Friesland-Bootsurlaub Etappe 2: Leukermeer – Doesburg

Nach einem gemütlichen Frühstück mit wunderschönem Blick aufs Leukermeer ging es am nächsten Vormittag weiter Richtung Friesland. Unser Tagesziel heißt Doesburg.

Abschied Marina Leukermeer

Zunächst hatten wir noch 31 km Maas zu fahren bis zur Einmündung des Maas-Waalkanaals. Nach 10 km erreichten wir die Schleuse Sambeek, für uns die letzte Schleuse auf der Maas. Während die Schleuse Roermond – die wir am Vortag passiert hatten – hauptsächlich für die Sportschifffahrt betrieben wird, weil die Berufsschiffe den Bereich der Maasplassen über den Lateralkanaal umfahren, sind die restlichen Schleusen auch für die Berufsschiffe und verfügen deshalb häufig über mehrere Kammern. Daher sind die Wartezeiten vor den Schleusen oft kurz, und die Schleusen-Öffnungszeiten während der Woche sehr komfortabel: an Arbeitstagen wird rund um die Uhr geschleust. Dafür braucht es aber auch eine gewisse Abstimmung mit der Berufsschifffahrt, und so kam unser Funkgerät häufig zum Einsatz.

Zufahrt zur Waal bei Nijmegen

Kurz hinter Cuijk, das von der Maas aus ein sehr schönes Panorama bietet, kam die Abzweigung in den Maas-Waalkanaal. Nach gut einem km gab es dort eine offen stehende Schleuse, die Schleuse Heumen. Auch diese Schleuse hat zwei Kammern, und die Durchfahrt wird mit rotem und grünem Licht geregelt, so dass man keine Sorge haben muss, dass einem in der Schleuse plötzlich ein Berufsschiff entgegenkommt. Man benutzt aus beiden Richtungen jeweils die rechte Kammer.

In der Schleuse Weurt

Der Maas-Waalkanaal verbindet die Waal, den Haupt-Mündungsfluss des Rheins, mit der Maas und ist entsprechend von Berufsschiffen frequentiert. Er ist aber breit genug, und da er auch hübsch begrünt ist, war die Fahrt durch den Maas-Waalkanaal sehr angenehm.

Nach 10 km erreichten wir schon die Schleuse Weurt, die den Maas-Waalkanaal mit der Waal verbindet. Hier gab es über Funk ein wenig Diskussion und Absprache, mit welchem Berufsschiff und an welcher Position wir schleusen sollten, aber an Ende hat alles wunderbar geklappt.

Über die Waal

Auf der Waal

Nun begann das zunächst größte Abenteuer unseres Bootsurlaubes: die 20 km über die Waal, vorbei an Nijmegen bis zur Einmündung des Pannerdenskanaals. Hier hat die Waal sehr starke Strömung, und es fahren sehr viele, auch sehr große Berufsschiffe und Schubverbände. Die Wellen ließen unsere Fiona wie einen Spielball des Wassers wirken. Wir waren froh über unsere Motorleistung und ließen Fiona wann immer möglich in Gleitfahrt gehen.

Um Nijmegen herum wird die Schifffahrt über einen Verkehrsposten geregelt. Für uns das erste Mal, dass wir unser theoretisch im Funkkurs erworbenes Wissen dazu in der Realität erlebten. In der Praxis sah das so aus, dass wir um Nijmegen herum statt des üblichen Kanal 10 nun Kanal 4 hörten, wie es in diesem Bereich verpflichtend ist. Es gab einigen Funkverkehr, der uns allerdings nicht betraf.

An diesen kritischen Begegnungspunkten mit der Berufsschifffahrt lohnt sich ein Blick in die Broschüren „Varen doe je samen!“, die kostenlos oder als PDF unter www.varendoejesamen.nl erhältlich sind. Hier wird zum Beispiel auch für jeden Knotenpunkt in Zeichnungen beschreiben, wie man aus der jeweiligen Wasserstraße abbiegt oder einbiegt, so dass Strömungsverhältnisse und Sichtbedingungen berücksichtigt werden.

Der Großteil der Rhein-Berufsschifffahrt fährt über die Waal, so dass wir ab der Abzweigung in den Pannerdenskanaal wieder ruhigere Verhältnisse vorfanden. Der Pannerdenskanaal ist gut 10 km lang und teilt sich dann bei Arnheim in den Neder-Rijn und die Gelderse Ijssel, die uns dann weiter Richtung Friesland bringen sollte.

Passantenhaven Stichting Doesburg’s Goed
Cafe in Doesburg

Doesburg

Die Ijssel ist am Anfang noch recht schmal und schlängelt sich durch die Landschaft. Allerdings wird sie bis zur Einmündung des Twentekanaals stark durch Berufsschifffahrt befahren, so dass es sich empfiehlt, den VHF-Kanal 10 eingeschaltet zu haben. Nach gut 20 km ijsselabwärts, die dank recht starker Strömung sehr schnell gingen, erreichten wir am frühen Abend den Passantenhafen Stichting Doesburg’s Goed des hübschen Städtchen Doesburg. Der Hafen liegt in Laufdistanz zum Stadtzentrum und hat ca. 40 Liegeplätze mit Strom, Toiletten und Duschen. An diesem Tag waren außer uns nur noch ein paar  Hausboote dort. Das Hafengeld wurde einfach in bereitliegende Plastiksäckchen gepackt und in einen Briefkasten geworfen. Ansonsten bietet Doesburg in seiner kleinen, aber sehr charmanten Innenstadt Supermärkte, einen Markt und liebevoll ausstaffierte Lokale.

Der Tarif für eine Übernachtung in Stichting Doesburg’s Goed lag bei 1,05 € /m, dazu kamen 1,75 € für Strom sowie die “Toeristenbelasting” von 1,05 € pro Person.

Für diese Tour vom Leukermeer bis Doesburg haben wir gleich drei verschiedene Wasserkarten gebraucht: Den Wateratlas M Limburgse Maas 1 : 25 000* für die Strecke vom Leukermeer bis zur Abzweigung des Maas-Waal-Kanals, dann die Waterkaart L Grote Rivieren Oost 1 : 50 000 * für die Strecke über den Maas-Waal-kanal, die Waal und den Pannerdens Kanal, und zuletzt den Wasseratlas D Gelderse Ijssel 1 : 25 000*. Der Wateralmanak (Wasseralmanach) 2 2014: Nederland – Belgie (Vaargegevens)* hat uns an diesem Tag wichtige Informationen über das Fahren auf der Waal geliefert.

