Dalmatien Törn, nördlicher Bereich

Insel Iz

Boots-Tour in Dalmatien – Nördlicher bis mittlerer Bereich

Dalmatien und dessen Meer ist für Motorbootfahrer eins der schönsten Reviere. Bei dieser Tour stand dieses Mal der eher nördliche Bereich von Dalmatien im Vordergrund.

Malerisch, erlebnisreich und chillig. So könnte man diese Reise beschreiben. Lohnenswerte Ziele sind alle sehr nah beieinander. Man muss somit keine langen Entfernungen überbrücken. Als Basis wählten wir erneut Biograd, die bereits erprobte Marina Kornati.

Die Etappen:

Tag 1: Ankunft gegen 19:00 in Biograd na Moru, Marina Kornati.
Tag 2: Vorbereitung, Bura um Biograd.
Tag 3: Biograd – Zadar, 30 km.
Tag 4: Zadar – Molat Veli, 43 km.
Tag 5-6: Molat Veli – Insel Iz, Marina, 33 km.
Tag 7: Veli Iz –Iz, Ort Knez, 3 km.
Tag 8: Knez auf der Insel Iz – Sali auf der Insel Dugi Otok – Zut, 30 km.
Tag 9: Zut – Stadthafen Vodice , 41 km.
Tag 10: Vodice – Marina Zaton, 19 km.
Tag 11: Marina Zaton – Skradin – Konoba Vidrovaca, 13 km.
Tag 12: Konoba Vidrovaca – Insel Prvic, Luka, 22 km.
Tag 13: Fährenausflug nach Sibenik von Privic Luka.
Tag 14: Prvic Luka – Kaprije, Boje der Konoba Matteo, 11 km.
Tag 15: Kaprije – Zirje – Kaprije City – Kakan Potkucina, 18 km.
Tag 16: Kaprije – Vodice, 14 km.
Tag 17: Vodice – Murter, ACI Jezera, 14 km.
Tag 18: Murter, ACI Jezera – Murter Konoba Zminjak, 12 km.
Tag 19-21: Murter, Konoba Zminjak- Pasman Uvala Landin – Biograd, 33 km.

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Törnliteratur

Tag 1: Ankunft gegen 19:00 in Biograd na Moru, Marina Kornati, Dalmatien.

Ankunft unseres 14,50 Meter langen Gespanns in Biograd: 19:00. Somit haben wir zwei Tage gebraucht, um das Boot von Holland/Limburg nach Dalmatien zu transportieren.

Gegen 19:20 Uhr ist unser Boot kranungsbereit. Bootskranung in letzter Minute, eigentlich ist der Kran nur bis 19:00 Uhr in Betrieb. Wir hatten uns vorher zum Kranen telefonisch angemeldet. Allerdings für 19:00 Uhr. Danke an die Kranleute.
Also schnell das Boot zum Kranen klar machen und dann ist die Kranabteilung dran. Wir räumen einige wichtige Sachen vom Auto ins Boot ein und bauen das Verdeck auf. Somit ist das Boot schon einmal bewohnbar für diese Nacht. Im Dunkeln geht es in Schleichfahrt vom Kranplatz zu unserem Liegeplatz.
Aus irgendeinem Grund funktioniert das Navilicht nicht. Später stellen wir fest, dass es lediglich eine Sicherung rausgehauen hat.

Die Marina Kornati bietet alles, was wir benötigen. Kranservice, Wasser, Strom, nahe Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt. In den letzten Jahren neu entstandene und modernisierte Einkaufszentren sind wenige Minuten mit dem Auto entfernt.
In Biograd gibt es zudem zahlreiche Besichtigungs- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Einige davon nutzen wir in den zwei Tagen, in denen wir aktuell hier sind. Last, but not least: Beim Hafenkapitän, nur wenige Hundert Meter entfernt, kann man die Aufenthaltserlaubnis erhalten.

Marina Kornati

Bilder oben und unten: Marina Kornati in Biograd.

Hafen Biograd, Dalmatien

Tag 2: Vorbereitung/Einkauf/Fun Park Biograd.

Aufwachen in Dalmatien – der Urlaub kann beginnen! Frühstückseinkauf im Konzum direkt neben dem Hafen. Fast daneben ist ein maritimes Geschäft. Die Auswahl ist allerdings nicht sehr groß.
Nach dem Frühstück: Einkaufen mit dem Auto bei Lidl und in Biograd.
Zu Fuß in die Altstadt Biograd. Der Wochenmarkt hat gute Angebote. Im Angebot gibt es z.B. Fisch, Fleisch, Gemüse, Früchte und Honig.

Das Boot ist inzwischen seeklar.

Im Hafen und in der Stadt Biograd merkt man von der Bura fast nichts. Wir bringen das Gespann „privat“ auf einem unbefestigten Grundstück unter. Hier ist Platz für bis zu 10 Gespanne. Die Entfernung zur Marina Kornati beträgt etwa 4 km.

Die Altstadt ist natürlich touristisch, aber sehr sehenswert. Überall in Biograd und natürlich an der Meerpromenade gibt es schöne Lokale. Geht man am Meer Richtung Süden, kommt man zu dem Fun Park Biograd, einem „Strandvergnügungsviertel“ mit vielen Lokalen direkt am Meer und im Hang. Sehr interessant.

Hafengebühren für 2 Nächte: € 84, Einkranen ca € 80, Auskranen nach 3 Wochen ca. € 65.
Parkgebühren für das Gespann: € 6/Tag. Drei Wochen steht es dort im Freien mit mehreren anderen Gespannen aus Deutschland und Österreich. Dennoch will uns die Vermieterin  nach 3 Wochen bei der Abholung einen höheren Preis berechnen als mit ihrem Sohn vereinbart. Nach einem Telefonat mit dem Sohn zahlen wir den vereinbarten Preis.

Biograd Wochenmarkt

Foto oben: Der Wochenmarkt in Biograd.

Badestrand Biograd

Foto oben: Zum Badestrand, etwas weiter links ist der Fun Park Biograd.

Fun Park Biograd

Foto oben: Open Air Zumba im Fun Park Biograd.

Fun Park Biograd

Foto oben: Zumba zusehen ist auch anstrengend 😉

Tag 3: Biograd – Tanken in Biograd – Zadar, Gesamtstrecke: 30 km.

Zadar Altstadt

Wir müssen zum Hafenkapitän, um die erforderlichen Gebühren zu bezahlen. Da wir im Jahr davor alle Unterlagen erbracht haben, ist es dieses Mal einfacher. Generell müssen  Versicherungsunterlagen, die Schiffs-Anmeldung, Führerschein, Personalausweis vorgezeigt werden und man bezahlt die entsprechenden Gebühren.
Tipp: Man kann die Zeit-Blöcke auch mischen. Wenn man z.B. drei Wochen bleibt, kann man einmal ein Zweiwochen-Ticket und ein Einwochen-Ticket kaufen. Man muss dann nicht das Vierwochen-Ticket nehmen. Hier kann man immer vorher ausrechnen, was am günstigsten ist.

Auftanken bei der Bootstankstelle in Biograd. Ein Liter Diesel kostet  € 1,37. Zu der Zeit kostet ein Liter in Deutschland (Raum Düren/Köln) ca € 1,19.

Die Strecke von Biograd nach Zadar beträgt 30 km. Da die See aufgewühlt war, fahren wir in Verdrängerfahrt und brauchen 2 Stunden und 50 Minuten.

In Zadar liegen wir altstadtnah in der Tankerkomerc-Marina und sind in Laufdistanz zur Altstadt. Wir müssen lediglich über die Brücke gehen. Die Waschhäuser sind sehr gut. Kleinere Märkte sind in der Nähe.
Liegegebühren in Zadar: € 60/Nacht.

Zadar ist eine herrliche mittelalterliche Stadt. Äußerst touristisch. Dennoch: Absolut besuchenswert.

 

Foto unten: Zadar, weiter links ist die Meeresorgel.

Zadar Meerpromenade

Foto unten: Romantische Angleridylle vor der Altstadt Zadar.

Zadar Hafenpromenade Fischer

Unten: Liegeplätze in der Marina Tankerkomerc Zadar.

Zadar Marina Tankerkomerc

Foto unten: Die Einfahrt der Marina Tankerkomerc Zadar. Zentrumsnaher Hafen.

Marina Becken Zadar

Tag 4: Zadar – Molat Veli, Bojenfeld bei Brgulje. Gesamtstrecke 43 km.

Ankunft beim nächsten Ziel: Molat Veli. Ursprünglich wollten wir ankern. Jedoch sind fast überall Bojen. Die Bojen scheinen recht neu zu sein. Dort, wo keine sind, hält der weiche Boden den Anker nicht. Also geht es an die Boje. Insgesamt liegen heute Nacht 13 Jachten im Bojenfeld, davon  lediglich eine Motorjacht. Die Kosten für das Festmachen an der Boje betragen 20 Kuna je Meter Länge der Jacht. Man kann mit dem Dinghy ans Festland fahren, um dort einzukaufen oder essen zu gehen. Es gibt im Dorf zwei Restaurants: Papa und Janko.

