir einiges Gute gehört hatten, entschieden uns aber weiterzufahren. Das Leukermeer lockte und sollte unser Ziel bleiben.

In Venlo begleitetePaddlern uns für eine kurze Zeit einige Paddler, die die Heckwelle von Fiona ausnutzten und offensichtlich sehr viel Spaß dabei hatten.

Hinter Venlo kommen weitere Schnellfahrstrecken, nur unterbrochen von kurzen Abschnitten, wo Fähren kreuzen. Auf der ganzen Strecke maasabwärts gibt es viele Fähren, die die nur wenig vorhandenen Brücken ergänzen. Daher sind diese Fähren auch regelmäßig und recht oft in Betrieb.

Fähre bei Kessel
Fähre bei Kessel

Meistens handelt es sich um sogenannte nicht frei fahrende Fähren, z.B. Gierfähren, und so ist immer Vorsicht und langsame Fahrt angebracht im Fährbereich. Und schließlich will man ja auch nicht die Fähr-Passagiere durchschütteln!

Arcen, mit interessantem Schloss, Schlossgarten und der „Hertog Jan“-Bierbrauerei hätte uns interessiert. Leider war der dortige Anleger äußerst unattraktiv, und Übernachten ohnehin nicht gestattet, so dass wir den Ort schweren Herzens passierten und weiterfuhren.

Am Leukermeer
Am Leukermeer

Noch eine weitere Schnellfahrstrecke, und wir waren an unserem Tagesziel, dem Leukermeer angekommen. Die auf der Karte eingezeichneten freien Liegeplätze konnten wir mangels vorhandener Poller nicht nutzen, und so landeten wir am Ende im  Jachthafen des Ferienparks Leukermeer, einer sehr schönen und großzügigen neuen Anlage mit Restaurant und Brasserie „Beachclub“ mit toller Aussicht aufs Leukermeer und den Hafen, kleinem Supermarkt und angegliedertem Campingplatz, dessen sehr gute sanitäre Einrichtungen auch für die Bootsfahrer zu nutzen waren.

Die Duschen hatten eine interessante Besonderheit: Warmes Wasser gab es für 5 Minuten, und die verbleibende Zeit konnte man auf einem Display ablesen. Die Zeit reichte locker fürs Duschen, und durch die Information über die verbleibende Zeit konnte man das Duschen recht entspannt angehen. Das sollten wir im weiteren Verlauf des Urlaubs noch zu schätzen lernen …

Steiger an einer Marina im Leukermeer
Steiger am Beachclub im Leukermeer

An diesem ersten halben Fahrtag haben wir 58 km zurückgelegt.

Die Übernachtung im Jachthafen Leukermeer schlug mit 15 € zu Buche, dazu kamen für Wasser und Strom noch jeweils 1 €. Dafür gab es sehr ordentliche Stege, breite Boxen und hervorragende Sanitäreinrichtungen.

An Kartenmaterial haben wir für diese Tour den Wateratlas M Limburgse Maas 1 : 25 000 benutzt.

Mit schönem Blick aufs Leukermeer gab es noch ein spätes Abendessen und den Abschluss des ersten Fahrtages.

Die Maasplassen in Roermond

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Die Maasplassen in Roermond sind sozusagen unser „Heimatrevier“. Hier verbringen wir in der Bootssaison gerne das Wochenende oder sogar einen kurzen Bootsurlaub.

Hausboote im Jachthafen Wessem
Hausboote (bis Januar 2015) im Jachthafen Wessem

Die Maasplassen sind mit einer Größe von rund 3000 Hektar das größte Binnen-Wassersportgebiet der Niederlande mit ca. 10000 Liegeplätzen für Motorboote und Segler, vielen Häfen und Campingplätzen.

Schwimmende Häuser, Oolderhuuske
Schwimmende Häuser, Oolderhuuske

Sie liegen in der Region belgisch / niederländisch Limburg, nicht weit von Aachen zwischen den Städten Roermond in den Niederlanden und Maaseik in Belgien.

Entstanden sind die Maasplassen seit den 1950er Jahren durch Kiesabbau in großem Umfang, unter anderem für den Bau von Straßen oder Eisenbahnstrecken.