Alle anderen Infos gibt es in den Almanaks: Wateralmanak Teil 1 und Teil 2

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Friesland-Törn, Etappe 1: Roermond – Leukermeer

Unser Friesland-Bootsurlaub startete in unserem Heimathafen, dem Jachthafen De Rosslag in Roermond / Herten. Am Nachmittag sollte es losgehen, nachdem wir unsere Urlaubsvorräte an Bord gebracht hatten sowie Wasser- und Dieseltank aufgefüllt hatten. Unser erstes Ziel heißt Leukermeer.

 

Die Reise beginnt in Roermond

Von Roermond maasabwärts über Kessel

Von Herten aus sind es nur ein paar Minuten Fahrzeit bis zur Schleuse Roermond, die offenbar kurz vor uns mit einer Schleusung angefangen hatte. So hatten wir direkt eine gute halbe Stunde Pause. Aber dann ging es unaufhaltsam Richtung Norden. Neer mit seinem sehr netten Passantenhafen wollten wir natürlich im wahrsten Sinne des Wortes links liegen lassen, waren wir doch gerade erst unterwegs.

Schöne Häuser in Kessel

Weiter ging es an Kessel vorbei. Dieser Ort hat von der Maas aus ein beeindruckenden Panorama: schöne Häuser, eine Kirche und ein Kasteel direkt am Ufer der Maas.

Kurz hinter Kessel kam auch schon die erste Schnellfahrstrecke. Das sind Abschnitte auf der Maas, auf denen auch Wasserski gelaufen werden darf, und es gibt keine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Ansonsten gilt auf der Maas eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h, mit Ausnahme des Bereichs der Maasplassen um Roermond, wo die Höchstgeschwindigkeit 9 km/h beträgt.

Schleuse Belfeld, Steyl, Venlo

Durch die Schnellfahrstrecke kamen wir sehr schnell an der nächsten Schleuse, Schleuse Belfeld an.

Kasteel Kleverberg
Kasteel Kleverberg

Hier wurden wir zügig geschleust und waren kurz darauf schon wieder unterwegs. Die Maas führt hinter Belfeld zunächst an Steyl vorbei.  wo vom Fluss aus sehr schön das Mutterhaus der Steyler Missionare mit Kloster und Kirche zu sehen ist. Kurz drauf waren wir in Venlo. Hier überlegten wir kurz, ob wir für ein leckeres Eis in den Stadthafen Venlo einkehren  wollten. Jedoch entschieden wir uns weiterzufahren. Das Leukermeer lockte und sollte unser Ziel bleiben.

Paddelwelle hinter mobo
Paddeln hinter dem Motorboot

In Venlo begleiteten uns für eine kurze Zeit einige Paddler. Unsere Heckwelle war das Ziel ihrer Begierde und offensichtlich sehr viel Spaß dabei hatten.

Hinter Venlo kommen weitere Schnellfahrstrecken, nur unterbrochen von kurzen Abschnitten, wo Fähren kreuzen. Auf der ganzen Strecke maasabwärts gibt es viele Fähren, die die nur wenig vorhandenen Brücken ergänzen. Daher sind diese Fähren auch regelmäßig und recht oft in Betrieb.

Fähre bei Kessel
Fähre bei Kessel

Meistens handelt es sich um sogenannte nicht frei fahrende Fähren. Z.B. Gierfähren, und so ist immer Vorsicht und langsame Fahrt angebracht im Fährbereich. Und schließlich will man ja auch nicht die Fähr-Passagiere durchschütteln.

Arcen, mit interessantem Schloss, Schlossgarten und der “Hertog Jan”-Bierbrauerei hätte uns interessiert. Leider war der dortige Anleger äußerst unattraktiv. Übernachten ist ohnehin nicht gestattet, so dass wir weiterfuhren.

Leukermeer Beach
Am Leukermeer

Leukermeer, Zwischenstopp

Noch eine weitere Schnellfahrstrecke und wir waren an unserem Tagesziel, dem Leukermeer angekommen. Die auf der Karte eingezeichneten freien Liegeplätze konnten wir mangels vorhandener Poller nicht nutzen. So landeten wir am Ende im  Jachthafen des Ferienparks Leukermeer. Eine sehr schöne und großzügige recht neue Anlage mit Restaurant und Brasserie “Beachclub”. Hier hat man eine tolle Aussicht aufs Leukermeer und den Hafen. Ein kleiner Supermarkt steht auf dem angegliedertem Campingplatz, dessen sehr gute sanitäre Einrichtungen auch für die Bootsfahrer zu nutzen waren.

Die Duschen hatten eine interessante Besonderheit: Warmes Wasser gab es für 5 Minuten, und die verbleibende Zeit konnte man auf einem Display ablesen. Durch die Information über die verbleibende Zeit konnte man das Duschen recht entspannt angehen. Das sollten wir im weiteren Verlauf des Urlaubs noch zu schätzen lernen …

Steiger an einer Marina im Leukermeer

Der erste Fahrtag

An diesem ersten halben Fahrtag haben wir 58 km zurückgelegt.

Die Übernachtung im Jachthafen Leukermeer schlug mit 15 € zu Buche, dazu kamen für Wasser und Strom noch jeweils 1 €. Dafür gab es sehr ordentliche Stege, breite Boxen und hervorragende Sanitäreinrichtungen.

An Kartenmaterial haben wir für diese Tour den Wateratlas M Limburgse Maas 1 : 25 000 benutzt.

Mit schönem Blick aufs Leukermeer gab es noch ein spätes Abendessen und den Abschluss des ersten Fahrtages.

Die Maasplassen in Roermond

Die Maasplassen in Roermond sind unser Heimatrevier. Hier verbringen wir in der Bootssaison gerne das Wochenende oder sogar einen kurzen Bootsurlaub.

Hausboote (bis Januar 2015) im Jachthafen Wessem. Bei einem Brand wurden die Boote vernichtet.

 

 

Die Maasplassen sind mit einer Größe von rund 3000 Hektar das größte Binnen-Wassersportgebiet der Niederlande. Es gibt ca. 10.000 Liegeplätze für Motorboote und Segler. Viele Häfen und einige Campingplätze sind vorhanden.