Wir haben reichlich Proviant für einen schönen Abend an Bord und genießen den Sonnenuntergang auf dem Vordeck.
Wunderschöner Ort. Man liegt zwischen einer Insel und dem Festland. Herrlicher Platz zum Schwimmen.

Gebühren für die Boje: € 20. Der Kassierer auf dem ca. 4 m langen offenen Motorboot druckt eine Quittung mittels eines Mini-Thermopapierdruckers aus. Der Müll wird mitgenommen und entsorgt.

Auf der Adria in Dalmatien, von Zadar nach Molat Veli

Foto oben: Auf der Adria in Dalmatien, unterwegs von Zadar nach Molat Veli.

Bojenfeld Molat Veli

Oben: An der Boje, Molat Veli. Hinter den Schiffen dürfte man ankern. Nur hielt unser Anker im zu weichem Grund nicht.

Tag 5-6: Molat Veli – U-Boot-Bunker auf Dugi Otok – Insel Iz, Marina Tankerkomerc. 33 km Gesamstrecke.

Auf dem Weg ein kleiner Fotostop an einem ehemaligen U-Boot-Bunker auf Dugi Otok. Wir nehmen Kurs auf die Insel Iz und kommen an dem ehemaligen U-Boot Luftschutzbunker vorbei.

Insel Iz, Marina Tankerkomerc. Hafen mit eher (zweck-) mäßigen veralteten sanitären Anlagen.
Kleiner Wermutstropfen ist der Schleifstaub dank dem aktuellen Wind. Der  Staub fliegt auch in unseren Cockpitsalon rein und bedeckt unser ganzes Boot. Wie kommt´s? Es wird direkt vor den Gästestegen an den an Land aufgebockten Schiffen geschliffen, gestrichen und gewerkelt.
Sobald ein Gastlieger mit Leitungswasser den Schleifstaub und das Salz vom Boot abspritzen will, wird das von einem Hafenmitarbeiter sofort untersagt. Bei den Dauerliegern sieht es anders aus; man lässt sie gewähren. Putzen mit Eimer und Schwamm wäre wohl toleriert worden, ist aber ziemlich mühselig.

Abgesehen davon ist es unglaublich schön hier. In der Nähe gibt es Interessantes zu erkunden. Iz, diese herrliche Insel in Dalmatien hat ca. 615 Einwohner und angeblich ca. 17.000 Olivenbäume. Das Öl davon stellen die Bauern selbst her, die die Bäume ganzjährig umsorgen und pflegen. Der Ort ist klein und malerisch. Er bietet nur begrenzte Einkaufsmöglichkeiten. Man merkt, dass alles auf die Insel transportiert werden muss. Entsprechend hoch sind die Preise für das knappe Angebot in den Tante Emma Läden.

Kneipen/Konobas und Restaurants gibt es viele hier. Auch jetzt, Anfang Juni sind sie nicht leer. Aber zu richtig voll ist es noch mindestens doppelt so viel.

Ein schönes Abenteuer ist eine Wanderung zum höchsten Berg. Zwar nur auf 160 Metern, die es jedoch  teils in sich haben. Der Weg ist unbefestigt und manchmal sehr steil, so dass man abwärts rutschen kann. Ist man oben, hat man die beste Aussicht auf der ganzen Insel. Ein Must-Do. Festes Schuhwerk empfohlen.

Bemerkenswert sind die vielen nicht angemeldeten alten Autos, die ohne Nummernschild auf der Insel bewegt werden. Alles kein Problem hier 🙂

Zwei Übernachtungen im Hafen: € 90 PLUS: Für Wasser und Strom werden jeweils +10 % berechnet Gesamtsumme: € 108.

Bunker auf Dugi Otok
Oben: U-Boot Bunker auf Dugi Otok.

Unten: Der benachbarte Stadthafen auf Iz.

Unten: Beschauliches Leben. Autos ohne Nummernschild flitzen über die Insel.

Unten: Steil geht es her auf dem höchsten Berg von Iz. Aber …

… es lohnt sich. Dieser Ausblick auf Veli Iz entschädigt 🙂

Tag 7: Veli Iz –Iz, Ort Knez, Entfernung 2 km.

Der Wind bläst mit bis zu 8 Windstärken. In der geschützten Tankerkomerc Marina merken wir den Wind kaum. Erst als wir auf dem Meer sind, merken wir die Bura. Wir legen uns an den Steg der Konoba Knez. Hier ist es nicht ganz so windig, aber dennoch kommen 3-4 Windstärken an unserem Liegeplatz an.

Es folgt eine Erkundung der Insel Richtung Süden. Wir gehen am Strand an den Felsklippen entlang durch die Nachbarorte bis Mali Iz zum Fährhafen.

Am Abend haben wir in der Konoba Knez gegessen, an dessen Steg unser Boot liegt. Die Preise für Speisen und Getränke waren ähnlich hoch wie bei anderen Restaurants mit Steg.
Wir sind etwas erstaunt, dass wir im Restaurant für den Liegeplatz 150 Kuna zusätzlich bezahlen mussten. Wir kannten es bislang stets so, dass der Liegplatz mit einem Restaurantbesuch abgegolten ist. Leider hatte sich auch ein Gericht auf die Rechnung verirrt, das wir nicht hatten und natürlich nicht bezahlt haben.

Keine Empfehlung für den Liegeplatz und für die Konoba. Besser an eine Boje des benachbarten Restaurants, ein paar hundert Meter weiter. Hier wird kein Entgelt für das Liegen berechnet.

 

Foto unten: Der Steg der Konoba Knez, Insel Iz.

Steg Konoba Knez, Iz

Folgende Fotos: Südliche Erkundung, Ort Mali Iz bis zum Fährhafen.

Bistro Mali Iz

Uriges Bistrofeeling am Meer.

Ankerbucht Iz

Foto oben: Ankerbucht südlich vom Fährhafen.

Tag 8: Knez auf der Insel Iz – Sali auf der Insel Dugi Otok – Zut, 30 km.

Ursprünglich wollten wir nach Sali. Uns gefällt der Hafen schon beim Einlaufen sehr gut. Allerdings war überall im Hafen großer Baulärm wegen Abrissarbeiten. Deswegen verzichten wir und nehmen Kurs auf die Insel Zut. Wir legen uns in eine Bucht an den Restaurantsteg der Konoba Trabakul, da wir Jugo haben und wir hier geschützt liegen. Einer der schönsten Liegeplätze überhaupt! Gleich am Steg stehen geschmackvolle Sitzmöbel und Tische für die Bootsgäste. Das Wasser ist ganz klar und das Meer schimmert in blau-türkisen Farben. Wie die anderen, gehen wir auch erst einmal Schwimmen.

Das Essen im Restaurant ist sehr gut und der Liegeplatz für das Boot wird nicht zusätzlich abgerechnet wie am Tag zuvor.

Insel in Kroatien

Foto oben: Von der Insel Iz nach Sali/Insel Dugi Otok.

Sali Marina

Foto oben: Einfahrt in den Stadthafen von Sali/Insel Dugi Otok.

Anleger Wellnes Zut

Fotos oben: Paradiesisch – Liegeplätze der Konoba Trabakul  auf Zut.

Konoba in Zut

Fotos oben und unten: Das „Schwimmbad“, Konoba Trabakul, Insel Zut.

Klares Meerwasser Zut

Foto unten: Sonnenuntergang in der Chill Area, Konoba Trabukul, Zut.

Sonnenuntergang Zut

Foto unten: Am Abend im Restaurant Trabakkul, Zut.

Konoba Zminjak

Foto unten: Morgendlicher Ausblick auf der Insel Zut, Konoba Trabakul.

Bay in Zut

Tag 9: Zut – Stadthafen Vodice, Entfernung 41 km. Liegegeld 20 Kuna/m.

Vodice Pop Festival

Pop-Festival in Vodice! Ein tolles Spektakel. Der Eintritt ist frei und die Geschäfte, Eisdielen haben auch bis Mitternacht geöffnet. Die Lokale sind noch länger geöffnet.

Das Publikum ist gut drauf und friedlich. Vom Vorschiff aus hat man den besten Fernblick auf das bunte Treiben. Es wird zwar sehr laut, aber im Stadthafen geht der Lärmpegel etwas runter.

Fast. Es nerven leider nur einige dutzend Jugendliche, die direkt hinter den Gästeschiffen auf der Hafenmole sitzen. Ihre leere Alkflaschen lassen sie absichtlich fallen. Einige haben Bluetooth-Lautsprecher dabei und sie sind voll aufgedreht – logisch, sie müssen das Pop-Festival ja übertönen, um etwas zu hören. Irgendwann zwischen 3 und 4 am Morgen sind sie dann endlich weg.

Hier im Hafen ist es übrigens kein Problem, sein Boot mit Frischwasser zu entsalzen. Unser Nachbar, ein Dauerlieger des Stadthafens und gewerblicher Segler, gibt uns den Schlauch und rät uns, das Boot gut abzuspritzen.