Entlang der Maasplassen

Heute reiht sich eine Vielzahl ehemaliger Baggerseen (Plassen), die alle mit der Maas verbunden sind, den Fluss entlang. Kiesabbau wird nur mehr in kleinem Umfang betrieben.

Maasplassen Wassersport
Maasplassen Wassersport

Die Seen sind zum größten Teil mit Booten befahrbar und bieten hübsche Liegeplätze und Ankermöglichkeiten. An schönen Wochenenden im Sommer tummelt sich ein Großteil der Boote auf der Maas und in den Seen, aber durch die Größe des Gebietes findet man trotzdem immer noch einen Platz für das eigene Boot.

Ein Wahrzeichen von Roermond
Ein Wahrzeichen von Roermond

Umgeben sind die Maasplassen von gleich mehreren Naturgebieten mit Wander- und Fahrradrouten, u.a. dem Nationaal Park De Meinweg als Teil des deutsch-niederländischen Grenzparks Maas-Schwalm-Nette mit besonderer Fauna und Flora.

Am Ufer der Mass und an den Maasplassen liegen liebevoll gestaltete Dörfer und Städte wie die Stadt Roermond im Osten der Maasplassen mit ihrem wunderschönem Stadtbild, einem lebhaften Markt und guten Ausflugsmöglichkeiten.

Als Ausflugsmöglichkeiten bieten sich Fahrten in die „weisse Stadt“ Thorn an oder auch in das schmucke Örtchen Stevensweert. Stevensweert besitzt übrigens auch einen Hafen. Schiffsbesitzer aus dem Dreiländereck Holland – Belgien  – Deutschland haben dort ihre Schiffe.

Einfahrt nach Roermond
Einfahrt nach Roermond

Bootfahren auf den Maasplassen und der Maas

Neben der Maas und den Maasplassen gibt es noch zwei Kanäle für die Berufsschiffahrt als Umgehungsstrecken für die Maas, den Lateralkanal bei Roermond und den Julianakanal zwischen Maasbracht und Maastricht, sowie den Kanal Wessem-Nederweert. Bei Maasbracht treffen die  Maas und die drei Kanäle zu einem großen Wasserstrassenkreuz zusammen. Daher gibt es, abgesehen von diesem Wasserstrassenkreuz und von einigen Schiffen, die abgebauten Kies transportieren, im Bereich der Maasplassen nur wenig Berufsschiffahrt.

Bis auf drei ausgewiesene Schnellfahrstrecken im Plas Heerenlak, bei Stevensweert und bei Linne gilt auf der Maas im Bereich der Maasplassen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 9 km/h, in den Plassen zum Teil auch nur 6 km/h. Es gibt zwei Maasschleusen, die Schleuse Linne südlich von Roermond und die Schleuse Roermond nördlich von Roermond. Zwischen diesen beiden Schleusen ist der betriebsamste Teil der Maasplassen.

Hafen Oolderhuuske
Hafen Oolderhuuske

Dazu gibt es bei Maasbracht noch drei Kanalschleusen, die im wesentlichen von der Berufsschiffahrt benutzt werden: die Schleuse Heel zum Lateralkanal, die Schleuse Maasbracht zum Julianakanal und die Schleuse Panheel zum Kanal Wessem-Nederweert. Alle Schleusen können kostenlos benutzt werden. Anmelden kann man sich über Funk oder Gegensprechanlagen, die für die Freizeitskipper in der Nähe der Schleuse zur Verfügung stehen.

Der Bereich der Maasplassen wird durch den Wateratlas M Limburgse Maas 1 : 25 000* abgedeckt. Fahrregeln für die Maas, die Maasplassen und die Kanäle, Schleusen-Öffnungszeiten und Informationen zu Liegeplätzen findet man im ANWB Wateralmanak 2*. Dazu muss natürlich, wie immer in Holland, noch der ANWB Wateralmanak 1 an Bord sein.
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Vom Zilvermeer über die Willemsroute nach Heel

Schweren Herzens verabschiedeten wir uns Richtung Willemsroute vom Zilvermeer, da unser Urlaub sich immer mehr dem Ende neigte. Fiona strahlte wieder in Champagnerweiß, hatten wir die Zeit doch unter anderem auch für eine Bootsreinigung genutzt.