Schwimmende Häuser, Oolderhuuske
Ein Wahrzeichen von Roermond

Sie liegen in der Region belgisch / niederländisch Limburg, nicht weit von Aachen zwischen den Städten Roermond in den Niederlanden und Maaseik in Belgien.

 

Entstanden sind die Maasplassen seit den 1950er Jahren durch Kiesabbau in großem Umfang, unter anderem für den Bau von Straßen oder Eisenbahnstrecken.

Nach und nach entstand hier immer mehr Infrastruktur für Wassersportler.

Entlang der Maasplassen

Heute reiht sich eine Vielzahl ehemaliger Baggerseen (Plassen), die alle mit der Maas verbunden sind, den Fluss entlang. Kiesabbau wird nur mehr in kleinem Umfang betrieben.

Die Seen sind zum größten Teil mit Booten befahrbar und bieten hübsche Liegeplätze und Ankermöglichkeiten. An schönen Wochenenden im Sommer tummelt sich ein Großteil der Boote auf der Maas und in den Seen, aber durch die Größe des Gebietes findet man trotzdem immer noch einen Platz für das eigene Boot. Umgeben sind die Maasplassen von gleich mehreren Naturgebieten mit Wander- und Fahrradrouten, u.a. dem Nationaal Park De Meinweg als Teil des deutsch-niederländischen Grenzparks Maas-Schwalm-Nette mit besonderer Fauna und Flora.

 

Einfahrt nach Roermond

Am Ufer der Mass und an den Maasplassen liegen liebevoll gestaltete Dörfer und Städte wie die Stadt Roermond im Osten der Maasplassen mit ihrem wunderschönem Stadtbild, einem lebhaften Markt und guten Ausflugsmöglichkeiten.

 

Als Ausflugsmöglichkeiten bieten sich Fahrten in die “weiße Stadt” Thorn an oder auch in das schmucke Örtchen Stevensweert. Stevensweert besitzt übrigens auch mehrere Häfen. Schiffsbesitzer aus dem Dreiländereck Holland – Belgien  – Deutschland haben dort ihre Schiffe.

Bootfahren auf den Maasplassen und der Maas

Neben der Maas und den Maasplassen gibt es noch zwei Kanäle für die Berufsschifffahrt als Umgehungsstrecken für die Maas: Den Lateraalkanal bei Roermond und den Julianakanal zwischen Maasbracht und Maastricht, sowie den Kanal Wessem-Nederweert. Bei Maasbracht treffen die  Maas und die drei Kanäle zu einem großen Wasserstraßenkreuz zusammen. Daher gibt es, abgesehen von diesem Wasserstrassenkreuz und von einigen Schiffen, die abgebauten Kies transportieren, im Bereich der Maasplassen nur wenig Berufsschiffahrt.

Bis auf drei ausgewiesene Schnellfahrstrecken im Plas Heerenlak, bei Stevensweert, auf dem Lateraalkanal und bei Linne gilt auf der Maas im Bereich der Maasplassen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 9 km/h, in den Plassen zum Teil auch nur 6 km/h. Es gibt zwei Maasschleusen, die Schleuse Linne südlich von Roermond und die Schleuse Roermond nördlich von Roermond. Zwischen diesen beiden Schleusen ist der betriebsamste Teil der Maasplassen.

Hafen Oolderhuuske

Dazu gibt es bei Maasbracht noch drei Kanalschleusen, die im wesentlichen von der Berufsschiffahrt benutzt werden: die Schleuse Heel zum Lateralkanal, die Schleuse Maasbracht zum Julianakanal und die Schleuse Panheel zum Kanal Wessem-Nederweert. Alle Schleusen können kostenlos benutzt werden. Anmelden kann man sich über Funk oder Gegensprechanlagen, die für die Freizeitskipper in der Nähe der Schleuse zur Verfügung stehen.

Der Bereich der Maasplassen wird durch den Wateratlas M Limburgse Maas 1 : 25 000* abgedeckt. Fahrregeln für die Maas, die Maasplassen und die Kanäle, Schleusen-Öffnungszeiten und Informationen zu Liegeplätzen findet man im ANWB Wateralmanak 2*. Dazu muss natürlich, wie immer in Holland, noch der ANWB Wateralmanak 1 an Bord sein.

Maasplassen Wassersport

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Vom Zilvermeer über die Willemsroute nach Heel

Schweren Herzens verabschiedeten wir uns Richtung Willemsroute vom Zilvermeer, da unser Urlaub sich immer mehr dem Ende neigte. Fiona strahlte wieder in Champagnerweiß, hatten wir die Zeit doch unter anderem auch für eine Bootsreinigung genutzt.

Über die Willemsroute

Unser letztes Teilstück führte uns durch acht weitere Schleusen. Wir fuhren vom Kanaal Bocholt-Herentals zur Zuid-Willemsvaart, wo wir auf die Willemsroute stießen, und kamen schließlich zum Kanaal Wessem-Nederweert. Hier endete auch unser Kartenmaterial von Belgien, so dass wir uns für eine kurze Strecke nur an einem kleinen Werbeflyer der Willemsroute orientieren konnten. Aber verfahren kann man sich dort nicht wirklich, und schon bald griff unser Kartenmaterial von Limburg.

Willemsroute
Wartezeit vor Schleuse 18

Wegen des warmen Wetters und da es schon lange nicht mehr geregnet hatte, war das Wasserlevel in den Kanälen sehr niedrig.

Unsere erste Schleuse an diesem Tag ließ uns über eine Stunde warten, weil ein Berufsschiff wegen des niedrigen Wasserpegels auf der anderen Kanalseite festgefahren war.

Die Wasserstandshöhe wurde mit Hilfe der anderen Schleusen wieder erhöht, so dass das Berufsschiff wieder freikam. Schleuse 18 auf der Zuid-Willemsvaart bescherte uns eine weitere Verzögerung wegen des niedrigen Wasserstands.

Willemsroute
Schleuse Panheel

Die Schleuse Panheel

Kurz vor Sonnenuntergang waren wir an der Schleuse Panheel und motorten somit vor unserer letzten  Schleuse auf unserer Reise.
Erneut dauerte es länger als sonst, bis wir in die Schleuse einfahren durften. Etwa eine dreiviertel Stunde mussten wir vor der Schleuse motoren.