Foto unten: Vodice in action. Das Pop Festival sorgt für Stimmung.

Popfestival Vodice

Foto oben: Freier Eintritt – Pop Festival Vodice.

Vodice night view

Foto oben: Der „Nachtblick“ vom Liegeplatz im Stadthafen Vodice. Hinten links ist die Bühne.

Vodice at night

Foto oben: Die meisten Lokale und Geschäfte haben (mindestens) bis Mitternacht geöffnet.

Vodice night life harbour

Foto oben: Überall wird gefeiert. Immer geradeaus: Der Zugang zum Stadthafen.

City Marina Vodice

Foto oben: Am Morgen ist wieder alles vorbei.

Tag 10: Vodice – Marina Zaton, 19 km.

Von Vodice ist es nicht weit bis zum Süßwasserfluss Krka. Der Fluss hat einen Seitenarm, an dessen Ende die Stadt Zaton liegt. Vor Zaton liegt die Marina an Backbord. Nachdem wir festgemacht haben, haben wir ausschließlich geschlossene Türen vorgefunden. Wie (fast) immer in Kroatien liegen wir an einer Mooring mit dem Heck zum Land. An Land sind hohe Bäume, von denen viele Mücken an Bord kommen, die aber auch Schatten bieten.

Die Stadt Zaton hat nur wenige Bootsliegeplätze für Gäste. Es ist auch gar nicht so einfach, einen Ansprechpartner zu finden, der einem einen Platz zuweist, da man mangels Beschilderung nicht wissen kann, wo man sich hinlegen darf.

Der erste Eindruck von Zaton ist, dass der Tourimus hier eventuell nicht so eingeschlagen hat wie direkt an einem Ferienort in Dalmatien am Meer. Man geht an einigen Hausruinen vorbei, die wohl als Lokale geplant waren, aber in den letzten Jahren verfallen sind. Gegenüber auf der anderen Flussseite läuft es hingegen gut mit der Gastronomie. Der Ort ist klein, er hat sehr kleine Märkte und einen durchaus sprühenden Charme.

Kosten Liegeplatz, ACI Marina Zaton: Keine. Wir konnten keinen Angestellten in den zwei halben Tagen finden. Alle Gebäude waren abgeschlossen. Die Marina scheint hauptsächlich die Basis von einem Vercharterer zu sein.

ACI Zaton

Bild oben: ACI Marina Zaton.

Zaton Bay

Zaton und somit das Ende des Krka-Flussarms.

Zaton verfallene Konoba

Bild oben: Verfallenes Gebäude in Zaton.

 

Zaton Stadthafen

Bild oben: Idyllisches Zaton.

Zaton Kneipenmeile

Bild oben und unten: Konobameile in Zaton.

Zaton Konobas

Tag 11: Marina Zaton – Skradin, Boje 12 – Konoba Vidrovaca, Gesamtstrecke 13 km.

Schwimmnachmittag vor Skradin. Die Bojen gibt es seit 2018. Sehr schöne Schwimm-Kulisse.

Weiterfahrt zur Konoba. Eine der schönsten. Auch hier beim Steg schwimmen die Gäste in der Krka. Der Fisch ist fangfrisch. Die Konoba hat einen Steinstrand. Bis hierhin sind Tische und Stühle aufgebaut. Das Hauptgebäude ist aus massivem Holz gebaut. Die Lackschichten glänzen edel. Bäume spenden Schatten.

Wer sich Skradin ansehen möchte, fährt per konobaeigenem Taxi-Schlauchboot dorthin und wird auch dort wieder abgeholt. Die Liegplätze für Gäste halten sich in Grenzen, daher ist es das Schlauch-Taxi eine gute Idee.

Wer etwas spazieren und kraxeln möchte, geht den Berg hinauf und findet sich auf dem hübschen Parkplatz der Autobahn wieder. Die Aussicht ist toll!

Außer Restaurantkosten keine weiteren für Liegeplatz.

Krka Fluss

Bild oben: Im Krka Fluss .

Skradin

Bild oben: Skradin, liegend an der Boje für einen Schwimmstopp.

Blick von Autobahnraststäte

Bild oben: Anleger der Konoba Vidrovaca, Blick von der Autobahnraststätte (zu Fuß raufgegangen).

Konoba Vidrovace Skradin

Bild oben: Konoba Vidrovaca am Abend.

River Krka

Bild oben: Nächster Morgen. Relaxen auf den Booten. Süßwasser dank dem Krka Fluss.

Krka Fluss

Fotos oben und unten: Beliebter Anlaufpunkt für Yachten: Konoba Vidrovaca bei Skradin.

Konoba Vidrovaca

Tag 12: Konoba Vidrovaca – Insel Prvic, Luka, 22 km, Kosten Liegeplatz für 2 Nächte: 20 Kuna / m pro Nacht.

Die Insel Prvic, Marina Luka. Die Gäste liegen im geschützten Bereich an einer Boje oder liegen an der Mole gemoort, an dessen Ende nähe Fahrrinne die Fähre anlegt. Einige ankern auch vor der schützenden Mole im Meer. Bei Bura ist im Hafen sehr guter Schutz. Bei Jugo kommt der Wind von der anderen Seite. Dabei ist man hinter der Mole einigermaßen geschützt, jedoch läuft Wellengang in den Hafen.
Fast autofreie Insel. Nur einige kommunale Fahrzeuge mit Benzinmotor. Kleine Märkte, inseltypisch höhere Preise als auf dem Festland.
Tipp: Ein ausgedehnter Spaziergang zum Nordteil der Insel von West nach Ost. Vorbei am Fischerhafen Sepurine, der nur wenige Gästeliegeplätze besitzt.

Bild unten: Vorbei an der Festung vor Sibenik.

Festungsmauern vor Sibenik

Bild unten: Der Stadthafen von Prvic Luka.

Marina Prvic Luka

Unten: Ankerbucht zwischen Luka und Sepurine an der Westküste.

West coast Prvic

Unten: Bei Prvic Sepurine fotografiert, mit Blick auf Otok Tijat.

Prvic - North

Unten: Der alte Hafen von Prvic Sepurine.

Prvic Sepurine

Bild unten: Die Westküste, Prvic.Strand auf der Insel Prvic

Tag 13: Ausflug mit der Fähre nach Sibenik.

Sibenik Oberstadt

Da wir noch recht starken Jugo haben, fahren mit der Fähre von der Insel Prvic nach Sibenik. Auch wenn man schon öfters dort war, lohnt sich ein Besuch immer wieder.

Die Stadt erkunden, unzählige Treppenstufen erklimmen, wieder absteigen … und Shoppen. Ein Friseurbesuch steht wie im letzten Jahr auch auf dem Programm genau wie ein Restaurantbesuch.

Sibenik hat einen Stadthafen, den man mit als erstes sieht, wenn man mit dem Schiff kommt. Der Vorteil ist, dass man aussteigt und man quasi im Zentrum von Sibenik ist.
Allerdings: Diese Liegeplätze sind ungeschützt. Der Schwell der vorbeifahrenden Fahrzeuge ist nicht ohne. Wind und Wetter gehen hier nicht unbemerkt vorbei. Gerade für die (gecharterten) Segelyachten ist es nicht einfach, hier rückwärts bei starkem Seitenwind sich festzumachen. Die Marineros sind jedoch sehr geduldig. 20 Minuten und länger sind hier keine Seltenheit, bis die Mooringleine übernommen wird.

Im Osten befindet sich die Marina Mandalina. Eine hervorragende Marina. Hier ist alles vom Feinsten. Die Preise sind im oberen Segment. Hier gibt es alles, was zu einer 5-Sterne-Marina gehört. Sie ist gut geschützt.

Sibenik view

Foto oben: Wohnen mit einer großartigen Aussich auf Sibenik.

Tag 14: Prvic Luka – Kaprije, Boje der Konoba Matteo, 11 km.

In dieser Bucht sind zwei Restaurants nebeneinander. G8 und Matteo.