Über die Willemsroute

Unser letztes Teilstück führte uns durch acht weitere Schleusen. Wir fuhren vom Kanaal Bocholt-Herentals zur Zuid-Willemsvaart, wo wir auf die Willemsroute stießen, und kamen schließlich zum Kanaal Wessem-Nederweert. Hier endete auch unser Kartenmaterial von Belgien, so dass wir uns für eine kurze Strecke nur an einem kleinen Werbeflyer der Willemsroute orientieren konnten. Aber verfahren kann man sich dort nicht wirklich, und schon bald griff unser Kartenmaterial von Limburg.

Wartezeit vor Schleuse 18
Wartezeit vor Schleuse 18

Wegen des warmen Wetters und da es schon lange nicht mehr geregnet hatte, war das Wasserlevel in den Kanälen sehr niedrig.

Unsere erste Schleuse an diesem Tag ließ uns über eine Stunde warten, weil ein Berufsschiff wegen des niedrigen Wasserpegels auf der anderen Kanalseite festgefahren war.

Die Wasserstandshöhe wurde mit Hilfe der anderen Schleusen wieder erhöht, so dass das Berufsschiff wieder freikam. Schleuse 18 auf der Zuid-Willemsvaart bescherte uns eine weitere Verzögerung wegen des niedrigen Wasserstands.

Schleuse Panheel
Schleuse Panheel

Die Schleuse Panheel

Kurz vor Sonnenuntergang waren wir an der Schleuse Panheel und motorten somit vor unserer letzten  Schleuse auf unserer Reise.
Erneut dauerte es länger als sonst, bis wir in die Schleuse einfahren durften. Etwa eine dreiviertel Stunde mussten wir vor der Schleuse motoren.

Als wir 20 Minuten in der Schleuse waren, hörten wir über Funk, dass sich ein 50 Meter langes und 11 Meter breites Berufsschiff ankündigte. Weitere 10 Minuten später war es in der Schleuse und es ging mit der Schleusung endlich los.

Die Marina Boschmolenplas, Heel

Marina Boschmolenplas
Marina Boschmolenplas

Mittlerweile war es fast ganz dunkel, aber zum Glück waren wir nicht mehr weit von unserem Hafen entfernt. Auch unseren Liegeplatz hatten wir uns gemerkt, so dass wir etwa 20 Minuten später in unserer Box angelegt hatten. Das Foto zeigt den Blick von unserem Liegeplatz auf das Restaurant Boschmolenplas bei unserer Ankunft.

Für den nächsten Tag hatten wir einen Tisch im Restaurant reserviert. Hier feierten wir die geglückte Überfahrt – aber auch unseren Hochzeitstag 🙂

*** The End ***

Zilvermeer – Eine Bootsfahrt von Lier zum Port Aventura

Zum Zilvermeer  – Von Belgien nach Roermond

Wir verließen Lier am Morgen mit dem Ziel Zilvermeer. Der See Zilvermeer machte auf der Karte bereits einen guten Eindruck und wir hatten bereits Positives darüber gelesen, so dass wir das Zilvermeer gerne als letztes Etappenziel ansteuerten.

Die Route führt uns durch den Netekanaal, Albertkanaal und dem Kanaal Bocholt-Herentals.

Schleuse im Netekanal
Schleuse im Netekanal

Auf dieser Tour warten sieben Schleusen auf uns. Der Netekanaal ist ein ruhiger Wasserweg mit hübschen Bäumen an beiden Ufern. Alles wurde hektischer als wir die Schleuse Viersel erreichten, die den Netekanaal und den Albertkanaal verbindet. Während unserer Reise durch Flandern hatten wir bereits gemerkt, warum lange Tampen ein Muss in Belgien sind.

Die Schleuse Viersel hat einen Hub von 5 Metern. Als wir in der Schleuse waren, streckte uns die Schleusenwärterin einen Haken für unser Seil entgegen. Sie legte den Tampen um einen fünf Meter über uns liegenden Poller und Fiona hing wie ein Fisch an der Angel.