Als wir 20 Minuten in der Schleuse waren, hörten wir über Funk, dass sich ein 50 Meter langes und 11 Meter breites Berufsschiff ankündigte. Weitere 10 Minuten später war es in der Schleuse und es ging mit der Schleusung endlich los.

Die Marina Boschmolenplas, Heel

Marina Boschmolenplas

Mittlerweile war es fast ganz dunkel, aber zum Glück waren wir nicht mehr weit von unserem Hafen entfernt. Auch unseren Liegeplatz hatten wir uns gemerkt, so dass wir etwa 20 Minuten später in unserer Box angelegt hatten. Das Foto zeigt den Blick von unserem Liegeplatz auf das Restaurant Boschmolenplas bei unserer Ankunft.

Für den nächsten Tag hatten wir einen Tisch im Restaurant reserviert. Hier feierten wir die geglückte Überfahrt – aber auch unseren Hochzeitstag 🙂

*** The End ***

Zilvermeer, Lier – Port Aventura

Zum Zilvermeer  – Von Belgien nach Roermond

Wir verließen Lier am Morgen mit dem Ziel Zilvermeer. Der See Zilvermeer machte auf der Karte bereits einen guten Eindruck und wir hatten bereits Positives darüber gelesen, so dass wir das Zilvermeer gerne als letztes Etappenziel ansteuerten.

Die Route führt uns durch den Netekanaal, Albertkanaal und dem Kanaal Bocholt-Herentals.

Schleuse im Netekanal

Auf dieser Tour warten sieben Schleusen auf uns. Der Netekanaal ist ein ruhiger Wasserweg mit hübschen Bäumen an beiden Ufern. Alles wurde hektischer als wir die Schleuse Viersel erreichten, die den Netekanaal und den Albertkanaal verbindet. Während unserer Reise durch Flandern hatten wir bereits gemerkt, warum lange Tampen ein Muss in Belgien sind.

Die Schleuse Viersel hat einen Hub von 5 Metern. Als wir in der Schleuse waren, streckte uns die Schleusenwärterin einen Haken für unser Seil entgegen. Sie legte den Tampen um einen fünf Meter über uns liegenden Poller und Fiona hing wie ein Fisch an der Angel.

Der Albertkanaal

ist ein großer und stark frequentierter befahrener Kanal mit vielen Berufsschiffen und Industrie am Kanal. Zum Glück hatten wir dort nur eine kurze Strecke bevor wir die Schleuse in Herentals zum Kanaal Bocholt-Herentals nahmen. Die Schleuse hat einen Hub von 7,50 Metern und ist mit Leitern ausgestattet, die wir benutzten. Schon viel besser, wenn auch die dreckige Leiter unser Seil ziemlich alt aussehen ließ.

Kanalfahrt BelgienIm Kanaal Bocholt-Herentals mussen wir eine Schleuse nach der anderen passieren. Manchmal ist eine Schleuse nicht über Funk erreichbar und wir müssen im Revierführer nachschlagen, wo wir anrufen müssen.

Oftmals müssen wir längere Zeit warten, bis eine Reaktion erfolgt oder die Schleuse geöffnet wird.

 In einer Schleuse wurden gerade Wartungsarbeiten gemacht. Während wir schleusten, wurde an der ca 3 Meter entfernten anderen Seite munter mit dem riesen Hilti weitere Steine aufgebohrt. Beim Hochschleusen wurden die Poller überspült, so dass wir das Boot mit dem Seil nicht mehr halten konnten, da sich das Seil löste. Als letzte Möglichkeit, nicht von der starken Strömung weggetrieben zu werden, musste ich motoren. Normalerweise fahren wir sehr gerne Boot, aber an diesem Tag wünschten wir, dass wir ganz schnell unser Ziel Zilvermeer erreichen.

Zilvermeer, die Schleuse davor
MS Zander

Die letzte Schleuse vor dem Zilvermeer sollte es auch in sich haben …

Die Zander

Hier fährt das Passagierschiff Zander aus der Schleuse heraus. Wir durften zuerst einfahren, mussten aber länger warten. Die Schleusung wurde erst vorgenommen als das Ausflugsschiff zurück war und in die Schleuse eingefahren war.
Diese Schleuse war groß genug für beide.

Da wir anscheinend noch nicht genug Abenteuer für diesen Tag hatten, mussten wir in der nächsten und für diesen Tag letzten Schleuse den Schleusenvorgang mit Zander erneut machen. Das ist normalerweise kein Problem, wenn jedoch die Schleuse derart klein ist, dass eigentlich nur das Passagierschiff hineinpasst, dann schon! Direkt hinter uns war eine Brücke, wo stets akute Gefahr für unser Verdeck war, gegen sie getrieben und eingequetscht zu werden. Auch das in der Schleuse quer stehende Passagierschiff (sonst hätten wir nicht reingepasst) bewegte sein Heck manchmal in unsere Richtung, so dass wir ständig nach vorne unten hinten ausweichen mussten. Leider kein Foto, da ich in dieser Schleuse nicht zum Fotografieren kam.

Die Passagiere des Ausflugboots, Rentner, fanden das überwiegend sehr unterhaltsam. Wir waren uns jedoch sicher, dass sieben Schleusen, von denen einige sehr unangenehm waren, für diesen Tag genug waren. Entsprechende froh waren wir, als wir wenig später am Zilvermeer einfuhren.

Zilvermeer
Zilvermeer

Der See Zilvermeer

erreichten wir endlich wenig später.

Wir kehrten wir in den Hafen Port Aventura ein. Dieser Hafen gefiel uns sehr gut. Ein neuer und moderner Jachthafen mit allen Einrichtungen, einem schicken Restaurant und einem herrlichen See um uns. Das Wetter war blendend und wir blieben für zwei Übernachtungen im Zilvermeer Hafen. So hatten wir uns das vorgestellt!

Mechelen und Lier

Mechelen und Lier -Bootsreise belgische Nordsee nach Roermond/NL

Achterlicher Ausblick

Nach 90 Kilometern Fahrt erreichten wir Mechelen am frühen Abend. Wir entschieden uns für den Jachthaven des WVD Mechelen an der Binnen-Dijle.

Dieser kleiner Hafen bietet zwar lediglich Frischwasser und Landstrom, liegt jedoch recht schön und ist im Zentrum der Stadt. Ein hervorragend sortierter Supermarkt ist ganz in der Nähe.