Eine kleine Anekdote, tatsächlich so geschehen:
Wir liegen an einer Boje von Matteo. Wir bestellen vorab eine  dalmatinische Fleisch-Peka und die Dinge nahmen ihren Lauf. Als wir um 19:00 abgeholt werden sollen, wundern wir uns, warum der junge Mann mit einem Kehrblech versuchte, auf uns zuzupaddeln. Also warfen wir ihm ein Seil von uns zu, mit dem er sich an unser Boot ranzieht und festmacht. Etwas kleinlaut gibt er zu verstehen, dass sein Außenborder kein Benzin mehr habe und ob wir …? Sorry, nur Diesel, war unsere Antwort. Ob er denn mal anrufen könne, damit sein Chef ihn abholen könne. „Gerne, hier bitte ist das Mobile“. Aber er hätte die Telefonnummer nicht. Ok, wir suchen sie ihm raus, kein Problem. Für die Wartezeit geben wir ihm ein Glas Starkbier, das ihm zu schmecken scheint. Der Chef kommt wenig später, alles wird bestimt gut! Der Junior-Chef hat leider überhaupt keine gute Laune und wohl auch schon einiges intus …;)

Während der Chef das Taxi-Boot an die Schleppleine nimmt und uns aufnimmt, fällt unser armer Seemann beim Einsteigen in sein Taxi (dem abzuschleppenden Boot) ins Wasser, was kaum einem auffällt. Sein Chef wundert sich anschließend nur, warum er so nass ist … Leider hat unser junger Freund unser Seil am falschen Ende abgemacht und in sein Boot mitgenommen. An Land angekommen, übernehmen wir unser Seil und gehen damit wie selbstverständlich ins Restaurant zu unserem Tisch 😉

Kosten Boje: Gratis, da im Restaurant gegessen.
Peka: Sehr lecker. Eine Spezialität aus Dalmatien. Die dalmatinische Peka ist eine große Platte mit Fleisch und Gemüse, die „unter der Glocke“ in Glut gegart wird. In Dalmatien gibt es häufig, vor allem auf dem Land, einen speziellen Platz in der Scheune oder im Erdgeschoss des Hauses, der für die Zubereitung der Peka benutzt wird.
Aussicht: Außerordentlich.

Kaprije Konoba Matteo

Fotos oben und unten: Vor und in der Konoba Matteo. Links daneben ist die andere Konoba.

Peka, eine Spezialität aus Dalmatien

Oben: Eine Peka muss am Nachmittag vorbestellt werden.

Bojenfeld Kaprije, Dalmatien

Oben: Das geteilte Bojenfeld der beiden Konobas.

Konoba Matteo Kaprije

Tag 15: Kaprije – Zirje – Kaprije City – Kakan Potkucina Bojenfeld, 18 km.

Unser geplantes Ziel war Zirje, der Hafen im Nordosten der gleichnamigen Insel. Der war uns jedoch etwas zu ruhig. Zu wenige Geschäfte geöffnet in dem ohnehin sehr kleinen Ort und wir waren das einzige Schiff dort. Deshalb fahren wir weiter. Wir kaufen ein paar Lebensmittel auf der Insel Kaprije im Ort Kaprije ein. Wir legen uns kurz an die Mole und sind nach einer halben Stunde wieder unterwegs und erreichen die Ostseite der Insel Kakan und unser Bojenfeld: Schwimmen und genießen an einem schönen Fleck!

Kosten Boje: 13 Euro/ Nacht.

Zirje Kurs Stadthafen

Bild oben: Einfahrt Richtung Stadthafen in den Ort Zirje, Insel Zirje.

Kaprije auf Kaprije

Bilder oben und unten: Kaprije auf der Insel Kaprije.

Kaprije auf Oto Kaprije

Foto unten: Im Bojenfeld Kap Potkucina, Insel Kakan.

Kap Potkucina - Sonne und Meer genießenin Dalmatien

Tag 16: Kaprije – Vodice, 14 km, Kosten Liegeplatz 20 Kuna/m pro Nacht.

Warum schon zum 2. Mal Vodice während dieser Tour? Eigentlich wollten wir nur einkaufen, aber dann hatten wir Lust, in Vodice zu bleiben. Geplant war Trbunj, aber das war wegen der Wetterlage zu unruhig. Die Liegeplätze in Trbunj sind nur wenig geschützt.

Foto unten: Vorbei am Stadthafen in Trbunj. Gemoort wird vor den Restaurants.

Trbunj

Foto unten: Fischer- und Mietboote in Vodice.

Vodice Fischer-Stadthafen

Tag 17: Vodice – Murter, ACI Jezera, 14 km, Liegegebühr 80 €/Nacht.

Murter ist eine der beliebtesten (Halb-) Inseln. Tipp Spaziergang: Entlang des schönen Hafens und über die Promenade in Jezera bis Tisno an der Drehbrücke Tisno vorbei.

Jezera Fussweg

Fotos oben und unten: Der Fußweg von Jezera nach Tisno, Hängematten laden zum Verweilen ein.

Jezera Haengematte, chillen in Dalmatien

Foto unten: Meerpromenade in Jezera mit Blick auf Tisno.

Blick von Jezera auf Tisno

Foto unten: In der ACI Marina Jezera.

ACI Marina Jezera

Tag 18: Murter, ACI Jezera – Murter Konoba Zminjak, 12 km. € 0,0.

Überbrücken der Wartezeit zur Brückenöffnung in der Ankerbucht vor Tisno. Entlang Tisno zu fahren ist sehr interessant. Während der kurzen Brückenöffnungszeit ist die Hölle los. Durch die Brücke passt eigentlich nur ein Boot – es sei denn, es sind kleine. Da es keine Regelung gibt, welche Richtung fahren darf, wird hier improvisiert und manche Heißsporne geben dann Vollgas, um sich „durchzusetzen“ 🙁
Ist man südlich unterwegs, sollte man genau auf die Fahrrine achten und nicht zu weit ausweichen. Sonst gibt es einen Untiefenalarm oder Schlimmeres.

Wir fahren weiter zwischen zwei Inseln und bekommen am Steg der Konoba einen Liegeplatz zugewiesen. Das Essen ist überdurchschnittlich gut.

Tisno suedlich der Bruecke

Fotos oben und unten: Vorbei an Tisno, südlich der Brücke und nördlich.

Tisno

Foto unten: Nördlich von Murter, Kurs Insel Zminjak, Konoba Zminjak.

Kurs Konoba Zminjak

Foto unten: Konobasteg Zminjak.

Steg Konoba Zminjak

Bild unten: Blick aus dem Restaurant.

Tage 19-21.: Murter, Konoba Zminjak- Pasman Uvala Landin – Biograd, 33 km.

In einer Bucht der Insel Pasman legen wir uns an eine Boje. Wie viele andere Boote verbringen wir hier den Nachmittag und flüchten vor der Hitze ins Wasser.

Wir haben uns für zwei Übernachtungen in der Marina Kornati in Biograd entschieden und lassen den Urlaub in mehreren Cocktailbars ausklingen. Letztes Jahr verbrachten wir einen Tag in der Nachbarmarina. Leider sind die sanitären Anlagen marode (Container), die Stege ungepflegt, der Preis jedoch genauso hoch wie bei der wirklich sehr guten Marina Kornati.
Drei herrliche Woche in Dalmatien sind vorüber … we will come back!

Liegegebühren Marina Kornati: 2 x 42 € plus Kranen 65 €.

Roter Felsen

Foto oben: Der Rote Felsen von Vrgada, südlich der Insel Pasman.

Insel Pasman

Foto oben: Insel Pasman, Fiona an der Boje.

Hafenrestaurant Biograd

Foto oben: Marina Kornati. Das Restaurant in der Marina Kornati Biograd.

 

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Nützliche Links:

Törnliteratur: Kroatien und Slowenien – Koper bis Split

Kroatien und Slowenien Koper bis Split

Kroatien und Slowenien Koper bis SplitDie Ostküste der Adria

Der Törnführer Kroatien und Slowenien: Koper bis Split von Dieter Berner beschreibt auf knapp 300 Seiten die beliebtesten Bootsreviere Kroatiens und Sloweniens, von Koper über Istrien, den Kvarner, die Region um Murter und die Kornaten bis Split im Süden. Der Autor Dieter Berner liefert detailliertere Hafenbeschreibungen und geht auch auf die Umgebung ein.
Das Buch startet und endet mit je einer ausklappbaren Seite. Auf diesen gibt es eine Übersichtskarte mit Seitenangaben hinter ausgewählten Städten und Inseln an der Kroatischen Küste. Die ersten ca. 20 Seiten liefern Bestimmungen zur Einreise, dem Aufenthalt sowie Verkehrsvorschriften und Wetterberichten und weiteren Informationen.
Im Buch sind  57 farbige Ausschnitte von Küstenkarten enthalten. Diese eignen sich nicht für die Navigation, sondern dienen dazu, schnell zu erkennen, wo der beschriebene Hafen sich befindet. Das Interessante sind die Detailkarten der Häfen.
Hier sind folgende Angaben: Uferverlauf, Wassertiefe, Brücken, Leuchtfeuer, Seezeichen und GPS-Koordinaten für Wegpunkte, Hafenausstattung, Versorgungsmöglichkeiten und auch Ansteuerungshinweise werden gegeben.

Dieter Berner liefert in seinem Buch 9 Törnvorschläge. Die einzelnen Stationen werden wie oben beschrieben dargestellt. Die Törnvorschläge mögen aufgrund des Wetters nicht unbedingt wie vorgeschlagen durchführbar sein. Bura, Maestral und Yugo nach dem Studium des Wetterberichts wird oftmals die freie Planung entsprechend einschränken.
Die angegebenen Telefonnummern der Marinas können durchaus nützlich sein. Zwar nehmen die Marinas oftmals keine Reservierung an, aber man erfährt dann frühzeitig, wenn der Hafen z.B. wegen einer Veranstaltung ausgebucht ist.
Im Anhang findet man weitere wichtige Informationen wie Lage von Bootstankstellen mit Wassertiefe und Öffnungszeiten sowie weitere wichtige Telefonnummern und Internetadressen, die man während eines Bootstörns benötigen könnte. Abgerundet wird das Buch durch Fotos, die zu einem ersten Eindruck beim Lesen verhelfen.