 Der Albertkanaal ist ein großer und stark frequentierter befahrener Kanal mit vielen Berufsschiffen und Industrie am Kanal. Zum Glück hatten wir dort nur eine kurze Strecke bevor wir die Schleuse in Herentals zum Kanaal Bocholt-Herentals nahmen. Die Schleuse hat einen Hub von 7,50 Metern und ist mit Leitern ausgestattet, die wir benutzten. Schon viel besser, wenn auch die dreckige Leiter unser Seil ziemlich alt aussehen ließ.

P1020293frank-beerDE1Im Kanaal Bocholt-Herentals mussen wir eine Schleuse nach der anderen passieren. Manchmal ist eine Schleuse nicht über Funk erreichbar und wir müssen im Revierführer nachschlagen, wo wir anrufen müssen.

Oftmals müssen wir längere Zeit warten, bis eine Reaktion erfolgt oder die Schleuse geöffnet wird.

 In einer Schleuse wurden gerade Wartungsarbeiten gemacht. Während wir schleusten, wurde an der ca 3 Meter entfernten anderen Seite munter mit dem riesen Hilti weitere Steine aufgebohrt. Beim Hochschleusen wurden die Poller überspült, so dass wir das Boot mit dem Seil nicht mehr halten konnten, da sich das Seil löste. Als letzte Möglichkeit, nicht von der starken Strömung weggetrieben zu werden, musste ich motoren. Normalerweise fahren wir sehr gerne Boot, aber an diesem Tag wünschten wir, dass wir ganz schnell unser Ziel Zilvermeer erreichen.

MS Zander
MS Zander

Die letzte Schleuse vor dem Zilvermeer sollte es auch in sich haben …

Hier fährt das Passagierschiff Zander aus der Schleuse heraus. Wir durften zuerst einfahren, mussten aber länger warten. Die Schleusung wurde erst vorgenommen als das Ausflugsschiff zurück war und in die Schleuse eingefahren war.
Diese Schleuse war groß genug für beide.

Da wir anscheinend noch nicht genug Abenteuer für diesen Tag hatten, mussten wir in der nächsten und für diesen Tag letzten Schleuse den Schleusenvorgang mit Zander erneut machen. Das ist normalerweise kein Problem, wenn jedoch die Schleuse derart klein ist, dass eigentlich nur das Passagierschiff hineinpasst, dann schon! Direkt hinter uns war eine Brücke, wo stets akute Gefahr für unser Verdeck war, gegen sie getrieben und eingequetscht zu werden. Auch das in der Schleuse quer stehende Passagierschiff (sonst hätten wir nicht reingepasst) bewegte sein Heck manchmal in unsere Richtung, so dass wir ständig nach vorne unten hinten ausweichen mussten. Leider kein Foto, da ich in dieser Schleuse nicht zum Fotografieren kam.

Die Passagiere des Ausflugboots, Rentner, fanden das überwiegend sehr unterhaltsam. Wir waren uns jedoch sicher, dass sieben Schleusen, von denen einige sehr unangenehm waren, für diesen Tag genug waren. Entsprechende froh waren wir, als wir wenig später am Zilvermeer einfuhren.

Zilvermeer
Zilvermeer

Endlich erreichten wir den See Zilvermeer.

Wir kehrten wir in den Hafen Port Aventura ein. Dieser Hafen gefiel uns sehr gut. Ein neuer und moderner Jachthafen mit allen Einrichtungen, einem schicken Restaurant und einem herrlichen See um uns. Das Wetter war blendend und wir blieben für zwei Übernachtungen im Zilvermeer Hafen. So hatten wir uns das vorgestellt!

Mechelen und Lier – Stadtportraits – Bootsurlaub Belgien

Mechelen und Lier -Bootsreise belgische Nordsee nach Roermond/NL

Achterlicher Ausblick
Achterlicher Ausblick

Nach 90 Kilometern Fahrt erreichten wir Mechelen am frühen Abend. Wir entschieden uns für den Jachthaven des WVD Mechelen an der Binnen-Dijle.

Dieser kleiner Hafen bietet zwar lediglich Frischwasser und Landstrom, liegt jedoch recht schön und ist im Zentrum der Stadt. Ein hervorragend sortierter Supermarkt ist ganz in der Nähe.

Der Fluß Dijle kann von Sportboooten bis zu einer Brücke im Zentrum Mechelens befahren werden. Die Anlegestellen des Hafens sind direkt davor.