Der Fluß Dijle kann von Sportboooten bis zu einer Brücke im Zentrum Mechelens befahren werden. Die Anlegestellen des Hafens sind direkt davor.

Mechelen begrüßte uns mit einigen Überraschungen

Wir wählten eine Anlegesstelle in ca. 150 Metern Entfernung zur Brücke. Wir hatten soeben das Anlegen abgeschlossen als eine belgische Bootscrew mit vier Personen auf uns zukam und uns ein Belgier mit einem Zwirbelschnurrbart beschimpfte, weil wir am falschen Platz angelegt hätten. Wo wir angelegt hatten, dürften nur Mitglieder seines Jachtclubs liegen. Er nannten uns sogar kriminell, weil wir soeben unser Stromkabel an Land angeschlossen hatten … Natürlich hatte er uns die ganze Zeit beobachtet und hielt es erst nach Fertigstellung des Vertauens und Anschließen des Stromkabels für angebracht, uns “zu informieren” 🙁

Hafentafel Mechelen Stadthafen

Wir liefen die Stege komplett ab, um Genaueres zu erfahren. Einige Meter entfernt von der Brücke,  ganz am Ende, stand ein kleines Schild mit Anweisungen, das sehr gut versteckt war hinter einem Schiff. Keine Chance, dieses Schild vom Wasser aus zu sehen! Anscheinend erwartete der Hafenmeister hellseherische Fähigkeiten von seinen Gästen.

Das Schild im Hafen Dijlestreek in Mechelen

Wir waren etwas erstaunt über den rauen Umgangston mit Gästen. Belächelten das Ganze, parkten unser Boot innerhalb des kleinen Bereichs für Besucher und ließen uns nicht abhalten, uns eine schöne Zeit hier zu machen.

Mechelen ist eine Reise wert! Zeitweise war Mechelen Hauptstadt der Niederlande und im 19. Jahrhundert wurde eine der ersten Dampfeisenbahnstrecken von hier aus betrieben.

Obwohl es viel kleiner als Brügge oder Gent ist, ist es eine wunderschöne Stadt mit mehr als 300 historischen Gebäuden, die in der Nacht schön beleuchtet waren.

Natürlich bietet Mechelen auch viele schöne Restaurants, Cafés und Bars.

Mechelen
Zentrum Mechelen

Das Zentrum in Mechelen

Mechelen City Vismarkt
Vismarkt

Moderne Elemente in einer alten Stadt.

In den rechteckigen Komplexen hinten ist ein ein großes Einkaufs- und Bürozentrum sowie ein modernes Wohnzentrum entstanden.

Sieht man auf die andere Flußseite, so hat man das alte Mechelen vor sich.

Bars und Restaurants am Vismarkt

Mechelen
Vismarkt heißt diese gemütliche Stelle

Mechelen Patrizierhäuser

Das alte Mechelen. Schöne und gepflegte Häuser, wohin man schaut.

Die Weiterreise nach Lier

Um Mechelen zu verlassen, mussten wir die Gezeitenschleuse nehmen. Wir verließen Mechelen am nächsten Tag am späten Nachmittag.

Eingang Jachtclubs Emblem, 3 km entfernt von Lier

Unser nächstes Ziel war nicht weit entfernt, es ging nach Lier bzw. einige Kilometer entfernt von Lier zum Emblem Jachtclub für eine weitere Übernachtung.

Recht in der Nähe von Lier gibt es zwar einige Anleger im Netekanaal, aber wir befürchteten eine Menge Schwell von vorbeifahrenden Berufsschiffen und deshalb wollten wir in den geschützten Emblem Jachtclub, der sich in einer Sackgasse des Netekanals befindet.

Der Verein bietet die üblichen Standards. Das Vereinsgelände ist dank elektronischem Schloss an der Tür nicht frei zugänglich.

Eine Besonderheit hat der Jachtclub Emblem.
Es gibt ein Vereinsschiff. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Arbeitsschiff, das direkt am Eingang des Jachtclubs liegt.

Das Vereinsschiff im Emblem Yachtclub

Vereinsschiff

Hier gab es vieles; Ruhe, Entspannung und: Ein altes Arbeitsschiff, das für die Zwecke des Jachtclubs umgebaut worden war und das unter anderem ein Büro für den Hafenmeister, ein Gastro-Außendeck zum Sitzen und große Duschräume bot. Nur das Damen WC soll kleiner gewesen sein als das von Fiona!

Aber zunächst wurden wir herzlich willkommen geheißen vom sehr netten Hafenmeister, der uns alles genau erklärte und auch gute Tipps geben konnte, wo man einkaufen kann (es gibt Supermärkte, einfach den Waldweg an den Parkplätzen vorbei benutzen) und wie man am schnellsten nach Lier kommt.

Ein Spaziergang nach Lier

Unser Hafen war zwar sehr ruhig und lag mitten in der Natur, aber wir hatten den Wunsch, die nähere Umgegend zu erkunden. Wir machten einen Spaziergang von unsrem Hafen aus und erreichten durch einen kleinen Wald eine Straße, an der einige Geschäfte waren, so auch ein Lidl, genau wie vom Hafenmeister beschrieben.

Die Kirche in der City von Lier

Es war zwar nicht geplant, nach Lier zu gehen, da es mindestens 3 Kilometer entfernt war, aber kurzentschlossen änderten wir unseren Plan und gingen los (hierbei entstand gleich der Wunsch nach einem Fahrrad …). Die Belohnung sollte ein leckeres Eis sein!

Erneut waren wir von der Schönheit der Stadt überwältigt, die wir in fast jeder belgischen Stadt gefunden hatten, die wir besucht hatten.

Nur hatten wir hier in keinster Weise solch ein wunderschönes Zentrum erwartet.
Obwohl die Saison vorbei war, fanden wir die zahlreichen Außensitzplätze noch gut belegt.

Auch am späten Abend war das Wetter noch so angenehm, dass man in leichter Kleidung draußen sein konnte. Überall in den Gassen duftete es nach leckeren Essen von den Restaurants. Natürlich gab es ein Eis und wir waren irgendwann in der Nacht zurück auf Fiona.