Fazit

Dieses Buch hat uns schon während der Planung unseres Törns gute Dienste geleistet bei der Suche nach einem Ausgangshafen mit der Möglichkeit, Fiona ins Wasser kranen zu lassen. Während des Urlaubs haben wir regelmäßig in das Buch geschaut und uns über unsere nächsten Ziele informiert. Ergänzend zum Törnführer hatten wir das Küstenhandbuch Kroatien und Slowenien Koper- Split mit den genauen Wasserkarten sowie das Buch Schlemmertörns in Kroatien mit Beschreibungen von Restaurants mit Anlegemöglichkeit an Bord. Diese drei Bücher haben sich wunderbar ergänzt.

 

Törnliteratur: Schlemmertörns in Kroatien

Schlemmertörns in Kroatien

Schlemmertörns in KroatienWohin am Abend?

Zu den schönsten Erlebnissen eines Bootsurlaubs in Kroatien gehört es, die Nacht an einem Steg oder Bojenfeld eines Restaurants zu verbringen und den Tag mit einem guten Essen ausklingen zu lassen. Und die Auswahl an Restaurants ist groß. Hierbei kann der Restaurantführer Schlemmertörns in Kroatien: 66 Top-Restaurants an der Küste aus der Edition Maritim des Delius Klasing Verlages eine wertvolle Hilfe sein. Wir rezensieren hier die 2. Auflage, die 2017 erschienen ist.

Die Autoren Bodo Müller, Sigrun Scheiter und Jürgen Strassburger stellen insgesamt 66 Restaurants an der kroatischen Küste vor. Alle Restaurants sind mit dem Boot erreichbar. Am Anfang des Buches werden kroatische Spezialitäten, von istrischen Trüffeln über Pager Käse bis aus der Adria gewonnenem Meersalz und Austern vorgestellt. Auch den kroatischen Weinen ist ein ganzes Kapitel gewidmet. Jedem der vorgestellten Lokale ist eine Doppelseite gewidmet. Das Lokal wird kurz vorgestellt, die Lage und die Besonderheiten sowie Spezialitäten genannt. Kontaktinfos und Öffnungszeiten findet man ebenso. Eine Detailkarte auf der Doppelseite hilft, das Lokal gut zu finden und auch Liegeplätze auszumachen. Auf jeder Seite findet man informative Fotografien. Wem das noch nicht reicht, findet die Website-Adresse der Konoba mit weiteren Informationen.

Die erste und letzte Seite ist aufklappbar und zeigt die kroatische Küste mit den durchnummerierten Gastrobetrieben. So sieht man, wo sich in Reichweite eines der vorgestellten Objekte befindet bzw. ob es der Törn hergibt, dort vorbeizufahren.

Am Buchende gibt es ein kleines kroatisch-deutsches Wörterbuch mit kulinarischen Begriffen auf zwei Seiten.

Das Buch ist sehr übersichtlich gestaltet und ist für uns eine gute Ergänzung zur Törnplanung gewesen. Man findet sich schnell zurecht. Man muss eigentlich nur wissen, wo man sich befindet und schon sieht man die nächstgelegenen getesteten Gastronomiebetriebe. Da das Buch die gesamte kroatische Küste von Novigrad im Norden bis Dubrovnik im Süden sowie die Inseln abdeckt, sind die 66 Restaurants allerdings nur eine sehr kleine, aber dafür feine Auswahl. Für einen echten Schlemmertörn würde man daher die Route nach diesem Buch planen. Sehr gut ergänzt sich dieser Restaurantführer mit dem Buch Törnliteratur: Küstenhandbuch Kroatien und Slowenien Koper- Split, ebenfalls von Bodo Müller und Jürgen Strassburger.

Die Hinweise zur Lage der Lokale und zu den Liegeplätzen haben wir positiv aufgenommen. Was uns fehlt, ist eine Preisklassifizierung der jeweiligen Betriebe. So gehen wir davon aus, dass aufgrund des Titels eher Restaurants vorgestellt werden, die hochpreisig sind. Sehr gut ist wiederum, dass man etwas zur Geschichte der gastronomischen Häuser erfährt und dass die Stärken der Lokale herausgearbeitet werden: So erfährt man, was beispielsweise aus eigenem Anbau stammt, wer was liefert und welche Spezialitäten das Haus anbietet.

Fazit

Empfehlenswert. Beim nächsten Törn ist das Buch erneut dabei.

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich beim Delius Klasing Verlag bedanken, dass sie uns das Buch für die Rezension zur Verfügung gestellt haben.

Landgewinnung in der Wallonie

Maasstrand

Maas: Belgien dreht den Hahn ab

In der Wallonie gibt es für die Maas ab Namur stromaufwärts große Veränderungen. Die Wallonie will attraktiver werden und interessantere Freizeitmöglichkeiten anbieten. Hierdurch soll die Wallonie wirtschaftlich belebt werden. Schon seit längerer Zeit nimmt die Berufsschifffahrt auf der Maas stromaufwärts immer mehr ab. Die größer werdenden Schiffe der Berufsfahrt nehmen auf ihrem Weg in den Süden die Sambre. Niedrige Brückenhöhen auf der Maas und der größere Tiefgang moderner Fracht- und Tankschiffe lassen die Maas ungeeignet erscheinen. Da die Wallonie aus finanziellen Gründen keinen Kanal bauen möchte wie zuvor z.B. der Julianakanal in den Niederlanden, der ebenfalls parallel zur unschiffbaren Maas verläuft, wurde nach alternativen Möglichkeiten für die weitere Nutzung der Maas gesucht. Dabei stehen sowohl Tourismus als auch Umweltschutz im Vordergrund.

Um den Flusslauf der Maas touristisch zu erschließen, soll zweigleisig gefahren werden.  Für eine erweiterte Wassersport-Nutzung soll sie im Bereich von Yvoir aufgestaut werden, so dass großzügige Strände entstehen können.

Maasstrand
Zukünftiges Strandleben am Maas-Stausee

Auf französischer  Seite wird der Canal de la Meuse weitergebaut, so dass es eine Verbindung zum Canal de la Sambre à l`Oise gibt, der das Wasser der Maas aufnehmen wird.

Das Flussbett nördlich des Stausees wird kein Wasser mehr führen. Es wird vollkommen umgestaltet. So sollen Teile davon mit Eichen aufgeforstet werden, damit sich die selten gewordene Bechsteinfledermaus ansiedeln kann. Die Aufforstungsgebiete sollen parkähnlich gestaltet werden und sowohl als Wandergebiet als auch als Weidegrund für frei laufende Rinder und Pferde dienen.

Bisher Flussbett, demnächst Heimat von Fledermäusen, Rindern und Wildpferden.

„Natürlich kann es dazu kommen, dass auf niederländischer Seite der Wasserstand der Mass aufgrund unserer Maßnahmen absinkt. Wir vertrauen aber darauf, dass die für die niederländischen Wasserstraßen zuständigen Behörden geeignete Maßnahmen ergreifen werden“, sagt Michel Foret, Minister für Raumordnung, Städtebau und Umwelt von Wallonien.

Mit den Arbeiten wurde bereits Ende September 2017 begonnen. Von überall kommen schon Gäste nach Yvoir, um sich auf das neue Strandleben einzustimmen, das im Sommer dann auf Hochtouren laufen soll. Das wallonische Fremdenverkehrsbüro hat insbesondere junge zahlungskräftige Kurzzeit-Urlauber im Sinn, die mal ein Wochenende ausspannen möchten.

Veröffentlicht am 1. April 2018

Mehr dazu: Maasabsenkung und -sperrung in Belgien, September 2017

Bassin Maastricht – Der alte Hafen

Maastricht Bassin

Das Bassin Maastricht – Hafeninfos

Das Bassin Maastricht ist ein Binnenhafen und liegt am Rande der Altstadt Maastrichts. Die Fußgängerzone Maastrichts ist fußläufig in gut fünf Minuten errreichbar. Der Hafen ist vom 1. April bis zum 1. November geöffnet. Das Bassin Maastricht bietet mindestens 60 Gästeplätze. Die maximale Schiffslänge an den Fingerstegen-Anlegern beträgt 15 Meter. Gegenüber gibt es Liegeplätze für Schiffe bis 25 Meter Länge bei maximal 5 Meter Breite und höchstens 1,80 Meter Tiefgang. Die Fingerstege sind neuwertig und bis zu 12 Meter lang.

Der übliche Weg für Sportboote ist durch die Maasschleuse. In der Hochsaison wird diese von 9:00 bis 19:00 Uhr, in der Nebensaison von 9:00 bis 17:00 Uhr bedient.
Vorsaison: 1.4.-15.6. Hauptsaison: 16.6.-31.6. und Nachsaison: 1.7-31.10.