Mechelen begrüßte uns mit einigen Überraschungen

Wir wählten eine Anlegesstelle in ca. 150 Metern Entfernung zur Brücke. Wir hatten soeben das Anlegen abgeschlossen als eine belgische Bootscrew mit vier Personen auf uns zukam und uns ein Belgier mit einem Zwirbelschnurrbart beschimpfte, weil wir am falschen Platz angelegt hätten. Wo wir angelegt hatten, dürften nur Mitglieder seines Jachtclubs liegen. Er nannten uns sogar kriminell, weil wir soeben unser Stromkabel an Land angeschlossen hatten … Natürlich hatte er uns die ganze Zeit beobachtet und hielt es erst nach Fertigstellung des Vertauens und Anschließen des Stromkabels für angebracht, uns „zu informieren“ 🙁

Hafentafel Mechelen Stadthafen
Hafentafel Mechelen Stadthafen

Wir liefen die Stege komplett ab, um Genaueres zu erfahren. Einige Meter entfernt von der Brücke,  ganz am Ende, stand ein kleines Schild mit Anweisungen, das sehr gut versteckt war hinter einem Schiff. Keine Chance, dieses Schild vom Wasser aus zu sehen! Anscheinend erwartete der Hafenmeister hellseherische Fähigkeiten von seinen Gästen.

Das Schild im Hafen Dijlestreek in Mechelen

Wir waren etwas erstaunt über den rauen Umgangston mit Gästen. Belächelten das Ganze, parkten unser Boot innerhalb des kleinen Bereichs für Besucher und ließen uns nicht abhalten, uns eine schöne Zeit hier zu machen.

Zentrum Mechelen
Zentrum Mechelen

Mechelen ist eine Reise wert! Zeitweise war Mechelen Hauptstadt der Niederlande und im 19. Jahrhundert wurde eine der ersten Dampfeisenbahnstrecken von hier aus betrieben.

Obwohl es viel kleiner als Brügge oder Ghent ist, ist es eine wunderschöne Stadt mit mehr als 300 historischen Gebäuden, die in der Nacht schön beleuchtet waren.

Natürlich bietet Mechelen auch viele schöne Restaurants, Cafés und Bars.

Das Zentrum in Mechelen

Vismarkt
Vismarkt

Moderne Elemente in einer alten Stadt.

In den rechteckigen Komplexen hinten ist ein ein großes Einkaufs- und Bürozentrum sowie ein modernes Wohnzentrum entstanden.

Sieht man auf die andere Flußseite, so hat man das alte Mechelen vor sich.

 

Bars und Restaurants am Vismarkt

Vismarkt heißt diese gemütliche Stelle
Vismarkt heißt diese gemütliche Stelle
Patrizierhäuser Mechelen
Mechelen Häuserzeile

Das alte Mechelen. Schöne und gepflegte Häuser, wohin man schaut.

Die Weiterreise nach Lier

Um Mechelen zu verlassen, mussten wir die Gezeitenschleuse nehmen. Wir verließen Mechelen am nächsten Tag am späten Nachmittag.

Eingang Jachtclubs Emblem, 3 km entfernt von Lier
Eingang Jachtclubs Emblem, 3 km entfernt von Lier

Unser nächstes Ziel war nicht weit entfernt, es ging nach Lier bzw. einige Kilometer entfernt von Lier zum Emblem Jachtclub für eine weitere Übernachtung.

Recht in der Nähe von Lier gibt es zwar einige Anleger im Netekanaal, aber wir befürchteten eine Menge Schwell von vorbeifahrenden Berufsschiffen und deshalb wollten wir in den geschützten Emblem Jachtclub, der sich in einer Sackgasse des Netekanals befindet.

Der Verein bietet die üblichen Standards. Das Vereinsgelände ist dank elektronischem Schloss an der Tür nicht frei zugänglich.

Eine Besonderheit hat der Jachtclub Emblem.
Es gibt ein Vereinsschiff. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Arbeitsschiff, das direkt am Eingang des Jachtclubs liegt.