Lier bei Mechelen
Lier bei Nacht

Bootsurlaub Belgien: Gent – Mechelen

Von Gent nach Mechelen auf der Schelde – Bootsurlaub Belgien

Bootsurlaub Belgien und ein Bad am Morgen …

Unser Törn sollte uns durch den Gezeitenstrom Boven-Zeeschelde nonstop nach Mechelen führen. Anhalten auf der Strecke wollten wir nicht. Ausgenommen ein Tankstopp, den wir eingeplant haben. Die Anleger auf unser Strecke mochten wir nicht. Sie erinnerten uns zu sehr an Schiffsverladestellen für die Berufsschifffahrt in den Niederlanden. Unruhig, ungemütlich, mitten am Fluss/ Kanal mit jeder Menge (Berufs-) Schiffsverkehr.
Das bedeutete aber auch, dass wir etwa 80-90 km an einem Tag fahren mussten. Was aber kein Problem sein sollte.

Am Abend vorher prüfte Hafenmeister Rocco den Gezeitenkalender und instruierte uns, am nächsten Morgen vor 6:00 Uhr mit dem fallenden Hochwasser zu starten. Gesagt, getan: In aller Frühe standen wir auf und fuhren in der Dunkelheit los. So mussten wir unseren Bootsurlaub Belgien gelegentlich von den Gezeiten abhängig machen und sehr früh aufstehen.

Bootsurlaub Belgien, Schleusen
Bootsurlaub Belgien

Frühmorgens zur Schleuse

Zum Glück war die Marina teils beleuchtet, so dass wir nicht völlig im Dunkeln fahren mussten. Unser Navigationslicht leuchtet natürlich nicht für uns, sondern gewährleistet lediglich, dass man uns sieht. Die Schleuse war nur wenig von unserem Liegeplatz entfernt. In jeden Fall war sie nett beleuchtet, so dass wir uns gut orientieren konnten. Per Funk wurde uns die Wartestelle vor der entsprechenden Schleuse zugewiesen.

Schleusen brauchen immer Zeit und als wir fertiggeschleust hatten, sollte es allmählich Sonnenaufgang werden. Zunächst mussten wir auf Berufsschiffe warten, die natürlich vor uns einfahren sollten. Der Schleusenvorgang lief ohne Probleme und wir freuten uns schon auf die Fahrt.

Gegen 7:15 Uhr war die Schleusung für uns beendet und wir waren hinter der Schleuse.

Plastikteil blockiert Propeller

Propeller verweigern den Dienst

Aber was war das? Wir wollten gerade Marschfahrt aufnehmen, als wir bemerkten, dass das Boot sehr unruhig war. Es zitterte regelrecht. Als wir mit kleinster Fahrt fahren wollten, starb sogar der Motor ab. Shit happens! Was war los?

Wir wussten es noch nicht genau, aber wir legten am Ende der Schleusenmauer an und ich nahm ein morgendliches Bad in der Schelde. Nicht ganz freiwillig, aber schließlich wollte ich mich um unseren Duoprop kümmern, da ich den Verdacht hatte, dass sich zwischen den Propellern etwas verfangen haben könnte. Schließlich konnte ich ein Plastikteil zwischen den Propellern entfernen, das die Propeller in ihrer Arbeit behinderte. Danach konnten wir wieder normale Fahrt aufnehmen und ich war der Held des Tages 😉

Blockierter Propeller. Auch das ist “Bootsurlaub Belgien”. Das kann natürlich auch woanders passieren, allerdings war die Schelde manchmal sehr verschmutzt durch Plastik: Flaschen, Tüten und sonstiger Müll 🙁

Bootsurlaub Belgien
Schelde, Belgien

Während des Niedrigwassers herrscht am Fluss eine seltsame Atmosphäre. Es scheint, als hätte der Fluss das Land ausgespuckt. Es erinnerte mich ans Wattenmeer. Allerdings fanden wir es für einen Fluss etwas befremdlich.

Da wir fast die ganze Zeit gegen die Sonne fuhren, konnte man das Ufer in Gleitfahrt nicht vom Fluss unterscheiden und wir mussten unsere Geschwindigkeit anpassen. Nicht umsonst raten die Revierführer, mittig zu fahren, da es sonst zu unliebsamen Grundberührungen kommen kann. Da darf man mal auf bestimmten Abschnitten schnell fahren und dann geht es nicht 🙁

Temse Watersport
Yachtclub

Temse

Bei der Stadt Temse stoppen wir, um Diesel aufzufüllen. Wir hatten den Tank zuletzt in Nieuwpoort gefüllt und Buch geführt, wie weit, wie viele Stunden etc. wir gefahren sind. Große Überraschung: Der Stundendurchschnitt betrug für uns kaum glaubhafte drei Liter. Drei Mal hatten wir kürzere Strecken mit Gleitfahrt, ansonsten war es angepasste Fluss- bzw. Kanalfahrt. Wir freuten uns natürlich sehr über den niedrigen Verbrauch.

Nach dem Tanken in Temse besuchen wir das chice Marina- Gebäude des dortigen Yachtclubs.

Sonst geht es eher ruhig und beschaulich im Hafengebiet zu. Hier gibt es überall Automaten, wo man gegen Bezahlung Brot bekommt.

Bootsurlaub Belgien Schleuse vor Mechelen
Schleuse vor Mechelen

Am Nachmittag erreichten wir die gezeitenabhängige Schleuse in Mechelen rechtzeitig und genossen ein sehr komfortables Schleusen am Schwimmsteg im Schleusenbecken.

Weiter geht es mit dem nächsten Bericht “Mechelen“, wo sich unser Bootsurlaub Belgien fortsetzt.

Gent – eine der schönsten Städte in Belgien

Gent
Übersicht Hafen Gent

Stadthafen im Zentrum

Der Kanaal Ghent-Oostende führt uns von Brügge zur Ringvaart von Gent. Hier sehen wir viele Berufsschiffe bis wir in die Leie abbiegen und in die Stadt Gent fahren.

Unser Zielhafen ist der Yachthafen Lindenlei, der genau im Zentrum von Gent am früheren Gerichtspalast liegt.

Gent Stadthafen
Gent, vor dem ehemaligen Gerichtspalast

 

Die Liegeplätze des Passantenhafens erstrecken sich auf der linken Seite zum Stadtzentrum hin. Wir liegen längsseits mit Blick auf Justizia. Eine spektakuläre Lage.

Ruhig, aber dennoch nah am Puls der Stadt!