Eine telefonische Voranmeldung ist zu empfehlen. Am besten ruft man 30-60 Minuten vor der Ankunft an und vereinbart mit der Hafenmeisterin die Schleusungszeit.
Telefon: 0031 653 960 349. Die Hafenmeisterin und ihre Kollegen sind für zwei Schleusen zuständig und pendeln entsprechend. Vor der Schleuse an der Maas gibt es einen Wartesteg, der allerdings nur für eine Yacht reicht.

Das Serviceangebot des Hafens umfasst Strom (€ 0,50 je kwh), Duschen/ WC (gratis). Es gibt Frischwasser in Brückennähe und schöne Restaurants direkt links und rechts nebenan.

Der Hafen und dessen Anlagen wurden in den letzten Jahren ausgebaut. Das Wasch- und Sanitärgebäude wurde renoviert. Das Bassin nutzt die Betaalkaart, die man am Automaten erwirbt und dort auch auflädt. Mit Hilfe der Chipkarte bezahlt man seinen Liegeplatz an einem Bezahlautomaten, der neben dem Waschhaus aufgestellt ist. Der Automat stellt eine Quittung aus, die man sichtbar in das Boot legt. Diese öffnet zudem die Türen des Waschgebäudes. Ende der Saison 2017 musste man mehrere Sekunden warten, bis die Türen elektrisch geöffnet wurden. Also etwas Geduld haben.

Außerhalb der Hauptsaison ist das Liegen für die zweite Nacht gratis. Das normale Liegegeld pro Schiff kostet  € 1,60 je Meter Schiffslänge. Der Wochentarif in den Nebensaisons für Schiffe unter/über 10 Meter Länge beträgt € 55 bzw. € 80. Der Hafen soll über WiFi verfügen, was bei unserem letzten Aufenthalt Anfang Oktober mangels Datenübertragung nicht zutraf.

Hafenbecken Maastricht

Entstehung Bassin Maastricht

Der Bassin-Hafen wurde von 1824 bis 1826 erbaut. Der Hafen hat Verbindungen zu zwei Wasserstraßen. Nördlich befindet sich das südliche Ende der Willemsvaart, südlich fließt die Maas von Lüttich Richtung Roermond. Der Hafen mit seinen Wasserstraßen ermöglichte eine gute industrielle Entwicklung im Maastricher Gebiet. Der Bau der Zuid-Willemsvaart und des Bassins förderte maßgeblich die industrielle Entwicklung in Maastricht.Bassin Maastricht

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die wirtschaftliche Bedeutung des Bassin immer mehr zu. Als in den 1960er Jahren eine neue Zufahrtstraße zur Stadt gebaut wurde, wurde eine Brücke quasi über der Hafeneinfahrt gebaut. Der Hafen wurde in den 90er Jahren komplett renoviert und wird derzeit ausschließlich für Sportboote genutzt. Die Industrie bekam einen neuen Hafen, nur einige Kilometer entfernt vom Bassin: Den Maastrichter Beatrixhaven.Bassin Maastricht

Die zwei Schleusen zum Bassin

Noch immer gibt es zwei Zugänge mit zwei Schleusen. Einmal die manuelle Schleuse (Sluis Nr. 19) von der Zuid-Willemsvaart, die mechanisch vom Schleusenwärter „gekurbelt“ bzw. von der Schleusenwärterin bedient wird. Und eine etwas modernere, bereits vollautomatische Schleuse (Sluis Nr. 20) hin zur Maas. Der für Sportboote übliche Weg ist der durch die Maasschleuse. Nach dem Schleusen muss eine Brücke durchfahren werden. Diese hat eine Durchfahrthöhe von 3,6 Metern und ist damit höher als die Brücke hinter dem Springbrunnen (siehe oberstes Foto). Diese recht niedrige Brücke müsste man passieren, nähme man die manuelle Schleuse von der Zuid-Willemsvaart. Durch die mechanische Schleuse fahren fast ausschließlich Rundfahrtboote. Manche haben hydraulisch absenkbare Steuerhäuser.

Umgebung

Um das Bassin-Becken sind heute noch einige Industriegebäude und ehemalige Lagerhäuser. Auffällig ist das Gebäude der Firma Royal Sphinx. Allerdings ist diese Firma bereits 2006 in den Beatrixhaven umgezogen.

Bassin in Maastricht
Das Sphinx Gebäude ist hinter dem Wohnhaus

Das alte Sphinx-Gebäude am Bassin ist in den letzten Jahren restauriert worden und wird heute teilweise als Kino genutzt. Auf der Südseite des Bassins befinden sich einige alte Lagerhäuser, die zu Wohnungen und Büroräumen umgestaltet wurden. Eine Reihe von Cafés und Restaurants befinden sich in den ehemaligen Hafenlagern, unten direkt neben den Stegen.


Bassin Day

Die Stadt Maastricht bietet einiges. Sehr beliebt ist der wöchentliche Fischmarkt, der jeweils am Freitag von 8:00 bis 16:00 Uhr stattfindet. Für Zerstreuung und eine leere Bordkasse können die Fußgängerzone mit den chicen Läden und die urige Altstadt mit den chilligen Gaststätten sorgen.

Maasabsenkung und -sperrung in Belgien

Maasabsenkung B

Wegen Maasabsenkung schließt Wallonie Teilstrecke der Maas

Ende September 2017 liegen wir in Namur/Belgien im malerischen Yachthafen Jambes. Ein wunderbares spätsommerliches Wetter mit viel blauem Himmel und sehr angenehmen Temperaturen verwöhnt uns seit zwei Wochen. Unsere ursprünglich geplante Tour weiter maasaufwärts können wir leider wegen der Maasabsenkung nicht durchführen.

Denn momentan endet bei Namur die Schifffahrt maasaufwärts. Die Maas ist laut der Schifffahrtsnachrichten momentan gesperrt, da vielerorts Arbeiten notwendig geworden sind.

Das Schifffahrtgebiet Maas in der Wallonie

Die Strecke zwischen Namur und Dinant gilt als einer der schönsten Abschnitte der Maas und das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Statt mit dem Boot sind wir deshalb von Namur aus auf dem ”Ravel de Meuse”, einem Radweg entlang der Maas, ca. 28 Kilometer nach Dinant stromaufwärts geradelt.

Maasabsenkung

Bereits hinter der gesperrten Schleuse Namur verläuft die Maas wesentlich flacher als üblich. Hier ist bereits ca. 1,5 Meter oder mehr weniger Tiefgang vorhanden. Deutlich sieht man, dass die Anleger zu hoch zum Anlegen einer Yacht hinausragen.
Mit jeder Schleuse wird die Maas flacher und kleiner. Das neu gewonnene Terrain wird von Spaziergängern erobert und die Bedeutung des Worts “Maaswanderung” erhält einen ganz neuen Sinn… Jugendliche untersuchen das beinahe freigelegte Flussbett der Maas und entdecken wahre Schätze wie z.B. versenkte Fahrräder, die wieder aus der Maas hinaus gefischt werden.
Maasstrand

An einigen Stellen haben sich Strände gebildet, die schnell erobert werden. Es gibt neue Auslaufzonen für die vierbeinigen Familienmitglieder. Interessierte Anwohner und Besucher bestaunen die neue Landschaft.

Auch Schulen sind aufgefordert, die Gelegenheit für Exkursionen ins Flussbett zu nutzen. Der Ort Godinne, auf halbem Weg zwischen Namur und Dinant, feiert die Absenkung sogar am 7. Oktober mit Animation, Informationsständen und einem Konzert im mit Kerzen beleuchteten Flussbett.

Leider hat sich auch ein leicht “moddriger” Geruch wegen des freigelegten Flussbetts über die ganze Landschaft gelegt, der etwas unangenehm ist.
Die Maas fehlt, aber die Landschaft ist beiderseits der Ufer wunderschön. Wir können uns gut vorstellen, dass es ein Genuß ist die Strecke mit dem Boot zu fahren.
Je mehr wir uns Dinant nähern, desto untiefer wird die Maas. In der Schleuse vor Dinant ist kaum noch Wasser, so sehr hat man die Maas hier abgesenkt.
Es werden Schleusentore herausgenommen und viele Bereiche in den Schleusen repariert. Wehre werden ausgebaggert.

Die Stadt Dinant

Bagger sind in der Maas auf Inseln im Einsatz. Die Kaimauern in Dinant wirken etwas “ausgefranst” unterhalb der regulären Wasserlinie.

Dinant Bauarbeiten
Dinant

Einige Städte an der Maas wie Dinant nutzen die Arbeiten, um sich selbst herauszuputzen. So wurde in Dinant bereits damit begonnen, eine Maaspromenade neu zu bauen.

Dinant

Für Schiffe werden Anlegestellen gebaut. Laut Bauschild in Dinant dauern die Arbeiten bis 2020. Man kann sich bereits vorstellen, dass hier ein schönes Gebiet für Motoryachten entsteht. Wir werden es dann gerne wieder besuchen.