Das Vereinsschiff im Emblem Yachtclub

Vereinsschiff
Vereinsschiff

Hier gab es vieles; Ruhe, Entspannung und: Ein altes Arbeitsschiff, das für die Zwecke des Jachtclubs umgebaut worden war und das unter anderem ein Büro für den Hafenmeister, ein Gastro-Außendeck zum Sitzen und große Duschräume bot. Nur das Damen WC soll kleiner gewesen sein als das von Fiona!

Aber zunächst wurden wir herzlich willkommen geheißen vom sehr netten Hafenmeister, der uns alles genau erklärte und auch gute Tipps geben konnte, wo man einkaufen kann (es gibt Supermärkte, einfach den Waldweg an den Parkplätzen vorbei benutzen) und wie man am schnellsten nach Lier kommt.

Ein Spaziergang nach Lier

Unser Hafen war zwar sehr ruhig und lag mitten in der Natur, aber wir hatten den Wunsch, die nähere Umgegend zu erkunden. Wir machten einen Spaziergang von unsrem Hafen aus und erreichten durch einen kleinen Wald eine Straße, an der einige Geschäfte waren, so auch ein Lidl, genau wie vom Hafenmeister beschrieben.

Die Kirche in der City von Lier
Die Kirche in der City von Lier

Es war zwar nicht geplant, nach Lier zu gehen, da es mindestens 3 Kilometer entfernt war, aber kurzentschlossen änderten wir unseren Plan und gingen los. Die Belohnung sollte ein leckeres Eis sein!

Night Life in Lier

Erneut waren wir von der Schönheit der Stadt überwältigt, die wir in fast jeder belgischen Stadt gefunden hatten, die wir besucht hatten. Nur hatten wir hier in keinster Weise solch ein wunderschönes Zentrum erwartet.
Obwohl die Saison vorbei war, fanden wir die zahlreichen Außensitzplätze noch gut belegt.

Auch am späten Abend war das Wetter noch so angenehm, dass man in leichter Kleidung draußen sein konnte. Überall in den Gassen duftete es nach leckeren Essen von den Restaurants. Natürlich gab es ein Eis und wir waren irgendwann in der Nacht zurück auf Fiona.

Lier bei Nacht
Lier bei Nacht
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Bootsurlaub Belgien: Von Gent nach Mechelen via Schelde

Schleusen in Belgien

Von Gent nach Mechelen – Bootsurlaub Belgien

Ein Bad am Morgen

Unser Bootsurlaub in Belgien sollte uns durch den Gezeitenstrom Boven-Zeeschelde nonstop nach Mechelen führen. Anhalten auf der Strecke wollten wir nicht. Ausgenommen ein Tankstopp, den wir eingeplant haben. Die Anleger auf unser Strecke mochten wir nicht. Sie erinnerten uns zu sehr an Schiffsverladestellen für die Berufsschifffahrt in den Niederlanden. Unruhig, ungemütlich, mitten am Fluss/ Kanal mit jeder Menge (Berufs-) Schiffsverkehr.
Das bedeutete aber auch, dass wir etwa 80-90 km an einem Tag fahren mussten. Was aber kein Problem sein sollte.

Am Abend vorher prüfte Hafenmeister Rocco den Gezeitenkalender und instruierte uns, am nächsten Morgen vor 6:00 Uhr mit dem fallenden Hochwasser zu starten. Gesagt, getan: In aller Frühe standen wir auf und fuhren in der Dunkelheit los. So mussten wir unseren Bootsurlaub Belgien gelegentlich von den Gezeiten abhängig machen und sehr früh aufstehen.

Schleusen in Belgien
Bootsurlaub Belgien

Zum Glück war die Marina teils beleuchtet, so dass wir nicht völlig im Dunkeln fahren mussten. Unser Navigationslicht leuchtet natürlich nicht für uns, sondern gewährleistet lediglich, dass man uns sieht. Die Schleuse war nur wenig von unserem Liegeplatz entfernt. In jeden Fall war sie nett beleuchtet, so dass wir uns gut orientieren konnten. Per Funk wurde uns die Wartestelle vor der entsprechenden Schleuse zugewiesen.

Schleusen brauchen immer Zeit und als wir fertiggeschleust hatten, sollte es allmählich Sonnenaufgang werden. Zunächst mussten wir auf Berufsschiffe warten, die natürlich vor uns einfahren sollten. Der Schleusenvorgang lief ohne Probleme und wir freuten uns schon auf die Fahrt.