Gent Hafenmeister
Dienstsitz Hafenmeister
Gent City
Gent City

Der Hafenmeister ist leicht anzutreffen. Er scheint sein Privatboot für seinen Job einzusetzen und hat sozusagen gleichermaßen Dienst- als auch Sommerwohnsitz in seinem Schiff im Hafen Gent.

Es gibt Wasser und Strom am Steg, auch ein kleines Waschhaus für die Yachties ist hinter den Liegeplätzen vorhanden. Wenige Gehminuten entfernt finden wir auch einen gut sortierten Supermarkt.

Gent

In nur fünf Minuten erreichen wir das Viertel Graslei, das berühmt für seine vielen Cafés und für seine originalen historischen Gebäude ist. Überall stehen Kirchen, manchmal zwei oder drei nebeneinander.

Wir genießen unseren Spaziergang und bewundern all die vielen Sehenswürdigkeiten wie auch das Schloß Gravensteen. Viele schöne Geschäfte entdecken wir.

Gent Open Air Musik

Waren es eine Straße weiter noch Lokale, die sich aneinander reihten mit Außenplätzen direkt am Kanal, so treffen wir nur wenig weiter auf diese Szene. Wir befinden uns plötzlich in einer anderen Atmosphäre.

Streetlife Open Air Concert

Auch das Street Life lässt nichts zu wünschen übrig. Überall ist etwas los.

Begeistert hören wir, wie viele andere Zuschauer und Zuhörer einem professionellen Pianisten auf einem Platz mit vielen anderen zu, der einen Mix aus Klassik und moderner Musik zaubert.

Aber bevor wir unseren Liegeplatz in Gent verlassen, sind wir inmitten eines tollen Spektakels.
Eine emotionale und laute, dennoch sehr traditionelle Ruderregatta mit sehr vielen teilnehmenden Booten. Teils sehr unterschiedlich in Größe, Stil und Besatzung.

Noch dichter dran geht hier nicht; wir haben die erste Reihe vom Boot aus und obendrein Kaffee und Kuchen!

Gent Regatta
Regatta in Gent

Hafen Merelbeke, unser 2. Hafen in Gent

Wir verlassen den Hafen am späten Nachmittag des kommenden Tages. Wir müssen nur eine kurze Entfernung zu unserem nächsten Hafen zurücklegen. Dieser ist  ebenfalls in Gent. Unser Zielhafen Yachting Merelbeke liegt quasi am Rand von Gent. Und nur wenig entfernt von der Gezeitenschleuse Boven-Zeeschelde. Der Großteil des Yachthafens ist für Clubmitglieder gedacht, aber es gibt auch ein paar Passantenliegeplätze.

Merelbeke Marina: Zwei Sealines hintereinander

Die Anlegeplätze sind auf beiden Seiten der Schelde. In Merelbeke wurden wir freundlich willkommen geheißen durch Hafenmeister Rocco.

Hafenmeister Rocco

bat im telefonischen Anmeldegespäch, dass einer von uns zu ihm kommen möge, da er momentan beschäftigt sei. Er würde gerade seine Gäste im Marinarestaurant bekochen. Da er alleine sei, könne er nicht weg.

Wie sich nun herausstellte, waren wir auf der “falschen” Seite des Hafengebäudes. Die nächste Brücke war etwas entfernt. So musste Simone den Weg zu Fuß bewältigen. Rocco, ein netter und gleichvoll temperamentvoller Italiener wollte Simone zurückfahren in seinem Auto. Rocco wusste aber anscheinend nicht, dass ein Fußballspiel im benachbarten Fußballstadion begann. Daher waren einige Straßen gesperrt, so auch die Zufahrt zu den Liegeplätzen, wo wir lagen.

Man möge sich nun einen heißblütigen Italiener vorstellen, der eine hitzige Diskussion mit der belgischen Polizei führt, die ihn nicht in SEINEN Hafen lassen! Und die Polizei ließ ihn tatsächlich nicht hineinfahren. So erhielt Simone eine 15-minütige Stadtrundfahrt durch Gent. Geholfen hat es nicht. Beide mussten wieder zu Fuß zum Hafen 😉

Brügge – mit dem Boot in Belgien – Bootsurlaub

Brügge – unsere erste Etappe von Nieuwpoort

Es  ist Zeit, nach Brügge zu fahren. Wir sagen Goodbye zu Nieuwpoort und unsere Reise in die Niederlande kann beginnen. Wir waren insgesamt eine Woche im Hafen von Nieuwpoort und waren damit zwei Tage länger in Nieuwpoort als geplant. Da wir eine Reserve von 4 Tagen eingebaut hatten, war das bis jetzt kein Problem.

Hafen Nieuwpoort, an der Tankstelle
Hafen Nieuwpoort, an der Tankstelle

Unser Reiseplan durch Belgien:
Unser erstes Etappenziel ist Brügge. Unsere Route wird uns durch den Kanaal Plassendale-Nieuwpoort und durch den Kanaal Gent-Oostende führen.
Weiter gehts mit der Ringvaart und wir befahren ein kurzes Stück der Leie. Dann folgen wir  der Ketelvaart und der Schelde, wo wir Gent ansteuern.
Danach geht es über die Boven-Zeeschelde, die Rupel und die Dijle nach Mechelen.
Anschließend werden wir die Beneden-Nete, den Netekanaal, den Alberkanaal, den Kanaal Bocholt-Herentals sowie die Zuid-Willemsvaart und den Kanaal Wessem-Nederweert als auch die Maas in den Niederlanden bis zu unserem Zielhafen bei Roermond befahren.

Unser Zielhafen

Wir haben bis einschließlich Ende Oktober einen Liegeplatz in der Nähe Roermonds gebucht, unweit von Wessem, im Boschmolenplas. Somit ist die Saison für uns zwar kurz, aber wir haben trotzdem noch mehrere Wochen Zeit, schöne Touren zu fahren.

Kanalfahrt

Die Brücken des Kanaal Plassendale-Nieuwpoort sind zwei Mal täglich geöffnet. Das bedeutet, dass wir in einem Konvoi von Brücke zu Brücke fahren, da wir dann natürlich nicht die einzigen sind, die unterwegs sind. Zuerst müssen wir durch eine gezeitenabhängige Schleuse fahren, die 3,5 Stunden vor und nach dem Hochwasser in Betrieb ist.
Etwas paradox scheint, dass die Zeiten der Brücken festgelegt sind während man den Zugang zu den Brücken erst bekommt, nachdem man eine gezeitenabhängige Schleuse gequert hat. An diesem Tag haben wir Glück: Um 9:00 Uhr passieren wir die Schleuse und sind genau zu richtigen Zeit an der Brücke, so dass wir nicht viel Zeit verlieren.