Unterfütterung Maaspromenade
Dinant: Reparaturbedarf

Laut Schifffahrtsnachrichten bleibt die Maasabsenkung und somit die Sperrung bis Mitte Oktober bestehen. Danach ist die Maas wieder befahrbar.

 

Auf nach Hellevoetsluis in Zuid-Holland

Hellevoetsluis Leuchtturm

Hellevoetsluis – Mindestens 3 Nächte ist Programm

Die Kleinstadt Hellevoetsluis in Zuid-Holland, etwas südlich von Rotterdam gelegen, bietet eine Menge. Einkaufsmöglichkeiten sind ebenso im Angebot wie zahlreiche gastronomische Betriebe. Hellevoetsluis hat ein sehr nettes altes Zentrum. Mehrere Häfen beziehungsweise Liegemöglichkeiten für Yachten verstreuen sich durch die ganze Stadt. Wir wählten den Hafen Cape Helius, der gleich neben der Stadt Hellevoetsluis fußläufig liegt. Mit dem Fahrrad geht es natürlich noch fixer. Größere Supermärkte wie Lidl oder Albert Hein sind so auch schnell erreichbar.

Marina Cape Helius

Immerhin ist es mittlerweile Hochsaison und es ist Ferienzeit. Eine telefonische Voranmeldung war nicht erforderlich. Der Hafenmeister sagte, er hätte noch ausreichend viele freie Plätze. So war es dann auch, wir suchten uns unter einem halben Dutzend freien Plätzen einen aus.

Waschhaus, -küche, generell der Hafen: Der ganze Hafen und seine Umgebung ist sehr chic, gepflegt und sauber. Der Hafen wird von Ferienhäusern des gleichen Betreibers flankiert. Hier hat man buntgetünchte Holzhäuser gebaut und vermietet sie vorwiegend an Gäste aus ganz Europa. Da Hellevoetsluis Seglergebiet ist, sind die Segelyachten auch deutlich in der Überzahl. Viele englische Segler laufen Cape Helius an. So ist Windstärke 4 Beaufort keine Seltenheit, oft auch mehr. Eben Seglergebiet.

Stadthafen Hellevoetsluis

Mittendrin in der Altstadt befindet sich dieser Hafen, direkt zwischen den Museumsschiffen und den farbenfrohen Häusern.

Hellevoetsluis
Passantenhafen mitten in Hellevoetsluis

Passanten finden auch mitten im Zentrum Liegeplätze, teilweise mit Anbindung zu einem modern ausgestatteten Sanitärgebäude. Hier muss keine Brücke passiert werden und man ist schnell dort und wieder zurück auf dem Haringsvliet. Übrigens, reist man über Hollands Diep und Haringvliet an, so sollte man einen unruhigen Seegang in Erwägung ziehen. Der Wind wühlt das Wasser derart stark auf, dass hier recht hohe Wellen entstehen können. Der Wind tranportiert das Wasser regelrecht in der Waagerechten und überzieht das Boot mit einer Gischt.

Während das Hollands Diep stark von Berufsschifffahrt frequentiert wird, sind die Freizeitskipper im Haringvliet unter sich. Dort gibt es allerdings auch zahlreiche untiefe Bereiche, die meistens mit einer Sportboot-Betonnung (rot-weiß bzw. grün-weiß) gekennzeichnet sind. Gerade in Bereichen, in denen Wasserwege in das Haringvliet einmünden oder sich Fahrrinnen verzweigen, kann es schon einmal unübersichtlich werden, so dass dort mit erhöhter Aufmerksamkeit gefahren werden sollte.

Ist man in Hellevoetsluis, bietet sich eine Tour ins etwa neun Kilometer entfernte Rockanje an der Nordseeküste an. Der Strand wird von der Gemeinde als einer der schönsten an der Nordsee beworben. Was auch gut sein kann. Das Meerwasser ist bereits sehr warm. Der Strand jedoch nicht zu voll – einige Lokale am Strand dagegen sehr gut gefüllt. Tipp ist ein kleiner Spaziergang in der Nordsee, natürlich barfuß. Anschließend einen Eiskaffee oder einen Imbiss am Strandbistro?

Strandbistro in Rockanje
Strandbistro, Rockanje

Hier lässt es sich aushalten. Lecker essen und trinken in einer tollen und chilligen Atmosphäre. Hat was.

Brielle

Eine weitere schöne Tour ist die nach Brielle. Brielle ist fast ein Geheimtipp für Wassersportler. Trotz Hochsaison ist es sehr ruhig. Gemächlich trifft es vielleicht ganz gut. „Grüne Stadt mit den Wasserwegen“ könnte man sagen. Viele gastfreundliche Lokale, die einiges zur gemütlichen Atmosphäre dazu tun. Im Zentrum gibt es Einkaufsstraßen, die Wege für die Wasserreisenden sind kurz.

Mit dem Fahrrad ist Brielle von Hellevoetsluis in ca. 1,3 Stunden zu erreichen. Auf dem Wasserweg erreicht man den Ort, der am Brielse Meer liegt, vom Haringvliet aus über Spui, Oude Maas und den Voedingskanaal.

Ein Tipp wäre noch die Besichtigung der historischen Schiffe, die im Zentrum von Hellevoetsluis liegen. Wir besichtigten das Lichtschiff mit Leuchtturmfunktion und erhielten von Mitgliedern des Lichtschip-Vereins einen detaillierten Einblick in die Schiffstechnik und über das Arbeitsleben der damaligen Besatzung.

Mehr Information.

 

Aarle Rixtel Nähe Helmond – Stevensweert

Helmond

Das „Endstück“: Von Aarle Rixtel nach Roermond

In Aarle Rixtel bei Helmond lagen wir 2 Nächte.

Von hier aus bis Stevensweert bei Maasbracht hatten wir insgesamt fünf Schleusen auf der Zuid-Willemsvaart plus eine auf dem Kanal Wessem-Nederweert. Diese letzte Etappe unseres Zeeland-Törns führte uns von Aarle Rixtel zunächst über die Zuid-Willemsvaart und ab Nederweert über den Kanal Wessem-Nederweert.

Aarle Rixtel

Fährt man die Zuid-Willemsvaart, fährt man quasi zwangsweise Kolonne. Auch wenn man alleine losfährt, trifft man schnell auf „Anschluss“ an der nächsten Schleuse, wo gewartet wird. Ab hier fährt man in der Kolonne.

Zuid-Willemsvaart

Die Zuid-Willemsvaart führt zunächst in einem großen Bogen um Helmond herum, zum Teil durch bewohntes Gebiet und begleitet von Radwegen am Ufer. Südlich von Helmond geht sie in schnurgeraden Abschnitten weiter. Das fällt am Anfang aber nur wenig auf, da diese Abschnitte immer wieder von Schleusen unterbrochen werden. Der Wasserweg ist recht schmal und die meiste Zeit von Bäumen gesäumt. Berufsschiffe sieht man selten. Dass er durch ländliches Gebiet führt, kann man auch des öfteren riechen.

Nederweert

In Nederweert gibt es einen kleinen Passantenhafen für Schiffe mit einem maximalen Tiefgang von 1 m. Dieser war am frühen Nachittag bereits gut besucht. Ab Nederweert führt der Kanal Wessem-Nederweert über 13 km schnurgerade und ohne Unterbrechungen bis zur Schleuse Panheel, in der es wieder 8 m in die Tiefe geht. Hier gibt es zwei Kammern. Die neuere Steuerbordschleuse hat Schwimmpoller. Dieser Luxus war uns nicht vergönnt, und wir mussten in der kleineren und älteren Backbordschleuse mit Metallkreuzen und einer Leiter vorlieb nehmen. Umlegen war kaum möglich, und deswegen hingen am Ende fast alle Boote wie Fische an der Angel.


Aber auch diese Schleusung, die unangenehmste auf dieser Route, hatte irgendwann ein Ende. Für alle Schleusungen einschließlich Wartenzeiten benötigten wir gut 3,5 Stunden. Geschwindigkeitsbegrenzungen sind 10,8 und später 20 km/h auf dem Kanal Wessem-Nederweert.

Sundowner

Angekommen in unserem Heimathafen begrüßte uns ein schöner Sonnenuntergang und lud zu einem Sundowner auf dem Vordeck ein.

Marina Eldorado in Mook – Erfahrungsbericht

Marina Eldorado

Marina Eldorado, Mooker Plas

Vier Tage lang saßen wir etwas unfreiwillig in der Marina Eldorado in Mook fest. Auf unserer Fahrt über die Maas nach Zeeland wurde ein Propeller beschädigt. Es machte nur eimal sehr sanft „klack“, kein Ruckeln, nichts weiter, aber: Ein Austausch des vorderen Duoprops wurde erforderlich. Da wir gerade in der Nähe von Mook waren, wählten wir das Eldorado und hofften auf „Hier wird Ihnen geholfen“.
Wir kannten den Hafen aus vergangenen Jahren. Ein Hafen der gehobenen Preisklasse mit viel Infrastruktur, der quasi in einer Seesackgasse im Mooker Plas liegt. Da man hier durch eine unbewegliche Brücke fahren muss, trifft man nur selten Segelyachten an.