Gegen 7:15 Uhr war die Schleusung für uns beendet und wir waren hinter der Schleuse.

 Plastikteil blockiert Propeller
Plastikteil blockiert Propeller

Aber was war das? Wir wollten gerade Marschfahrt aufnehmen, als wir bemerkten, dass das Boot sehr unruhig war. Es zitterte regelrecht. Als wir mit kleinster Fahrt fahren wollten, starb sogar der Motor ab. Shit happens! Was war los?

Wir wussten es noch nicht genau, aber wir legten am Ende der Schleusenmauer an und ich nahm ein morgendliches Bad in der Schelde. Nicht ganz freiwillig, aber schließlich wollte ich mich um unseren Duoprop kümmern, da ich den Verdacht hatte, dass sich zwischen den Propellern etwas verfangen haben könnte. Schließlich konnte ich ein Plastikteil zwischen den Propellern entfernen, das die Propeller in ihrer Arbeit behinderte. Danach konnten wir wieder normale Fahrt aufnehmen und ich war der Held des Tages 😉

Blockierter Propeller. Auch das ist „Bootsurlaub Belgien“. Das kann natürlich auch woanders passieren, allerdings war die Schelde manchmal sehr verschmutzt durch Plastik: Flaschen, Tüten und sonstiger Müll 🙁

Schelde, Belgien
Schelde, Belgien

Während des Niedrigwassers herrscht am Fluss eine seltsame Atmosphäre. Es scheint, als hätte der Fluss das Land ausgespuckt. Es erinnerte mich ans Wattenmeer. Allerdings fanden wir es für einen Fluss etwas befremdlich.

Da wir fast die ganze Zeit gegen die Sonne fuhren, konnte man das Ufer in Gleitfahrt nicht vom Fluss unterscheiden und wir mussten unsere Geschwindigkeit anpassen. Nicht umsonst raten die Revierführer, mittig zu fahren, da es sonst zu unliebsamen Grundberührungen kommen kann. Da darf man mal auf bestimmten Abschnitten schnell fahren und dann geht es nicht 🙁

Bei der Stadt Temse stoppen wir, um Diesel aufzufüllen. Wir hatten den Tank zuletzt in Nieuwpoort gefüllt und Buch geführt, wie weit, wie viele Stunden etc. wir gefahren sind. Große Überraschung: Der Stundendurchschnitt betrug für uns kaum glaubhafte drei Liter. Drei Mal hatten wir kürzere Strecken mit Gleitfahrt, ansonsten war es angepasste Fluss- bzw. Kanalfahrt. Wir freuten uns natürlich sehr über den niedrigen Verbrauch.

Yachtclub
Yachtclub

Nach dem Tanken in Temse besuchen wir das chice Marina- Gebäude des dortigen Yachtclubs. Sonst geht es eher ruhig und beschaulich im Hafengebiet zu. Hier gibt es überall Automaten, wo man gegen Bezahlung Brot bekommt.

Am Nachmittag erreichten wir die gezeitenabhängige Schleuse in Mechelen rechtzeitig und genossen ein sehr komfortables Schleusen am Schwimmsteg im Schleusenbecken.

Schleuse vor Mechelen
Schleuse vor Mechelen

Weiter geht es mit dem nächsten Bericht „Mechelen„, wo sich unser Bootsurlaub Belgien fortsetzt.

Gent – eine der schönsten Städte in Belgien

Der Kanaal Ghent-Oostende führt uns von Brügge zur Ringvaart von Gent. Hier sehen wir viele Berufsschiffe bis wir in die Leie abbiegen und in die Stadt Gent fahren.

Übersicht Hafen Gent
Übersicht Hafen Gent
Gent, vor dem ehemaligen Gerichtspalast
Gent, vor dem ehemaligen Gerichtspalast

Unser Zielhafen ist der Yachthafen Lindenlei, der genau im Zentrum von Gent am früheren Gerichtspalast liegt. Die Liegeplätze des Passantenhafens erstrecken sich auf der linken Seite zum Stadtzentrum hin.
Wir liegen längsseits mit Blick auf Justizia. Eine spektakuläre Lage. Ruhig, aber dennoch nah am Puls der Stadt!