Im Konvoi

Die ersten Kilometer sind etwas

Fahrt nach Brügge

stressig, mit vielen Booten, wovon einige Privatrennen fahren. Dennoch müssen sie vor der nächsten Brücke motorend warten, da die Brücke erst öffnet, wenn der Rest des Konvois in Sichtweite ist.

Dank des Schiff-Konvois gehen für uns die Brücken sehr schnell auf und nach zwei Stunden erreichen wir die historische Plassendale Schleuse. Ab hier nehmen wir den Kanaal Gent-Oostende. Ein sehr hübscher Kanal, auf dem nur wenige Berufsschiffe fahren. Unser Konvoi hat sich mehr und mehr aufgelöst, aber wir sind immer noch in Begleitung dreier Schiffe und dieser Mini-Konvoi sorgt dafür, dass für uns die Brücken schnell aufgemacht werden. Auf unserer Strecke in Belgien werden normalerweise nur für Berufsschiffe die Brücken sofort geöffnet, ein privates Boot muss, wenn es Pech hat, so lange warten, bis ein Berufsschiff kommt.

Yachtclub Flandria

Die Fahrt mit dem Boot um Brügge ist wunderschön!

Yachtclub Flandria

Endlich erreichen wir unser Tagesziel, den Yachtclub Flandria .
Hier begrüßt uns sehr herzlich die Hafenmeisterin Martine. Uns gefällt der freundliche Hafen auf Anhieb. Bis zur Stadt ist es nicht weit!

Der Yachtclub ist ein toller Platz für ein oder zwei Nächte. In der Marina gibt es Elektrizität, Wasser, Duschen/ Waschhäuser und kostenloses WiFi. Sogar einen vorabendlichen Bestellservice für frische Brötchen gibt es, so dass wir am nächsten Morgen unsere langersehnten frischen Croissants bekamen. Zum nächsten Supermarkt muss man allerdings leider ein wenig laufen.
Es ist ruhig im Hafen und das Zentrum von Brügge ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Auf dem Weg Richung Zentrum finden wir ein wunderschönes Ausgehviertel mit interessanten Rstaurants in der Nähe des Minnewater am Beginenhof.

Brügge

Brügge Schokoladengeschäft
Schokoladengeschäft

Die Stadt Brügge

ist ein belgisches Superlativ und absolut wert, sie zu besuchen!

Das Historische Zentrum ist überragend mit seinen prachtvollen Bauwerken und voller Atmosphäre mit seinen charmanten Lokalen. Von vornherein ist uns klar, dass wir in Brüggge mindesten 3 Tage bleiben wollen, um diesen Flair zu genießen – schließlich sind wir im Urlaub 🙂

Der Beginenhof, das historische Stadtzentrum, tolle Straßencafés und Restaurants, Straßenkünstler, Touri-Bootsfahrten in den Stadtgrachten (die wir aber nicht mitmachen wollten), all das und viel mehr bietet Brügge. Ein  Höhepunkt unserer Belgienreise. Interessante Geschäfte. Viele, die mit Schokolade zu tun haben, entdeckten wir. Aber auch Pommes-Buden sind hier hoch im Kurs.

Gracht in Brügge
Gracht in Brügge
Brügge Künstler
Straßenkünstler
Brügge
Brügge

Hafen gesucht – Raum Roermond/ Niederlande

Hafen in Roermond gesucht – So fing es an

Ein Hafen für Fiona – Sommersaison 2013

Im August 2013 haben wir uns eine weitere Aufgabe gestellt: Da wir bald einen Liegeplatz für unser Boot benötigen würden, musste ab September ein schöner Hafen gefunden sein.

Bei einigen Häfen, die wir schon kannten und die uns gefielen, fragten wir direkt beim Hafenmeister nach. Leider waren die Liegeplätze alle so beliebt, dass kein Platz für uns frei war. Nach weiteren Recherchen fiel uns ein neue Möglichkeit bei Wessem auf: der Yachthafen Boschmolenplas. Hier gab es bis 2020 lediglich ca. 100 Liegeplätze. Alles ist sehr ruhig und Leute haben wir leider nur wenig und ganz am Schluss kennen gelernt. Nichtsdestotrotz gefiel uns dieser Platz sehr gut.
Edit: 2020 wurde der Hafen Boschmolenplas vergrößert und verfügt nun über 200 modernisierte Liegeplätze. Ein Waschhaus im Hafen ist dazu gekommen.

Der Hafen liegt in einem kleinen See, zu dem man gelangt, wenn man zwei weitere Seen durchfahren hat. Umrundet von einer Ferienparksiedlung und einem modern gestalteten Restaurant und einer Brasserie, beide eher im hochpreisigen Qualitätsbereich angesiedelt,  kam bereits beim ersten Besuch zu uns eine gute Ferienstimmung rüber. Später sollten wir uns noch sehr oft im Restaurant und in der Brasserie wiederfinden, sind doch das Restaurant und die Brasserie bekannt für tolles Essen.

Hafen
Boschmolenplas zum Hafen

Wir wendeten uns per Mail an die Betreiber und schon wenig später saßen wir draußen in dem hübschen Biergarten der Brasserie bei schönstem sommerlichen Wetter mit den Facilitybetreibern an einem Tisch. Die Getränke waren schon mal gut 🙂

Hafen Boschmolenplas Restaurant
Entreé Hafen Boschmolenplas Restaurant

Wir wurden uns schnell einig und wir fuhren als stolze zukünftige Liegeplatzhalter nach Hause!

Steg/ Zugang zu den Booten

Unsere erste Liegestelle für Fiona. Auf den Stegen gibt es Strom und Wasser. Es gibt einen Parkplatz auf dem Gebiet der Feriensiedlung, den auch die Feriengäste der Miethäuser nutzen. Boote von ca. 4 bis 15 Meter waren in diesem Hafen vertreten. Auf der Stegseite, an der wir lagen, waren wir – mit anderen – schon eins der größeren Boote.

Hafenblick aus dem Boot