Marina Eldorado
Marina Eldorado

Kontaktaufnahme mit dem Hafenmeister kurz vor Feierabend

Der erste Eindruck war gut. Ich führte um 16:50 Uhr ein Telefonat mit dem Hafenmeister. Der versprach, sich um alles zu kümmern.
Das war in dem Fall: Ein Bootsliegeplatz für mehrere Tage – in der Hauptsaison. Sowie die Terminierung der hauseigenen Werkstatt. Gerade im letzten Punkt hatten wir in den letzten Jahren schon Abenteuerliches erlebt.

Eldorado Marina
Steg C, Eldorado

Da wir auf unserer Anfahrt zum Eldorado noch eine Sperrung wegen des Wanderevents Vier Daagse passieren mussten und ohnehin nur mit etwa 500 Umdrehungen fuhren, waren wir erst gegen 21:30 Uhr in der Marina Eldorado. Der zunächst angedachte Platz war von Tendern der Liegeplatz-Nachbarn besetzt. War natürlich nicht die Schuld des Hafenmeisters. Obwohl die Gästeplätze alle besetzt waren, fanden wir einen Platz für eine Nacht, wenn auch ohne Strom. Aber das sollte kein Problem sein, unsere Bootsakkus waren randvoll.

Marina Eldorado Tankstelle
Marina Eldorado Tankstelle

Werkstattbereich und Service

Wie verabredet, meldeten wir uns am nächsten Tag um 9:00 im Hafenbüro. Wir bekamen einen Platz in einer Box zugewiesen. Wie sich später rausstellte, war es hier sehr schön. Wegen der Propellersache bat man uns, ein wenig zu warten und  schon mal vor den Kran zu fahren. Momentan hing noch eine 50-füßige Princess vom Vortag im Kran und wurde bearbeitet. Nach gut anderthalb Stunden war die Prinzessin vom Haken und wir durften in die Hebeeinrichtung einfahren. Super, wir waren zufrieden. Der Mechaniker krante unser Boot an Land und demontierte schnell den Duoprop. Er suchte auf dem defekten Prop nach einer Volvo Penta-Nummer, um den passenden bestellen zu können. Da es mittlerweile Freitag war, sollte es erst am Montag weitergehen – schließlich ist auch hier am Samstag die Werkstatt nicht in Betrieb. Wenig später war unser Boot wieder im Hafenwasser und wir fuhren zum Liegeplatz.

Liegeplatz G1 Eldorado
Eldorado, Steg G

Der Liegeplatz hatte was. Die Stimmung auf dem Steg bzw. der hier eintreffenden Wochenendurlauber war grandios. Kein Wunder, dass wir mit ganz vielen supernetten Nachbarn ins Gespräch gekommen sind. Wir trafen sogar „alte“ Bekannte aus Roermond, die als Gäste nur zwei Plätze weiter lagen.

Die Marina Eldorado bietet neben dem Hafen eine Werft mit zwei Kränen, eine Tankstelle für Benzin und Diesel, Winterstellplätze in der Halle und Plätze draußen, einen Bootsshop, Backwaren/ Tante Emma-Laden nebenan auf dem Campingplatz und ein Bistro, Pkw-Parkplätze, Waschhaus/Sanitäranlagen, Restaurant auf dem Platz und mehrere in der direkten Nachbarschaft sowie ein sehr gut besuchter Eissalon.

Hauptgebäude Marina Eldorado
Hauptgebäude Marina Eldorado

Es geht ruhig zu. Veranstaltungen gibt es zwar und dann kann es lauter werden. Aber um 24:00 Uhr ist wieder Ruhe und es wird ohne laute Musik weiter gefeiert. Ein gute Lösung.

Am Samstag, als wir da waren, war BBQ-Party. Ausverkauft und mit Live-Musik. Wir waren von der „sanften“ Lautstärke sehr positv überrascht. Denn das kennen wir auch anders …

Douchi, Mook
Douchi, gegenüber Eldorado am See

Die Umgebung der Marina Eldorado

ist sehr nett. Bootfahrer touren übers Wochenende zum Leukermeer, zu den Kraijenbergse Plassen, nach Gouden Ham oder ankern vor dem Hafen und besuchen das Douchi. Stylish und „In“, mit Strand vor dem Bistro wird es gerne von Hafenliegern des Eldorado genutzt, die mit dem Tender mal auf die Schnelle zum Strand fahren. Fahrradtouren mit sehr guter Infrastruktur sind hier möglich. Allerdings würden wir die Routen im Gebiet Berg en Dal zukünftig meiden. Das ist das Fahrrad-Holland, was wir nicht kennen und nicht so schätzen – wie der Name Berg en Dal preisgibt.

Douchi - Mook
Der Strand gegenüber Marina Eldorado

Bis Nimwegen ist es nicht weit, eine Fahrradtour sehr lohnend. Auch kein Problem, dort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hinzukommen. Kaum Minuten und man ist dort. Von den drei vollen Tagen, die wir in der Marina Eldorado zur Verfügung hatten, haben wir Radtouren von insgesamt ca. 60 km gemacht. Dann war es auch schon wieder Montag und wir waren gespannt, ob der Propeller angeliefert worden war wie versprochen und ob er auch umgehend montiert werden würde.

Um 10:00 Uhr wurde er, laut Paketetikett, direkt aus Schweden von Volvo Penta geliefert. Um 11:00 Uhr wurde er montiert, kurz danach war das Boot startklar. Großes Kompliment, sehr gute und schnelle Arbeit zu einem akzeptablen Preis. Wir waren sehr positiv überrascht.
Mal abgesehen vom leidigen Propeller war das Wochenendes sehr schön. Wir werden auch gerne erneut zur Marina kommen.

 

Vierdaagse – Ein Fest für alle

4daagse Sofa

Am 21. Juli wurde das 2017er Wanderevent Nimwegener Vierdaagse festlich beendet. An vier Tagen werden jeweils Strecken von 30, 40 und 50 km gewandert. Die Veranstaltung bringt es auf ca. 40.000 Teilnehmer je Tag.
Die Ausfallquote beträgt etwa 1.000 Teilnehmer pro Tag.
Aber: Rund 38.000 Wanderer haben an jedem der vier Tage an einer Wanderung teilgenommen UND durchgehalten. Chapeaux!

Vierdagse Cuijk
Gegenüber von Cuijk

Partyzone für alle

Außerdem dabei sind zehntausende Besucher und Zuschauer, die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollen. Überall entlang der Wanderrouten sind Straßenparties während der Vierdaagse, die die Anwohner und Vereine veranstalten. Manchmal stehen sogar -wenn auch ausrangierte- Ledersofas und Stühle für die Zuschauer bereit.

Man sieht viele Zelte, in denen mit DJ gefeiert wird. Für die tausende angereisten Autos werden extra Parkplätze inmitten von Feldern und Äckern geschaffen.

Vierdagse Schifffahrt
Wartende Sportboote

Ablauf der Vierdaagse

An jedem Tag gibt es eine andere Route für die Wanderer durch das Gelderland, Brabant oder Limburg. Am letzten Tag überqueren die Wanderer die Maas bei Cuijk auf einer Pontonbrücke, die das holländische Militär in Windeseile errichtet und auch wieder abbaut. Währenddessen kreuzen die Boote auf der Maas. Die Sperrung wird in den entsprechenden Kanälen publiziert.

Vierdagse
Ein Brückensegment wird ans Ufer gebracht

Das Militär ist dabei

Wir waren von der Geschwindigkeit beeindruckt, wie schnell die Brücke in Segmenten auseinandergenommen, zusammengeklappt und auf LKWs verladen werden. Die Schifffahrt ist am 21.7. nur eingeschränkt möglich. Hier bilden sich lange Schlangen von wartenden Schiffen. Mehrere Polizei- und sonstige Behördenfahrzeuge regeln den Schiffsverkehr.

Cuijk Maas
Es geht weiter für die Schifffahrt. Cuijk.

Sobald die Pontonbrücke abgebaut ist, wird direkt danach nur eine Richtung freigegeben. Zunächst die Berufsfahrt, anschließend die Sportschifffahrt. Nach ca. 40 Minuten ist alles wieder in normalen Bahnen auf der Maas. Als Sportbootfahrer sollte man daher diese zusätzliche Zeit einplanen.

Insgesamt wurde die Pontonbrücke zwei Mal auf- und abgebaut. Bereits am Donnerstag wurden die beiden Ufer verbunden. Bis 19:45 hatte jeder die Gelegenheit, die Pontonbrücke zu nutzen. Und die Party in Cuijk zu besuchen 🙂Vierdaagse Militär

Auch historische Militärfahrzeuge waren mit von der Partie.