Dienstsitz Hafenmeister
Dienstsitz Hafenmeister

Der Hafenmeister ist leicht anzutreffen. Er scheint sein Privatboot für seinen Job einzusetzen und hat sozusagen gleichermaßen Dienst- als auch Sommerwohnsitz in seinem Schiff im Hafen Gent.

Es gibt Wasser und Strom am Steg, auch ein kleines Waschhaus für die Yachties ist hinter den Liegeplätzen vorhanden. Wenige Gehminuten entfernt finden wir auch einen gut sortierten Supermarkt.

Gent City
Gent City

In nur fünf Minuten erreichen wir das Viertel Graslei, das berühmt für seine vielen Cafés und für seine originalen historischen Gebäude ist. Überall stehen Kirchen, manchmal zwei oder drei nebeneinander.

Wir genießen unseren Spaziergang und bewundern all die vielen Sehenswürdigkeiten wie auch das Schloß Gravensteen. Viele schöne Geschäfte entdecken wir.

Gent Streetlife Open Air Concert
Gent Streetlife Open Air Concert

Auch das Street Life lässt nichts zu wünschen übrig. Überall ist etwas los.

Waren es eine Straße weiter noch Lokale, die sich aneinander reihten mit Außenplätzen direkt am Kanal, so treffen wir nur wenig weiter auf diese Szene. Wir befinden uns plötzlich in einer anderen Atmosphäre.
Begeistert hören wir, wie viele andere Zuschauer und Zuhörer einem professionellen Pianisten auf einem Platz mit vielen anderen zu, der einen Mix aus Klassik und moderner Musik zaubert.

Regatta in Gent
Regatta in Gent

Aber bevor wir unseren Liegeplatz in Gent verlassen, sind wir inmitten eines tollen Spektakels.
Eine emotionale und laute, dennoch sehr traditionelle Ruderregatta mit sehr vielen teilnehmenden Booten. Teils sehr unterschiedlich in Größe, Stil und Besatzung.

Noch dichter dran geht hier nicht; wir haben die erste Reihe vom Boot aus und obendrein Kaffee und Kuchen!

Hafen Merelbeke, Gent Nr. 2

Wir verlassen den Hafen am späten Nachmittag des kommenden Tages, da wir nur eine kurze Entfernung zu unserem nächsten Hafen, ebenfalls in Gent, zurücklegen müssen. Unser Zielhafen Yachting Merelbeke liegt quasi am Rand von Gent, nur wenig entfernt von der Gezeitenschleuse Boven-Zeeschelde. Der Großteil des Yachthafens ist für Clubmitglieder gedacht, aber es gibt auch ein paar Passantenliegeplätze.

Merelbeke Marina: Zwei Sealines hintereinander
Merelbeke Marina: Zwei Sealines hintereinander

Die Anlegeplätze sind auf beiden Seiten der Schelde. In Merelbeke wurden wir freundlich willkommen geheißen durch Hafenmeister Rocco.

Hafenmeister Rocco bat im telefonischen Anmeldegespäch, dass einer von uns zu ihm kommen möge, da er momentan beschäftigt sei. Er würde gerade seine Gäste im Marinarestaurant bekochen und da er alleine sei, könne er nicht weg.

Wie sich nun herausstellte, waren wir auf der „falschen“ Seite des Hafengebäudes. Die nächste Brücke war etwas entfernt. So musste Simone den Weg zu Fuß bewältigen. Rocco, ein netter und gleichvoll temperamentvoller Italiener wollte Simone zurückfahren in seinem Auto, wusste aber anscheinend nicht, dass ein Fußballspiel im benachbarten Fußballstadion begann. Daher waren einige Straßen gesperrt, so auch die Zufahrt zu den Liegeplätzen, wo wir lagen.

Man möge sich nun einen heißblütigen Italiener vorstellen, der eine hitzige Diskussion mit der belgischen Polizei führt, die ihn nicht auf SEINEN Hafen lassen! Und die Polizei ließ ihn tatsächlich nicht hineinfahren, so dass Simone eine 15-minütige Stadtrundfahrt durch Gent erhielt, bis Simone und Rocco ohne Auto beim Boot ankamen …

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